11:37 Uhr
Prügelt Adical – prügelt ihr euch selbst!
Ist der Ruf erst ruiniert, wirbt sichs völlig ungeniert. Leider nicht so beim “alternativen Blogvermarkter” Adical. Durch die hohe Glaubwürdigkeit von Johnny, die nahe Verwandschaft zum Punkrock, zu alternativen Lebensweisen, Independent, der vorherrschenden Globalisierungs- und Kapitalismuskritik, wird es Adical immer wieder schwer haben, sein Geschäft zu rechtfertigen. Das Schlimme ist, dass sie sogar noch versuchen, es zu rechtfertigen. Nicht falsch verstehen, aber entweder ich mach Business (und 90% von Business ist irgendwie schmutzig) oder eben nicht. Einen Zwischenweg gibt es nicht, der Tanz auf zwei Hochzeiten bleibt in diesem Fall verwehrt.
Denn eins ist doch wohl klar, gerade die umstrittenen Internetunternehmen werden bei Adical massenweise anklopfen, gerade weil sie sich in dieser Szene etablieren wollen. Dass Johnny Häusler dabei noch ungewollt in die Rolle eines “PR-Greenwashers” fällt, ist ein wirklich netter Sideeffect für die Unternehmen. Sie geben die Verantwortung mal wieder schön in die Hände Dritter. Und da hakt es dann auch gewaltig bei den Kritikern. Natürlich ist Yahoo in der Beziehung mit den Machenschaften rund um China eine Saubande, allerdings frage ich euch, wer in China wühlt denn nicht mit beiden Händen im Dreck? Während wir hier unsere Billigprodukte bei Aldi, Lidl & Co. kaufen und uns über Schnäppchen im Elektronikbereich freuen, merken wir nicht, inwieweit wir alle eigentlich diesen Drachen füttern.
Wenn ihr dem wirklich Einhalt gebieten wollt, müsst ihr bitte bei euch selbst anfangen. Das System ist immer nur durch einen selbst veränderbar, nicht indem man versucht, andere zu ändern und zu maßregeln. Adical und seine Mitglieder müssen selbst wissen, inwieweit sie einen solchen Kunden tragen können, ich muss mir dreimal überlegen und viermal recherchieren ob mein nächstes Paar Schuhe von Kinderhänden angefertigt wurde (tue es eben aber leider aus Bequemlichkeit viel zu wenig). Jeder hat da so seinen dunklen Fleck. Don beispielsweise heizt mit seinem Sportwagen durch die Gegend, verpestet dadurch unnötig die Umwelt, dokumentiert begeistert gar eine wahre Abgasorgie.
UPDATE: Da Don mich der Lüge bezichtigt, kann ich nur reagieren und meine Unwissenheit zum Ausdruck bringen. Seine deutlich Klarstellung:
Patrick, Du bist ein Lügner. Ich fahre ein Auto mit einem Verbrauch von unter 7 Litern auf 100 Kilometer und das mit maximal 120 km/h, meistens aber weit darunter. Also hör auf, Scheisse zu erzählen, nur weil es Dir gerade opportun erscheint. Die Mille Miglia ist eine Gleichmässigkeitsfahrt mit einem gesamtschnitt von unter 50 km/h, was daran eine Abgasorgie sein soll, musst Du mir mal erklären, wenn Du von Deinem Trip als Lügner runter bist.
Wir berichten hier über Nike-News, wo wir doch wissen, dass die in China billig produzieren lassen und so setzt sich das dann endlos fort.
Wieso beginnen wir nicht einmal damit, die Verantwortung denen zuzuschieben, die direkt dran sind. Prügelt auf Yahoo ein, weist immer wieder darauf hin wenn Unternehmen Mist bauen, boykottiert (zwingt andere nicht zum boykottieren), schließt euch zusammen und protestiert dort, wo es was bringt. Unternehmen ändern erst die Politik, wenn sich der Markt ändert. Wenn die Verbraucher keinen Bock mehr auf Billigscheiss haben und Wert darauf legen, bewusst einzukaufen, werden sich die Unternehmen anpassen. Sie reagieren immer nur auf die Bedürfnisse des Marktes. Kein Politiker, kein Wirtschaftsboss ist so mächtig wie die Masse der Konsumenten. Wenn ihr die Masse auf eure Seite bekommt, könnt ihr wirklich etwas bewegen. Das Rumhacken auf dem schwächsten Glied der Kette bringt in diesem Fall rein gar nichts. Schon gar nicht, wenn eigentlich klar ist, dass dieses Glied der Kette näher an uns dran ist, als wir wahrhaben wollen. Ich denke, da liegt genau der Grund für die Kritik, im Grunde ärgern wir uns über uns selbst, dass plötzlich “einer von uns” sich so “kaufen” lässt. Aber im Grunde wissen wir ALLE, dass wir käuflich sind. Das ist unsere Natur, das ist so tief in uns drin, dass es niemand aus uns rausprügeln kann. Wie sagte Polt so schön: “Was genetisch versaut ist, lässt sich mit Prügel allein auch nicht mehr korrigieren”. Statt also Leute wie Johnny noch stärker in die Arme von den von euch verhassten Unternehmen zu treiben, gebt ihm ein wenig mehr Luft. Seid doch froh, dass sie Geld von diesen Unternehmen absaugen. Das wäre doch das erste Mal, dass sie damit wenigstens halbwegs vernünftiges Gedankengut finanzieren.
Also statt Johnny & Co aus den Reihen zu prügeln, schauen wir doch lieber in die Vergangenheit, schauen in Aktivitäten außerhalb von Adical, dem Finanzierer, schauen in Johnnys Herz und fragen uns alle: Ist er denn wirklich so viel böser, schlechter und dümmer als wir selbst?
Ich kann nur sagen, dass ich Johnny (ich kenne ihn nur digital) als sehr reflektierenden Menschen einschätze, das ist eine Eigenschaft, die man fördern sollte, denn davon gibt es leider viel zu wenig auf der Welt. Radikaler Turbokapitalist zu sein ist eben genauso einfach wie die starre Gegenhaltung einzunehmen, eben weil alles so schön starr und eindeutig auf dem Papier erscheint – doch die Wirklichkeit spielt sich zum Glück immer irgendwo dazwischen ab, ist aber merklich anstrengender.
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Am 14. Juni 2007 um 12:13 Uhr
Es wird immer irgendjemanden geben, dem irgendwas an den Kunden von adical nicht passt. Mit der bisherigen Auswahl bin ich sehr zufrieden. Kein vergleich zu trigami, die PokerStrategy nehmen.
Am 14. Juni 2007 um 12:15 Uhr
“… und 90% von Business ist irgendwie schmutzig”
Einspruch, euer Ehren, stimmt nicht. Implizite Logik. Fatalismus. Geistige Festschreibung von sich vorgestellten Verhältnissen, damit jeder weitermurksen kann.
Ich behaupte dass es genug Firmen gibt (um deine 90 % zu widerlegen), die Nachhaltigkeit und CSR nicht nur in ihren PR-Papieren stehen haben, sondern auch leben. Und auch bewusst nicht mit Unterdrückern zusammenarbeiten.
Wer natürlich die Messlatte so hoch anlegt und sagt, es ist auch schmutzig, wenn man den unfähigen Mitarbeiter rauschmeißt, weil er einem die Zeit stiehlt, dann bin ich auch schmutzig.
Am 14. Juni 2007 um 12:21 Uhr
@Vroni: Das schließt natürlich Zulieferer etc. mit ein. Ich weiss nicht ob es tatsächlich 90% sind, nagel mich da nicht fest, aber ein Großteil denke ich hat irgendwie Dreck am stecken, wobei das alles sehr sehr subjektiv zu betrachten ist. Wenn ich mit einem bestimmten Bewusstsein drauf schaue kann ich behaupten, ja, die sind ungerecht oder was auch immer. Die Unternehmensleitung selbst nimmt das ja so bewusst nicht wahr. Also ist es eher ein Bewusstseinskonflikt als die Absicht etwas böses in der Welt zu tun. Selbst dein Beispiel ist so gestrickt. Die einen sagen, recht so schmeisst den Faulpelz raus, die anderen sagen, der arme Kerl hatte halt Probleme zu Hause, er ist halt ein wenig langsam oder seine Stärken sind nicht ausgeschöpft worden, warum schmeisst man ihn einfach raus, statt ihn zu fördern?
Es gibt ja auch so Kandidaten die sagen wir durchschreiten das System von unten nach oben und dann machen wir alles besser. Der Weg durch die Firmenetagen hat den Weg durch die Instanzen damit abgeköst.
Wenn es aber diese Firmen tatsächlich gibt, sollte man sie würdigen. Doch was würde passieren, wenn sie einen Ausrutscher machen? Genau. Es wird wieder draufgedroschen bis der Arzt kommt, denn das Dreschen auf die großen Bösen bringt ja eh nix…*
*Achtung Ironie
Am 14. Juni 2007 um 12:22 Uhr
Unternehmen sind so “schmutzig”, wie die Abhängigkeiten, in welche sie geraten. Schmutzig ist vielleicht etwas derbe formuliert, aber wir sollten uns alle darüber im Klaren sein, dass ein Unternehmen in erster Linie existieren will, überleben will, Geld verdienen muss und erst in zweiter Linie “weiche Faktoren” eine Rolle spielen. Das größte Problem sind die weltweiten Finanzmärkte, die unkontrolliert und ungeordnet agieren und mit ihrem Geld maßgeblich einem Aufbau einer “sozialen Unternehmenskultur” entgegenwirken. Auch VC´s sind gelegentlich nicht an einem wertigen sondern in Priorität an einem verwertbaren Geschäftsmodell interessiert, was durchaus nicht dasselbe ist.
Am 14. Juni 2007 um 12:28 Uhr
@ Patrick, Roland
Ihr seid doch alle so brand eins Fans. Da überascht es mich, gelinde gesagt, was ihr da so schreibt. Lesebefehl:
brandeins.de/home/in...
Am 14. Juni 2007 um 12:32 Uhr
@Vroni: Schon gelesen.
Das Problem ist, sobald ein “schmutziges” Unternehmen beginnt “sauberer” zu werden, wirft man ihm sofort “greenwashing” vor. Das ist die Krux. Wenn ein Unternehmen verantwortungsbewusster handeln will, wird ihm oft die Luft dazu wieder genommen.
Wir sagen ja auch nciht, dass man nicht verantwortungsvoll ein Unternehmen führen kann. Im Gegenteil. Wir bewegen uns hier eben auf einer kuscheligen Metaebene und betrachten die Dinge wie so oft von oben, wo das reine schwarz und das reine weiß sich irgendwie auflösen oder ergänzen.
Am 14. Juni 2007 um 12:47 Uhr
Patrick, Du bist ein Lügner. Ich fahre ein Auto mit einem Verbrauch von unter 7 Litern auf 100 Kilometer und das mit maximal 120 km/h, meistens aber weit darunter. Also hör auf, Scheisse zu erzählen, nur weil es Dir gerade opportun erscheint. Die Mille Miglia ist eine Gleichmässigkeitsfahrt mit einem gesamtschnitt von unter 50 km/h, was daran eine Abgasorgie sein soll, musst Du mir mal erklären, wenn Du von Deinem Trip als Lügner runter bist.
Am 14. Juni 2007 um 12:53 Uhr
@Don: Lügner? Vielleicht ist Unwissender passender und nicht ganz so übertrieben an der Stelle. Wenn ich das im falschen Zusammenhang dargestellt habe und eine gemächliche Spazierfahrt von Oldtimern ein sinnvolles Ergeignis ist, nehme ich das mit der Umweltverschmutzung zurück. Damit wollte ich dir eigentlich auch nicht ans Bein pissen sondern ein Beispiel aufmachen, wo jeder von uns irgendwie kritikanziehendes fabriziert. Wir haben uns hier übrigens nicht ausgenommen.
Am 14. Juni 2007 um 12:54 Uhr
Ich bin nicht so kuschelig, dass ich Häusler entlaste, weil wir doch alle pidde zuerst bei den pösen Yahoos anfangen sollen.
Warum macht adical nicht Werbung für Bionade, oder für die Saftblog-Leute. Oder für Apple, das wäre genial.
Ausgerechnet Cisco und Yahoo, ne oder?
Wenn die adicals dann damit kommen und sage, och, die sind aber nicht zu uns gekommen, nur die Ciscos, Yahoos (Greenwasher) sind zu uns gekommen und haben angeklopft. Tscha, dann kann ich auch nix für diese Luxus-Dornröschenhaltung (Ich penne bis irgendein Prinz kommt, den ersten nehm ich dann…)
Wie wärs zur Abwechslung mit aktiver Akquise bei Werbekunden (die auch noch besser ins Portfolio passen). Vielelicht weiß Apple nur noch nichts von seinem Glück, dss da eine aktive, konsumbewusste Bloggerbande da hockt und supergern auf Apple-Anzeigen klicken würde. Dann muss man seinen Arsch halt ein wenig höher heben, es sagen, bie denen anklopfen und nicht nur warten, bis einer kommt. Es kommen meist nur die scharzen Ritter, die was Komisches, Drittes wollen (Greenwashing? Imageklittern ?). Haben wir ja gesehen.
Jeder Unternehmer weiß, dss er sich mit bestimmten Kunden sein Geschäft kaputtmacht. Jeder Wirt weiß, dass er seine Gäste sorgsam auswählen muss, wenn seine Kneipe weiterhin einen guten Ruf haben soll. Wenn er Suffköppe reinlässt, die randalieren oder die Gäste komisch anmachen, ist er zuerst seinen Ruf, dann ein Gschäft los. Dann gehts abwärts.
@ adical
Wie wärs mit aktiver Kundenakquise? Statt fauler Ausreden.
