28.06.07
09:14 Uhr

Westaflex Viralkampagne stinkt

Vor einigen Wochen erhielt ich von Westaflex ein Anschreiben mit einer Kopie eines Zeitungsartikels. Darin erzählte das Unternehmen stolz von ihrem Vorhaben, nun auch in die virale Werbung einzusteigen. Natürlich war dies einer von vielen Versuchen, sich hier im Werbeblogger zu platzieren. Nicht falsch verstehen, ich bin dankbar für jeden Schnipsel Information, nur kann man eben nicht erwarten, dass man dann automatisch hier lobend oder überhaupt irgendwie erwähnt wird. Unsere Filter sind extrem engmaschig und entsprechend unberechenbar, ganz einfach weil wir ohne Gnade subjektiv auswählen und dafür hasst und schätzt ihr uns wahrscheinlich gleichermaßen. Doch zurück zum Thema.

Westaflex taucht hier nun doch erneut auf, ganz einfach weil ich den Blogeintrag bei The Missing Link gelesen und mir die beiden viralen Clips von Westaflex angetan habe. Ich ärgere mich über 2 Minuten verschenkte, kostbare Lebenszeit. Ich werde die Spots hier nicht posten, dafür sind sie einfach nicht viral genug. Sie sind nicht schlecht, sie sind grottenschlecht (Danke Dieter Bohlen). Woran das liegt? Ich tippe mal auf die Kombination aus piefiger Steifheit und Mangel an Dramaturgie. Die Grundtrigger “furzen” und “saufen” mögen zwar die geeigneten sein (schließlich haben wir mit diesen Themen die kleinsten gemeinsamen Nenner) um einen viralen Spot anzuschubsen, aber nicht wenn sie so lieblos und langatmig daherkommen.

Anhand dieser Beispiele merken wir ganz genau, wie schwer es ist, einen guten viralen Clip zu produzieren. Aber was viel schlimmer ist, die Marke kann darunter extrem leiden. Westaflex ist nicht VW. Westaflex ist kein Teenie-Brausepulver. Westaflex ist trockenes B2C und B2B. Westaflex ist eigentlich eine hochseriöse Marke mit trockenen Produkten. Wieso will man sich auf Biegen und Brechen damit alles kaputt machen? Ich verstehe es einfach nicht und mich würde interessieren, wer diese Strategie vorgeschlagen hat. Wäre super, wenn derjenige den Mut hätte uns das mal zu erläutern könnte, denn ich nehme mal an, er war davon extrem überzeugt.

36 Kommentare

  1. Georg

    unfassbar schlecht….

    da hat einer mal wieder beim surfen was von viral marketing mitbekommen aufgeschnappt!

  2. DeCuir, Sabine

    Tach Patrick, so sagt man in Westfalen,
    einige Gedanken und Überlegungen zum neuen Filmspot haben wir dann doch schon gemacht. Natürlich sind wir über die vielen netten Hinweise dankbar, schließlich steckt in allen Rückmeldungen auch ein potentieller Bauherr für unsere Produkte.
    Gruss! Sabine

  3. ramses101

    Es ist nicht leichter oder schwerer einen viralen Film zu machen. Es ist schwer, einen guten Film zu machen. Was gut ist, wird verschickt und was verschickt wird, ist viral.

    Und hier haben wir schlicht zwei schlechte Spots. Allerdings muss man Westaflex schon fast dankbar dafür sein, dass die Verantwortlichen den Kram bei Youtube geparkt haben. Das zeigt nämlich vor allem, dass sie wirklich, wirklich ÜBERZEUGT von dem Mist sind.

    Wenn man als Werber Dreck produzieren muss (und das soll ja von Zeit zu Zeit passieren), dann glaubt es einem ja kein Mensch, dass der Kunde das genau so und nicht anders haben will, weil er glaubt, dass ihn sonst niemand verstehen würde.

    Bevor so etwas ins TV kommt, wird ja getestet bis zum Abwinken. Bei dem Furz-Spot hätte im Fragenkatalog dann unter anderem gestanden (weil man ja immer so fragt, dass die Antwort kommt, die man haben wollte): “Finden Sie den Spot frech? ja, sehr —- nein, gar nicht” und natürlich hätten die Tester den “frech” gefunden (man muss sich ja nur mal anschauen, was das für Leute sind, die donnerstagabend Lust haben, für ein paar Euro Versuchaskaninchen zu spielen. Get a life!). Dabei hätte, wenn man schon testen will, die Frage gereicht, die sich später jeder stellt: “Finden Sie den Spot scheiße? Ja oder nein.”

