13:25 Uhr
Bar Camping
Als Hamburger hab ich es natürlich bei jeder Gelegenheit erwähnt: Südeuropa und Hamburg sind sich klimatisch durchaus öfter näher, als es das gängige Vorteil über unser “Schmuddelwetter” suggeriert. Dass Temperaturen jenseits der 30 Grad allerdings auch eine besondere Herausforderung darstellen, wenn das verschwitzte Oberstübchen angeschaltet werden soll, ist auch nachzuvollziehen. Schade daher, dass das angenehmste Klima während des Barcamp Hamburg häufig im luftigen Schatten der Exilraucher “draussen vor der Tür” zu finden war und die nicht klimatisierten Sessions des Barcamps nur bedingt meinen Geschmack trafen.
Einerseits gab es (wohl) inhaltliche Perlen, die teilweise in einer Parallelsession liefen und die ich auch daher verpasste, andererseits war ein relevanter Teil der Sessions geprägt durch das von mir kurz als “Monniteising” subsummierte allgegenwärtige Schubladen-PR-Powerpoint/Keynote-Bingo, das sich auch im “Flurfunk” fortsetzte. Nun ist der Wunsch, mit dem eigenen WEB-Service Geld verdienen zu wollen und Investoren zu finden, ganz sicher nicht verwerflich. “Ohne Moos nix los” gilt bei vielen Teilnehmern des Barcamps, die zurecht auch darauf achten müssen, wie sie mit ihren Startups ihren Lebensunterhalt verdienen können. Auf der anderen Seite ist doch gerade das Barcamp konzeptionell angetreten, neue Wege des Informationsaustauschs zu gehen und diese in ein kreatives und inhaltedominiertes Format zu gießen, jenseits geschickt verpackter Produkt-Shows.
Einige Gesprächspartner, mit denen ich mich auch über diese Entwicklung unterhielt, entgegneten, dass doch jeder selbst seinen Teil zur konstruktiven inhaltlichen Gestaltung beitragen könne und insoweit das Angebot an Sessions auch dem demokratisch gepägten Wunsch der Teilnehmer entspräche. Das sehe ich etwas anders:
Alle kommerziell ausgerichteten Startups haben (völlig zurecht) ihre Botschaften in smarte Präsentationen verpackt. Sie sind prinzipbedingt vorbereitet, motiviert und ggf. auch trainiert darauf, diese einem weiten Kreis an potenziellen Kunden zu vermitteln. Wer aber als Freelancer, Einzelkämpfer oder einfach als interessierter privater Besucher erscheint, könnte daher durch die offensiven Profis durchaus etwas irritiert werden, wenn es um die Präsentation eigener und persönlicher Gedanken und Ansichten in einer möglichen Session geht.
In jedem Fall danke ich den Organisatoren, privaten Engagements und Saftlieferanten; auch der Vor-Ort-Frosta-Imbiss am Sonntag war lecker und der richtige Weg, musste man doch nicht mehr in großen Kolonnen eine kleine Weltreise antreten, um in den Genuss zu kommen.
5 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 11. Juni 2007 um 15:25 Uhr
“Schubladen-PR-Powerpoint/Keynote-Bingo”? Mir kommt da gerade die Idee in Köln zur Auflockerung BarShitBingo einführen. Wer sich davon auf den Fuß getreten fühlt, der soll Aua schreien.
Am 11. Juni 2007 um 18:55 Uhr
Das Barcamp Hamburg aus Sicht der Werbeblogger…
Patrick und Roland schreiben über das Barcamp Hamburg am vergangenen Wochenende hier in meiner Heimatstadt. Meine Befürchtungen wurden mehr als bestätigt. Es war also völlig okay, dass ich nicht dabei war. Die beiden Texte zeigen ab…
Am 11. Juni 2007 um 23:43 Uhr
Für mich hat sich auf meinem ersten Barcamp bestätigt, was sich im Webzwonull schon länger abbildet. Insofern hielt sich meine Enttäuschung in Grenzen. Nein, besser gesagt, meine Erwartung wurde nicht enttäuscht oder gebrochen. Ob das positiv oder negativ ist, lass ich mal dahingestellt. Die Hochlichter dieses Barcamps waren für mich die persönlichen Begegnungen. Besonders schön wenn man feststellt, das man sich ausserhalb der Blogblase schon das eine oder andere mal auf musikalischen Pfaden über den Weg gelaufen ist.
Am 12. Juni 2007 um 08:51 Uhr
@slidetone
Genau diese Gespräche und Dialoge sind für mich der Wert so einer Veranstaltung. Wie so oft finden diese dann ein wenig abseits der eigentlichen Programmpunkte statt. Ich hätte allerdings auch überhaupt nichts dagegen, wenn alle Sessionabieter diesen Dialog auch zukünftig nachdrücklich in den Mittelpunkt stellen. Sozusagen mit der Prämisse: Weg vom Frontalunterricht – hin zur offenen Gesprächsrunde über einen kurzen thematischen Impulsvortrag.
Am 12. Juni 2007 um 15:03 Uhr
“Sozusagen mit der Prämisse: Weg vom Frontalunterricht – hin zur offenen Gesprächsrunde über einen kurzen thematischen Impulsvortrag.”
Gutes Konzept, das auch funktioniert. Samstag Vormittag, nachdem die Themen an die Wand geworfen wurden, traf ich ich vor der Tür auf Serge vom Doomicile Blog, den ich bis dato weder vom Blog noch persönlich kannte. Wir unterhielten uns darüber, welche Themen wir persönlich vermissten und kamen auf Urheberrecht, Gema, CC im Podcast. Spontan haben wir für Sonntag eine “Session” an die Wand gepinnt und unvorbereitet eine kleine Diskussionsrunde initiiert. Kleine Runde, ca. 6-7 Leute. Die Diskussion war spannend und beleuchtete ein Thema was ich noch gar nicht so auf dem Schirm hatte. Karaoke Community, Gema und die Frage nach pan-europäischen Lizenzen. Gleich im Anschluß gab podcast.de Fabio noch eine klassische Session zum Thema Corporate Podcast, die in der anschließenden Disskussionsrunde nicht weniger spannend war, allerdings das Limit einer halben Stunde locker überflog.
Btw, am Mittwoch, ab ca. 17:00 werden Serge vom Doomicile Blog, Stefan von der Vektorfabrik und ich das Barcamp im FSK Radio noch einmal Revue passieren lassen. Antenne 93.0 Mhz und Kabel 101.4 Mhz.