Am 14. Juni 2007 um 12:56 Uhr
@vroni
Ohne Sozialromantiker zu sein, glaube ich auch, dass Unternehmenswerte wie soziale und ökologische Verantwortung, Aufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit mehr an Bedeutung für den Unternehmenserfolg gewinnen (müssen). Es gibt aber in der globalisierten Welt dafür noch keinen geordneten Rahmen. Auch die WHO reicht da nicht aus. Insoweit klaffen Wunsch und Wirklichkeit noch deutlich auseinander. Diesen Realismus werfe ich eben mit in die Runde, ohne dass ich es als mein persönliches Wertemodell übernehmen wollte.
P.S.: Jetzt sind wir ja schon fast bei ATTAC.
Am 14. Juni 2007 um 12:56 Uhr
Und nochwas: Werber glauben gerne, dass die ganze Welt ein käuflicher Dreckshaufen ist. Aber Deine genetische These ist ein derartig kranker biologistischer Scheiss, den ich nach 1945 in Deutschland eigentlich für ausgestorben bin. Liest Du eigentlich den Schmarrn, den Du da schreibst? Nur weil Du gerade mal käuflich bist, heisst das nicht, dass die Suppe, aus der Du kommst, meine Suppe oder die von jemand anderes ist.
Am 14. Juni 2007 um 13:00 Uhr
@Don: Genau wie du glaubst, dass wir Werber einen gemeinsamen genetischen Code besitzen, meinst du die Richtung?
Am 14. Juni 2007 um 13:00 Uhr
Es ist mir völlig egal, ob Ihr Euch ausnehmt. Beweise mir die sinnlose Heizerei und das, was es ausdrückt, dann kannst Du das schreiben. Wenn Du keine Ahnung von einem Thema hast,recherchier drüber. Aber das hier ist ein öffentlicher Raum, und haltlose Unterstellungen zwecks inhaltlicher Diskreditierung einer kritischen Meinung ist absolut unter aller Sau, mein Bester.
Mir ist es egal, aus welchen Ursachen Du lügst. Wenn ich keinen Peil von Deinem Sexleben habe und mich dann darüber auslasse, lüge ich auch. Und vielleicht versuche ich mich dann auch mit Blabla a la “Unwissender” rauszureden, wenn ich erwischt werde.
Am 14. Juni 2007 um 13:03 Uhr
Ich kenne einen Haufen Werber, die einen guten Job machen. Auch in Würzburg. Ich mache sogar selbst Werbung für Produkte, wenn ich sie gut finde. Ich habe kein Problem mit Werbern, solange sie nicht Lügen verbreiten und von genetisch bedingter Käuflichkeit des Menschen faseln. Ich mein, geht´s noch?
Am 14. Juni 2007 um 13:05 Uhr
Wo war noch mal der Sinn von Mille Miglia?
Am 14. Juni 2007 um 13:09 Uhr
@Don: Ich gebs zu, war nicht gut recherchiert. Mein Fehler, bin halt kein ordentlicher Journalist. Trotzdem war das beispiel eine Frage des Bewusstseins. Radikale Umweltschützer würden dir das trotz der Spritverbrauchsdaten so unterstellen. Meine Absicht war keine Diskreditierung deiner Sache, sondern ein Beispiel für das Thema “Kritik eine Sache der Einstellung”. Ich fliege auch in den Urlaub und fahre kurze Strecken mit dem Auto. Wie gesagt, niemand ist gänzlich frei von solchen Dingen.
Am 14. Juni 2007 um 13:13 Uhr
Du haben rechts und links auch noch.
duckhome.de/tb/index...
Am 14. Juni 2007 um 13:14 Uhr
@ Roland
Ich bin bei Attac.
Wo ist deine Mitgliedskarte?
Ich bin: kein Sozialromantiker. Dafür habe ich in meiner Kindheit zuviel Armut mitgemacht. Mir fehlt jetzt bloss noch einer, der aufschlägt und “Gutmensch” brüllt. Dann simma widda alla bainand.
Mensch lest doch euer neoliberales* Leib- und Magenblatt brand eins,
das is ja weiter als ihr.
__________
* Warum ich das geliebte Werber-Leib-und-Magenblatt trotz aller Bertolt Brecht Zitate für neoliberal halte, erklär ich euch bei Gelegenheit gerne. Hier isses a bissi offtopic.
Am 14. Juni 2007 um 13:36 Uhr
*räusper*
Am 14. Juni 2007 um 13:49 Uhr
Don, auf was für ‘nem Trip bist du denn? Komm mal wieder runter, sowas lässt sich völlig ohne dieses Theater klären, da muss man sich nicht derart rüde angehen und rumschimpfen.
Übrigends glauben nicht nur Werber, dass die Welt käuflich ist. Jeder hat seinen Preis – du genauso, wie ich. Ich glaube aber trotzdem nicht, dass die Welt deshalb ein “Dreckshaufen” ist.
Am 14. Juni 2007 um 14:12 Uhr
Um wieder zum Thema zu kommen.
Das Problem ist euer satte RELATIVIERUNG (hier, memoriert: “die meisten Firmen sind eh alle schmutzig”).
Hey Freunde der Blasmusik und der italienischen Oper:
Wer von Anfang an pseudoralistisch relativiert, kommt nie zu einem guten Ergebnis, zu einer exzellenten Leistung, zu einer klaren Erkenntnis. Beispiel: Haut sogar in meinem/unser aller Job als Werber/Designer nicht hin. Wenn ich relativiere “oooch alle Logos (Firmenprofile, Claims, xx, passendes bitte einsetzen) sind eh alle mehr oder weniger nichtssagend und fad, dann macht es doch nix, wenn ich auch etwas Nettes, Fades bastle, is full ack…”. Ja, Freunde dann krieg ich auch keine Qualität, wenn ich gleich so rangehe.
Relativieren ist der Feind jeder Exzellenz, jeder Erneuerung, jeder klaren Haltung. Es ist geistiger Sumpf. Da hilft es auch nix, zu sagen, zeigt doch mit dem Zeigefinger lieber auf die echten Schuldigen, die auch so faden Murks machen und auch noch damit Geld verdienen. Deswegen bin ich noch immer im Denksumpf.
Ja, die Welt ist durchwachsen, es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, voll korrekt.
Aber wir brauchen diese Pole.
Im Grunde ist das Nicht-Relativieren eine notwendige dialektische Geistes -und Arbeitshaltung, weil trotz aller methodischen Mängel Klarheit im Denken und in der Duskussion schafft. Natürlich ist es eine künstlich erzwungene Klarheit. Doch jeder Wissenschaftler/Denker muss so arbeiten: erst eine klare Hypothese, dann überprüfen. Schritt für Schritt auf festes Terrain hinarbeiten, statt im Sumpf der Beliebigkeit zu rudern.
Wir sind dialektisch gepolte Wesen (das hat sogar der Buddhismus geschnallt) und keine Sumpftiere.
Am 14. Juni 2007 um 14:13 Uhr
@vroni
Ne, ich bin noch kein Mitglied, aber was der gute und altersgereifte Heiner so in den letzten Tagen erzählt, hat schon was Wahres.
Neoliberal ist der aber nicht ;-)
Am 14. Juni 2007 um 14:14 Uhr
@Don: Andere fahren längere Strecken banal per Bahn oder beladen Gasautos mit 5 Leuten. (Mein letzter Auslandsflug war zur reboot letztes Jahr, statt 13h Bahnfahrt/Weg. Auf einen Inlandsflug von mir im Dez nach Prekärtown bestand ein Kunde ;) ‘Musste’ auch, weil Termine außenrum waren und es noch vor
Chanukkaden Feiertagen sein sollte, IIRC.)Und wo wir grade dabei sind: Nicht alles, was für Dich wie ein Zusammenhang aussieht ist auch einer. Merken. Hilft.
Am 14. Juni 2007 um 14:17 Uhr
@vroni 12:54: Also Adical kann sich seine Kunden aber nicht einfach aussuchen. Bestimmt wär Johnny Bionade und Apple auch lieber als Yahoo!?
Am 14. Juni 2007 um 14:33 Uhr
@Vroni: Der Buddhismus lehrt uns allerdings auch, dass das ganze Geschehen hier ein einzig großes Theater (Oper oder anderes Schauspiel) ist – das nur nebenbei.
Nicht falsch verstehen, ich finde es wichtig Impulse zu geben in alle Richtungen. Das hier war wohl auch ein satter Impuls, denn er regt zum diskutieren an. Ich spiele den ball einfach mal wieder in eine andere Richtung. Ob ich das letztendlich glaube, was ich da schreibe, kann jeder für sich entscheiden, ich rege lediglich die Hirnströme an. Beispiel “Genetik” das ist ein Polt-Zitat und dürfte damit z.B. unter die Kategorie Ironie fallen.
Ich bin – um mal von der Metaebene runterzukommen – der festen Meinung, dass es Unternehmen gibt, die für mich persönlich ethisch gehaltvoller handeln als andere. Dennoch mag es wiederum andere Menschen geben, die es bei den gleichen Unternehmen anders sehen. Fakt bleibt aber für mich, dass Unternehmen dazu da sind Profite zu machen. Wie hoch die sind und wofür die eingesetzt werden (also neue Arbeitsplätze oder neue Yacht des Boss) sind die eigentlichen ethischen Parameter wenn wir über Unternehmenskulturen sprechen. Fakt ist allerdings auch, dass ich mich selbst niemals als moralisch oberste Person darstellen kann, ganz einfach weil ich der Meinung bin, dass es niemanden gibt (außer vielleicht Buddha), der moralisch perfekt agiert. Nicht solange Moral auch abhängig ist von verschiedenen Wertesystemen und Kulturen.
Wichtig für mich ist es sich täglich anzustrengen, zumindestens ein Stück weit zu versuchen moralisch gut zu sein. Das ist was zählt. Das eigene Wertesystem zu vertreten aber auch immer wieder – in einem Dialog wie diesen – zu überprüfen.
Am 14. Juni 2007 um 14:34 Uhr
Ehm was anderes noch:
@vroni Nahezu jeder kann entwiden für wen er arbeitet und für wen nicht. es kostet halt.
@Patrick: “90% von Business ist irgendwie schmutzig” Das muss nicht sein. IMO. Siehe oben.
@blöder blitz: wieso hast du jetzt meinen desktopcomputer neu gestartet? ich hoffe dem ist nix passiert… (laptop aussteck) [Boah geht das hier ab grade.]
Am 14. Juni 2007 um 14:37 Uhr
@ Patrick
Niemand ist moralisch über dem Anderen stehend. Um das geht es nicht.
Du neigst zum Relativieren, um das geht es.
______________
(Obwohl ich solche Zuschreibungen und Du-Sätze hasse, weil sie einen schlechten Dialog einleiten, aber es musste sein…)
Am 14. Juni 2007 um 14:42 Uhr
@OliverG: Stimmt. Wie gesagt, je nach Bewusstein. Der eine findet das doll, der andere böse. Es gibt keine wahrhaftig objektive Instanz, außer Gesetze und selbst die sind interpretierbar.
@Vroni: Mensch, langsam müsstest du es doch begriffen haben, dass ich begeisterter Anhänger der Mischform Relativismus und Diskordianismus bin, oder? ;-)
Am 14. Juni 2007 um 14:47 Uhr
@ cpier
“@vroni 12:54: Also Adical kann sich seine Kunden aber nicht einfach aussuchen.”
Das ist eine blöde Mär.
Man kann sich seine Kunden sehr wohl passend aussuchen. Man muss sie aber zuvor addressieren.
Wer das nicht tut, sich nicht um ein klares Eigenprofil kümmert, zu dem sehr wohl das sorgfältige Auswählen und Addressieren von zum Profil passenden Kunden/Werbekunden gehört, ist in seinem Eigenmarketing sehr schlecht beraten.
Adical hat das Problem, dass sein leicht unscharfes (in meinen Augen sogar schwammiges) human touch adical-Bloggerprofil nicht zum (jedem recht klaren) Profil seiner Werbekunden passt. Jeder Unternehmensberater würde das adical sofort so sagen und adical einem klareren Profil plus Strategieänderung raten. Rumeiern is nich.
Am 14. Juni 2007 um 14:48 Uhr
Was will man eigentlich?
Nur für Unternehmen werben, in dem garantiert ganz sicher nur supergute Menschen arbeiten , die überhaupt nicht fähig wären, “falsche” Entscheidungen zu treffen, selbst wenn sie wollten? (falsch: für wen?)
Nur für Unternehmen arbeiten, über die nichts kritikwürdiges (von wem?) bekannt ist?
Nur für Unternehmen arbeiten, die einem all ihre Bücher und Kommunikation offen legen?
Über die man nach 1, 2, 5, 50 Stunden Recherche und Zuziehung zweier Anwälte nichts Negatives herausfinden kann? (Merke: In AGBs steht nahezu immer was Doofes, das BGB gilt…)
Mag sein, dass das in manchen Fällen (Nike) etwas offensichtlicher oder allgemein bekannter ist als anderswo (Cisco).
Nimmt man das final erst, dürfte man wahrscheinlich nicht mal mehr Geld von Blutsverwandten nehmen.
Mag sein, dass obiges jetzt zynisch klingt. Soll es nicht. Es soll nur “an-” (statt: durch-)spielen, was die letzte Konsequenz wäre.
Am 14. Juni 2007 um 14:54 Uhr
@OliverG: Oha, noch ein Relativist! :-)
Ich finde es gearde den Punkt spannend “nicht für böse Unternehmen zu arbeiten”. Wenn man so verfährt, ist denn die Schlussfolgerung daraus nicht, dass dieses Unternehmen gar nicht “gut” werden kann, da es nur die “Willenlosen” und “Bösen” anzieht?
Geld von Verwandten annehmen ist eine Todsünde! ;-)
Die letzte Konsequenz wäre übrigens: Auf zur Jagd!