    Und dafür liebe ich das Netz. Endlich kriegen diejenigen, die uns seit Ewigkeiten mit diesem kommunikativen Sondermüll jegliche Intelligenz absprechen, ihren Mist links und rechts um die Ohren gehauen. Mehr davon. Irgendwann merkt es auch der Letzte.

  4. Patrick Breitenbach

    @Sabine DeCuir: Könnten wir vielleicht noch einen Tick mehr erfahren als eine Abhandlung zum Thema Gastwirtschaft und der krampfhaften Verknüpfung zu der Marke Westaflex?

    “Wie eine tolle Kneipe, so soll auch der Westaflex Blog für eine virtuelle Gemeinschaft eine großartige Bereicherung sein.”

    Aber die Kneipe, die Sie in Ihren Spots darstellen ist doch alles andere als gemütlich. Ich bin jetzt kommunikativ etwas verwirrt.

  5. Patrick Breitenbach

    @Sabine DeCuir: Entschuldigung für mein Sturm und Drang. Erst einmal vielen Dank für den Mut sich hierzu offiziell zu äußern.

  6. ramses101

    Alkohol nur Nebensache? Für den armen Kerl in dem Spot scheint das Bier nicht die Neben- sondern die einzige Sache zu sein. Aber über den Kneipenspot will ich mich gar nicht auslassen – der ist ja wenigstens noch ordentlich produziert (wenngleich die Pointe 1. absurd ist und 2. gefühlte zehn Minuten früher hätte kommen können).

    Was mich so auf die Palme bringt ist der unsägliche Furz-Spot. Gibt es dazu auch Gedanken und Überlegungen?

  7. Roland

    Irgendwie scheint meine “Furz-Theorie” tatsächlich stinkende Blüten zu tragen.
    werbeblogger.de/2007...
    werbeblogger.de/2007...
    werbeblogger.de/2007...
    Ganz sicher wollte ich damit aber nicht mit dazu beitragen, dass ggf. in einigen Köpfen der Schalter “Furz=Viral” gelötet wird. Der Spot ist -leider- eine Markenbeschädigung erster Klasse (schon beim “Brand Song” hatte ich so meine extremen Bedenken).
    Im Gegensatz zu einigen anderen Meinungen ist ein guter Viral-Spot die extrem hohe Schule guten Spot-Designs. Trash alleine gepaart mit einem Youtube bzw. Web 2.0 Container ist erst einmal gar nichts wert. Und ich wiederhole es gerne noch einmal für die Verantwortlichen: Wer glaubt, dass die positive Weebewirkung eines Viral-Spot allein über die Klickfrequenz und den Buzz gemessen werden kann, irrt. “Virale Qualität” ist trotz oder gerade wegen des im Web öfter gepflegten “drastischen” Stils, welches sich mit Neuromarketing begründen will, eine höchst komplexe Aufgabe für die Markenführung und kann den Brand durchaus nachhaltig beschädigen, wenn man das Web als reine kreative Spielwiese betrachtet.

  8. peter

    lange nicht mehr so einen schrott gesehen.

    @Westaflex
    könnt ihr nicht das nächste mal das geld direkt mir schenken?
    hätte in etwa die gleiche wirkung. nee, sogar ne bessere:
    keine verrisse, kein auslachen und keine markenbeschädigung.
    also, wie wär’s?

  9. ramses101

    Nachtrag: Bei Licht betrachtet liest sich mein erster Kommentar heftiger, als er eigentlich gemeint war. Aber manchmal geht mir halt die Hutschnur hoch.

    Klar sitzen auch bei Westaflex Menschen, die sich Gedanken machen und zu Ergebnissen kommen, die sich nicht zwingen mit den Ergebnissen decken müssen, die sich bei mir ergeben hätten. Auch weiß ich, dass man sich mit nichts mehr öffnet und verletzlicher macht als mit Humor. Das geht eher häufiger als seltener in die Hose und ist eigentlich kein Grund, so einen Aufstand zu machen wie ich ihn gemacht habe. Sorry.

    Dennoch bleibt meine Kritik im Kern natürlich die gleiche – geht aber nicht nur an Westaflex, sondern an alle, die ähnliches Zeug produzieren. Gibt genug.

  10. Patrick Breitenbach

    @ramses101: Hey, wir sind auch nur Menschen. Wer derb in den Wald furzt, darf sich nicht wundern wenn der Gestank zurückweht. Aber finde deine Reflexion trotzdem gut.

