15.06.07
15:16 Uhr

Dekadentes Futter für den Longtail

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Das hat mich schon immer aufgeregt. Seit wann sind Katzen und Hunde Vegetarier?! Petersilie im Fressnapf lässt das Haustier kalt. Auch wenn damals Sheba draufstand. Katzen würden kein Sheba kaufen. Höchstens Paris Hilton.
Neuester Auswuchs dieser Wohlstands-Absurditäten zeigt sich in diesen beiden Kampagnenmotiven. Mit dem sehr holprigen Wortspiel „Bone Apétit„, also „Knochenappetit“, wirbt nun ein Shop für seine Produkte. Katzencontent im schlechtesten Sinn und werblich mindestens eine kopierte Inspiration, um das Wort „Plagiat“ hier nicht erneut auf die Tagesordnung zu setzen.

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Muss es denn immer Kaviar sein? Die Knochengourmets sagen ja. Vor allem für die Haustiere.

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16 Kommentare

  1. Jochen Hoff

    Wie kommst du darauf das Katzen Paris Hilton kaufen würden. Katzen sind doch nicht doof. Ich als Mann würde Paris Hilton ja vielleicht kaufen, aber ein Blick an die Stelle, an anständige Menschen eine Brieftasche haben würden, erspart mir die Anfrage.

    Mein Hund würde Paris Hilton übrigens auch nicht kaufen, er mag zwar Knochen, aber Fleisch muss dran sein.

  2. Roland

    Hehe. Meinen Satz kann man aber auch so verstehen: „Paris Hilton würde Sheba kaufen.“ …für ihre Puschelteile eben….

  3. ramses101

    Die Sheba-Nummer war in der TAt albern. Bei den Dingern oben seh ich das aber wirklich nur als Übersetzung für „nobles Futter“. Allerdings finde ich die Umsetzung eher müde. Sieht so billig aus.

  4. Patrick Breitenbach

    Sheba hat einzig und allein wegen einer kleinen Geste eingeschlagen und die Leute haben sich das Maul drüber zerfetzt: Petersilie aufs Katzenfutter und anschließend die Finger lecken! Großartig! Würde gerne mal wissen ob die Agentur das damals wichtig bewusst eingesetzt hat. :-)

  5. Roland

    echt Pedde, fanste das richtig gut?

  6. Julian Reischl

    Die Oliven sind ja nicht zum Essen gedacht, sondern für den Dry Martini. Es handelt sich nicht um einen Freß-, sondern einen Trinknapf. (Cocktails? Hier: http://bar.leo.org)

  7. Andreas Rodenheber

    @Julian
    Ganz sicher Martini? Ich dachte, Katzen würden Whiskey saufen?

  8. Julian Reischl

    Unsere haben sogar Kartoffelschalen gegessen… :-) Aber ernsthaft: Der Cocktail mit der Olive ist meines Wissens der Dry Martini… Aber Whiskey, hmmm, da gibt es gute!

  9. Markus Roder

    Hallo Roland,

    Ob „Pedde“ das nun gut fand oder nicht mit der Ptersilie tut ja eigentlich nix zur Sache – wichtig ist, dass er recht hat, dass der Spot NUR DESWEGEN fuinktioniert hat. Klar encodiert darin ist, dass man den Tieren etwas gutes tut, das man so auch für sich elsbt tun würde. Hier wurde ein klarer neurologischer Code im Bereich „Selbst-Identifikation“ gesetzt, der ausserdem noch nebencodes fpr „hohe Qualität / Reinheit“ enthielt.

    Ob das nun aus Sicht der Tiere sinnvoll ist oder nicht, ist wirtschaftlich egal – schliesslich kaufen die Menschen das Tierfutter, nicht die Viecher. Das sage ich als liebender „Papa“ von 2 (ehemals 3) Katzen, der sehr wohl weiss, dass die Katzen eigentlich lieber Essensreste vom Tisch futtern als Sheba.