Am 14. Juni 2007 um 14:55 Uhr
Noch eine andere dumme Frage, die meinen Beitrag einfach hätte komplett ersetzen können:
Wie böse darf man sein?
Am 14. Juni 2007 um 15:04 Uhr
Na, Oliver, wer zahlt eigentlich die Rechnung für das nächste Interview, das Du mit einem Kunden führst, ohne darauf hinzuweisen?
Und keine Sorge, Herr Hiegl: Sie werden nie soweit kommen, dass sie meinen Preis erfahren. Und Ihr Preis interessiert mich nicht, ich bevorzuge, offen gesagt, Qualität.
Am 14. Juni 2007 um 15:13 Uhr
Bas Bedürfnis ‘gut’ sein zu wollen/können findet seinen Grenzen in der Informationsmenge die man hat (eher) und der Notwendigkeit zu überleben (naja, heutzutage…).
Ist jetzt jemand, der von Nike und Cisco Cash nimmt, besser oder schlechter als jemand, der von Hartz IV lebt?
Ist es besser, nur anzudeuten, wie man sein Cash verdient und zu versichern, das tue aber auch gar nix zur Sache, oder seien Kundenliste online zu stellen und die Leute wilde Diagramme, Abhängigkeiten und Geldflüsse imaginieren zu lassen? (Einer fragt mich gar ob ich nicht Anteile an joinr habe, hä?) Klar, wer Phantasiematerial auslegt, zieht Träumer an.
Wenn man so spielt, dann wird auch mal aus nem freien Journalisten ein ‘abhängiger’ Journalist. Hm, und was sind dann die ganzen angestellten Jouralisten? Unabhängig? von wem? als ‘Freier’ (ha) haste wenigstens noch SEHR grob den Überblick, mit wem du dich anlegst (und schon gar nicht mehr, von wem deine Kunden ihr Geld kriegen, oder gar: wofür. Als Angestellter landeste gleich beim Chef und der sagt dir, was mit deinem Job demnächst passiert. Als Freier klingelt ein Kunde halt nicht mehr durch. Schön.
Unter solchen Bedingungen ist ‘Fingerzeigen’ schon öde, weil es nur die offensichtlichen, langweiligen Beziehungen offenbart. Paranoia allenthalben.
In der Abwandlung des bekannten Paranoiagags “Nur weil du Paranoia hast, heißt das nicht, dass sie nicht trotzdem hinter dir her wären.” ->
“Bloß weil dein Konto leer ist, heißt das nicht, dass sie dich nicht schon gekauft haben.”
Oder noch anderster: Einige Leute, die adical investigieren, arbeiten wohl, wenn man Andeutugen glauben darf, selbst für große Agenturen oder die Pharmaindustrie oder haben früher mit der ersten Blase Geld gemacht und verloren. Ohne jetzt jemand bestimmten zu meinen ;) Da kommt es mir vor, dass das ganze eine art Aggressiv-Beichte ist, eine Art Reinigungsritual. Je mehr Dreck an den anderen hängt, desto besser fühlt man sich, wenn man in den Spiegel guckt.
Sowas sollte man mit seinem Therapeuten belabern, aber nicht in Blogs und an der Psyche anderer abarbeiten.
Oder, um mal einen der allerältesten Sprüche des Netzes zu zitieren (aus dem Netiquette RFC): vergiss nie, dass am anderen Ende
eine arme Sauein Mensch sitzt.Kallisti!
Am 14. Juni 2007 um 15:22 Uhr
Ach Don, dein Preis interessiert mich ebensowenig – du interessierst mich nicht. Was soll ich da mit deinem Preis anfangen? Aber immerhin hast du mit deinem Satz zugegeben, dass auch du einen solchen hast. Siehst du dich also selbst als Teil eines “käuflichen Dreckshaufens”?
Vroni, ich stimme dir zu, dass man manchmal Pole braucht, aber grundsätzlich ist die Welt nicht absolut, sondern relativ, meinst du nicht?
Am 14. Juni 2007 um 15:23 Uhr
@ Hitzkopf Don:
Deine Tendenz zur bipolaren Kategorisierung zeigt sich auch hier:
Eine Lüge ist laut Duden eine bewusst falsche, auf Täuschung angelegte Aussage. Wer nur unwissend ist lügt nicht. Es gibt nämlich eine Menge Graustufen zwischen schwarz und weiß. Die machen das ganze zwar komplizierter, aber ab und zu lohnt sich das.
Am 14. Juni 2007 um 15:30 Uhr
@Don:
Die Interviews bei Netzstimmen.de werden komplett von Mabber.com bezahlt. Von keinem anderen. Steht am Blog dran.
Bloß, weil ich jemand ne Idee liefere (und nur ne Idee) “gehöre” ich noch nicht ihm. Und es gibt auch keinen “Rabatt” in Form von Artikeln anderswo. Wollte auch noch nie einer. Und wenn, hab ich das ignoriert ;) Ist das bei Dir anders? Von wem auf wen schließt du?
Ich interviewve da Leute, die (hoffentlich) was zu erzählen haben, ud so oft baut ein deutsches Startup keine Dependence in UK. aber da kennst du dich besser aus als ich.
Mabber/Nico Lumma nimmt keinerlei Einfluss auf die Interviews. (D.h. er sieht die Interviewtexte wenn ich sie poste.) Aber er stellt z.B. Kontakte her. Manchmal frage ich ihn (aber auch andere) im Rahmen der Vorrecherche, was man jemand auf jeden Fall fragen sollte, was an einem Dienst oder Konzept der Knackpunkt ist, die Wunde, auf die der Finger gehört. Und so. Viele Interviewpartner suche ich mir selbst. Da weiß ich dann in der Regel selbst, was der Punkt ist.
Und der fehlende Verweis wg. Hitflip war in er Tat ein Irrtum.
Du machst natürlich keine Fehler. Das ist schön ;)
Und so versteckt, wie du es anzudeuten beliebst, ist meine Kundenliste auch wieder nicht.
Sie an jedes Posting anzuhängen wäre etwas umständlich ;)
Wo war jetzt deine Kundenliste nochmal?
Und, damit ich deine “best practise” nachahmen kann:
Warum postet du mal eine Disclosure, wenn du über Johnny schreibst (Lesung etc.pp.) und meist nicht?
Merkst du, wie affig das ist? Nein? Hm ;) Surprise.
Again: Die Dinge, so wie du sie dir denkst und so wie sie sind, differieren.
[Oh, ich hab grad eine 'w*blin.de(R*d B*ll-Werbung' gesehen, very irritating ;) ]
Am 14. Juni 2007 um 15:31 Uhr
Patrick, don´t mess with a Besser-Blogger! ;)
Am 14. Juni 2007 um 15:37 Uhr
@ Hiegl
“aber grundsätzlich ist die Welt nicht absolut, sondern relativ, meinst du nicht?”
Ich hab doch gesagt, die Welt ist durchwachsen.
Und ich hab gesagt, als Startposition für eine Debatte oder der Klärung eins Sachverhalts eignet sich so eine durchwachsene Wischiwaschi-Position nicht.
Schmeißts halt nicht immer alles durcheinander. Wie ich das hasse.
Am 14. Juni 2007 um 15:44 Uhr
Und eben mit dem zweiten Punkt stimme ich nicht überein. Warum sollte man “als Startposition für eine Debatte oder der Klärung eines Sachverhalts” den Bereich der Realität, der Sache, verlassen?
Du nennst es Wischiwaschi oder oben “pseudorealistisch”, ich sehe es als Realität, ganz ohne jedes relativierende pseudo.
Ich denke sogar, dass das Relative der Ausgang “jeder Exzellenz, jeder Erneuerung, jeder klaren Haltung” ist, da dies doch die Versuche sind dieser relativen Realität zu entkommen, auch wenn man weiß, dass es später von anderen wieder nur relativ gesehen wird.
Am 14. Juni 2007 um 16:01 Uhr
@ Hiegl
Mein Gott Hiegesehl, kannst du nicht debattieren wie jeder andere auch.
Gibbet erst Für (These), dann gibbet es ein “Wider” (Antithese), dann erst gibbet es 3. die Synthese oder Conclusio. Wer gleich mit einer zusammengestopselten Synthese anfängt, diese dann auch noch “Realität” nennt (es gibt nicht DIE Realität, Meister der Eierkiste), wird von mir ejtz gleich mit Tomaten beworfen. Ich bin die bodenstädnige Marktfrau hier.
Zur Strafe gehe er nicht über Los sondern auf diese Seite: little-idiot.de/team... die ihm sein Sabbelfell und seine verqueren impliziten Logiken, die er sich auch noch rhetorisch unsauber zusammengeschustert hat, über die Ohren zieht.
Have fun!
Am 14. Juni 2007 um 16:03 Uhr
Sorry, kaputter Link, hier besser:
little-idiot.de/team...
Am 14. Juni 2007 um 16:12 Uhr
Wenn du meine Meinung nochmal liest, fällt dir vielleicht auf, dass ich von meiner Realität und einer relativen Realität schreibe.
Dass ich dich und Wörter aus deiner These zitiere, bedeutet noch nicht, dass aus meiner Antithese, welche wirklich sehr konträr zu dir steht, eine Sythese wird. Diese hab ich zudem auch nirgendwo als Realität bezeichnet.
Ich könnte dich auf “erst lesen, dann schreiben” verweisen, geh aber davon aus, dass du es sehr wohl gelesen hast, aber aus welchen Gründen auch immer dich nicht inhaltlich damit auseinandersetzen wolltest. Schade.
Um meine (Anti-)These nochmal ohne Zitate von dir zu bringen:
Ich glaube, dass der Antrieb zu Besonderem, dem Absoluten, aus der weit verbreiteten Existenz des Normalen, des Relativen, kommt.
Am 14. Juni 2007 um 16:17 Uhr
Die Synthese wird völlig überschätzt! *wegduck*
Ist sie nicht das Ergebnis von “Wer ist der Stärkere?”
Vernunft beginnt im Relativismus. These genug? ;-)
Am 14. Juni 2007 um 16:33 Uhr
Dein Problem ist, dass deine Position nicht singleminded ist. Sie ist bereits eine vermischte, im Kern (unsaubere) synthetische Position.
Ich will nicht kleinkariert sein, aber deine Aussage “ich sehe es als Realität” ist deutlich allgemein angelegt, sorry.
Ich will auch gar nicht so tief ins Philosophische gehen (das leistet der Link besser), nur eins noch: Auch Blogger sollten sich angewöhnen, sauber zu argumentieren udnd nicht zu relativieren. Und Profiblogger, die Umsatz machen wollen, sollen sich angewöhnen, wie Unternehmer zu denken. Und das heißt zeurst: ein klares Profil haben, kein verwaschenes. Und zu diesem Profil gut passende Kunden, sowohl geistig als auch von den Produkten her. Das wird sogar jeder unmoralische Geldgeier und Supermerger unterschreiben.
Um weg von einer (hier eh nur relativierenden) Moraldebatte zu kommen
Wenn die Profile (was bin ich und was kann ich) von “Unternehmen” – “Kunde” bei adical geistig nicht zusammenpassen was so verheerend ins Kontor haut, dann ist das ein: Unternehmensfehler. Das ist wie wenn Buittoni (Nudeln) sich stolz offiziell von Chemical Dow beliefern lassen und das auch noch frech reativieren.
Am 14. Juni 2007 um 16:44 Uhr
Was ich “Profil” nenne, nennt Don “Core Asset”. Es gibt zarte Unterschiede zwischen den beiden Begriffen, wer mag kann das nachgooglen – ich will hier keine Dozentenstelle beantragen (ich weiß sie).
Es läuft aber auf das Gleiche raus: Was die Blogger-Gruppe um adical ausmacht oder mal ausmachte, das war ihr Kern, ihr Profil, ihr Herz (Core) = Hart aber herzlich, erfrischend, ehrlich, alldas. Diesen “Unternehmenskern” verlassen sie mit diesen unprofessionellen, von den Profilen her nicht stimmigen Aktionen.
Das ist eine unternehmerische Feststellung, keine emotionale.
Da hilft auch Gegen-Beleidigtsein gar nix.
Völlig kalt bei sowas,
die Marktfrau.
Am 14. Juni 2007 um 16:56 Uhr
Ich fahre ein Auto mit einem Verbrauch von unter 7 Litern auf 100 Kilometer
Ach ja? Das liest sich hier aber anders:
“Folglich hat die Barchetta trotz ihres Alters und des ruppigen Motors mit 131 PS bei schonender Fahrweise unter 7,5 Liter Super auf 100 Kilometer verbraucht.”
Und wie sieht das dann aus wenn man in etwas sportlicherer Fahrweise ueber die Bergpaesse kurvt, wo man dann 100km faehrt anstatt 20km durch’s Tal?
Sind das dann immer noch unter 7 Liter oder vielleicht doch ein wenig mehr?
Am 14. Juni 2007 um 17:02 Uhr
Wenigstens bist du konsequent – ich relativiere wieder und behaupte, dass es keine “singleminded” Position gibt, da wir uns mit unserer Umwelt vermischen und beeinflusst werden. ;-)
Ja, du hast absolut Recht, vorni, dass Unternehmen Profil benötigen – aber sicher nicht nur eines davon, sonderen derer mehrere. Adical hatte bisher nur eines und wird auf der Suche nach weiteren sein. So eine Suche hat seine Tücken und möglicherweise verliert man dabei das alte, einzelne Profil – ist das schlimm, wenn man sich dann anders, vielleicht auch vielseitiger positioniert? Ich denke, dass es Adical letztendlich nützen wird. Hat sich Adical dann verkauft/kaufen lassen?
Am 14. Juni 2007 um 17:19 Uhr
Wie jetzt, ein Unternehmen braucht mehrere Profile?