  11. Niklas

    Ich bin fassungslos. Das Video ist einfach nur scheiße. Bad news = good news?

    Ich bin erschüttert, sitze immer noch mit offenem Mund hier vor dem PC. Sowas gibt es doch eigentlich gar nicht mehr. Ich meine, das kann sich doch kein normaler Mensch ausgedacht haben. Was ist denn mit corporate identity, Markenimage, Ruf der Firma und so…?

  12. Meg

    Mir sind die viralen Geschichten, die ihr beiläufig findet oder die auf sich aufmerksam machen, weil sie GUT sind, viel lieber, als die angebiederten. Im letzteren Fall lassen sie meist nur schlecht von sich reden.

  13. verb0ten

    Einfach totaler Hammer. Das sowas angeht… Alkohol “NUR” Nebensache – dass ich nicht lache ist alles

  14. Steff

    Jetzt mal Markenführung, corporate identity und so beiseite (das steht ja auch bei anderen, erfolgreichen Virals auch nicht gerade immer im Zentrum des Denkens):

    Das ist einfach furchtbar unlustig, peinlich, schlecht, platt und blöd.

    Das Schlimme: weil es eben so richtig scheiße ist und nicht nur so halb scheiße, funktioniert es auch noch als Viral. Wie der Blog hier zeigt. Ich hab’s auch schon weitergemailt.

  15. vroni

    Eigentlich ist der Unterschied zum unsäglichen Pop Rocks Viralfilmchen gar nicht so groß. Bei dem ebenfalls sehr unwitzigen und unsäglich schlechten Pop Rocks Spot (mieses Licht = Hinweis auf Softpornostudio-Ausleuchtung) dachte man eben porn = viral, bei Westaflex dachte man furzanal = viral.

    Seit Januar dümpelt der verquere Westaflex-Pupsspot mit Mini-Klickzahlen in Youtube. Die kritische Masse, die ein virales Leben braucht, hat er deutlich nicht erreicht. Man lese auch nur die gelangweilten und wenigen Kommentare dort.

    Ich habe durchaus wie Patrick überlegt, ob die beiden Filmchen es wert sind, sie im eigenen Blog zu embedden. Eigentlich nicht. Wir haben es dennoch getan, da viele unserer Leser ziemlich klickfaul sind. Leider auch kommentarfaul, man muss sie bis zum Äußersten bringen, damit sie mal was in die Tastatur fetzen :-), dazu habe ich aber oft keine Lust, oder ihnen Plugins fehlen. Spagat.

    ________________
    Ich würde Westaflex dringend zu einer neuen Agentur raten. Schmeißt die alte hochkant raus. Eine halbwegs gute Agentur hat noch so viel Rückgrat, dass sie für das Geld widersprechen und ehrlich beraten kann, sie muss nicht alles wie eine bezahlte Hure ausführen. Schmeißt auch die Produktionsfirma raus, üble Qualität des Trickfilms, mittelmäßige des anderen. Schmeißt diese Storyboardkritzler raus. Ich kenne mindestens 2 Texter und auch meinen Mann, die locker ein besseres Drehbuch/Storyboard mit einem echten Plot schreiben können und auch zig bessere 3D-Modeller oder Flasher (war jetzt keine Bewerbung, wir sind im Moment dicht).

    Schätze aber, das ursächliche Problem liegt bei der Geschäftsleitung/Inhabern. Wenn der obere Kopf so einen – also gar keinen Plan hat oder ein Machtvakuum um sich rum aufbaut (keiner traut sich was sagen), dann lässt sich kaum was machen. Sowas kenne ich. Um solcherne KMUs mache ich als Kreativer einen scharfen wohlausgezirkelten Bogen, weil – es geht auch noch weiter mit dem Imageschaden – für sie arbeiten mich ebenfalls als… Kreativen schädigt, der sowas abliefern musste. Da ich gerne systemisch und prozessual denke, ist eine happige Teilschuld vorhanden bei allzu willfährigen Agenturen oder willfährigen, verbeamteten Hauskreativen.

  16. Boris

    Wie ich finde eine der grauenhaftesten Spots der letzten Zeit.

    Das man nicht unbedingt Millionen in eine virale Idee stecken möchte kann ich ja verstehen, gerade als vielleicht nicht so “kommunikativlastiges” Unternehmen. Aber dann lasse ich es ganz oder lasse mir eine passende Lösung auf meine Bedürfnisse und passend zu meinem Budget schneidern.

