31.05.07
16:59 Uhr

Payflashbacks

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Bei uns hat vor kurzem ein real.- eröffnet. Der schmucke Supermarkt (Nachfolger vom deutschen Pleitemarkt WalMart) hat was. Viel zu sehen, nette, neue POS, großräumige Gänge usw. Ich liebe so Doppelplusgut-Supermärkte abgöttisch. Allerdings gibt es da etwas, was mir meine zukünftigen Einkaufserlebnisse gehörig versaut. Jedes Mal werde ich nun an der Kasse in einen nervenzermürbenden Dialog gezogen, der in einem das Gefühl weckt, man habe Permanent-Deja-Vus.

Kassierer(in): „Haben Sie eine Payback-Karte?“
Ich: „Nein, habe ich nicht.“
Kassierer(in): „Wollen Sie denn eine?“
Ich: „Nein, danke!“

Wie oft soll ich diese Payflashbacks denn durchlaufen? Etwa mein gesamtes Leben lang? Muss ich mir gar zum Schutz meiner überstrapazierten Nerven unter falschem Namen (bevorzugt „Rüdiger Koslowski“) eine Paybackkarte zulegen, nur damit bei meinen wöchentlichen Einkäufen endlich Stille beim empfindlich intimen Kaufabschluss ist? Muss ich mir gar eine andere Shopping-Spielwiese suchen oder dreht der Breitenbach nur wieder mal völlig hohl, wenn ein harmloser Lagerer seine Wege kreuzt?

Vielleicht sollte ich mir ein T-Shirt machen lassen, auf dem der Dialog vorweggenommen wird oder ich nehme ein Diktiergerät mit, auf dem ich den Dialog zunächst aufnehme und dann ganz schnell abspiele bevor die gute Dame an der Kasse zum verbalen Payback überhaupt nur ansetzen kann. Das hat sicherlich auch pädagogisch wertvolle Konsequenzen, könnte ich mir jedenfalls vorstellen. Am Ende sieht man schließlich mein Bild, eingerahmt, an allen 24 Kassen des Superstores mit der Unterschrift: Auf keinen Fall nach -du weisst schon was- fragen.

Naja, jedenfalls muss ich mir jetzt irgendetwas einfallen lassen, um genau das Ziel zu erreichen. Ungewöhnliche Ziele erfordern nunmal ungewöhnliche Maßnahmen. Ein paar weitere Happenings fallen mir da ganz spontan ein.Ich könnte mich gehörlos stellen, das Tourette-Syndrom vortäuschen („Scheisse, scheisse, scheisse, nein danke, Hitler, Arsch“)* oder ganz einfach eine mit Wachsmalkreide selbstgemalte Payback-Karte vorlegen. Hach, herrlich welche Guerilla-Ideen man dort so anwenden könnte. Habt ihr noch was zur Ergänzung beizutragen?

*Mir ist klar, dass Tourette eine verdammt beschissene Krankheit mit einem hohen Leidensfaktor ist, allerdings habe ich von vielen Erkrankten gehört, dass sie über die nötige Portion Humor verfügen, so dass ich mich dann doch traue, das einzusetzen.

UPDATE: Mein T-Shirt-Entwurf

Jaeger

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96 Kommentare

  1. Roland

    Payback ist ein Beispiel, wenn auch keines, welches mich jetzt als nervende Push-Kommunikation auf Lebenszeit belastet. Eher wird eine Grenze überschritten, wenn selbsternannte Blog-Strategen meinen, sich z.B. so in das Meinungsbild einschleichen zu können:
    blog.handelsblatt.de...
    Da keimt dann schon eher ein tieferer investigativer Ehrgeiz in mir auf.

  2. Ralf

    Um sich über die Nützlichkeit von Payback klar zu werden, muss man sich einfach mal zwei Fragen stellen:
    1. Wie viele Kunden entscheiden sich für ein Geschäft hauptsächlich deswegen, weil dieses Payback anbietet?
    2. Wie viele Kunden würde ein Geschäft verlieren, wenn es von heute auf morgen auf Payback verzichtet?