Viele Profile = gar kein Profil.
Außer du bist 3M, mit zig Unterfirmen und Unterprodukten, und selbst 3M hat EIN Meta-Profil (wenn sie gut beraten sind).
Ob adical sich hat verkaufen lassen, muss sich adical selber beantworten.
Am 14. Juni 2007 um 17:35 Uhr
Es gibt die Meinung, dass der Codex, das Selbstverständnis, das Credo und dann unternehmerisch gesehen das Profil bzw. der Core Asset von Adical und seinen Blogs einfach nicht zu dem passen, was Adical nun an Kunden aufnimmt und im Netz aktiv bewirbt.
Das sehe ich auch so und ist -vorsichtig gesagt- ziemlich ungeschickt.
Andererseits -und relativiert gesprochen ;-) – gibt es ein paar gute Gründe zu hinterfragen, wo eigentlich das Ende der Fahnenstange wäre, wenn Werbekunden zunächst auf ihre moralische Integrität überprüft würden und von wem.
Wenn ich in der klassischen Print-Journaille blättere, dann fallen mir Anzeigen von ganz unangenehmen Vertretern des internationalen Unternehmertums auf; sollte der Verlag nun beginnen, eine individuelle Grenze zu ziehen und nach eigenem Ermessen und oberhalb der deutschen Gesetze und Regulierungsorte (z.B. deutscher Werberat) Werbekunden ablehnen?
Wie realistisch ist dieses Szenario?
Wer bestimmt am Ende darüber, ob ein Unternehmen gut oder schlecht ist? Müsste man diese Position ggf. begründen oder journalistisch belegen?
Abseits der notwendigen Polaritäten sind das doch die praktischen Fragen, die uns auch beschäftigen sollten.
Es hätte aus meiner Sicht übrigens nicht nur Nachteile, wenn jeder, der Werbeplätze anbietet, nach Hausrecht urteilt, aber ggf. könnte dieses auch eine Wettbewerbsverzerrung nach sich ziehen, sozusagen die Ablehnungskampagne einer Werbekampagne oder auch Werbeboykott von bestimmten Marken, Kunden und Botschaften.
Mehr Fragen als Antworten, ich weiß, aber es wäre schön, wenn wir auch zu diesen Fragen noch einmal kommen könnten…
Am 14. Juni 2007 um 17:50 Uhr
Vroni, ein Unternehmen hat nicht unbedingt nur eine Zielgruppe mit ihren Produkten. Und für die Zielgruppen wird es häufig auch unterschiedliche Profile haben. Ich sehe bei Adical mindestens grob zwei Zielgruppen: die Blogger, die die Banner schalten sollen, und die Firmen, an welche die Banner verkauft werden. Wenn sie ihre Werbung weiter gruppieren, kann es zu noch mehr Profilen kommen.
War nicht in unserer letzten neoliberalen Lieblingslektüre ein Artikel über die Schwierigkeit einer katholischen Bank ein ethischen Fond aufzusetzen. Und der Schwierigkeit ihn ethisch zu halten, sowie gegenüber anderen instanzen zu rechtfertigen, warum er ethisch ist?
Am 14. Juni 2007 um 17:53 Uhr
Hat noch jemand Popcorn?
Am 14. Juni 2007 um 18:06 Uhr
Auf der Autobahn bei konstant 120 und einmal quer durch ganz Berlin. Landstrasse, wo ich mich meistens bewege, und Gesamtdurchschnitt ist weniger, und Stadtverkehr gibt es in meiner verkehrsberuhigten Altstadt nicht – wegen der Einbahnstrassen unmöglich. Und natürlich fahre ich im Urlaub auch über Pässe, wenn ausdrücklich ich auf den Monte Baldo will. Der von Dir verlinkte Teaser führt zu diesem Beitrag, da sieht man dann auch die Strasse, und wenn ich Dir sage, dass man so eine Strecke zu einem Ort auf dem berg nicht mit mehr als 30 hoch schafft, wirst Du mir wohl glauben müssen, oder Du versuchst es selbst.
Oder Du suchst Dir noch ein paar Stellen zum Ruminterpretieren raus, wie Du willst.
Am 14. Juni 2007 um 18:07 Uhr
@Boogie: bitte schön
youtube.com/watch?v=...
Am 14. Juni 2007 um 18:08 Uhr
Für jemanden wie mich, der nicht aus der Werbe-, Medien-, Journalisten”ecke” kommt, ist es zuweilen schwierig, ein breites Grinsen zu unterdrücken.
Versuche, die Vorteile des anti-kapitalistischen Protestes zu betonen und gleichzeitg Werbung (also den kapitalist. Götzendienst schlechthin)zu betreiben sind generell(!) erheiternd… und wenn mal fünf Sekunden nachdenkt, weiß man auch warum.
Aber der absolute Hammer war diese mega-peinliche, pseudo-moralische Rechtfertigungsorgie auf *S-blick*: wenn Du gschwiegen hättest, Desdemona. *lol* Gibt es denn keinen, der das vor Veröffentlichung mal liest und seinen Kopf nicht nur in der Blogosphäre hat ?
Am 14. Juni 2007 um 18:12 Uhr
@Don
bisher kannte ich dir nur aus diskussionen und kommentaren, in denen du als arroganter, unfreundlicher mensch beschrieben wurdest. jetzt konnte ich es live erleben. toll!
Am 14. Juni 2007 um 18:12 Uhr
dir = dich
Am 14. Juni 2007 um 18:17 Uhr
@ Roland: Danke, jetzt hät’ ich beinahe meine Killerbrause über die Tastatur gespuckt.
;)=)
Am 14. Juni 2007 um 18:28 Uhr
Oder Du suchst Dir noch ein paar Stellen zum Ruminterpretieren raus, wie Du willst.
Och Don, warum so angefasst? Einen Nerv getroffen?
Du interpretierst doch genauso. Patrick ueberspitzt ein wenig und Du interpretierst da rein er luegt. Sorry, das ist einfach laecherlich. Du schreist Deine Gegner nieder, belegst sie mit Kraftausdruecken ohne Ende, aber wenn Dich mal jemand leicht kritisiert und etwas uebertrieben ausdrueckt wird er gleich als Luegner tituliert?
Sorry, aber wenn ich Deine Diversen Blogeintraege lese kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren dass Du gerne zum Vergnuegen durch die Gegend gondelst. Mag nicht so sein, ist aber mein Eindruck. Und wahrscheinlich nicht nur meiner, sondern unter anderem auch Patricks. Das kann man von mir aus gerne als mit dem Sportwagen durch die Gegend heizen und unnoetig die Umwelt verpesten nennen. Das ist fuer mich eine nette Ueberspitzung, eines Stilmittels dessen Du Dich doch selber nur allzugerne bedienst.
Die Mille Miglia als eine gemuetliche Gleichmaessigkeitsfahrt zu erklaeren ist genau das gleiche Stilmittel wie es eine Abgasorgie zu nennen. Ich kann da keine Luege erkennen.
Wer so austeilt wie Du sollte auch einstecken koennen. Kann ich hier leider nicht erkennen.
Am 14. Juni 2007 um 19:11 Uhr
…und über den CO2-Ausstoß der Oldtimer der Mille Miglia möchte ich mir gar keine Gedanken machen. Da kommt auch bei 50 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit einiges zusammen.
Am 14. Juni 2007 um 19:12 Uhr
@ Meister Hiegl
Ich geb es bald auf :-) Muss noch was arbeiten mönsch.
Last try.
Mehrere Profile gleichzeitig haben ist: Bauchladen. Eat it.
Eine Zielgruppe ist: noch lange kein Profil.
Ein core asset = Kern-Aktivposten ist das unverkäufliche, nur langsam veränderbare Herzstück einer Company, einer Community. Das kann man nicht einfach aufstrapsen und wegstrapsen wie ein etwas strategischeres, schön geschminktes Außen-Profil, das man sich gibt. Und: Trotz der Schminke muss das Außenprofil im Kern stimmen. Ein Unternehmen, eine Community darf um auf legaler und glaubwürdiger Basis erfolgreich zu sein, nur ein Profil, ein Gesicht haben. Nicht mehrere. Es geht um Erkennbarkeit.
Oder hast du was übrig für janus-gesichtige Organisationen? Die Mafia wäre so eine: saubere Westen das eine Gesicht, üble Geschäfte das andere Gesicht.
Am 14. Juni 2007 um 19:12 Uhr
Ich bin ganz locker, denn ich weiss um die Existenz von strukturellen Analphabeten und Ahnungslosen. extra für Dich: Die Mille Miglia war bis 1957 ein Rennen. Heute ist sie definitiv, absolut kein Rennen, sondern dezidiert und eindeutig eine Gleichmässigkeitsfahrt. Sprich, die Fahrer werden für das Erreichen einer Strecke in einer vorgegebenen Zeit belohnt und bekommen Punkte, wenn sie schneller oder langsamer sind. Dabei sind die Geschwindigkeiten ausgesprochen moderat, denn die meisten Fahrzeuge haben heute weniger PS als die allermeisten Kompaktwagen – der diesjährige Sieger etwa hatte 45 PS. Daran nehmen übrigens auch Fiat Topolinos und Isettas teil. Die Vorstellung einer Abgasorgie ist mit einer Isetta sollte sogar Dir irgendwo lächerlich vorkommen.
Und ansonsten lasse ich mich in so einem Kontext nicht gern ausrichten. Nicht, wenn es dem Verfasser darum geht, das Werben für Menschenrechtsverletzer zu relativieren. Schon gar nicht von Leuten, die einfach mal aus dem Kontext reissen, denn man könnte auch 30 Bilder von Radlern in de italienischen Innenstadt auf dem GT-Blog finden. Insofern empfiehlt es sich, nicht in Richtung Lüge zu überspitzen; der letzte, der das im grösseren Stil gemacht hat, kennt inzwischen eine Frau mit juristischem Staatsexamen mehr, als ihm lieb sein dürfte. Ist so.
Am 14. Juni 2007 um 19:23 Uhr
ojemine, donnyboy …
Am 14. Juni 2007 um 19:41 Uhr
“Diener” (muss sowas sein – hat das irgendeinen Sinn?) Vroni, ich sprach vom Außenprofil. Aber ich glaube auch nicht, dass das “core asset” nach wenigen Monaten Unternehmung so gefestigt und etabliert ist, wie du es offensichtlich siehst. Bis jetzt gibt es aus meiner Sicht nur Außenprofil, welches das “Herzstück” festigt oder für den Betrachter ändert.
Und auch das Herzstück von Firmen kann sich grundsätzlich verändern, was man aber nicht leichfertig riskieren sollte, d’accord. Ich kann dir unzählige Firmen nennen, deren “core asset” sich grundsätzlich geändert hat – mal hat es funktioniert, mal ist sie daran gescheitert. Klassisches Beispiel für den Erfolg, wenn man sich ein anderes Profil gibt, wäre wohl Marlboro (K, is kein Unternehmen, sondern ne Marke und es gab noch weitere Umstände, aber ein “Profilwechsel” war es trotzdem ;-)).
Hat nicht jede Firma mindestens diese zwei Gesichter? Oder sind wir dir da schon wieder zuweit im relativierten? Coca-Cola hat ebenso wie McDonalds sehr viele “Gesichter” – das macht sie nicht weniger erfolgreich und schon gar nicht zum “Bauchladen”.
Eigentlich kenn ich sogar recht wenig (erfolgreiche?) Unternehmen mit wirklich nur einem Gesicht. Kannst du mir da mal auf die Sprünge helfen?
Am 14. Juni 2007 um 20:10 Uhr
Irrtum 1: Das core asset haben sie nicht erst seit ein paar Monaten. Das haben sie sich die ganze Zeit, seit es sie als Blogger gibt, erarbeitet. Sowas ist core asset. Man IST es, man kann es nicht nicht kurzfristig schnell mal überstülpen.
Irrtum 2: Änderungen sind langfristige Geschichten. Sie kosten Geld, sie kosten Ressourcen. Hat adical das?
Manchmal hauen core asset Veränderungen überhaupt nicht hin, seltenst. Wenn einer ein guter, ehrlicher Schuster war mit Blick für feine Details, und er hat sein core asset des ehrlichen, penibel arbeitenden Handwerkers verloren, da bleibt ihm nicht mehr viel. Kann er zumachen.
Nein, eine Firma, eine Gemeinschaft tut sich nie was Gutes, janus-köpfig zu sein. Das müssen hochbezahlte PR-Stellen und spin doctors für viel Geld immer wieder ausbügeln. Und wer eine kleine Firma, eine kleine Community ist, kommt in Janus-Identitäten um. Er/sie verliert seine/ihre Haupt-Identität, ihre einziges Pfund, mit dem sie wuchern können. Sie haben doch sonst nix mehr. Haben sie Kapital, können Sie Produktionsmittel einkaufen? Ne. Sie haben nichts außer ihrer damals ehrlichen Blogger-Identität. Und wenn sie sich als Vermarktungsgemeinschaft auf solche schwarzen Ritter einlassen, dann kommen auch irgendwann nicht einmal die schwarzen Ritter mehr vorbei für weitere Werbeaufträge, da nicht mehr interessant, denn die Anziehungskraft der ehrlichen Blogger ist genau durch diese weg, abgenutzt. Es hat was Faustisches. Und der schwarze Ritter zieht weiter.
Apple hat nur ein Gesicht, ein Identität: Sie sind diejenigen, die die Bedürfnisse der kreativen Computerarbeier verstanden haben und verstehen.
Getränke Walther hat nur ein Gesicht. Sie sind eine symphatische Saftfirma.
Harry Schmidt hat in seinem Eigen-Marketing nur ein Gesicht. Das als zynisches Hochintelligenz-A**loch. Privat mag er gern anders sein.
