03.06.07
15:20 Uhr

Podcasts, wo seid ihr?

Kürzlich, während einer Besprechung mit potenziellen Partnern in diesem Kontext, wurde auch das Thema “Podcasting” und sein kommunikativer Wert im Web diskutiert. “Am Anfang war das Wort” könnte man auch über das Web sagen, jetzt kommt mit aller Macht das Bild, genauer das bewegte Bild oder Video, aber wo ist der Hörkanal im Internet? Wie wird er überhaupt gefunden? Google hat seine eindeutigen Stärken in der reinen Textsuche, Spezialanbieter machen sich nun auf, die google-spezifischen Defizite mit Suchmaschinen speziell für Videos auszugleichen, aber wer übernimmt die “Meta-Suche” für Audio-Angebote?!

Nicht selten werden übrigens reine Audio-Angebote mit stehenden Bildern oder kurzen Bildblenden als Quasi-Video aufgepeppt, nur um das ursprüngliche Audio-Angebot auch in den großen Video-Diensten unterbringen zu können. Einige Experten meinen, dass der reine Hörkanal im Web keine Chance hätte, zu groß sei die Übermacht und der “Schnellverdauungscharme” der Video-Häppchen. Diese Diskussion gab es übrigens in ähnlicher Form schon einmal: Als das Fernsehen unsere Wohnzimmer bevölkerte, gab man dem Radio-Format (irrtümlicherweise) ebenfalls keine Chance mehr. Warum “nur” Hören, wenn technisch doch das Hören UND Sehen möglich ist?!

Es gibt aber durchaus auch gegenläufige Trends zu beobachten. So stieg die Nachfrage nach Hörbüchern in den letzten Jahren stark an und neben vielen kostenlosen Angeboten gibt es durchaus Anbieter, die in diesem Feld mit Bezahldownloads Geld verdienen. Offensichtlich erfüllt der Hörkanal auch ein Grundbedürfnis, sonst gäbe es diese Radiolandschaft nicht. Viele Hörer verzichten bewusst auf die sensorische Stimulierung des Auges um sich einem Thema “monosensorisch” aufmerksamer widmen zu können. Wir erleben dieses Phänomen, wenn jemand die Augen schließt, um sich besonders zu konzentrieren.

Dieses Konzentrationsbedürfnis gibt es sicher nicht bei jedem Hörangebot, sonst würde nicht in Millionen von Büros das Radio “nebenbei” rieseln, aber gerade Podcasts verstehen sich ja oft als ein Angebot, welches Geschichten erzählt und an eine besonders aufmerksame Zielgruppe gerichtet ist.
Auch bzgl. des Werbeblogger Podcast hören wir durchaus öfter: “Habe ich noch nie reingehört – Ich mag kein Audio im Web”. Andere wiederum schätzen gerade diese spezifische Form der persönlichen Ansprache über Inhalte und sind regelrechte Podcast-Fans, zur Zeit übrigens rund 11.000 Hörer im Monat beim Werbeblogger Podcast, Tendenz überproportional zu unseren Lesern steigend.

Im letzten Podcast haben wir dazu mit Alex Wunschel und David Maciejewski auch einige Gedanken zu diesem Thema aufgestellt. Fazit dabei: Erst wenn es Kanalangebote auf sehr reichweitenstarken Plattformen und Angeboten gibt, die z.B. auch über UMTS direkt auf jede Art von Mobiltelefon einfach zugänglich gemacht werden, kommt der nächste große Reichweitenschritt auch für Podcast-Angebote. Denn so schön iTunes und iPod sein mögen; der wahre Massenhebel für Audio-Dienste on Demand liegt in der direkten Abrufmöglichkeit auf allen modernen Endgeräten und Handys, inkl. modernen Stereoanlagen im Wohnzimmer und auch im eigenen Auto – auf Knopfdruck. Wohl dem, der dann rechtzeitig einen funktionierenden Kanal anbieten kann und weiß, wie er sich mit seinem Hörangebot auch mit Werbung refinanzieren kann. Der Markt kommt, die Frage ist nur, wer die First Mover sein werden, die ja dann bekanntlich oft den Markt unter sich aufteilen.

Keine Tags vorhanden

2 Kommentare

  1. Roland

    seeqpod.com/
    Das geht schon in die richtige Richtung ;-)

  2. Gerrit

    Nicht erst seit ich mit dem aktiven Podcasten aufgehört haben, bin ich exzessiver Podcast-Hörer. Hörer deshalb, weil ich immer dann Podcaste, wenn ich wenig denkintensive, anedre Tätigkeiten zu tun habe. Ich höre Podcasting beim Spülen, Bügeln und beim Radfahren. Hier brauche ich meine Augen, habe aber sonst nicht großartig nachzudenken, kann also den Gesprächen im Podcast lauschen. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist, Podcasts am Rechner zu Hören. Hier ist Video stärker. Auch wenn man sich voll auf den Inhalt eines Podacsts konzentriert und nichts anderes nebenher macht, ist es schöner, wenn man sieht, wer da spricht! Aber für all die Fälle, wo man nebenher konsumiert, ist Audio Trumpf!

Einen Kommentar schreiben

Eure Kommentare

Feed
  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
  • InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop