18.06.07
16:08 Uhr

Homo-Marketing: Werden Lesben vernachlässigt?

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Dass die Werbung Homosexuelle als Zielgruppe für sich entdeckt hat ist ja ein alter Hut. Ich werde mich mit Links zu Beispielen zurückhalten, das wäre genau das gleiche, wie wenn ich bei TV-Werbung über Maggi oder diverse Automarken reden würde. Über was ich mir nur in letzter Zeit vermehrt Gedanken mache ist, dass selbst im Homo-Marketing (Buzzword!) die weiblichen Vertreter zu kurz kommen. Alle Welt ist schwul aber kaum jemand lesbisch. The L-Word ist da die einzige Ausnahme die mir bekannt ist. Bei 4 Millionen Schwulen (Quelle: Deutsche Fernsehwerke) müsste es eigentlich auch genauso viele Lesben geben. Die kann man doch als Zielgruppe nicht unter den Tisch fallen lassen.

Fühlen sich die Frauen hier vernachlässigt und als Zielgruppe nicht wahrgenommen oder ist es euch egal? Demnächst startet Timm TV – der erste Schwulensender Deutschlands. Ist das der erste Schritt in die richtige Richtung oder gerade der falsche Weg, weil „die Frau an sich“ schon wieder diskriminiert wird. Oder machen sich die Heteros da schon wieder zu viele Gedanken darüber und das ganze Thema ist gar nicht der Rede wert. Was sagt ihr dazu?

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12 Kommentare

  1. derherold

    Als jemand, dem es nur Profit und nicht um wohlfeile Korrektismen geht, darf ich mal an einen englischen Soziologen(?) erinnern, der Mitte der 80iger behauptete, männliche Homosexuelle aka *Schwule* strebten nach Höherem und wünschten sich einen Lebenstandard mit interessanten Freunden und gehobenem Lebensstil.

    Weibliche Homosexuelle (=Lesben) hätten einen Traum: akzpetiert von ihren Freunden, den Truckern und Bauarbeitern, den Feierabend in einer Kneipe beim Bier zu verbringen – sie streben nach *unten*. Was auch ihr geringeres Durchscnitsseinkommen erklärt.

    Klar, wer für diverse Hersteller (werbe-)interessanter ist.

  2. ramses101

    „Trucker und Bauarbeiter“? Seit wann ist das die Klientel, mit der sich Lesben abends auf ihr Bier treffen? Ich glaub der Herr Soziologe hat zu viel *räusper*‘ einschlägige Filme gesehen.

  3. derherold

    Eben nicht … *Traum*: akzeptiert von …

    Aber ich lasse mir ja gerne Gegenentwürfe über das stylishe Konsumverhalten jenseits von Frauenfußball zeigen. ;)

  4. ramses101

    Lesben sollen sich also mit Truckern treffen? Weil beide die gleichen Poster an der Wand hängen haben? Das ist mir gerade viel zu soizialromantisch.

    Ein Problem der Lesben ist, dass sie – sobald sie stylisch daher kommen – nicht mehr als Lesben wahrgenommen werden. Sondern höchstens noch als „bi“. Weil: Kann ja nicht sein, was nicht sein darf.

    Grundsätzlich ist es aber ja schon so, dass Frauen sich weit weniger über ihre Sexualität definieren (wie auch immer die geartet sein mag) als es bei Männern der Fall ist. Ob das jetzt der testosteronrotzdende Jüngling oder der sabbernde alte Lüstling ist. Und die dazwischen natürlich ;-)

  5. ramses101

    Oder anders gesagt (bevor es hier Klassenkeile gibt): Nicht über ihre Sexualität definiert werden wollen – jedenfalls nicht von Werbern und Produktmanagern.

  6. derherold

    Dann machen wir es doch einmal so: der Vorteil der *pro-schwulen* Werbung ist, daß damit auch Heterosexuelle angesprochen werden können – so wie der schwule Körperkult in 80igern Fitnesstudios auch für diejnigen attraktiv gemacht hat, die lesen und schreiben können.

    … aber ich habe bisher noch nicht gehört, daß hormongetriebene heterosexuelle Frauen vor einer Boutique Schlange stehen, weil dort die neuen DeGeneris-Hosenanzüge verkauft werden.

    (…obwohl ich ja Claudia Roth sofort gg. Portia de Rossi oder Kristanna Loken eintauschen würde)

  7. chris

    man stelle sich nur mal nen Spot für Iglo oder Nivea vor der sich der ‚kampflesben‘-kischees so überzogen bedient wie es die Spots bei schwulen tun….*schauder*

    „Die sehen ja alle aus wie der von Scooter“ (Stefan Raab)

    Lesben sind auch deshalb als Zielgruppe uninteressant, weil sie ja falls männlicher alles in dieser richtung finden, falls weiblicher alles in der richtung,…also wo ist da die Zielgruppe/Niesche? Transen wären ne Niesche.

    zu dem Sender, wird meiner Meinung nach nicht laufen, die bisherigen Sendungen ‚anders trend‘ mit dem Uecker und das wo heteros von Schwulen auf ‚klischeestyloschwul‘ gestyled werden, haben auch nicht lange gelebt.

  8. Chat Atkins

    Diskriminierend verfährt aber auch die Werbewirtschaft.

  9. the l word fan

    Wenn man sich mal anschaut, wie wenig angebote für schwule und lesben es im netz gibt fragt man sich wirklich ob die meisten sich nicht an das thema rantrauen, oder es unterschätzen. andere nischen mit deutlich weniger personen werden systematisch bearbeitet.

    aber ein banner von einer single-börse zu bekommen auf dem 2 frauen vergnügt sind gleicht einer mammutsaufgabe.

  10. Shun Di

    Dass es nicht genug Homo-Sites gibt, kann ich zumindest für den schwulen Teil ausschließen. Bin zwar ein „Hete“, kenne aber genug Schwule und staune immer wieder, was die für geniale Sites haben. Und deren „Partnerbörsen“ – ein Traum für jeden Hetero-Mann – wenn’s denn nur Frauen wären, die da „Kontakt“ wollen ;) Offenherziger geht’s fast nicht – nix von wegen „…mag lange Spaziergänge und… hoffentlich hast Du ein gutes Einkommen…“.

    Ich denke, dass Homos eben unter sich bleiben und schon lange auf Social-Marketing anstatt Suchmaschinen setzen. Darum werden Heteros auch nicht unbedingt fündig.

    Just my two cents

  11. ramses101

    Von wegen Trucker und Bauarbeiter ;-)

    canneslionslive.com/...

  12. ondamaris

    ist das märchen vom konsumfreudigen homo ondamaris.blogspot.c... nicht langsam etwas langweilig?

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