Coca Cola ist kein Bauchladen. Sie machen nur eins: nicht-alkoholische Erfrischungsgetränke, basta. Sie machen nicht: Schuhe. McDoof ist auch kein Bauchladen, sie machen Schnell-Futter. Sie machen nicht: slow food.
Wenn sie damit anfangen, verlieren sie ihre Identität als Schnellkette.
Am 14. Juni 2007 um 21:23 Uhr
Stimmt, vroni. Das sind die Brand-Assets, die man nur schwer in eine ganz andere Richtung bewegen kann. Bei Bloggern ist es halt die “Credibility”, bzw. das, was man zum Teil über Jahre geschrieben hat und auf eine kleine Ewigkeit im Netz stehen wird.
Dennoch verändern sich mit kommerziellen Zusammenhängen durchaus auch die Parameter. Das ist nix neues, allerdings darf man den Bogen nicht überspannen. Daher ist es -wie schon oben erwähnt- sicher ungeschickt und in der Außenwahrnehmung unmittelbar kontrovers, wenn Grassroot-Blogger ausgerechnet diejenigen Firmen als Kunden wählen, die sie mittelvor vorher in redaktionellen Beiträgen kritisiert haben.
Viele alte Beiträge aus dem good old Print-Spiegel zeigen übrigens Beispiele, wo Firmen auch kritisch invetigativ beleuchtet werden, die ein paar Seiten weiter widerum mit einer Anzeige aufschlagen. Wie ist denn das unter dem Aspekt der “Core Values” eine Spiegel zu bewerten?
Am 14. Juni 2007 um 22:38 Uhr
Manchmal glaub ich, ihr Werber seid da zu “streng”. Ich seh sowohl Adical, die “ehrliche” Bloggeridentität und auch die schwarzen Ritter offensichtlich grundsätzlich anders. Meint ihr wirklich, dass die Besucher der Blogs, welche Adical integrert haben, da so ein Trara drum machen, was für eine Werbung geschalten ist – vor allem wenn es um so Nuancen geht – es ist ja keine Pornographie o.ä.. Ich glaube, dass sich nur ein ganz kleiner Teil der Werbeziele darum kümmert – ist das zu relativierend?
Weder zu Getränke Walther, noch zu Harry Schmidt kann ich was sagen. Aber auch bei Apple sehe ich mehrere Profile. Ich sehe zum einen Apple als Kistenschieber mit ihren Macs, weiter ist Apple der iPod- und Musik-Verkäufer. Viele iPod-User wissen nichteinmal, das Apple auch Kisten verschiebt. Das sie sich selbst vor allem als Softwarefirma sehen setzt dem Ganzen eine Krone auf. Das waren jetzt die Produkte, bei der Indentität sehe ich sie als Innovationstreiber auf der einen Seite und Menschenfänger (geschlossene System) auf der anderen.
Bei CC und McD sprichst du beidesmal meiner Meinung nach eher von ihrem Produkt, bei den weichen Charakteristika, würde ich sie auf der einen Seite positiv als sozial engagiert sehen und auf der anderen auch die negativen Bilder von bei CC z.B. Indien im Kopf haben. Janus-gesichter. Aber auch bei den Produkten haben viele internationale Firmen sich nicht unbedingt auf eines eingeschossen und wandeln sich. Nokia, McCain (in Europa ausschließlich Kartoffelzeugs), die Automobilhersteller, ja selbst bei Banken.
Am 14. Juni 2007 um 22:38 Uhr
Mit dem gleichen Recht wie dir, Patrick, kann man auch den Don der Lüge bezichtigen: Seine Barchetta schluckt im EU-Mittel 8,4 Liter, bei konstant 120km/h sind immer noch 7,8l (für das alte Modell, fürs neue fehlen die Daten – allerdings liegen dessen Verbräuche allesamt höher).
Das ist weit entfernt von “unter 7 Liter”
Am 14. Juni 2007 um 22:39 Uhr
Ach ja – Meine Quelle: barchetta-lexikon.de...
Eine Barchetta-Fanseite. Die stehen also nicht im Verdacht, bei den verbräuchen zu übertreiben.
Am 14. Juni 2007 um 22:41 Uhr
Ich sag nix mehr ohne meinen Anwalt…
Am 14. Juni 2007 um 22:47 Uhr
Tja so viel zum Traumwerbekunden Apple: tecchannel.de/pc_mob...
Next please…
Am 15. Juni 2007 um 00:11 Uhr
Ich sag nix mehr ohne meinen Anwalt…
So weit sind wir also schon? Schoene neue Bloggerwelt. Don Alphonso darf rumschreien, andere mit Kraftausdruecken belegen, ausgewaehlt interpretieren so wie es ihm in den Kram passt. Aber wehe andere wagen dies, da wird dann schon mal unterschwellig mit seiner Schwester gedroht, die man dann mal kennenlernen wuerde. So kann man auch Leute zum schweigen bringen.
Aber in Don’s Welt ist das wohl OK.
Am 15. Juni 2007 um 00:28 Uhr
Der Hiegl gibt nicht auf :-)
Ich hab doch gesagt, dass sich Janusgesichter vielleicht ein paar Große “leisten” können, weil deren teuer bezahlte PR-Maschinisten wieder alles richten. Richtig bekommen tut es ihnen aber trotzdem nicht. Muss ich mich dauernd widerholen?
Das kann ein Kleiner wie adical nicht. Es wird ihn zerreiben, wenn er die Finger nicht von diametral entgegensetzten Interessenslagen Blogger – jkomische Werbekunden lässt. Yahoo/China ist so ungefähr das genaue diametrale Gegenteil vom engagierten Bloggertum gegen Heuchelei. Noch diametraler geht nicht. Da sind Gummistiefel (Nokia) und Handygehäuse (Nokia) dagegen fast Geschwister, mann mann.
__________
Computer und klein-Gadgets, das liegt dicht nebeneinander, da würde ich nicht von Bauchladen sprechen. Anders wäre, wenn sie anfingen, Regenschirme zu produzieren. DANN nennt man das Diversifikation. Aber es ist brand(!)gefährlich, weil es die Marke verwässert.
@ Patrick
Das Apple-Beispiel zeigt, dass man immer aufpassen muss, was sie treiben, Einmal Heiligenschein, immer Heiligenschein wird nie sein. Bleibt zu hoffen, dass sie sich demnächst zünftig zusammenreißen. Gottseidank habe ich keinen iPod. Du bist doch der Apple-Evangelist.
@ Roland
Dem Print-SPIEGEL (und dem online-SP) trau ich nicht. Noch nie. Solltest du Anzeigen finden von z. B. Erdgas-Unternehmen und nicht nur Aral-Tanken für Benzin und im Heft wird engagiert kritischst (nicht nur a bissi pseudo-kritisch mit Wattebällchen-Einlage, hach) über Putin, Gasprom und Schröder berichtet, lass es mich wissen. Glaub ich nicht dran. Ich vermute sehr, dass der SPIEGEL sogar INSM-infiltriert ist. Hinter INSM stecken die Arbeitgeberverbände Gesamtmetall mit angeschlossenem Buffet für Politiker und Journalisten und Denkfabrik (= Thinktank das hocken die PR-Spin-Doctors…). freitag.de/2005/45/0...
Bekannt: Es gibt redaktionelle Einflussnahme bei Fachzeitschriften (”Ich kaufe soundsoviel Anzeigenplatz, dafür lässt du mich Redaktion schreiben, und diese reaktionelle PR ist oft nur kläglich-klein, 8 Punkt, am Rand mit ANZEIGE übertitelt).
Einziges unabhängiges Blatt scheint mir die TAZ zu sein mit ihrem Genossenschaftsprinzip. Die richtig dicke Werbekundschaft ist da aber nicht, daher frettet das Blatt auch rum. Klar warum, oder?
Am 15. Juni 2007 um 01:10 Uhr
Versteht eigentlich irgendjemand, was dieses Gedrohe mit der Anwaltsschwester bei Don eigentlich bedeuten soll? Ist das wirklich ein “Ich muss für meinen Anwalt nichts bezahlen”-Ding? Weil, das wäre dann ja fast so dumm, als würde sich Uli Hoeness hinstellen und sagen “Nächstes Jahr spielt mein Sohn bei uns, weil, der ist auch Fußballer und mein Sohn, deshalb muss ich ihm nichts bezahlen und das macht ihn viel wertvoller als die ganzen teueren Messis und Drogbas, die sich die anderen kaufen können.”
Am 15. Juni 2007 um 04:33 Uhr
Fiat gibt für die Barchetta einen Verbrauch von 8,4 l/100 km im Drittelmix an. Das ist bereits ein reichlich optimistischer Wert für einen aufgebohrten Reihenvierzylinder mit 1.8 Liter Hubraum, der seine 130 PS letztendlich über die Drehzahl mobilisiert.
Aber gut, wenn ein “Profifahrer” wie DonAlphonso von 7 l/100km spricht, wird das sicher stimmen. Normalfahrer erreichen solche Werte eher selten:
barchetta-lexikon.de...
Am 15. Juni 2007 um 08:15 Uhr
@Vroni: Ja, ich bin Apple-Nutzer (Evangelist mittlerweile nicht mehr so sehr, hab mich letzte Zeit zu sehr geärgert). Das ist aber nicht der Punkt den ich meine, sondern die Tatsache, dass alle großen Konzerne irgendwelche komischen Touren am laufen haben. Ich spreche nicht von so kleinen Unternehmen wie Walther etc. Der Mittelstand ist da noch ziemlich anständig. Ich spreche von Global Playern, die letztendlich nur dicke Gewinne einfahren, weil irgendeiner dafür zahlt. (da mein ich nicht die Konsumenten) Profite ergeben sich nicht von alleine, die Gleichung muss immer irgendwie aufgehen und einer ist bei dem Spiel eben immer der Dumme.
Am 15. Juni 2007 um 08:31 Uhr
@Armin.
Im Usenet hab ich immer gesagt: Jeder qualifiziert sich auf seine Weise.
Das war schon sehr “2.0″, dieses Usenet ;)
Manche qualifizieren sich eben durch ihren ‘exclusiven’ Lebensstil begleitet von aristoraktischer Kraftwortjonglage (man vergleiche das passende Kapitel in ‘Marieren’ ;) ), einem ‘Sentinel-Netzwerk’ (ich will gar nicht wissen, wie man das unter normalen Menschen nennt oder früher nannte) und etwas Robin-Hood-Gehabe, das für die Gefolgschaft sorgt.
Ob das jetzt n Profil ist oder n Core Asset, geht mir (call me “Mr. Bauch(haha)laden”, seit gestern hab ich sogar noch nen neuen ‘customer generated’-Geschäftsbereich – so eine Art ‘adical rückwärts’;)) an Körperteilen vorbei, die ich im Gegensatz zu anderen nicht erwähne.
Anders: Wenn jemand mit etwas Intelligenz das liest, dann kann er schon nach ‘du bist ein Lügner’ aufhören und dürfte wissen, dass dann nix mehr Relevantes kommt. Normal tickende Menschen kommunizieren das anders, wenn jemand nen Fehler macht.
Es ist ja auch immer ganz spannend wann das Gespräch abbricht. Während bei manchen Leuen relevant ist, von wem sie Geld nehmen, tut es bei anderen nichts zur Sache.
Honi soit…
Zudem war die Bemerkung von Patrick ironisch gemeint.
Merke:
Ironie ist, wenn kein Smiley mehr nötig ist.
[Harry Heine kam auch ohne Smileys aus.]
Am 15. Juni 2007 um 12:21 Uhr
“Wenn jemand mit etwas Intelligenz das liest, dann kann er schon nach ‘du bist ein Lügner’ aufhören…”
Pruuuust.
Und wie isses dann mit deiner Intelligenz…
Am 15. Juni 2007 um 13:06 Uhr
@ Patrick
Ich wehre ich gegen deinen zynischen Werber-Fatalismus, der da bei dir durchsickert. Man wirkt ja auch gleich cool, abgeklärt und vollprofessionell auf dem Laufenden, wen man Schultern zuckt und sagt, die Globals haben alle Dreck am Stecken. Die Schlussfolgerung ist nämlich dann immer die Gleiche, die die Leute treffen: “Dann darf ich doch auch, oder?” – “Is doch eh wuascht.” – “Warum das Geschrei.”
Ich finde das ist genau der mentale Boden, auf dem adical und viele Blogger sich bewegen und sich verdammt cool und hip-zynisch vorkommen. Auch Argumente wie: “Den Lesern ist es doch eh egal, welche Werbung geschaltet wird.” deuten drauf hin, dass das Wurschtegale sich doch irschendwie prima subversiv anhört (hihi, wir nehmens von den Reichen, hihi und die checken nicht, dss wir eh nicht draufklicken muhahaha!!) und das ist dann ganz toll, supertoll.
______________
So. Das war das.
Es gibt Globals, die machen das nicht. Sie sperren keine Wanderarbeiter in Hitzeverschläge, beuten keine Kinder aus, haben keinen Dreck am Stecken, bemühen sich ständig drum.
csrgermany.de/www/cs...
Au dieser Site sind noch zig andere Unternehmen aufgeführt. Auf “Praxisbeispiele von Unternehmen” klicken. Und die machen das, das ist nicht nur PR-Geblubber.
Wenn sie euch nicht so sexy sind wie Nike oder Apple (was anderes haben Werber eh nicht im Hirn, naja vielelicht noch a bissi Bionade, dann wissen sie nix mehr…), ja dann. Aber dann kann man zynischen Werbern echt nicht mehr über die Straße helfen :-)
______________
Und adical, ihr lieben Glaubensbrüder:
Wie schreibt Adical so schön in seinen Statuten (Menuepunkt “Kunden”):
“Denn die Blogs, die durch adical vertreten werden, sind Blogs, die nicht in erster Linie als Geschäft, sondern aus Leidenschaft betrieben werden – das wissen die Blogleser zu schätzen. Dies bedeutet jedoch auch, dass adical nicht jeden Kunden annehmen kann und will.”