  10. Roland

    Prof. Roder ist wieder in seinem Element ;-).
    Dennoch werde ich es mir weiterhin erlauben, Patrick zu fragen, ober die Anzeige persönlich seinen Geschmack trifft…
    Ob die Selbst-Identifikation auch bei Hunden -sagen wir mal bei Bernhardinern- klappen würde, oder beschränkt sich dieser Mechanismus auf das Bild von Kuschelkätzchen, die nach Menschenbild geformt sind?!

  11. Patrick Breitenbach

    Ich sprach nicht von der Anzeige sondern vom damaligen Sheba-Spot. Ich glaube allerdings nicht, dass sich dadurch das Katzenfutter besser in der breiten Masse verkauft hat. Im Gegenteil, dieser dekadente Ansatz ist auch bei Katzenliebhaber einen Tick zu weit gegangen. Dadurch gerät man auch in einen Gewissenskonflikt, eigentlich will man dem Tier was gutes und edles tun, andererseits hat man die abfälligen Sprüche der Bekannten im Ohr nach dem Motto „Du kaufst deinem Vieh aber bitte nicht dieses dekadente Futter“. Von daher Aufmerksamkeit ja, Verkaufserfolg vielleicht nur bedingt.

  12. Markus Roder

    „Professor“ Roder meldet sich nur Samstags und Sonntags, weil er sonst ja nie Zeit zum spickern auf dem Werbeblogger hat :).

    Zum Thema: Auch ich sprach vom Spot, Patrick. Und es geht mir eigentlich nur um die unbewusste neuronale Kodierung, die in der Minze steckt. Die Minze zeigt nämlich, dass es das Futter WERT ist, angerichtet zu werden. Und viele Tierhalter (besonders: Ein spezifisches Segment von „Vermenschlichern“) wollen nun mal sehen, dass ihr Tier genausogut isst wie sie. Damit fühlen sie sich selbst besser – auch wenn es ihrem Tier natürlich objektiv egal ist, ob es Sheba oder Fleischreste vom Tisch bekommt.

    Insofern schätze ich einfach mal, dass das Ganze ein genialer Schachzug war, der trotz der „blöden Kommentare mancher Freunde“ sicher den Abverkauf gesichert hat. ich würde sogar so weit gehen zu vermuten, dass ein „unrealistisch gepreistes“ produkt wie Sheba sich ohne dieses Priming fast GAR MICHT verkauft hätte.

    Aber spekulieren kann man viel – Daten haben wir hierzu alle keine.

  13. Patrick Breitenbach

    @Markus: Richtig. Die Petersilie (war es übrigens, nur als Zusatz-Korinthe) erschuf Wertigkeit. Das anschließende Fingerlecken eher Ekel. Ich glaube deshalb hat man das später auch im Spot wieder geändert: youtube.com/watch?v=...

  14. Markus Roder

    @ Parick,

    Hey, da hat Dich wohl journalister Ehrgeiz gepackt, eh? Muss zugeben, an die Variante mit dem Fingerlecken kann ich mich gar nicht erinnern… muss an unserem Altersunterschied liegen ;).

  15. Corporate Publishing Lounge » Von Monaco bis Cannes …» Hrg. 4iMEDIA Corporate Publishing » Agentur, Verlag & Redaktion » Kundenmagazine, Geschäftsberichte, Kundenzeitschriften

    […] neben mir blicke ich in zwei grüne Augen, die denen einer Katze ähnlich sind. Ein auf die Reise geschicktes Lächeln perfektioniert den sonnigen Tag. Sein […]

  16. Zicke, Zacke, Hühnerkacke. | Werbeblogger – Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv

    […] wühlen können. Endlich wieder Konsum. Katzen bekommen die Weihnachtsportion Whiskas mit Entenleberpastete und Petersiliendeko, Hunde aus der “upper-class” schlecken die Reste mild gesalzenen Edelrogen aus der […]

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