    Die erste Frage wurde ansatzweise von Patrick Breitenbach im Artikel beantwortet: „Bei uns hat vor kurzem ein real.- eröffnet. Der schmucke Supermarkt […] hat was. Viel zu sehen, nette, neue POS, großräumige Gänge usw
    Andere Kunden werden in erster Linie auch auf das Warenangebot, die Parkmöglichkeiten und die Öffnungszeiten achten als auf Rabattkartenaktionen.

    Die zweite Frage lässt sich mit ein wenig Nachdenken beantworten: Schaut man sich an WO sich z.B. die meisten real-Märkte befinden, wird einem klar das die Kunden wahrscheinlich gar keine andere Alternative hätten als bei real einkaufen zu gehen.
    Und wenn mir jetzt jemand versucht zu erklären das Kunden sich zwischen Drogeriemarkt A und Drogeriemarkt B entscheiden weil Drogeriemarkt B Payback anbietet, dann kommt als erstes die Gegenfrage: Und warum wird man dann in Drogeriemarkt B mit der Paypack-Frage genervt wenn man eh davon ausgeht das ich diesen Drogeriemarkt gewählt habe gerade weil dieser Payback anbietet?

    Um es einfacher zu formulieren: Ich tanke bei Shell weil mir gerade der Sprit ausgegangen ist, es die einzige Tankstelle auf den von mir gewählten Weg ist oder ich beim tanken nicht darauf achte ob der Sprit bei Tankstelle A 1 Cent günstiger ist als bei Tankstelle B, die ich eh nicht erreichen würde weil mir vorher der Sprit ausgehen würde.

    Wäre Payback tatsächlich eine so dolle Kundenbindungsmaßnahme, warum werden dann Sonderangebote – die es natürlich auch nur bei Supermarkt XY gibt- so großflächig beworben, Payback hingegen in den Werbebeilagen totgeschwiegen? Warum steht nicht jedesmal riesengroß „Wir bieten Payback an!!!“ auf den Werbebeilagen?

    Aber naja, wir Deutschen sind wohl einfach viel zu pingelig und nörgelig um auf solch logischen Antworten zu kommen wie „Das ist halt so wie Payback es uns erklärt.“

  3. vroni

    „Die Summe der Wegelagerey.“

    Stumpfsein ist alles.

    Gegen superprofessionell glatte, aufdringliche gut bezahlte Wegelagerer bin ich zu 100 % stumpf. Nur verlegen-mitleidig, wenn ich merke, dass sie es tun, weil sie es müssen. Und schlecht bezahlt werden

    Das verlegen-Mitleidige kostet mich am meisten Energie. Das frisst mich an. Ich hätt es lieber, wenn alle Dummsinn-Promoter superprofessionellaalglattdoof und gut bezahlt wären, dann hätt ich null Problemo :-)

  4. Andrea

    @Patrick: Schön finde ich Deine Aussage, mit Humor Kritik zu üben. Genau das ist auch meine Devise. Und nicht über Angriffe unter der Gürtellinie…

    Über den Sinn und Unsinn von Kundenbindungssystemen in diesem Forum zu diskutieren, finde ich dennoch etwas merkwürdig. Sind wir nicht im Webeblogger?

    Kundenbindungsprogramme machen doch im Grunde genau das, was die (vorhin auch wieder gewünschten) Tante Emma Läden auch gemacht haben: Sie wollen etwas über ihre Kunden erfahren, um ihnen entsprechende Angebote machen zu können. Und natürlich, um damit Geld zu verdienen, was ihr gutes Recht ist. Das dürfen wir nämlich alle, und das tut unsere ganzen Konjunktur gut. So. genau das hatte Tante Emma auch gemacht, die kannte jeden Kunden mit Namen und Vorlieben.