Der letzte Satz ist doch ganz prima. Erzählen die auch mal, welchen Kunden sie abgelehnt haben? Im Moment scheinen sie keinen abzulehnen :-)
Am 15. Juni 2007 um 13:33 Uhr
@Vroni: Wie bitte? Dein Link zu CSR in allen Ehren, aber wenn ich mir die Liste so anschaue, csrgermany.de/www/cs... könnte man wieder schön den chinesischen Rotstift ansetzen. Fängt doch gleich bei “A” an. Tss. Das führt natürlich dazu, dass die Unternehmen mit wirklicher sozialer Verantwortung unglaubwürdig erscheinen.
Mir also die Wahrnehmung des Ist-Zustandes als Zynismus vorzuwerfen – Gerne! Mir vorzuwerfen dadurch jede Veränderung blockieren zu wollen – Sicherlich nicht!
Manchmal muss man das System und die Muster dahinter erst realistisch abbilden, um sie ändern zu können. Und das ist der Punkt, mit dieser scheinbaren CSR-Romantik ändern wir nicht die negativen Gegebenheiten im Gegenteil, sie gaukeln vor, dass alles super ist. Nur muss bei Kritik der Addressat stimmen. Entweder ganz unten in der Pyramide (Kaufbewusstsein des Konsumenten) oder ganz oben (Protest an Unternehmensführung). Dazwischen reinzudreschen (adical) bringt meiner Meinung nach nicht wirklich was.
Am 15. Juni 2007 um 14:05 Uhr
Es ist superschick, alle CSR-Bemühungen in einen Topf zu hauen, überall die schlechten Erbsen herzupicken und CSR übrall als romantisch oder immer als pure PR-Übung zu bezeichnen. Ist dir überlassen.
Nicht du blockierst Veränderungen. Diese zynische Denke blockiert Veränderung. Und schafft, dass keiner sich verantwortlich fühlt, es selbst etwas besser zu machen. Wir könne alle über Nike ablästern (wird sich deswegen Nike ändern?), wir können uns aber auch mal Unternehmen anschauen, die es zumindest versuchen. Hier ist Veränderungspotenzial.
Bitte stell adical doch nicht als Unschuldige in der Mitte hin, nur weil wir angeblich uns zuallerst immer bei den Großkonzernen rühren und an ihre Tore ketten sollen, und dann als Konsumenten wieder demütig durch die Wälder schleichen sollen mit Rindenmulch-Mokassins.
Un diejenigen in der Mitte (Werbeschalter, Händler), die davon profitieren wollen (adical), dass alles noch nicht wunderbar ist, sollen wir aus der Kritik ausnehmen?
Ne, echt. Oder?
Was hat das mit dazwischen reindreschen zu tun. Die Kritiker von adical (Don et al.) kritisieren nicht nur adical, die sind sehr wohl Kritiker auch der Spitze der Pyramide als auch Kritiker der Verbraucher. Ich sehe nicht, dass immer nur auf “die Mitte gedroschen” wird.
Offtopic:
Der Don liebt halt sein Bötchen, da hast du ihn sicher ganz verquer erwischt. Was er mit dieser Art Reisen propagieren möchte ist das “slow down” Reisen, das bewusste Mändern druch die Gegend. Das kann er natürlich auch mit dem Fahrrad machen, er machts halt mit dem Auto und setzt ein Statement gegen die Raser, die mit 200 Sachen auf den Autobahen heizen und nichts von ihrem Leben sehen, weil sie zu schnell leben.
Ohne den Don jetzt groß verteidigen zu wollen (er muss selber wisen, wann er was als Lüge, wann er was als Verdrehung bezeichnet): Mich kotzen diese immergleichen Vorwürfe an (nicht von dir, sondern von Mitpostern), Don wäre nur ein reicher Müßiggänger, der Wasser predige aber Wein trinke. Klingt verdammt nach Sozialneid von Leuten, die nicht begriffen haben, dass sie mit ihrer eigenen Rennsemmel (die sicher ab und an mehr gekostet hat als seine kleine Barchetta, die auch schon Beulen hat) langsamer tun könnten. Don will den Genuß, Sinn für Qualität, Liebe zum Detail und die Langsamkeit wieder einführen, dazu hat er meine volle Unterstützung.
Das ist auch Verbraucher-Kritik, aber vorgelebte.
Derjenige, der in seiner Gesamtklimabilanz weniger CO2-Ausstoß produziert als ein schnaufender Hollandradfahrer, möge bitte den ersten Stein heben.
Ich tu’s nicht, obwohl ich’s könnte, obwohl ich das Auto schon lange abgemeldet habe, mit dem Rad und der Bahn reise. Das männliche Hirschengeschrei, das sich wegen des Co2-Ausstoßes gewisser Automobile entwickelt hat, geht mir am Allerwertesten vorbei. Bei sowas sind Frauen gaaanz taub und grinsen bloß. Und fahren Rad.
Tschüüüß, schönes Wochenende.
Fahrt mal Rad.
Am 15. Juni 2007 um 14:20 Uhr
Es geht nicht um Sozialneid oder darum, dass jemand ihm seine Barchetta nicht gönnt (also, ich zumindest gönne sie ihm aus vollem Herzen und freue mich, dass sie ihm so wenig Ärger macht.). Es geht darum, dass für ihn der Zweck die Mittel zu heiligen scheint – und da halte ich es ganz mit Martin Luther King:
“
”
Und genau das tut er, wenn er seine zumindest zweifelhaften Aussagen damit zu rechtfertigen versucht, dass er ja einer der guten sei. Dass es ihm ja um die bösen adical-Kollaborateure mit dem Dissidenten-Verräter Yahoo! geht.
Am 15. Juni 2007 um 14:41 Uhr
@Carsten: Danke für dieses großartige Schlusswort. Ich denke damit dürfte die – sich zunehmend im Kreis drehende – Diskussion ihren würdigen Abschluss gefunden haben.
Am 15. Juni 2007 um 15:06 Uhr
Sehe ich leider nicht so. Ich denke, dass es ihm nicht um sein Klickrate oder sein Listing geht, es geht ihm wirklich um die Sache des “guten Bloggens”. Er hat sich da bereits zigmal darüber ausgedeutscht. Wer wissen will, was er mit gutem Bloggen meint, kann das gern bei ihm nachlesen. Niemand ist perfekt, sein Stil des Derbleckens (das demagogische Mittel) ist angreifbar, aber dermaßen zutiefst bayrisch, dass es manchmal Black-Comedy-Qualität hat. Wenn er fehlt, fehlt gewaltig Farbe in der deutschen Bloggemeinschaft.
Mir fehlt manchmal sogar der FJS (”Ratten und Schmeißfliegen!!”). Was derzeit geboten ist, ist zwar auch das Hinterkünftige vom Hinterkünftigen, das konnten sie immer, aber nie so brillant wie er, der alte alkoholische Lateiner. Alles Schulbuben dagegen. (Disclaimer: bin kein CSU-Fan)
Aber was solls. Demnächst wieder in diesem Theater.
Am 15. Juni 2007 um 16:02 Uhr
Wo hat denn jemand was von Klickrate und Listing geschrieben? Würde ich bei ihm derlei Motive vermuten, naja, dann wäre er ein Troll unter “ferner liefen”.
Aber gerade weil ich ihn eigentlich recht gerne lese und ihm häufig zustimme (sogar in dieser Sache zu einem großen Teil), stört es mich so. Denn der Don, der hier sonst die absolute Moralinstanz gibt, ergeht sich hier in Anschuldigungen fragwürdigen Wahrheitsgehaltes, redet sich mit unglaubwürdigen Daten raus und begründet das alles dann moralisch schlichtweg lächerlich. So macht man sich angreifbar. Für jemanden mit der Integrität des Don fängt da das Sägen am Ast an, auf dem er sitzt.
So, mein Punkt ist gemacht und ich ziehe mich jetzt aus dieser Diskussion der zweiten Metaebene zurück – nicht dass Patrick noch zu gar nichts anderem mehr kommt ;)
Am 15. Juni 2007 um 16:39 Uhr
@ Carsten
Ich hab ihn nie als unangreifbare Moralinstanz empfunden. Ich hab auch nie kapiert, warum manche Blogger ihn hochstilisierten, vor ihm dienerten und sich und andere ängstlich fragten, was sie denn schreiben dürften, ob es ihm genehm sei.
Er hat angelegentlich Selbstironie (Rebellmarkt, Zitat): “Gut, in Zukunft schreibe ich dazu, dass das ein durchwegs satirisch gemeinter Hinweis auf eine Veranstaltung ist, der meine Rolle bei dem Event als eingeladener Bösewicht a priori ein wenig übertreibt, um das Ganze nicht so lädschad wirken zu lassen.”
Oder Selbstkritik (Blogbar): “…aber momentan spielt sich eine Realsatire in den deutschen Blogs ab, Disclosure: Auch unter meiner Beteiligung.”
___________Mein Fazit: Ich nehme eine zunehmende Selbstgerechtigkeit und Verhärtung von Fronten wahr. Und eine Vergockelung. Und zwar auf beiden Seiten. Wenn ich das mal so sagen darf als altes Marktweib.
Ich empfinde es als ebenso selbstgerecht, sich, sorry, a bissi scheinheilig an Dons Aufbrausen und Ungenauigkeiten aufzuhängen wecher seim Bötchen – kritisiere niemals jemanden sein Auto…, da macht der immer Fehler…) das hat einer Kollegin von mir den Job gekostet bei einem ansonsten gutartigen Designer, weil sie knochentrocken sagte, er könne doch seinen Jaguar Daimler Doublesix verkaufen, wenn ihm seine Agentur-Ausgaben wirklich zu hoch seien…, rrrums :-)).
OK, war unklug vielleicht, Super-Don-Angriffsfläche, geil, whats next? Ist das euer ganzes Argument mit adical? Muss einer immer erst ganz heilig sein, bevor ihm ein Jota geglaubt wird? Wahrscheinlich.
Note: Mahatma Gandhi, der heilige Friedensengel des passiven Widerstands, soll privat eine echte Pestwurz gewesen sein. Und wenn M. Luther King mal nicht seine flammenden Sonntagsreden (I have a dream )schwang, hat er auch gemenschelt.
Am 15. Juni 2007 um 17:01 Uhr
“Wieso beginnen wir nicht einmal damit, die Verantwortung denen zuzuschieben, die direkt dran sind. Prügelt auf Yahoo ein, weist immer wieder darauf hin wenn Unternehmen Mist bauen, boykottiert (zwingt andere nicht zum boykottieren), schließt euch zusammen und protestiert dort, wo es was bringt.”
Wir? Warum sprichst du nicht einfach von dir, Patrick? Ganz offen und ehrlich: Ich finde es anmaßend immer vom gesamten Blogdorf zu sprechen. Wir sind ja, so rein nach unrealistischen Schätzungen, auch kein Dorf mehr und einen Klassensprecher haben wir nie gebraucht.
Aber das ist ja auch so das Problem, wir haben hier ein Paar, die richtig aktiv sind und sehr viel Agedasetting machen – ob sie es wollen, ist eine andere Geschichte – und wenn die mal ein Problem haben, müssen die geschützt werden und definitiv nicht kritisiert werden. Etwas frecher: Als einer der Personen, die relativ weit oben auf dieser food chain sind, willst du natürlich, für den Fall der Fälle, auch nicht aufs Korn genommen werden.
Aber warum sollten wir uns nicht mit den Problemen auseinandersetzen, die Johnny und Sascha mit Adical haben? Dafür ist kein Grund gegeben. Normativ gesehen sollten wir ja dazu in der Lage sein eine solche Diskussion zu führen. Wenn nicht wir, dann wer?
Am 15. Juni 2007 um 17:08 Uhr
@Don
Schreib du mal wieder was, wird langweilig hier.
Am 15. Juni 2007 um 17:39 Uhr
@igor: Warum wir nicht bei Adical mitgemacht haben -wir wurden gefragt- liegt auch genau an den Gründen und Spannungsfeldern, die wir im Zusammenhang mit den jetzt diskutierten Themen ein wenig “vorausgespürt” haben. Blogvermarktung funktioniert prinzipiell in Deutschland nur innerhalb einer Zentralvermarktung. (wenn man sie denn überhaupt will) Klassischen Online-Vermarktern ist diese Geschäft zu mühsam…Man kann gut in den Beiträgen herauslesen, warum. Wenn aber Zentralvermarktung, dann sollten die Mitglieder auch mitmachen: Konfliktpotenzial Nr.1. Wenn man Kunden in der Startphase der Vermarktung ablehnt, die Mitglieder und die Betreiber aber Ergebnisse sehen wollen, gibts Konfliktpotential Nr.2. Wenn man gleichzeitig Vermarkter und Blogger ist (wie Johnny) ist es Konfliktpotential Nr.3.
Ich veruteile Adical nicht, sehe aber einen leider zu großen Spagat zwischen ethischem Anspruch und gelebter Werbewirklichkeit auf deren Blogs. Andererseits sollten Blogs, die sich einer Vermarktung öffnen wollen (und die fängt bei Adsense an) darüber im Klaren sein, dass -auf kleinerem Niveau- diese Diskussion auch vor der eigenen Haustür weitergeführt werden kann. Das hat nichts mit einem “Relativieren” der Fehler zu tun, sondern mit der Frage, wie es konkret nach Vorstellung der Kritiker gehandhabt werden sollte. Da ich gerne konstruktiv denke, sind das die Fragen, die mich beschäftigen.