    Als Agentur würde ich mich strikt weigern einen solchen Spot zu produzieren. Da wäre mir mein Ruf als Werber einfach zu schade.

    Wobei ich fast glaube, dass diese Spots “Marke Eigenbau” produziert wurden. Was mal wieder zeigen würde, dass unser Fach doch bedeutend ist und das Agenturhonorar schon seinen Wert hat.

    Meine Westax-Anlage würde ich mir ja auch vom Westax-Experten einbauen lassen und nicht selber hinfriemeln, wenn ich keine Ahnung von dem Fach habe!

  17. vroni

    Sabine DeCuir (Westaflex) hatte auch in unserem Blogbeitrag daraufhin einen Hinweis auf auf die im Westaflex-Forum verkündete geplante Grundidee geschrieben. Hab das gelesen. Meine Executive Summary :-): Kurze Darstellung der Idee, wie sie sich die Westaflexer anscheinend gesponnen:

    Kneipe = Gemeinschaft. Ein Blog = Gemeinschaft = Kneipe. Daher ein Film über eine Kneipe.

    Aha.
    _______________________

    Das habe ich an Sabine DeCuir (PR Westaflex)geschrieben.

    Liebe Sabine,
    du hast im Moment im PR einen harten Job, das kann ich nachfühlen. Das sei auch an dieser Stelle mal gewürdigt.

    Hab deinen Link jetzt gelesen:

    Ich verstehe nicht ganz, was das dort beschworene Gemeinschaftsgefühl, das die Kneipe um die Ecke durchaus heutzutage noch vermittelt und durchaus einen Bogen zu eurem Corporateblog schlagen kann – theoretisch(!), mit eurem… tatsächlichen Bierfilm zu tun hat.

    Ich befürchte sogar: nichts!! Gar nichts. Um was gehts. Da kommt ein einzelner Mann – die Straße ist menschenleer wie in 12 Uhr Mittags, High Noon des nachts quasi – rein in die Kneipe. Kaum ist er drin, wird alles stumm und er wird: unsichtbar!! Ein große Bildmetapher aber für Einsamkeit und Fremdheit, nicht für Gemeinsamkeit, wenn der Dorfclan verstummt. Falsche Schiene.

    Jetzt jönnt man mal das Ding noch retten, dass er sich smart durch einen Supereinfall Gemeinschaft verschafft, indem der Fremde beispielsweise die Spannung auflöst und einen richtig guten Kerl-Spruch sagt. Ne, macht er nicht. Er hockt sich hin und bestellt zaghaft wie ein Weibchen ein Bier. Als Unsichtbarer! Damit sind wir plötzlich im melancholischen “Dead Man” von Jarmush gelandet. Stilbruch. Das geht gar nicht. Das geht nicht gut.
    Seine zaghafte Bestellung (Mann, ein Kerl ist das nicht…) wird übersehen, bis dahin: aber logisches Pech. Das kennt man, wenn der Bedienung die Nase nicht passt, hat jeder schon erlebt. (Ich kurz nach der Wende auf Rügen…)

    Was macht er jetzt? Was ganz Antisoziales: er klaut das Bier. Mit seinem Westaflex-Schlauch.

    Für sich alleine. Das zeichnet ihn jedoch als a-sozialen Egoisten aus, nicht als netten Kerl, der sich was Lustiges einfallen lässt. Man hätte den Schluss mit einer sehr witzigen und gleichzeitig sehr gemeinschaftsfördernden Idee retten können. Ich sag aber jetzt nicht wie. Dann hättest Du den Plot “Gemeinschaft” gehabt.

    Für einen VERBINDUNGEN AUFBAUEN wollenden Film ist es glasklar: Thema und Plot verfehlt. Verstehst du oder deine Firma/Holding das, was ich versuche, zu erklären?

    Die Hoffnung stirbt zuletzt :-)),
    die Vroni Gräbel

    Schau mer mal, wie man in Bayern so sagt.

  18. DeCuir, Sabine

    Danke für die vielen Hinweise, jedoch: EINSPRUCH Westaflex ist am Thema dran.

    Außerdem ist die Geschäftsführung eher ein Team als eine One-Man Show nach Gutsherrnart. Beleg unser Family Day 2007.

    Vielleicht treffen wir uns ja mal persönlich?
    Auf ein Bier, auf ein Fachgespräch, auf eine gute Web 2.0 Idee!

  19. sevenup of nine

    Besonders der letzte Satz dieses Youtube-comments sollte Alarmsignal sein:

    “Wer hat sich denn den geistigen Dünnschiß ausgedacht ? Passt zu dem momentanen Auftritt dieser Klitsche ! Das sagt doch alles über die Produktqualität”

    Zum Glück stellt Westaflex keine Schokoriegel her, sonst könntet ihr bei dem Marketingdebakel den Laden dicht machen.

    Leute: Holt Euch Profis ran. Richtige Leute für richtiges Geld. Sonst fährt die Karre an die Wand. Wie’s aussieht, mit voll Karacho. Und: Alle hier meinen es gut mit Euch!

  20. Johann

    Sabine, ich verstehe den “EINWAND” überhaupt nicht – da geht es doch nur darum, dass Westaflex sich zur Dachmarke für ihre Produkte entwickeln soll. Der Werbespot hat damit doch gar nichts zu tun, einmal davon abgesehen, dass der Name auftaucht. Das hätte man auch in besseren Spots machen können.

    Um wenigstens dem Furzspot etwas positives abzugewinnen, könnte man meinen, bei Westaflex fließt das Geld in die Produkte, und nicht in die Werbung! -Glückwunsch!

  21. Sabine DeCuir

    Liebe Ratgeber-Gemeinde,

    „Wir kennen unsere Endkunden nicht, da wir nur über den 3-stufigen Fachhandel verkaufen“. Gleichzeitig ist der Grosshandel bemüht, möglichst Eigenmarken zu forcieren um SHK-Hersteller jederzeit austauschbar zu halten.

    Unsere Produkte verschwinden in Bordwänden, Zwischendecken im Hochbau, Caravan und Eisenbahnwaggons, wie im Brückenbau oder als Seitenaufprallschutz in PKW und Nutzfahrzeugen – um nur einigen Einsatzsituationen unser über 50.000 Artikel zu beschreiben.

    Was liegt näher, als unser Kernprodukt Flexrohr in einer prominenten Umgebung vorzustellen. An Gebäuden gibt es jetzt den Energiepass, dass heißt „Leben im Marmeladenglas“: kein mechanisches Lüften oder unkontrolliertes Beheizen mehr bei 3-fach Verglasung und Wänden wie Schlossmauern. Auch hier sieht man unsere Produktfamilien beim Bauträger nicht. Sie sitzen in Wänden und Funktionsschächten, sowie Haustechnik- und Dachzentralen.

    Welche Strategie schlagt Ihr vor? Welche Werbeideen greifen überhaupt? Wie gefällt Euch eigentlich unser Blog, der versucht Themen und Hintergründe anzuschneiden?

    Gruss ! Sabine

  22. vroni

    zuerst @ Johann (in order of appearance :-)

    Die Neuplanung, die Dachmarkenstrategie, wie sie da drin vorgestellt und angerissen wird, hat freilich nichts mit den bereits passierten Filmen zu tun.

    Ich denke, sie will sagen, Westaflex ist bis Herbst mit seiner Designagentur voll damit beschäftigt, die Happchenpappchen (Produkte und Produktfamilien) zu ordnen. Strategisch ordnen und neu aufstellen muss wohl Westaflex – dies dann optisch und verbal kommunizieren ist im zweiten Schritt Aufgabe einer Designagentur. Die wohl schon angeheuert ist. Hoffentlich mündet das nicht lediglich in einem neuen Lögelchen. Da muss schon noch mehr Hirnschweiß rein in den Gesamtauftritt.

    Aber immer noch nicht wird mir der Zusammenhang mit zukünftigen (?) Filmauftritten klar. Geht mir wie dir.

    dann @ Sabine

    - Nieder mit dem Wollmilchschweinschaf!

    - Schluss mit der Produkterklärung! 4 von 5 euerer Zielgruppen wissen, was Flexi-Schläuche sind und wo man sie verbaut. Daher ist der Hauptfokus darauf überflüssig. Nur die Consumer sind unklarer, die sind anschienend aber nicht euer hauotfokus.

    - Überlegt, wo sind euere Cashbringer, wo sind euere Flaggschiffe an Produkten und Leistungen. An denen Image aufbauen, die anderen ziehen dann automatisch nach (Image- udn Kompetenztransfer). Image kann z. B. heißen: Höchstbeste Verarbeitung. Oder: Hochinnovativ, die neueste Technik/Forschung drin. Oder höchste Zuverlässigkeit, ein Trust, eine Bank. Oder: Höchste, beste Expertise in der Verarbeitung, dem Service. Kein Glump. Imagefilm heißt bei euch nicht: Das Produkt witzig erklären. Ihr eklärt damit doch automatisch auch die biegsamen Rohre der Konkurrenz und tut denen damit noch einen Gefallen.

