22:51 Uhr
Erstes iPhone Testimonial
Martin macht sich Gedanken über die Unterschiede zwischen Microsoft und Apples Marketing, stellt dabei aber fest, dass beide Mundpropaganda generieren, sie aber völlig unterschiedlich ihre 4P-Marketingstrategie gewichten. Während Microsoft mehr Wert auf “Place” und “Price” legen, punktet Apple bei “Product” und “Promotion”. Interessanter Ansatz, wobei wenn ich spontan die Gewichtung von Mundpropaganda bewerten würde, Apple als klaren Favoriten sehe. Jedenfalls scheint die subjektive Wertung der Botschaft wesentlich positiver zu sein als bei Microsoft.
Eines möchte ich den Ausführungen von Martin dennoch hinzufügen. Gerade beim iPhone setzt Apple noch auf das große B. Die Begehrlichkeit. Genau wie bei der Wii wird durch Verknappung der Produkte und ungeheurem Vorab-Buzz die Begehrlichkeit ins Unermessliche geschraubt. Je knapper die Ware desto heißer die Leute, weil so ein zusätzlicher Eindruck entsteht, dass das Produkt gigantisch sein muss, wenn es so schnell vergriffen ist und sich entsprechende Schlangen vor dem POS bilden. Einen Aspekt, den wir in Zukunft im Marketing immer mit beachten sollten. Funktioniert aber nur, wenn wir durch Kommunikation die Begehrlichkeit anheizen können. Oder wie Marcel Proust es so treffend formulierte:
Die Sehnsucht läßt alle Dinge blühen, der Besitz zieht alle Dinge in den Staub.
Übrigens Apples erstes Testimonial und Käufer des iPhones wurde bei Gizmodo vorgestellt:

Sehr fraglich ob das die besagte Begehrlichkeit so anheizt.
Und um uns die Wartezeit in Deutschland zu verkürzen, werfen wir doch mal einen kurzen Blick zu Microsofts Antwort auf das iPhone:
Link: www.youtube.com
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7 Kommentare
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Am 27. Juni 2007 um 00:30 Uhr
Ich bin so frei und dupliziere meinen Kommentar bei Martin:
Nicht, dass ich IT-Giants mit Automobil-Giants vergleichen will… Aber dennoch fällt z.B. bei der langen Mercedes vs. BMW Battle auf, dass sich die Marken nach einer zunächst klaren Abgrenzung (BMW=sportlich-Mercedes=komfortabel/BMW=kompakt und jung-DB=großzügig und establisht etc. etc.) wieder annähern, um aus Wettbwerb und ihrem jeweils gewachsenen Profil Kunden zu gewinnen.
Warum beginnt Apple, auf die Intel-Plattform zu setzen? Warum versucht MS, einen “stylischen” Aspekt in ihre Produkte zu bringen?! Und wer gewinnt bei dieser tendenziösen Markenhomogenisierung?!
Als alter Brandsack im IT-Bereich kann ich nur eine Antwort geben: Apple, denn das Abschöpfungspotenzial durch Funktion (Betriebssystem/Applikation/Usability) ist deutlich höher als bei MS, die in ihrem Kerngeschäftsfeld einer gewissen Marktsättigung (Distribution) unterliegen, während Apple viel mehr in diesem Feld wuchern kann. MS hat es nie wirklich verstanden, Hardware in eine smarte Form zu gießen – Konsolen vielleicht etwas ausgenommen.
Am 27. Juni 2007 um 08:32 Uhr
@Patrick: Klar, die hohe Kunst bei der Produktpolitik ist es, wenn man derart Begehrlichkeiten wecken kann. Ich habe gestern nacht noch auf NPR (National Public Radio – eine Art US-Äquivalent zum Deutschlandfunk, die hier in Berlin auch senden) gehört, dass die auch schon ganz begeistert die ersten Erfahrungsberichte vom iPhone für heute ankündigen. Wenn man sowas kann, dann sind weder Mundpropaganda noch PR ein Problem.
@Roland: natürlich sind das ungleiche Voraussetzungen. MS dominiert bereits den Markt, da ist natürlich weiteres Wachstum schwer. Aber grundsätzlich stimme ich zu – die Konkurrenz auf allen Fronten wird stärker, man kann sich immer weniger leisten, nur diese oder nur jene Klientel zu bedienen.
Am 27. Juni 2007 um 09:21 Uhr
Ich warte auf den ersten, der mit dem Microsoft-Table am Ohr durch die City läuft… ;->
Am 29. Juni 2007 um 23:32 Uhr
Ich warte auf den ersten, der mit dem iPhone am Ohr durch die Gegend läuft, damit ich ihn auslachen kann, weil er vermutlich über 600 Euro für ein Handy ausgegeben hat, welches einen Knebelvertrag erfordert und technologisch nicht weiter fortgeschritten ist als längst erhältliche Smartphones für einige hundert Euro weniger. Apple bekommt zwei Dinge gut hin: die Werbung und die Bedienung. Damit möchte ich aber nicht sagen, dass Apple-Produkte besser bedienbar sind als die Konkurrenzprodukte. (Und wenn jemand behauptet, dass die iPod-Bedienung intuitiv funktionierte, möchte ich gerne wissen, woher man intuitiv weiß, was eine Fingerbewegung im Uhrzeigersinn anstellt.) Das iPhone hat ne hübsche Bedienung, aber man soll mit seinen fettigen Fingern auf dem Touchscreen herumtapsen? Ich benutze bei meinem Smartphone einen kleinen Stylus, weil das sauberer ist. Das iPhone kann keine MP3s als Klingeltöne verwenden, es gibt keine Möglichkeit, eigene Software dafür zu schreiben (anders als bei Programmen für Windows Mobile), man kann den Speicher nicht mit Speicherkarten erweitern und man kann keine MMS verschicken (sondern nur E-Mails mit Bildanhang – Pech, wenn man jemandem mit einem normalen Handy ein Bild schicken will). Man kann drüber streiten, ob ein Handy solche Dinge braucht, aber eines für über 500 Euro MUSS solche Dinge haben, sonst ist es sein Geld nicht wert.
Am 5. Juli 2007 um 14:02 Uhr
[...] bei Start des Gerätes) ich konnte es sofort aus dem Laden mitnehmen. Stellt euch das mal vor! Ohne Anstellen. Ist halt keine [...]
Am 30. September 2007 um 02:01 Uhr
[...] zumindest die Fütterung der Münder, die sich über das Teil fusselig geredet haben. So auch wir. Eines musste Apple allerdings klar sein: Der ganze Propaganda-Erfolg ist ein Tanz auf dem Vulkan [...]
Am 1. Oktober 2007 um 11:49 Uhr
Das iPhone doch nicht so toll…
Auch das beste und stärkste Image macht aus einer keinen Ente einen Schwan. Das sieht man momentan an der Diskussion um das so hoch gehypte iPhone.
Auch Apple macht Fehler, umso dichter man Marketing-technisch am Grad der Perfektion entlang schl…