Mein konkreter Vorschlag an Adical: Ohne es groß zum Blogthema zu machen, sollte vielleicht intern etwas mehr “ausgewählt” oder ggf. auch verzichtet werden, zugunsten eines -wirklich schwierigen- Abwägungsprozesses, um weniger in der “Schusslinie der Ethik” stehenden Marken und Brands zu finden. Gerade die Credibility der Blogger ruft nämlich gerne Unternehmen auf den Plan, die -wie Patrick sagt- einen PR-Greenwasher suchen. Diese potenziellen Kunden sollte man umschiffen und ganz sicher nicht zum dritten Mal “daneben” liegen mit der Auswahl. Fingerspitzengefühl eben.
Am 15. Juni 2007 um 17:39 Uhr
Der Mittelstand und der agriculturelle Ernährungsstand ist auch nimmer, was er noch nie war:
spiegel.de/wirtschaf...
Am 15. Juni 2007 um 17:53 Uhr
@igor: Mit “wir” meine ich nicht im speziellen das Blogdorf. Mit “wir” meine ich mich eingeschlossen, wir Menschen, wir Konsumenten. Ist halt netter und weniger von oben herab als “ihr”. Wenn dich das stört okay, musst mich ja nicht als “Klassensprecher” ernst nehmen (will ich auch nicht sein). Ich springe auch nicht für adical in die Bresche weil ich Schiss habe uns könnte jemand “aufs Korn” nehmen, ich kann immer noch ganz gut das rechtfertigen was ich tue und brauch das nicht auf so eine verquere seltsame Tour machen, wie du dir das vorstellst.
Ich will mit dieser Diskussion auch nicht die Kritik an Yahoo und die Auswahl dieses Kunden von Adical wegwischen, sondern lediglich auch mal eine andere Sichtweise aufmachen, jenseits von Adicalfreunde schreiben positiv und Kommerzgegner brüllen das textlich nieder. Ich hab ne Zwischenposition, da ich auch potenzieller Konkurrent von adical sein könnte, ich aber in der Werbebranche, den Todfeinden einiger Blogger, arbeite.
Wenn dir das nicht passt, das ich eine weitere Sichtweise in die Diskussion einfließen lasse, dann versteh ich ehrlich gesagt nicht wieso du eine Diskussion über adical forderst. Ich hätte es mir auch ganz einfach machen können und schreiben können “Adical ist doof / Adical ist super”.
Ich habe mit meiner Meinung natürlich auch genauso viel Recht, wie all die tausenden (oder wieviele sind es denn im “Dorf”?) anderen Blogger, die meinen sie wüssten zu diesem Thema absolut Bescheid und sind die “Untouchables” des 21. Jahrhunderts. Eine Diskussion kann nur mit bestimmten Gegenpositionen fruchten und die Mehrheit entscheidet eben am Ende welche Position für sie eher in ihr Weltbild passt. Ich versuche eine Position zwischen den Positionen zu initiieren und damit alte Diskussionsmuster aufzubrechen. Das ist mein Stil seit nunmehr 4 Jahren öffentlich in Blogs und das wird auch die nächsten Jahre mein Stil bleiben.
Am 15. Juni 2007 um 18:06 Uhr
Roland: Wir sind einer Meinung. :)
Am 15. Juni 2007 um 18:07 Uhr
@ Roland
Genau so.
Am 15. Juni 2007 um 18:18 Uhr
@Vroni: Zum Sklavenwirt: Jeder Mensch hat eben nicht nur ein Arschloch, oft reduzieren sich einige auschließlich darauf.
Wir wir nun alle wissen, ist die Sklaverei nie wirklich abgeschafft worden, sondern lediglich mittels magischer Kommunikation von der Bildfläche verschwunden. “Outgesourced” sozusagen.
Übrigens das hier *achtung überspitzt – muss man ja jetzt immer ausdrücklich dazu sagen* wird bals zur schicken Sklaverei 2.0: de.wilogo.com/
Am 15. Juni 2007 um 20:07 Uhr
disclosure/ Ziemlich genau die Gedankengänge von Roland sind mir durch den Kopf gegangen, als ich gefragt wurde, ob ich über Adical Werbung in meiner kleinen Bloghütte schalten möchte. Meine Entscheidung fiel jedoch anders aus. Ich hab’ mich für Adical Werbung entschieden. Und würde es wieder tun. /end of disclosure
Die Aufgeregtheit einer handvoll Blogger (Blogcensus zählt bis dato ca. 120.000 Blogs im deutschsprachigen Raum. Um mal “handvoll” in Relation zu setzen) scheint sommerspezifisch zu sein. Letztes Jahr um diese Zeit war es die Killerbrause und dieses Jahr ist es Blutbloggen. Nächstes Jahr werden Blogger vielleicht rückwirkend für das Aussterben des Dodos verantwortlich gemacht. Ich frag mich nur, wo der Aufschrei des Entsetzen blieb als kurze Zeit mal Yahoo Pipes gefeiert wurden oder als bekannt wurde, das Flickr an Yahoo geht? Klar, bei der Flickr Übernahme knarschte es etwas in der Dorfeiche, von wegen “wie doof sich jetzt bei Yahoo registrieren zu müssen”. Schmährufe wie “Blutfotografen” waren nicht zu hören. Wäre ja auch ziemlich blödsinnig. Dann müßte man dem Don ja auch vorwerfen “Blutmailer” gewesen zu sein, da er, vor seinem Wechsel zu gmail, eine Yahoo Adresse als Kontaktadresse in seinem Blog hatte. Wäre ein blödsinniger Vorwurf. Obwohl… ähhh… ist gmail nicht…? Nein, blödsinniger Vorwurf. Okay, okay, Nutzer und Werber sind zwei Paar Schuhe. Sagen die Nutzer. Weil der eine umsonst (aka saubillig?) für einen Service wirbt und der andere Geld dafür nimmt? Ist der “Unterschied” (so er denn einer ist) wirklich so dicke?
Für mich war die Entscheidung für Adical einzig und allein von einem Punkt abhängig: Garantiert mir Adical eine völlige Freiheit meiner Inhalte, unabhängig von der geschalteten Werbung? Und genau an diesem Punkt vertraue ich Johnny 101%. Punkt. Absolute Trennung von Inhalt und Werbung waren und sind für mich die Voraussetzung, die erfüllt und garantiert werden müssen. Mischformen (bezahlte Beiträge) ausschließlich deutlich gekennzeichnet. Solange mir Adical das garantiert, bin ich gern dabei. Aber ich hab’ auch den Clash nach London Calling nicht “Verräter, Verräter” hinterher geschrien, sondern mich über die pickligen Trollpunks geärgert, die 1980 in der Markthalle das Clash Konzert verhinderten…
Am 16. Juni 2007 um 00:15 Uhr
Haeusler.
de.wikipedia.org/wik...
Am 16. Juni 2007 um 00:23 Uhr
Und Re:Don — ignorieren.
stefan-niggemeier.de...
Am 16. Juni 2007 um 02:11 Uhr
@Vroni: Unangreifbar sicher nicht. Aber Realsatire hin oder her: Er argumentiert von einem hohen Ross herunter als selbstgesetzter Maßstab für Moral und Integrität. Das will ich ihm auch gar nicht nehmen – nur soll er dann auch bitte sauber argumentieren.
Wenn du nochmal ganz genau meinen Beitrag liest, dann wirst du sehen, dass ich ihn nicht in der Sache angreife, da ich die Auswahl der adical-Werbepartner – diplomatisch ausgedrückt – ausgesprochen unglücklich finde. Aber auch wenns gegen PR-lügende Pro-Mitglieder der flickr-Gruppe “Pädophile Neonazis Hoyerswerda” geht, bleibt eines wahr: Mit schmutzigen Mitteln zieht man seinen Kampf und seine Sache in den Dreck.
Um ein praktisches Beispiel zu liefern: Angenommen, die US-Regierung wäre wirklich nur daran interessiert, der Welt Frieden und Freiheit zu bringen und wollte den Irak nur aus lauter Nächstenliebe von seinem Diktator befreien, würde das dann irgendwas ändern? Nein. Mist bleibt Mist, Motive sind dabei Luxus.
Am 16. Juni 2007 um 02:40 Uhr
Schmutzige Mittel? Wo?
Dass er aufgebracht “Lügner” statt superkorrekt und tunlichst höflich auch bei Beleidigungen “Oh, das ist unrichtig” sagte und dass er seinen Benzin-Verbrauch doch nicht ganz so – scheints – exakt aus dem Stegreif herhauen konnte? Ich kenne meinen jährlichen Erdgasverbrauch auch nicht aus dem Kopf, und behaupte einfach, dumm wie ich bin: er ist niedrig und sparsam gegen die 30°-Heizer, die partout im Winter mit Badeanzug in der Wohnung rumhüpfen wollen und 2 Stunden lang duschen.
Das war doch Peanuts. Geh doch weiter. Es war emotional. Hey, wir sind im Internet, es ist zeitnah, da ist die Tastatur manchmal schneller als das Hirn. Ist dir garantiert auch schon mal passiert
Ich wär auch stinkig geworden, wenn mir jemand mein Oldtimerhobby anmadet und damit beweisen will, dass ich damit DER Klimaverpester bin, “rasen” würde, “Rennen” unterstützen würde, damit “schmutzig” wäre und ergo kein Recht hätte, was gegen einen schmutzigen Global Player zu meckern. Das sind einfach keine Verhältnisse, das war eher unsaubere provokante Rhethorik von Patrick.
Schmutzige Mittel sind Gemauschel, Verdrehungen (und zwar kühl geplante), Intrige, üble Nachrede.
______________
Disclaimer:
Bin beim Bund Naturschutz und verzichte bewusst aufs Auto. Und kann dennoch euere Anfeindungen nicht verstehen.
Hey, ich hab von Peanuts-Zählerey die Nase voll. Und dass welche die Verbräuche der Barchetta herrecherchierten hat mir den Deckel rausghaut.
Am 16. Juni 2007 um 03:00 Uhr
Er hat den Verbrauch hier reingebracht. Dann sollte er ihn auch richtig nennen. Wenn er das nicht tut, dann ist es keine Peanuts-Zählerei, darauf hinzuweisen.
Das Problem liegt in diesem Kommentar. Hingewiesen auf die Lücken in seinen Aussagen kommt nicht nur die kritisierte Rechtfertigung, sondern auch die implizite Anwalts-Drohung.
Und ob eine Verdrehung kühl geplant ist oder nur kurzfristig opportun erscheint, ist mir egal. Es bleibt eine Verdrehung. Und zumindest die haben wir hier.
Am 16. Juni 2007 um 03:49 Uhr
1. Jeder nicht ganz depperte Autofahrer weiß: Verbräuche unterliegen Schwankungen von Modell zu Modell und unterliegen dem Fahrerstil, Internet-Angaben oder Hersteller-Angaben sind nur die Richtung bei durchschnittlicher Fahrweise. Firlefanz. Vielleicht braucht Don wiklich nur um die 7 + – l. Er hatte vielleicht bloss keine Lust, den Erbsenzählern sein Tankbuch zu posten.
Mein Ex-Mann war auch immer stolz, dass er weniger braucht, als vom Hersteller angegeben, weil er so geschmeeeeiiiidig fährt (ich Dummie mit meiner drurchschnittlichen Fahrweise versaute ihm immer seinen Super- Durchschnitt..:-) Ich kenn den Terz also gut :-)
Hingewiesen auf die Lücken in seinen Aussagen: Vielleicht hatte er keinen Bock mehr auf diese Erbsenzählerei noch was zu sagen. Mir wäre es auch zu blöd geworden (mir wirds auch langsam zu blöd…)
2. Implizite Anwaltsdrohung.
Tja, harte Sache, das mit der Dame. Sind das aber schon schmutzige Mittel, wie du sagtest?
Ich bleib bei meiner Aussge, euer Ehren: der relativierende Vergleich von Patrick hate ein Gerüchle, das war nicht koscher. Und Don hat hart darauf reagiert. Fertig.
Meinereiner liebt Relativierungen auch nicht besonders, habe da einschlägige Erfahrungen in meiner Familie, da krieg ich einen Hals. Wo ich persönlich aber wirklich wild werde, wenn jemand unter den Teppich kehrt. Das ist meine Achillesferse, da schmeiß ich mit teueren Vasen und sag komische Sachen.
Kann aber gut verstehen, wenn es jemandem, mit Relativierungen so geht, vor allem wenn er/es historisch belastet ist.
Am 16. Juni 2007 um 03:57 Uhr
Ähm, welche Aussage war die Verdrehung?
Am 16. Juni 2007 um 09:04 Uhr
Man darf also polternde Provokateure niemals polternd provozieren? Amüsant ist das.
Am 16. Juni 2007 um 11:11 Uhr
Nun wirklich zum allerletzten Mal in diesem Thread, zu diesem einen bestimmten Thema. Ich werde in Zukunft einfach einen Riesenbogen machen. Ich wäre damit nicht der erste der das in Blogs vor hat, könnte aber der erste werden, der das bis zum Schluss durchzieht. (Mein Opa hat mir nämlich einen enormen Dickschädel für solche Aktionen vererbt.)
Ich suche mir einfach andere Menschen, Menschen mit einem Humor, den ich schätze (dazu gehört auch über sich selbst lachen zu können). Menschen mit denen ich viel lieber spielen gehe, anstatt mich stundenlang aufzuregen. Menschen, die Meinungsfreiheit in Blogs und anderen Medien tatsächlich auch ALLEN anderen Menschen zusprechen. So sei es.
Und jetzt bitte keine Antwort oder Erklärung mehr von mir dazu erwarten.
Am 16. Juni 2007 um 13:27 Uhr
Doch, Patrick,
du kannst alles: du darfst sie provozieren.
