05.07.07
13:10 Uhr

Neu! C02 mit Geschmack!

Wir haben Post:

Hallo liebes Werbeblogger Team,

vor drei Tagen habe ich das erste Mal eine Werbung aus der Smart Kampagne gesehen.

Smart C02

Ich finde die Werbung funktioniert Irgendwie, hatte aber trotzdem von Anfang an einen negativen Beigeschmack. „ Brauche ich 2 Liter Benzin für 1 Liter Milch?“ Die Antwort wird in Form eines Fahrradfahrers gegeben. Wieso dann der Smart, dachte ich? Was also als Quintessenz bei mir hängen blieb, ich dachte irgendwie ist es doch ein wenig scheinheilig. Dann bin ich heute auf folgenden Spiegel Artikel gestoßen. (Anm der Redaktion: Es handelt sich um einen kritischen Artikel über das Sponsorship von Daimler Chrysler für das bevorstehende Riesenevent zum Klimaschutz, nämlich Live Earth)

Das hat meine Skepsis noch beflügelt. Jetzt zu meinen Fragen:

Wie weit kann ein Autohersteller sich sozialem Engagieren ohne seine Glaubwürdigkeit zu verlieren?
Wann wendet sich das Publikum vom Produkt ab, weil es zwar Umweltfreundlicher ist, aber eben nicht Umweltfreundlich?

Ich finde für mich keine wirkliche Antwort. Ich weiß nicht Mal ob ich das Engagement von Smart (DaimlerChrysler) gut finde, oder nicht?

Also bei mir bleibt da immer ein gewisses Geschmäckle hängen… Was meint Ihr dazu?

Schönen Gruß
Nils

Lieber Nils,

bevor wir uns auf das brechende Packeis begeben und eine entsprechende polarisierende Antwort äußern, leite ich zum einen die Frage an unsere Leser weiter und zum anderen stelle ich zwei konkrete Gegenfragen:

1. Wie kann ein Autohersteller sich derzeit NICHT für den Klimaschutz engagieren, ohne dass er seine langfristige Glaubwürdigkeit verliert?

2. Wie würdest du als durchschnittlicher Konsument (nicht der extreme “Öko-Reflektierte”) handeln, wenn du drei Autos zur Auswahl hättest: Der erste ist ein schnittiger Sportwagen der Blei frisst und ordentlich CO2 pustet bis der Arzt kommt, der zweite ist wesentlich umweltfreundlicher als seine Vorgänger und dessen CO2-Ausstoß ist wesentlich niedriger oder der dritte ist ein aus Karbon angefertigter Solarschleicher, der gar keine CO2-Emissionen von sich gibt, aber wohl kaum Hagel, Sturm und die deutsche Autobahn überstehen würde? Wann wendet sich da der Konsument in der Regel ab und wann nicht?

Also die Antwort liegt natürlich in der basisdemokratischen Mitte. Wir wollen unsere Hintern möglichst schnell von A nach B bewegen, dabei schick aussehen und gegebenenfalls noch etwas für die Umwelt tun. Ob das nun toll, böse, dumm, schlau oder sonstwas ist, steht nicht zur Debatte. Jedenfalls diesmal nicht von uns. Die Kommentare sind zur Diskussion für euch wie immer geöffnet!

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16 Kommentare

  1. ramses101

    Seine Glaubwürdigkeit verliert man, wenn man lügt oder Bullshit erzählt. Ein Autohersteller kann sich durchaus für den Klimaschutz engagieren, ohne dadurch seine Glaubwürdigkeit einzubüßen. Es sei denn, er verkauft SUVs.

    Klar belastet ein Auto die Umwelt mehr als kein Auto. Aber ohne Autos geht es nunmal nicht. Etwas anderes wäre es, wenn sich beispielsweise ein Jet-Ski-Hersteller als CO2-Sparer profilieren wollte – die Dinger dienen nun wirklich nur dem Spaß (oder Baywatch).