    Ihr (Westaflexer) habt fünf Dinger, davon 3 verschiedene Märkte, zu bewältigen:
    - erklärungsbedürftige Produkte
    - nicht wahrnehmbare, für Laien unsichtbare Produkte
    - einen eigenwilligen Zwischenhandel (der eigene Markennamen bastelt)
    - Automotive supply (ganz eigener Markt)
    - neben B2B auch noch Endabnehmer (B2C)

    Dafür kann es nicht nur eine einzige Kommunikationsstrategie in Form launiger Filmchen ausgerechnet auch noch an die sehr spezielle “Zielgruppe” junge Webgemeinde geben, die zeigen, wie ein Flexrohr arbeitet (Bierfilm?). Oder wie gut und schnell Klimaanlagenrohre arbeiten (der missglückte Pupsfilm?)

    Ihr habt den Fehler gemacht, mittels eines witzig gemeinten Films (der sich hauptsächlich darum bemüht, einer hippen Zielgruppe, die das gar nicht interessiert, das erklärungsbedürftige Produkt zu erklären oder sichtbar zu machen), ein einziges Wollmilchschweinschaf für alle fünf Themen zu bauen, das auch noch Eier legen soll. Und einen Bogen zur Blog-Community-Mentalität sollte dieses genmutierte Hybrid-Schaf in Form eines Films auch noch spannen1? Das kann nicht einmal der hochkreative Laden Bartle Bogle Hegarty bartleboglehegarty.c... leisten.
    Das kann niemand.

    So. Neue Strategie tut not.

    1. Ihr müsst euch euere Märkte noch mal genau ansehen und überlegen, sie differenziert anzusprechen.

    2. Als Autobauer hätte ich kein Interesse an Filmchen, die mir erklären, wie was geht, das weiß ich doch schon. Ich hätte als solcher eher Interesse zu erfahren, was für mich rausspringt, wenn ich ein Teil von euch in meine Autos einbaue. Werden sie schneller, werden sie sicherer, kriegen sie damit einen Komfortvorsprung? Sind euere Teile besonders toll just-in-time? Das müsst ihr denen erzählen.

    3. Einem Handwerker, der einen Flansch sehr wohl seit dem 1. Lehrjahr von einer Muffe unterscheiden kann, braucht ihr auch nicht erklären, dass eure biegsamen Rohre besonders toll an schwierigen Stellen zu verlegen sind – da biegsam. Das weiß der. Aber ihr müsst ihm erklären, was an eurem Produkt besser ist als an Konkurrenzprodukt, was er davon hat, sich für euch zu entscheiden.

    3. Einem Zwischenhändler, einem Baumarkt, einem Handwerker-Großmarkt, wo Handwerker ihre Prozente kriegen, müsst ihr ebenfalls nicht erklären, was ein Rohr ist. Ihr müsst denen klarmachen, was sie davon haben, ausgerechnet euch zu listen. Diese Gedankenarbeit kann ich euch nicht abnehmen.

    4. Einem Hobbyhandwerker interessiert, dass euere Sachen superleicht zu verarbeiten sind und ihm Anwendungssicherheit geben (kinderleicht, unbrennbar, leicht zu verlegen). Auch er weiß, was eine Hilti ist, er ahnt, was es braucht, um ein Rohr von der Waschküche oder des Küchendunstabzuges nach draußen zu verlegen. Wenn er das nicht weiß, höchstens einen Pinsel erwirbt oder Nägel für die Bilder braucht, dann IST ER NICHT EUERE SOFORTIGE ZIELGRUPPE! Dann geht zumindest her und schreibt ein Verlegehandbuch, wie es Parketthersteller schon länger machen. Wär ne Idee, Zielgrupen kann man sich ziehen. Aber erklärt ihm nicht, dass man Bier damit saugen soll. Dummfug.

    Alles von 2-3 nennt man Benefit. Ihr müsst den Benefit rausarbeiten. Benefit ist nicht so sehr das WAS und das WIE. Benefit heißt: Was hat euer jeweiliger Abnehmer davon, wenn er euch nimmt. Das ist das einzige, was ihn interessiert.