    Und dann hat sie an der Kasse sicher auch schon damals das nun so gescholtene „Upselling“ betrieben, und den Kunden Hasi an der Kasse gefragt, ob er nicht mal die neue Tafel Schoki probieren will, die ist nämlich sehr lecker. Und genau das machen Bonussysteme auch, sie fragen den Kunden nach seinen Vorlieben und bieten ihm dann entsprechend Angebote – und eben auch mal Goodies wie Prozentgutscheine, etc. So macht das Unternehmen zielgerichtete Werbung, ohne große Streuverluste zu haben. Wie es beispielsweise bei Beilagen oder auch Anzeigenwerbung passieren würde.

    Und der Kunde hat den Vorteil, dass er das Gefühl hat, hey die kümmern sich um meine Bedürfnisse, hier krieg ich Prozente, etc. Und anscheinend gibt es genug Kunden, die darauf auch Lust haben. Und wenn nicht – wie schon des öfteren fest gestellt, dann kann ich mich ja zum Glück frei entscheiden, ob ich zu einem der vielen Discounter gehe, deren Geschäftspraktiken gegenüber Lieferanten, Partnern und Mitarbeitern im übrigen ja auch immer wieder großen Anlass zur Kritik geben, und die sehr wohl auch Geld in Marketingmaßnahmen investieren. So muss eben jedes Unternehmen definieren, wo ist meine Zielgruppe und inwieweit kann ich die glücklich machen, damit sie immer wieder zu mir kommen.

    Puhh, das war jetzt mein Wort zum Sonntag! Und ich finde ehrlich gesagt eine aufgesetzte Freundlichkeit an der Kasse immer noch besser als eine offen zur Schau getragene Missmutigkeit. Häää? Sie haben ne Payback Karte, hätten Sie das nicht sagen können, bevor ich die Summe eingetippt habe… ?! Ähh – tschuldigung vergessen – das ist mir nämlich auch schon passiert! In diesem Sinne, seid nett zueinander!

  5. vroni

    @ Andrea

    Der Werbeblogger bloggt über Werbung. Das ist richtig, sonst würde er nicht so heißen. Doch wo steht, das er dauernd positiv über Werbung bloggen soll?
    Wo?

    Patrick wendet sich gegen die push-Methoden, die immer noch in der Überzahl sind. Zum Verständnis: push-marketing = Marketing, das ganz alte Schule vonn oben herab mit der Gießkanne bedröppelt, egal wann egal wo bis zur Kasse bis zum Klo, und die Leute immer mehr fliehen lässt. Im Unterschied zum pull-Marketing, das darauf abzielt, dass die Menschen freiwillig etwas suchen, es finden, es auswählen können und attraktiv finden. Und von sich aus gut darüber reden wollen, ohne Zwang.

    „So muss eben jedes Unternehmen definieren, wo ist meine Zielgruppe und inwieweit kann ich die glücklich machen, damit sie immer wieder zu mir kommen.“

    Das ist das alte Jäger-Zielgruppendenken kombiniert mit einem Fehler im Denkansatz, seufz, (wer sind sie, in welche Schublade stecke ich sie am besten, und wo, wie erwisch ich sie am besten) und genau das bringt die Werbewirtschaft nicht mehr recht weiter. Dein zweiter Satz in dem Zitat offenbart deren typische Denkfalle: Sie sind so betriebsblind und verblendet, dass sie glauben, sie machten den Verbraucher damit auch noch glücklich. Verfolgte kann man nicht glücklich machen, indem man sie verfolgt. Und immer wieder kommen sie schon gleich gar nicht mehr.

    „Und anscheinend gibt es genug Kunden, die darauf auch Lust haben.“

    Dann muss es reichen, dass man das Payback als Geheimtipp für ganz Schlaue hinstellt (pull) und nicht wie Sauerbier jedem, der gar nicht mag.

  6. vroni

    Der Vergleich mit der Tante Emma, die ihre Kunden ja auch fragen, hinkt ein bischen.

    die Tante Emma ist ein direktes Minisystem, kennt jeden ihrer Kunden persönlich und sie weiß, wann einer negativ auf neue Produkt-Vorschläge reagiert oder keine Rabattmarken will. Dann fragt sie das denn garantiert nicht schmerzbefreit zigmal wieder. Das wäre das Ende ihres Ladens, wenn sie so tierisch nerven würde, jeden schematich „gleich“ behandeln würde, und das weiß sie.