    Ich persönlich achte überhaupt nicht auf den direkten CO2-Hinweis. Das nervt mich mittlerweile eher. Bisschen gesunden Menschenverstand einschalten (müssen Dinge wirklich dreimal verpackt sein, aus Südamerika kommen usw.), dann geht das ganz von alleine. Ich sauf ja auch nicht für den Regenwald.

  2. Nils

    Ich möchte noch Mal zu bedenken geben das Smart teil des DaimlerChrysler Konzerns ist (oder nur noch Daimler? Egal). Die bauen noch ganz andere Schlitten…

    “Nach Druck von Merkel und der deutschen Autohersteller hatte die EU-Kommission ihre Pläne zur Senkung des klimaschädlichen Kohlendioxid-Ausstoßes (CO2) abgeschwächt.”

    Und da waren Sie bestimmt auch dran beteiligt, oder?

    Übrigens wusste ich nicht was SUV’s sind. Bei wikipedia gefunden und der erste Wagen ist ein Benz…

  3. vroni

    Die deutsche Autoindustrie hat meiner Meinung nach jahrelang gepennt. Dass sich da was abzeichnet, war klar und das wussten sie auch nicht erst seit der großen Klimawandelstudie 2007 (Opel säuselte in seinen 90er-Jahre-Spots des öfteren “Wir haben verstanden”. Tat sich was? Ne.)

    Es wurden zwar ab und an mal von Autobauern Alibi-Modellreihen gefahren (und wieder eingestellt wie den Lupo), aber/und sehr halbherzig, spartanisch oder kaum beworben. Das geht schon Jahre so. Der Smart geht zudem recht eigenartige Wege zwischen “schwulem” Kultgefährt, wilden Marketingexperimenten, Verkaufserfolg-/misserfolg und Negativ-Nachrichten.

    Soll der billig umgewidmet werden? Er war doch nie als “Öko” konzipiert und so in den Köpfen. Aber vielleicht habe ich Doofie auch wieder was nicht verstanden, was sich die Smart-Marketingabteilung trittbrettfahrend ausheckt, um den Abverkauf dieses Marketingunglücksvogels Smart zu pushen.

    Generell: Offiziell scheint mir die Lesart vorzuliegen, dass der Verbraucher hauptsächlich dran SCHULD sei, der die benzinsparenden Modelle wie Lupo und Co. nicht gewollt hätte, da er Schnelligkeit, Komfort und eine gewisse Größe bevorzuge (die steigende Beliebtheit der überdimensionierten und benzinfressenden SUVs spricht leider dafür, diese genießen aber auch ordentliche Werbe-Budgets…).

    Ich behaupte, es ist ein Henne-Ei-Problem: der Markt war längst da und ist da, aber wurden zu zögerlich und zu wenig attraktive Modelle hergestellt und gleichzeitig nicht attraktiv und eindeutig genug beworben und sich dafür eingesetzt (nur halbherzig), also reagierte der Verbraucher auch ebenfalls nicht gerade überschwenglich. Werbung hat nicht DIE Matrix-Macht, wie Paranoiker gerne vermuten, aber sie kann durchaus Trends ordentlich abbilden und fördern. Es gab den Trend schon lange und die deutschen Autobauer haben ihn nicht ordentlich dargestellt, sondern verschleppt.

    Ich finde es daher einseitig, dem Käufer/Verbraucher die “Schuld” zuzuweisen, der “ja sowas nicht wolle”. Immer wurden die Flaggschiffe mit den fettesten Budgets in Image- und Abverkaufswerbung beworben.

    Um das german kraut gar fett zu machen: Die schwerfälligen deutsche Autobauer verpennen gerade wieder den nächsten Schritt: sehr günstige Basic-Autos zu bauen.

    Ähnlich wie der 200 € Laptop mit Basisfunktionen und mitohne :-) Kurbel. Ausländische Autobauer werden den Schnitt machen und machen ihn grade. Nu gut, ich kenne die betriebswirtschaftlichen Kalkulationen nicht, was sich besser rechnet, fett oder sparsam oder hybrid, aber ein großer Hersteller muss weiter in die Zukunft schauen als nur bis zum nächsten Quartal.

