08.06.07
15:10 Uhr

Journalisten sind nicht käuflich!

Wenn ich mir diesen SPON-Video-Bericht so ansehe, dann frage ich mich wirklich, wie wir in Zukunft den Fokus auf den Käuflichkeitsverdacht bei Bloggern etwas mehr auf die Korruption der journalistischen Zunft verlagern können. Die verschworene Gemeinschaft der Buffetliebhaber und Produkttester wird in Zukunft wesentlich unidyllischer ihrem Beruf nachgehen können, gäbe es denn mehr solcher Berichte. Die Hintergrundberichterstattung über die Hintergrundberichterstattung sozusagen. Denn während da draußen in Heiligendamm der Protest tobt, die Polizei infiltriert und Menschen in Hühnerkäfigen eingesperrt werden, machen es sich einige Journalisten im Pressezentrum Kühlungsborn am sonnigen Ostsee-Strand so richtig bei Champagner, Gratis-Massagen und jeder Menge Werbepräsente gemütlich. Letztere sind natürlich für die klassischen Gatekeeper absolut niemals beeinflussend, warum auch? Es geht hier ja nicht um irgendwelche Autos oder teuren Schmuck. Es sind einfach nur die stinknormalen Fresspakete, Produktpröbchen und Nivea-Cremes, die dem professionellen Berichterstatter da in die Hand gedrückt werden. Sollte also ein Journalist mal wieder mit dem Argument antanzen, dass Journalisten – im Gegensatz zu den Amateurbloggern – objektiv, unabhängig, professionell und völlig unbeeinflusst arbeiten, haut ihm einfach dieses Video um die Ohren. Klar sind Blogger genauso käuflich und beeinflussbar, aber das liegt dann im Endeffekt einzig und allein in der Natur des Menschen – hauptsache der Preis stimmt. Wer als Journalist/Blogger gut bezahlt wird, sollte auf den ganzen Dreck eigentlich nicht angewiesen sein. Aber wer leistet sich schon Lachsschnittchenknabbern und Champagnerschlürfen im Strandkorb?

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3 Kommentare

  1. Paule

    Interessanter Film.
    Aber der Spiegel wendet nach wie vor die alten (bekannten) Methoden der Materialerstellung an. Der eine Journalistenkollege sagt, er wisse nicht was in dem blauen Beutel sei, greift einmal rein, holt vier Dinge raus und erzählt nach einem Blick völlig souverän, was da auf der Frisbee-Scheibe liegt. Dann schaut er noch mal in den Beutel und sieht durch einen flüchtigen Blick, ohne einen zweiten Griff hinein, dass das Buch, welches sich noch im Beutel befindet, ein “Rezeptbuch für Milchshakes” ist.
    Na ja, der Spiegel “deckt” die Sachen in diesem Fall zwar “auf”, bzw. gibt sie bekannt, aber vollkommen ausnehmen kann man ihn von diesen und anderen bekannten Vorwürfen wohl nicht.

  2. sevenup of nine

    Horst Schlaemmer hätte seine wahre Freude….Aber ob bei soviel Schlampus und Häppchen noch knallhart nachjefracht wird, darf bezweifelt werden.

  3. ralphs

    Von wegen Käuflichkeitsverdacht, zu den G8-Protesten und die Medienberichterstattung dazu waren mal wieder recht viele Blogger intensiv korrektiv zugange. Meine Empfehlung: Spiegelfechter: MedienGAU Rostock. Viele komentierte Links der letzten 7 Tage auch hier.

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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