06.06.07
15:00 Uhr

Wilco+VW: Drive in – sell out?

Musiker haben es heutzutage schon nicht einfach. Miese Raubkopierer nehmen einem die Butter vom Brot und wehe man verfolgt als Indie-Musiker den Weg des Geldes. Dann wird gleich wieder mit “sell out!” auf den Lippen mit dem Finger auf einen gezeigt. Der Indie-Band Wilco ist das ziemlich wurscht. Sie stellen mit erhobener Brust gleich die Hälfte ihres neuen Albums für eine VW-Kampagne zur Verfügung:

Da es heutzutage für viele Bands sehr schwierig ist, ins Radio-Airplay zu kommen, sehen wir dies als eine andere Möglichkeit, unsere Musik zu verbreiten. Außerdem haben wir nichts gegen Volkswagen. Einige von uns fahren sogar VWs.

Es ist übrigens nicht das erste Mal dass die Jungs von Wilco ihre Songs zu Werbezwecke verkaufen. So wurde bereits Material für Apple und Telefonica Mobile zur Verfügung gestellt.

Warum auch nicht? Schließlich haben die damaligen Levi’s Spots eines bewiesen: Ein Song in der Werbung kann richtig groß werden, denn hier bündelt man gerade für enorm große Kampagnen extrem viel Reichweite, sehr viel mehr Reichweite als Radiosender so gebündelt bieten können. Und gerade die Reichweite ist im Musik-Business wichtiger denn je geworden. Lieber auch kostenlos breit streuen (so wie Wilco zwei Wochen vor Release das gesamte Album im Netz gestreamt hat) um am Ende auch möglichst breit verkaufen zu können. Das wird die Strategie der Zukunft sein. Gebe und dir wird gegeben. Die einzige Gefahr liegt im “satthören” und letztendlich entscheiden die Fans, wie locker man als Band mit solchen Werbedeals tatsächlich umgehen kann. Wobei man sich als Musikfan natürlich längst an kommerzielle Sponsoren – gerade bei Konzerten – gewöhnt hat.

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5 Kommentare

  1. vroni

    Funzt nicht.
    *irritiert*
    Wer in den zweiten Link rein will und was über Wilco lesen oer hören will, muss einen Premium-Account haben.

  2. Marcus

    hmmmm, aus Musikersicht finde ja auch das man den “Vertriebsweg” über eine Marke gehen könnte um gehört zu werden. Als Hörer finde ich es allerdings nervig bei einem Lied einen Spot oder eine Marke im Kopfkino laufen zu lassen. Zwei Bands die es sehr schwer bei mir hatten waren Jet und die Dandy Warhols. Beide Songs sind echt fett. Ich war aber quasi blockiert mir das Album zu kaufen da mir die Marke im Weg stand. Musik ist halt Kunst und an keine Markenkampagne gebunden. Damit verliert sie eben ihre Freiheit bei mir die Phantasie anzuregen. Deshalb können nur sehr wenige Bands so einen Bund eingehen. Konzertsponsoring oder Equipmentsponsoring sind da nochmal was anderes. Da lob ich mir jegliche Unterstützung von Seiten einer Marke.

  3. Joaquin

    Musik ist Kunst!
    Das impliziert aber noch lange nicht, dass Kunst nicht in Werbung einfließen kann/darf, denn Werbung ist an sich auch Kunst. Das zeigt sich in der Musik, in den Darstellern/Schauspielern, in den Geschichten/Drehbüchern, in der cineastischen Technik usw.

    Es gibt Werbung die sich der Musik bedient um ein Produkt zu verkaufen und es gibt Musik als Produkt, die sich der Werbung bedient um sich zu verkaufen.

    Ob ich als Musiker, Musik zu einem Spot, Film oder anderen Künstlern, Events usw. beisteuere, ist eine individuelle Entscheidung, aber einen generellen Hinderungsgrund, gibt es dabei nicht. Da sind Werbespots nicht weniger Fragwürdig als andere musiknutzende Verwehrter.

    Einige der besten Werbekampagnen, verdanken ihren Erfolg der Musik und die Musiker ihren Erfolg diesen Kampagnen. Es gibt bis auf den Film, kaum kaum eine bessere Symbiose, die beiden Partnern gemeinsam zum Erfolg verhelfen kann.

  4. ramses101

    “Einige der besten Werbekampagnen, verdanken ihren Erfolg der Musik und die Musiker ihren Erfolg diesen Kampagnen. ”

    Exakt. Die Musik in einem Spot ist genau so wichtig wie das Casting. Gutes Beispiel sind die Sony-Bravia-Spots. Im ersten “Bouncy Balls” – großartige Musikauswahl. Im zweiten (wie heißt der eigentlich?) wurde da m.E. geschludert.

    Nur wenn Musik und Bild zusammenpasst, kann es auch zusammen wirken – und dann ist es auch kein Problem, wenn im Kopf beim Hören auch der Spot läuft. Ging mir jedenfalls so bei Nick Drake und dem Golf(?)-Spot vor einiger Zeit (der, in dem 4 junge Leute abends zu einer Party unterwegs sind, dann in stillschweigendem, Einverständnis wieder umdrehen und in Ruhe den Sternenhimmel im Cabrio genießen).

    Oder aktueller im Levi’s-Spot mit Little Annies “Strange Love”. Im Werbewunderland die Credits gesehen und sofort bei iTunes bestellt. Funktioniert also ganz gut (zumindest bei mir).

    Und gerade fällt mir ein, dass das bei mir ja schon immer gut geklappt hat. “Like ice in the sunshine” von Beagles Ltd. steht bei mir immer noch im Plattenschrank. Genau wie “First Time” von Robin Beck.

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    [...] Erwartung auf einen Konzerttermin oder ein möglicherweise anderweitiges Erscheinen des Indie-Sängers, schlage ich sofort die Seite mit dem betreffenden Artikel auf, und siehe da: Nichts. [...]

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