  4. ramses101

    Klar. Aber da kann doch der smart nix für? Eine Getränkegruppe kann ja schließlich auch ihren Karottensaft als gesund positionieren obwohl sie auch süßes Zeug im Angebot hat.

    Wie gesagt: Wenn eine CO2-Spaß-Schleuder plötzlich einen auf Greenpeace machen würde, wäre das doch arg seltsam. Beim Smart seh ich da keine Probleme. Bei VW wiederum wäre das schon ein bisschen heikler.

  5. ramses101

    Nachtrag: Das ging an Nils.

  6. Nils

    @ramses: Ich gebe dir schon Recht, natürlich kann smart das machen. Mir geht es auch weniger um die Werbung (die finde ich sehr gelungen). Ich Frage mich nur wie weit das gehen kann. Wird ein Unternehmen wie Daimler (und das werden Sie im Artikel) in einem Atemzug mit Live Earth genannt, dann fängt es langsam an komisch zu schmecken. Ich finde es halt interessant wo die Grenze liegt.

  7. Moritz

    @ ramses: “Ein Autohersteller kann sich durchaus für den Klimaschutz engagieren, ohne dadurch seine Glaubwürdigkeit einzubüßen. Es sei denn, er verkauft SUVs.”
    Auch das geht. Siehe BMW: Umweltfreundlichkeit unter dem Claim “Efficient Dynamics”. Und bauen zudem noch SUV´s. Aber BMW hat es bei seinen neuen Motoren (ich glaube der 1,8 Diesel und 2,0 Diesel) geschafft, trotz mehr PS den Verbrauch um einen Liter zu senken.

    Dieses Beispiel zeigt aber auch, dass trotz jahrelanger “Pennerei” doch was geht. Und im Fall BMW komischerweise ziemlich schnell.

    Und dass die Japaner mit ihren Hybrid-Motoren umwelttechnisch um Lichtjahre den deutschen Autobauern enteilt sei, ist auch nur ein Gerücht.

    Mal sehen, wie sich dieses komplexe Thema “Umwelt-Autos-Kommunikation” entwickeln wird. Diskussionen vorprogrammiert. Juhu!

  8. Felix

    Hallo Ihr,

    man muss natürlich zugeben, dass die deutsche Automobilindustrie sich in den letzten Jahren klar im Umweltschutz zurückgehalten hat, aber die Gründe liegen auf der Hand: Es war den Leuten einfach zu unwichtig. Die meisten hatten in den letzten Jahren mit anderen Dingen zu tun (Job retten, Existenzängste, etc) um sich mit der Umwelt zu befassen, deswegen wurde das Themas nur unterschwellig von einigen wenigen Unternehmen angesprochen. Keinesfalls sollte man davon ausgehen, dass die deutschen Autobauer die Technologie nicht etwa schon längst in der Schublade haben, aber wo kein demand, da auch keine Entwicklung.
    Der jetzige Umwelttrend ist zwar gut und wichtig, aber leider wird auch von jedem die gleiche Schiene befahren, ergo ist die Verwechselbarkeit groß und die Glaubwürdigkeit sinkt.
    Für Mercedes ist es allerdings ein lohnendes Geschäft sich mit dem Smart so zu positionieren (obwohl seine CO2 Werte nicht gerade die besten sind für einen Wagen dieser Größe) und die LIVE EARTH Konzertreie exklusiv auf der ganzen Welt zu sponsorn. Damit beugen sie dieser Verwechselbarkeit nämlich vor und polieren ihr Image auf.

  9. Chris

    Ich fange mit Daimler und Live Earth an. Daimler produziert Autos. Ganz klar. Autos verbrennen Benzin, dabei entsteht CO2. Auch klar. Nun aber zu behaupten CO2 wäre das einzige was im globalen Klimakochtopf die Suppe versalzt ist etwas übertrieben. CO2 ist sicherlich ein Faktor, aber auch nur ein Faktor von mehreren. Da es mehrere gibt kann sich m.E. ein Automobilhersteller getrost für die Umwelt einsetzen. Kann ja sein das Daimler, als internationaler Konzern mit ordentlich Kapital, erst mal zwei drei andere Faktoren in Bezug auf den Klimawandel angeht, bevor sie im eigenen Hof sauber machen.

    Punkt Nummer zwei, die Autos an sich. Der einzige Grund warum plötzlich so ein Wind um Klimaveränderung gemacht wird, ist weil dieses Jahr vermehrt und sehr gravierend über den Klimawandel diskutiert wurde und wird. Hätte keiner was gesagt, hätte kaum einer ein Hybrid-Fahrzeug oder das Fahrrad für den täglichen Weg zur Arbeit in Erwägung gezogen. So siehts aus. Jetzt von der Automobilindustrie zu erwarten das sie von heut auf gestern die Produktion um 180 Grad umdrehen ist kompletter Blödsinn. Man sollte hier auch mal den Konzern als Arbeitgeber sehen. Von für ein Produkt kein Markt da ist und es nicht verkauft wird, fließt kein Geld. Ist kein Geld da, muss gespaart werden. Wo wird gespaart? Am Personal. … Oder man stampft die “gute, saubere” Produktion von umweltfreundlichen Fahrzeugen wieder ein und baut massentaugliche CO2-Ausstoss-maximal-und-15-Liter-auf-100-km-Sportwagen.

  10. jschwaecke

    Der beste Werbegag ist doch der CO2 Klimaschwindel. Darum werde ich mich nie in einen Smart setzen, es ist das Auto der Klimahysterie Abzocker.

  11. Felix

    Wichtig ist ja auch immer, dass alle das Gleiche machen um sich gegenüber der Konkurrenz zu differenzieren – eigentlich :-) – ABER: Wie kann man als Automobilhersteller dennn nicht für CO2 Reduktion sein?? Liegt doch in der Natur der Sache (siehe auch W&V Leitartikel, vor 2 Wochen glaube ich)!

  12. Ben

    Ich habe eine interessante Werbung zum Thema gefunden, wenngleich ich der Meinung bin, dass sie extrem daneben ist. Unter 81.222.128.90/banner... findet sich ein Flash-Filmchen (russischer Text). Dort laufen Pinguine mit einem Schild herum: “Lasst uns die globale Erwärmung aufhalten!” Als Lösung wird ein Peugeot angeboten, “Klimaanlage geschenkt!” Yo, die Lösung… Alle drehen die Klimaanlage auf und die Erde wird ein bisschen kälter. Meine Kollegin hier meint auch, man müsse im Büro das Fenster offen lassen, wenn die Klimaanlage an ist.

  13. Ben

    OK, der Link funktioniert gerade nicht. Alternativ ist die Animation auch noch mal in größerem Format direkt auf peugeot.ru/ zu finden, Näheres unter peugeot.ru/inform/ru....

  14. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Hatter Klima?

    [...] die den Ruf des Klimakillers an sich haften haben. Doch wenn selbst einer derer es schafft zum Hauptsponsor des größten Protestkonzertes aller Zeiten zu werden, bei dem wohl mehr CO2 entstand als hätte eingespart werden [...]

  15. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Werbeblogger Audio Briefing #009

    [...] bye Buena la Vista Rolands Sixt-Flughafen-Tour Neue Zielgruppen braucht das Land Die Null-Kampagne CO2 mit Geschmack und Hatter Klima? Case Study aus und für den Mittelstand Der ewige Komplex: Blogs vs. Kommerz [...]

  16. spanier

    langsam haben doch alle verstanden dass korrektheit verkauft. das nennt mann einfach image und lernt mann in der maketing schule. leider ist es ja nur image und alle machen es nur um auf ihre zahlen zu kommen.

    so macht nike öko schuhe oder profeministische sprüche auf deren tshirts (die ja von mädels in arbeitslager genäht werden)

    unilever verkauft magersucht mit axe und andersrum macht eins auf korrektheit durch ihre dove kampagne.

    lichtblick macht eins auf sauberen strom arbeitet aber mit den schmutzigsten x1000malquer.de/stec...

    und daimler erzählt uns eins über co2 sparen.

    diese ganze pseudo korrektheit ist einfach zum kotzen!

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