    Eure Kommunikationstätigkeiten bis jetzt beschränken sich darauf, die Produkte zu erklären. Konzentriert euch in Zukunft drauf, die Leute dafür interessieren, was sie davon haben.

    Keine Entwarnung für den Pupsfilm! Nein, ihr habt damit nicht alles richtig gemacht, wenn ihr damit gezeigt habt, dass das verfurzte Zimmer rein wird.
    Dafür sind draußen die Viecher, Vögel verreckt, sehr witzig :-(. Das war leider geschmacklos, nicht sehr umweltfreundlich und platt. Und der Abnehmhändler wird euch dafür platt machen.

    Letzter und wichtigster Tipp:
    Benchmarking!!! Schaut, wie andere Mischkonzerne kommunizieren, die es ganz toll machen mit der Ansprache, der Strategie und den Ideen.

    Leider ist es nicht Aufgabe des werbebloggers, als kostenlose Ideenschmiede zu fungierern. Und ich hoffe, ihn nicht missbraucht zu haben.

    Disclosure:
    Richtig gute, geldwerte Strategien und Werbeideen schüttelt man nicht aus dem Ärmel, sie kosten tatsächlich echtes Geld, da sie Expertise, Recherche und massenhaft Zeit kosten. Daher gebe ich nirgendwo öffentlich möglicherweise geldwerte Werbeideen ab. Das wäre auch unseriös, da mir und auch anderen nicht alle Hintergründe und Überlegungen des Unternehmens bekannt sind. Dass wäre Pfusch, ich bitte daher um Verständnis.

  23. Shun Di

    @vroni: schon von dem, was Du da aus dem Ärmel schüttelst, habe ich viel Neues gelernt. Danke, auch wenn ich ja nicht der Angesprochene war ;)

    Und zum Thema “echte Kompetenz akquirieren”:

    dumpalink.com/videos...

  24. Patrick Breitenbach

    @Vroni: Wir nehmen dann bei Auftragsvergabe die üblichen 15% Agenturprovision! ;-)

  25. vroni

    15% kriegt nirgendwo mehr ein Werber an Provision… gisses!:-) Romantiker.

    Werber sind froh, kostenlos pitchen zu dürfen. Hach.
    Eine gut(e) geklaute Geschichte darüber:
    the-missinglink.blog...

    Und eine leider wahre:
    the-missinglink.blog...

  26. Patrick Breitenbach

    @Vroni: Einer muss ja wieder damit anfangen die Branche vernünftig zu gestalten. Ja wie? Und den Pitch hier hast du bezahlt? ;-)

  27. vroni

    Patrick, das hier ist kein Pitch: Das war Öffentlichkeitsarbeit für die Werbebranche.

    Für die ich mir manchmal Zeit nehme (während das Huhn im Ofen gart, wassdscho, multitasky), wenn ich Bock drauf habe oder es für bitter nötig halte. Was soll das Rumeiern.

    2 von 3 Kunden, ob mit oder ohne eigene Marketingabteilung, wollen dauernd ihre Produkte erklären, statt sich darum zu kümmern, dass ihre Core Assets beachtet sind, ihr strategisches Profil passt, das Setting stimmt. Ich bin als Designer nicht mehr bereit, Sachen zu machen, die im Ansatz falsch sind. Weil dann das Design auch falsch ist. Dann wollense auch noch witzisch sein. Auch wenn ich erkläre dass Witzischkeit nur eine von vielen möglichen Tonalities ist, halten sie Witzischkeit für das heut einzig machbare und auch noch für Imitsch, da 2.0. Boing.

    Grüßchen
    von der Front nicht der Ge_brachsgrafiker,
    sondern der Miss_brauchsgrafiker, olé.

  28. Patrick Breitenbach

    “Was soll das Rumeiern.” Och Vroni komm mal wieder runter, du nimmst aber auch alles gleich so ernst. Ich halt demnächst einfach die Klappe oder verwendet doppelt so große Zwinkersmileys. Ei ei ei!

  29. vroni

    Ich mag halt nicht. Auch nicht mit 10 Zwinkerblinkers. Unter Rumeiern bezeichnete ich das Verschleiern von Motiven.

    Mein Motiv ist wirklich Aufklärung. Und dass ich diesen Kunden nicht gern haben wollte, weil er für manches nicht reif ist.

