13.06.07
10:04 Uhr

Making of ARG Philip Retingshof

Letztes Jahr im August startete das bisher erfolgreichste deutsche Alternate Reality Game. Die Blogosphäre war gespalten, Don Alphonso lüftete kurz den Vorhang um die scheinbaren Strippenzieher zu entlarven. Nichtsdestotrotz war das ARG sicherlich spannend und vor allem sehr gut gemacht. Verantwortlich für die Durchführung des Games war eine Studentengruppe der Pop-Akademie Mannheim unter Leitung von Dr. Michael Zerr, gleichzeitig Geschäftsführer von vm-people. Das gesamte ARG sollte letztendlich Mundpropaganda für das damalig neue Enigma-Album werden, wobei natürlich ganz klar das Spiel an sich im Vordergrund stand und man sich somit fragen muss, ob ein ARG zur Markenkommunikation überhaupt etwas taugt. 1. sind solche ARGs, wenn man sie gut machen will, verdammt aufwendig (die Studenten waren rund um die Uhr für einig Monate im Einsatz, teilweise in ganz Europa verteilt) und 2. können sie zwar gehörig Buzz erzeugen, aber eben nur für das Spiel an sich. Eine Marke oder das Produkt, das am Ende aus dem Hut gezaubert wird, ist ungefähr so spannend wie ein Auftritt eines Doubles nachdem das Original gesungen hat. Der Ruhm, die Bekanntheit bleibt einfach nicht haften. Meine Frage lautet daher ob es nicht möglich wäre, dass eine Marke von Anfang an mit einer Präsenz ein ARG begleitet. Das kann vom relativ schmutzigen Product Placement bis hin zum “powered by” alle Facetten beinhalten. Wichtig ist die Allgegenwärtigkeit, denn sonst ist und bleibt ein ARG l’art pour l’art.

Letzendlich finde ich den Einsatz von ARGs sehr sehr spannend, es sind involvierende, interaktive Spiele, die einen hohen Suchfaktor besitzen und gerade durch die Verschmelzung durch Fiktion und Realität ihren Reiz haben. Kritisch damals war sicherlich die unaufgeforderte Versendung von Trauerkarten, von der sich viele Blogger belästigt gefühlt haben. (Wunsch nach Robinson-Liste) Daher ist einer der Sätze des “making of” nicht ganz richtig. Die Mundpropaganda hat nicht bei einem Autor begonnen und sich per Pull-Verfahren weiterverbreitet, die Aktion wurde ganz bewusst und relativ breit mit Trauerkarten und Kaleidoskopen an Blogger (und damit Gatekeeper) gepusht. Das hat weder etwas mit Permission Marketing, noch mit Mundpropaganda zu tun. Mir ist aber schon klar, dass es ohne diesen “Push” wahrscheinlich nicht so angelaufen wäre, nur sollte man das dann eben auch ehrlich offenlegen.

Wie das ganze organisiert war und weitere Hintergründe seht hier in diesem Making of:

Link: sevenload.com

via Bernd Röthlingshöfer

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Ein Kommentar

  1. ConnectedMarketing.de

    Word of Mouth Marketing News….

    In den letzten Tagen kam wieder einiges zusammen, und wegen meiner Reisen kann ich jeder einzelnen Geschichte leider nicht die Aufmerksamkeit geben, die sie verdienen. Also wieder in der Übersicht: User Generated Advertising: Pete Blackshaw hat schon …

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