    Im Unterschied zu Ketten: Verkäufer/innen an der Kasse sind wechselnde Angestellte, sie müssen das, und ihnen gehört der Laden nicht. Daher haben positive oder negative Rückmeldungen der Kunden kaum rückmeldende und damit verbessernde Konsequenz. Sie versickern in der Supermarkt-Hierarchie der Ketten.

  7. Ralf

    Tante Emma weiß was ich gerne morgens auf mein Brötchen habe weil ICH es ihr erzählt habe. Was ich mit den genoppten Kondomen mache, hätte sie sich gut vorstellen können. Sie hätte es aber niemanden weiter gesagt.

    Real weiß wann ich genoppte Kondome zu welchem Preis gekauft habe. Weder weiß real ob ich sie für mich gekauft habe, was ich damit mache oder ob ich mit dem Produkt zufrieden war. Sie wissen nur das IRGENDJEMAND mal genoppte Kondome gekauft hat und dabei MEINE Paybackkarte vorgelegt hatte.
    Aber spätestens wenn der Postbote mir die Schmuddelkataloge in den Briefkasten steckt, weil real in dem Glauben ist das ich mich dafür interessieren KÖNNTE, denn ich habe ja mal genoppte Kondome bei denen gekauft, weiß auch der Briefträger was bei mir im Schlafzimmer angeblich Sache ist. Bin ich zufällig zu der Zeit im Urlaub und quillt mein Briefkasten über, wissen auch meine Nachbarn bescheid.

    Payback hat nichts, aber auch rein gar nichts mit der guten Tante Emma gemeinsam. Denn das „Wissen“ über einen Kunden wurde auf völlig andere Art&Weise gesammelt und wird vor allem auf völlig unterschiedliche Arten verwendet.
    Wollte real lediglich wissen welche Ware sich bei ihnen gut verkauft, würde es reichen wenn sie ihre Kassenbons durchschauen. Denn da steht alles drauf was sie wissen müssen: wann welche Produkte in welcher Anzahl verkauft wurden.
    Wie man auf die blödsinnige Idee kommen kann das ich mich auch für Reizwäsche interessieren KÖNNTE, nur weil ich einmal Noppenkondome gekauft habe, ist wohl ein Rätsel das nur Payback lösen kann. Und warum ich plötzlich Schmuddelkataloge im Briefkasten habe obwohl die Daten ja angeblich nicht weiter gegeben werden, ist eine Frage die Payback garantiert nicht beantworten will.

    Das Argument „Kundenbindung“ ist also mehr als scheinheilig. Und das Generve mit der Frage nach der Paybackkarte zeigt, dass man sich mit Payback eher Kunden vergraulen als anlocken kann.

  8. Name

    Es gibt sehr schöne Payback-Kartentauschringe. Ich bezweifele, dass die persönlichen Daten, die für die entsprechenden Karten registriert sind, auch nur annähernd die von realen Personen sind.

    Würde man so eine Karte auf den Tresen legen käme die dümmliche Frage gar nicht erst auf. Aber da dürften die Payback-AGBs dagegen stehen.

    Die ganze Sammelei nimmt langsam überhand. Schon mein Friseur hat ein Kundenregistrierungsprogramm und fragt die private Adresse und Telefonnummer ab. Angeblich um bei Terminverschiebungen anzurufen. Dumm nur, dass ich immer ohne Termin komme. Na ja, hat er jetzt ein Dutzend Fantasienamen und Adressen mehr im Computer.

  9. Chris

    Jetzt muß ich mich auch mal kurz auskotzen
    das gefrage nervt klar, macht aber auch immer Spaß interesse zu Heucheln

    ‚Sammeln sie Punkte‘
    „Hä nee hab tu nicht“
    ‚Wollen sie ne Karte‘
    „NÄÄ!!“(mit abwertendem bösen Blick)

    dann ist das schnell erledigt, oder bei Shell überlass ich die Punkte immer den Kassierern, die Sammeln die nämlich (zumindest bei uns) wie die Weltmeister und hoffen immer auf ein Nein, bei der Frage ob man sammelt, und freuen sich dann wenn man sie verschenkt.

    Was allerdings im Kaufland, das bei uns immer Kassierertechnisch Gnadenlos unterbesetzt ist richtig nervt, ist:

    1. die Frage ob alles in Ordnung war, selbst wenn man 15 min+X an der Kasse wartet, wird eine Negative Antwort einfach überhört.

    2. Die Lebensmittel vom Band gepfeffert werden wie Kohle im Ruhrgebiet, hallo Amerika mit deinen Einpackern, schick mal welche rüber, damit die bösen Blicke der Schlange weichen wenn Oma Müller mit Gicht&Rheuma mal wieder länger braucht beim Packen.

    3. Ich beim Namen angesprochen werde, wenn ich mit Karte Zahle = indiskret
    ich will bitte Anonym bleiben.

    übrigens Kartenzahler werden Grußtechnisch bevorzugt, in der Kasse steht auf Neonrotem Schild:

    Bar: War alles in Ordnung?
    Karte: Vielen Dank Herr … , Frau …, für Ihren Einkauf, War alles in Ordnung.

  10. Chris

    edit: ‚hab tu nich‘ = tu ich nicht =)

  11. Andrea

    @vroni
    Kritische Diskussion über gängige, innovative oder alternative Marketingmaßnamen finde ich sogar wichtig und wünschenswert. Da liegt die Lösung wahrscheinlich irgendwo in der goldenen Mitte. (Danke übrigens für die pull und push Erklärung :) Mein Kommentar bezog sich auf die zum Teil unsachlichen und themenfremden Kommentare.

    Das Tante Emma nicht eins zu eins vergleichbar ist, logisch! Das Beispiel sollte nur zeigen, dass ein erfolgreicher Einzelhändler sich schon immer Gedanken über die Kundeninteressen gemacht hat. (Egal wie er davon erfahren hat – und wer weiß, ob Tante Emma nicht Onkel Hans und Schwester Ida am Abend von Ralfs genoppten Kondomen erzählt hat. Die unterlagen ja „damals“ noch den (zum Glück) strengen deutschen Datenschutzbestimmungen.)

    Das Beispiel vom Bio-Supermarkt zeigt mir aber auch, dass sich die Kunden-Reaktionen sehr wohl regulativ auf neue Marketingansätze (in diesem Fall Kundenbindung durch Kundenkarte) auswirken können – wurden sie doch innerhalb kürzester Zeit von push zu pull.

    Ganz ehrlich, uns Kunden kann man es ohnehin nicht recht machen. Die einen freuen sich vielleicht über Käse am Stil am Promotion-Stand beim samstäglichen Einkauf – und ich persönlich renne zielstrebig dran vorbei. Dafür finde ich automatische Rabatt-Aktionen praktisch, denn ich bin einfach kein großer „Verhandler“ und habe dann das Gefühl, mit gutem Gewissen ein zweites Paar Schuhe kaufen zu können.

  12. vroni

    „Ganz ehrlich, uns Kunden kann man es ohnehin nicht recht machen.“

    Oh doch. Ich bin schon mit sehr wenig zufrieden. Gerade mit wenig. Das ist gut. Wenn ich mehr will, rühr ich mich schon. Aber ich mag nicht überfallen und emotionial erpresst werden.

  13. Nina Purtscher

    Bitte sag mir, welche Kassiererin Dich überfallen und dann auch noch via Payback emotional erpresst hat! Die kriegt es mit uns zu tun, ganz ehrlich! Das darf die nicht.

  14. vroni

    Nina,
    kann doch meine derzeitige (Noch-)Lieblingsdrogerie und bevorzugten Edel-Supermarkt nicht öffentlich schlecht machen.