Aber du darfst dich halt dann auch nicht mordsmäßig wundern, wenn die bayrischen Maßkrüge fliegen, weil du gleich 2 Trigger auf einmal erwischt hast.
Aber dennoch, Gratulation, fetter Thread geworden. Basddscho. :-))
@ Roland
Welche Verdrehung das denn gewesen sein soll, die Antwort krieg ich wohl nicht mehr. Jaja, lasst ein alte Frau dumm sterben! :-)
Am 16. Juni 2007 um 15:24 Uhr
@vroni
Älterer Mann hat in diesem Mega-Thread die Orientierung verloren. Bin ich dir noch eine Antwort schuldig, die mir durch die Lappen die gegangen ist?
Am 16. Juni 2007 um 15:51 Uhr
“Es bleibt eine Verdrehung. Und zumindest die haben wir hier.”
Sagtest du.
Und ich wollte wissen:
“Ähm, welche Aussage [von Don] war die Verdrehung?”
Am 16. Juni 2007 um 17:12 Uhr
@vroni: Der Fahrer hat selbst 7,5 l bei ’schonender Fahrweise’ ausgerechnet. Und angedeutet, dass es ggf. noch sparsamer gehe. Ich bin nun zu wenig Autofachmann um abschätzen zu können, ob da noch für *mehr* als einen halben Liter auf 100km Luft ist, um ‘unter 7 l’ zu kommen.
Gut, wenn manche Leute es stilistisch und menschlich OK finden andere als ‘Lügner’ zu bezeichnen… Ich versuche das nicht zu tun. (Ich könnte mich jetzt nicht erinnern ;) ) es sind dei selben Leute jedenfalls, die ihre (eventuel zwar aus historischen Gründen) etwas ****** Imagination mit dem verwechseln, was wirklich passiert.
Mag sein, dass es bei der MM weniger Liter waren.
Zum Arguemnt: Man habe da ‘etwas berührt’: An anderer Stelle hat er mal gesagt das Auto sei ‘aus Familienbesitz’ & mündlich fiel da 2005 (?) mal was, an das ich mich zu ungenügend erinnere um es gerichtsfest zu zitieren. D.h. das Statement, es sei ’sein Auto’ ist ggf. schon abmahnfähig ;) (das Statement “es ist nicht seins” auch, weswegen ich vollkommen offen lasse, ob das Auto überhaupt irgendjemand je gehört hat, gehört oder gehören wird…)
Gleichzeitig wird in der BB und bei Boocompany ‘etwas berührt’ was man getrost die Existenz des einen oder anderen nennen kann. Wie ‘dürfen’ die dann reagieren?
Das alles ist und bliebt affig.
Ich jedenfalls fahr Auto nicht zum Spaß sondern um von A nach B zu kommen und fahre n Auto, in dem die Familie Platz hat und bei Sonne nicht gar kocht. Und wenn ich allein weitere Strecken unterwegs bin fahr ich idR. Zug u.a. um da zu *arbeiten*.
Am 16. Juni 2007 um 21:33 Uhr
@ Patrick: Ich find’s gut, das (und wie) du die Diskussion angestoßen hast. Das das mit der Blechsemmel so ins off-topic ging, lag ja nicht an dir. Wenn’s in der Sache dünn wird, wird halt auf Nebenschauplätze abgelenkt.
Eine Frage geht mir seit einigen Tagen durch den Kopf: Wäre die China/Yahoo Geschichte auch ohne die Adical Werbung wieder hochgekocht? Ich persönlich vermute: Nein, nicht in dieser Eindringlichkeit. Als Yahoo Flickr schluckte kam nichts bemerkenswertes. Die Flickr Zensur Geschichte dümpelt da, wo es Flickr Nutzer betrifft, auf Schäuble Aufregungsniveau. Ich lass die Frage gern mal so im Raum stehen.
Am 16. Juni 2007 um 22:02 Uhr
@vroni: Das Zitat mit der Verdrehung ist von mir, nicht von Roland ;)
Die Verdrehung liegt darin, dass aus Patricks unpräziser Aussage (Sportliches Auto plus rumheizen aka. Vergnügungsfahrten) eine Lüge geworden ist. Und dass der Verbrauch beim Spritsparwunder Don glatt mal einen Liter unter den niedrigsten Angaben woanders liegt.
Um zurück zur Sache zu kommen: Ich habe aus nahliegenden Gründen meinen Flickr-Account gelöscht. Gleiches täte ich auch mit meinem Yahoo!-Account, wäre der nicht zugleich auch mein Zugang zu meinem United-Domains-Portfolio. Die Abstimmung mit der Geldbörse/den Füßen dürfte hier das einzig wirksame Mittel sein. Und für die Flickr pro-Benutzer vielleicht noch der Gang zum Anwalt, aber da hab ich keine Ahnung von.
Am 16. Juni 2007 um 22:34 Uhr
Ja, so stell ich mir das vor:
Ich: Herr Anwalt, ich will flickr@yahoo.com verklagen
anwalt: wie?
ich: dei sollen ein geld rausrücken,s ie behaupten sich nahc deutschen gesetzen zu reihcten
anwalt: usa?
ich: ja
anwalt (entschuldigt sich und wählt die nummer des nächsten psychatrischen landeskrankenhauses)
So etwa?
PS: Mein pro-Account läuft heute aus, Fotos sind gesichert ;) Löschen tu ich nicht, denn die Fotos sind verlinkt…
Am 16. Juni 2007 um 23:07 Uhr
@Boogie: Zu dem Aspekt Adical-Diskussion. In der Tat ein interessanter Gedanke. Das macht die Diskussion und die verschiedenen Aspekte umso spannender. Man sieht daran, es ist auch wichtig, dass solche Kritik an bestimmten Punkten auch auftaucht und dass sie einen Impuls erhält, dass sie überhaupt auftaucht. Es ist dann am Ende eben nur die Frage, wohin sie kanalisiert wird (also erreicht es mehr Menschen als allein die Blogger die sich mit dem Thema beschäftigen), wie sie geführt wird und in welchen Ergebnissen die Diskussion mündet.
Der Stil einer Diskussion entscheidet – wenn das Thema nach außen in die Breite sickern sollte – wohin sich die Masse bewegt. Was ich allerdings nicht weiß ist, wie dieser Stil tatsächlich aussehen muss. Soll es diplomatischer sein, knallig, provokant oder sachlich-nüchtern. Wie transportiert man denn eine Botschaft, damit sie nicht nur in die Breite ankommt (wenn man das überhaupt will), sondern eben auch memetisch nachhallt?
So blöd Werbung für viele sein mag, sie kann für Jedermann/frau und jedes Ziel unheimlich wertvoll, aber auch gefährlich sein. Die Kommunikation ist unter anderem auch (neben leben, lieben und verkaufen) das wichtigste und mächtigste Werkzeug bei menschlichen Interaktionen, auf der ganzen Welt – Mikro (Familie, Job etc.) wie Makro (Religion, Interessensvertretungen, Innen- und Außenpolitik). Kommunikation bewegt und bremst Prozesse.
Das mag sich jetzt vielleicht banal und allgemeinplatzig anhören, aber wir sollten uns das immer und immer wieder bewusst machen. Wie kommunizieren wir mit dem Partner, wie mit unseren Kindern, wie mit den Kollegen, den Chefs oder Kunden auf dieser Welt. Als Blogger musst du dir immer auch die Frage stellen, wie kommunizierst du mit so vielen Menschen da draußen? (nicht auf A-Blogs oder Reichweite bezogen sondern als gesamtes, wachsendes Informationsnetz betrachtet. Eine Meldung in einem kleinen Blog kann kürzester Zeit eine Masse von Menschen erreichen) Mit Menschen, die du nicht magst, die du liebst, die du toll findest, die du richtig hasst, aber eben alles gleichzeitig, denn die Kommunikation erreicht nie nur den, den man im speziellen meint, sondern eben auch zig andere die eine solche Kommunikation verfolgen.
Als großer Fan des systemischen Ansatzes kann ich mich nur ständig wiederholen: Veränderungen beginnen immer erst bei einem selbst und breiten sich erst dann memetisch auf andere Menschen aus. Möchte man also, dass sich etwas am System verändert (und damit meine ich jetzt nicht irgendwie nur politische Systeme, sondern das kleinste System ist das enge und alltägliche Umfeld, also mittlerweile hier und jetzt auch das Umfeld dieses oder jenes Blogs.), dann kann dies nur geschehen, wenn man bei sich selbst beginnt.
Wer Lust auf ein kleines aber wirksames Experiment hat: Am Montag, wenn ihr in der Öffentlichkeit unterwegs seid versucht doch mal mit einem fröhliches Grinsen (also nicht übertrieben) an den Menschen vorbeizugehen, seid höflich, haltet Türen auf, plaudert freundlich mit Menschen die mit euch interagieren und beobachtet, wie sie darauf reagieren. Und am nächsten Tag marschiert ihr den gleichen Weg mit einem richtig grimmigen Blick auf dem Gesicht. Pöbelt Leute an und muffelt vor euch hin. Beobachtet ihr das gleiche wie am Vortag? Hat sich etwas zum Vortag geändert? Welcher Tag gefiel euch besser? Welchen Tag empfandet ihr als produktiver?
Wenn ihr keinen Bock habt euch in aller Öffentlichkeit zum Hanswurst zu machen, dann nehmt euch einfach vor, am Tag 1 surft ihr von Blog zu Blog – wer Angst vor der digitalen Öffentlichkeit hat auch gern hinter einem Pseudonym – dann lest ihr und was euch gut gefällt kommentiert ihr mit einer fröhlichen Zustimmung. Am nächsten Tag kommentiert ihr alles was euch nervt mit einem saftigen Kraftausdruck. Beoachtet und vergleicht was geschieht und wie der Blogbetreiber reagiert.
Wenn ihr das alles zu dämlich findet was ich hier schreibe, nennt mich einfach einen Spinner und beobachtet was dann so passiert.
Am 16. Juni 2007 um 23:52 Uhr
Da schaut der Adler übers Tal
da pfurzt die Gans in ihrer Qual
der Frosch auf seiner Frühlingsrose
die Sau in ihrer Seppelhose
Grüß Gott der Herr ich bin die Vroni
ich melk die Küh und auch den Toni
Frau Fuchs aus ihrem Bau heraus
der Dax in seinem Schneckenhaus
die Feldbusch hüpft im Gras herum
ein Pfau im Kleid verliert sich stumm
die Bärenmarke abseits steht
im Lorbeerfeld der Wind sich dreht
von Baum zu Baum das Eichhörnchen
die Hennen ihre Maiskörnchen
pick pick die Eier grün gelegt
hui hui die Blüten weggefegt
ein Wurm aus seinem Aste lugt
ne Schnecke ihren Weg verfugt
der Wau Wau Bell in seiner Hütte
so lieb und weich der kleene Lütte
am Giebel fern ne Amsel trällert
was ihren Ruf beim Pferd nicht schmälert
der Rohrspatz nah am Dome pfeift
die Krähe fremde Küken greift
ne Katz im Mauseloch verschwindet
die Eule mit dem Kauz sich bindet
am Bach verträumt ein Salamander
im Teich ein Fisch mit Namen Wanda
auf Wiesegrün da steht die Ziege
die Oma dort auf ihrer Liege
im Hintergrund ein Traktor rostet
der Bauer seine Nichte kostet
im Stall die Magd ein Kind gebärt
was ihren dicken Bauch erklärt
zum Abschluß noch nen Hirsch ins Bild
Frau Jägers Holz im Hasen quillt
zwei Tage lang floß wild der Reim
versunken Lot im dunklen Wein
gebunden an den Alltagstrott
träumt sich ein Narr von Hüh nach Hott
gewinnen wollte er ne Reise
bekommen hat er diese …
Flöte…
auf dem Geleise zerronnener Nöte…
schwebt trunken dir die Achterbahn
hinaus den Kopf die Zunge spei
reimst du dir deine Welt zu Brei
Die Kommentar- und Rechtfertigungswut schreit nach dem Spiegelgesetz.
Beleidigungen, Wortwahlverliebtheiten, Rechthaberei, Blödheit -> wat n adrenaliner Weihrauch ~ und wozu das alles — doch nicht etwa der Erkenntnis wegen?
Am 16. Juni 2007 um 23:59 Uhr
Gut gelegen!
Am 17. Juni 2007 um 02:18 Uhr
Wenn DAS das schmutzige “Verdrehen” war und damit die angeblich unsaubere Methode, mit der man gute Mittel nicht ereichen könne, da kann ich aber auch nur lachen. Ist mir zu konstruiert.
Es war eine Überreaktion.
Und was sonst noch mit dem Auto war und ist und die Besitzverhältnisse interessieren mich kaum.
Am 17. Juni 2007 um 18:26 Uhr
Hallo Patrick,
Änliches nur anders herum spiele sicher gerade bei XING ab. Du solltest Dir mal meine Thread zum Thema 100 Ideen sammeln reinziehen, im Forum Akquisition & Kundengewinnung. Gute Unterhaltung, aber bitte nicht erschrecken: https://www.xing.com...
Ist das nicht auch Dein Thema?
Am 17. Juni 2007 um 20:26 Uhr
@Christof: Ich soll mich jetzt durch 63 Seiten Xing-Forum wühlen, für ein Thema, was mit dieser Diskussion so pberhaupt nichts zu tun hat? Gibt es vielleicht eine Summary? Oder Anhaltspunkte wo es tatsächlich spannend wird? Oder ist das gar wieder einer dieser Pushel-Aktionen?
Bitte das nächste Mal auf einen anderen Weg auf sowas aufmerksam machen.
Am 18. Juni 2007 um 01:19 Uhr
@christof: Nachdem ich mich jetzt mehrere Stunden durch den xing-thread gewühlt habe, ist eindeutig klar, dass dieser nichts mit oben genannten Thema zu tun hat.