    Ich finde es auch nicht gut, dass die PR-Dame dauernd in den Blogs die Hinbiegearbeit und das Krisenmanagement machen soll, wenn immer deutlicher wird, dass im Marketing und nicht im PR was verhudelt wurde. Warum meldet sich nicht Herr Schelp (Marketing Westaflex) zum Beispiel mal hier im Blog?

    Wenn ich einen Wasserrohrbruch habe, rede ich doch gleich mit dem Handwerker, der die Woche zuvor bei mir Rohre verlegt hat. Doch nicht mit der IHK.

  30. Patrick Breitenbach

    @Vroni: “Ich mag halt nicht. Auch nicht mit 10 Zwinkerblinkers.” Also gut. Ich mag auch nicht mehr ohne Humor. Ganz ohne 10 Zwinkerblinker.

  31. vroni

    Spitze
    Denn einen hab ich noch:

    Das was ich weiter oben erzählt habe, ist Studiumwissen Marketing udn nur Anfangssemseter, man kann sich sowas problemlos zammgooglen. Ich habe nicht as Gefühl, da was unendlich Kostbares kostenlos hergegeben zu haben.

    Die wahren Szenarien sind heute auf den Märkten ganz anders:
    - Der Automotive Supply macht den Einkauf über Ausschreibungen, es diktiert der Preis. Was hilft es da groß, sauber und kreativ-lustig denen die Benefits herzuzählen.
    - Handwerkergroßeinkauf und Baumärkte: dito. Die interessiert nur ihre Marge und der Einkaufspreis. Es wird immer schwerer, die zum Listen zu kriegen, indem man ihnen mit Benefits und tollem Image kommt.

    Da kann man schon auf die nicht abzuweisende Idee kommen, Randmärkte azusprechen id est über die Bande zu spielen und Bekanntheit beim Endkonsumenten erzeugen zu wollen. Das hat den Vorteil, dass der durch sein Wissen über “Flexi-Schläuche?” “Logisch, sind doch immer die von “Westaflex”! diesen Tempo-Taschentucheffekt erzeugen kann.

    Und dann müssen sich die rigorosen und schlecht kreaitv ansprechbaren Einkäufer und Baumärkte doch wieder etwas richten. Sowas ist oft das Einzige, was noch hilft, beim Preisdiktat der Zwischenmärkte und Verteiler.

    Nur: Das muss man schon raffinierter anstellen. Vor allem ist es bei weitem nicht so billig, wie sich manche Firmen Virales vorstellen. Ein, zwei Filmchen mit einem kleinen Tabubruch, und dann wees die Welt Bescheeed?

    Grade da ist ziemlich viel Fingerspitzengefühl und Geschmackssicherheit gefragt, wie wir alle bitter gemorken haben. Und Profi-Viral-Marketer nicht müde werden zu betonen. Sowas gehört in erfahrene und gleichzeitig topkreative Hände für einen guten, nicht billigen Preis, sonst gehts dahin.

  32. DeCuir, Sabine

    Ein aufrichtiges DANKE an alle.

    Gern kann sich durchaus ein Auftrag bei Westaflex daraus entwickeln.
    Bitte in diesem Fall Kontaktdaten an:
    Westaflexwerk GmbH
    Sabine DeCuir
    Postfach 3255
    33262 Gütersloh

    Zwecks Details – will ja nun auch nicht den Blog missbrauchen – lässt sich in einem persönlichen Treffen besprechen.

    Nochmals Danke!
    “Bin jetzt raus”
    S. DeCuir

  33. REFERENZFORUM » Blog Archiv

    [...] kommen. Ein lehrreiches und unterhaltsames Beispiel über die „Dynamik des Web 1.9“ versammelt Interviews und Fallstudien der Westaflex Gruppe, die in Ungnade fiel, ihre Feuerprobe noch besteht und ein Comeback aus den Lehren [...]

  34. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Werbeblogger Audio Briefing #009

    [...] iPhone Buzz natürlich auch bei uns Empörung über Westaflex-Viralkampagne Nordpol mit Spitzen-Spot über Windkraft Grundlagenforscher und die Medienpläne [...]

  35. vroni

    Hallo an das Restaurant am anderen Ende des Universums:
    Der Link im letzten Komment ist kaputt. 404.

  36. Enterprise 2.0 - auch im dt. Mittelstand? | Zukunftskommunikation

    [...] positiv bei Westaflex finde ich, das das Unternehmen aktiv die Kommunikation sucht. So monierte der Werbeblogger zwei Westaflex “Virals” die in der Blogosphäre auf wenig Anklang stießen. Statt sich [...]

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