    Und emotional erpresst fühle ich mich sehr wohl, wenn ich – wie ich weiter oben schon beschrieben habe – KassiererInnen gegenüber, die das nicht freiwillig tun und auch noch Mickergehalt beziehen, keine böse Fresse ziehen mag. Was ich sehr gern tun würde, was mir aber der Anstand verbietet. Ich denke, diese emotionale Falle geht recht vielen so.

  15. Nina Purtscher

    Vroni, vielleicht heitert Dich der ja wieder auf – passt zumindest zum Thema:
    paybackblog.de/2007/...

  16. vroni

    Oh, mich braucht man nicht aufheitern, danke. Ich hab schon meinen Spass :-)

    Aber es ist, statt die Gefühlsbefindlickeit eines einzelnen Users/Krikers zu verbessern (die eh meist tagesformabhängig ist) sicher eine gute Idee, als bloggende Payback-Representative zu den rationalen Daten-Bedenken von Usern/Nichtusern wie Ralf werbeblogger.de/2007... Stellung zu nehmen.

    Er beschrieb sie flapsig-bildhaft, aber nichtsdestotrotz hat das Thema Datensicherheit und wie Payback damit umgeht, einen ernsthaft-rationalen Hintergrund für den Verbraucher. Sowas scheint mir wichtig – wenn man Blogmonitoring als Unternehmen betreibt, auch da den Dialog ernst zu nehmen.

    Wie geht das Unternehmen Payback mit solchen Vorwürfen um? Was ist da dran?

  17. Nina Purtscher

    Wir gehen sehr offen damit um, nicht zuletzt deshalb haben wir eine (wenn auch noch ausbaufähige) Kategorie „Datenschutz“ auf unser Blog integriert. Und Flyer zu dem Thema in die PoS gebracht, unseren Datenschutzbeauftragten als direkten Ansprechpartner auf payback.de angeführt, Roadshows zu Verbraucherzentralen in ganz Deutschland unternommen (sie geben ja Auskunft zu uns, leider nicht immer die richtige) und und und.

    Dass Payback als Synonym für Kundenkarten (wie man zB. bei der Diskussion hier sieht) auch für alle Negativthemen seine breiten Schultern hinhalten muss,ist Schicksal eines Marktführers. Aber jeden Blödsinn wollen wir uns auch nicht ans Bein binden lassen (Daten verkaufen, Daten fröhlich herumreichen, Postkästen mit Erotikprospekten zumüllen, weil jemand bei real Noppenkondome gekauft hat…)

    Welche Daten wir kriegen und wie wir sie nutzen, das habe ich Patrick Breitenbach vor kurzem in einem 1stündigen Podcast erzählt. Zu hören hier auf der Site.

  18. Markus Roder

    Ups, da ist ja viel passiert über den Montag – schon ist man mal einen Tag unterwegs, schon türmen sich die Kommentare auf ;). Dementsprechend muss ich wohl mal ein paar kleine Kommentare schreiben…

  19. Markus Roder

    @Roland:

    Bezüglich des „Push“ stimme ich Dir zu. Als Viralmarketer versuche ich ja auch immer mehr Firmen dazu zu bewegen, intelligente Pull-Mechnismen anzuwenden. Einfach weil ich diese für einen Wettbewerbsvorteil halte und diverse Studien mich darin bestätigen.

    Aber wie sieht es für Bonus-Karten-Systeme aus? Sind diese wirklich reaktanzgenerierende Manipulations-Monster?

    (…wobei ich nicht glaube, dass es ganz ohne „Manipulation“ geht. Verführung ist immer Manipulation, und Werbung ist nichts anderes als Verführung. Allerdings sollte man diese Verführung intelligent verpacken, in Form von neuropsychologischem und evolutionspsycholgischem Design der Botschaften zum Beispiel. Genauso wie ein erfolgreicher Casanoca auch nicht mit blöden Sprüchen oder gar dem Holzhammer auf Frauen zugeht, sondern mit Charme und zwischengeschlechtlichen Priming-Techniken :). Dieser subtile Verführungs-Ansatz ist auch für jeden ausser ein paar wenigen Ultra-Idealisten okay, denke ich – und diese Ultra-Idealisten sollten lieber Produkt-Entwicklung anstatt Werbung machen. Zurück zum Thema…)

    Die Reaktanz-Effekte auf Holzhammer-Push-Methoden sind mir bekannt und wenn die deutsche Kultur-Befindlichkeit schon auf das Angebot „Payback-Karte an der Kasse“ mit solcherlei Reaktanz reagiert, ist doch für Patrick alles in Ordnung: Dank der darwinistischen Prinzipien des Marktes werden Payback-Partner bald einen Wettbwewerbsnachteil haben und damit wohl ihre Mitgliedschaft im Payback-System aufkündigen ;).

    Solange dies nciht der Fall ist, gehe ich mal davon aus dass eine Mehrheit der Konsumenten zumindest indifferent auf die Karte reagiert (somit würde sie sich durch „genetische Drift“ halten können) oder sich gar positiv belohnt fühlt (womit das Angebot an Bonus-Karten zunehmen würde, da das Anbieten einer soclhen Karte dann ein Selketionsvorteil im Wettbewerb wäre.)

    Voila, jeder ziehe seine eigenen Schlüsse aus der momentanen Situation…

  20. Markus Roder

    @vroni (Part II):

    Arschlöcher gibt es bekanntlich überall. Dank meines langjährigen Lebens in den USA habe ich (wahrscheinlich?) n > als Du in meiner Stichprobe – und laut meiner anekdotischen, nicht-wiessenschaftlichen Erfahrung kommt Meckern ohne darauffolgende logische Aktion dort wesentlich weniger oft vor als hier.

    Ausnahme sind natürlich Blogger (die weltweit leicht beleidigt sind ;) und ABSOLUT NATÜRLICH meine Ehefrau (sind Ehefrauen nicht immer unlogisch? ;).

  21. Markus Roder

    @ Ralf:

    O je. Also erstmal – Hartz IV ist keine Schande, kann jedem passieren. Auch mir vielleicht schon morgen, gerade Selbständige sind ja besonders anfällig.

    Auch Haushaltsbuch führen ist vollständig okay. Lustigerweise kaufe ich wahrschenilich sogar in billigeren Läden ein als Du, denn ich wurde von einer Mutter aus der WKII-Generation erzogen, die auch ncoh traumatisierte Vertriebene war.

    Was an Deinem Statement aber lächerlich und typisch Deutsch war (und auch bleibt), ist Deine Behauptung, Du könntest genau beziffern, wie viel Du aufgrund der Nichtverwendung von Bonus-Systemen gespart hast. Wenn Du mir das verkaufen willst, lieber Boxershorts-Boy, will ich die Rechnungen mit Belegen und die zeitgleich ausgewerteten Angebote der offenbar teureren Payback-Partner sehen.

    Das gleiche gilt für Deine vagen Anschuldigungen gegenüber Payback bezüglich Privacy und Auszahlungsverweigerung. Ich muss hier mal zugeben, dass ich die AGB im Falle Payback nicht gelesen habe (obwohl ich das sonst oft tue) und daher kein qualifiziertes Statement dazu abgeben kann. Mir sind aber bisher noch keine Erotik-Prospekte in den Briefkasten geflattert und das liegt sicher nicht daran, dass sich so ein Paragon an Bürgermoral wäre.

    Mein eigentlicher Punkt: Wenn Du Anschuldigungen machst, untermauere diese bitte zumindest mit einem Link oder einer persönlichen Story, hinter der Du stehen kannst.

    Dass Du überdies noch das „Licht der Erkenntnis“ auf Deiner Seite vermutest und alles andere als „dunkel“ und „kalt“ aburteilst, spricht Bände über Deine Lebenseinstellung. Fakt ist nämlich vielmehr, dass ich durchaus offen zu jeder Disukussion und zu jeder Erkenntnis bin – auch zu denjenigen, die meinen Einstellungen und bisherigen Erkenntnissen widersprechen. So ist das nämlich in guter Wissenschaft, die Carl Sagen mal eine „Marriage of skepticism and wonder“ genannt hat. Mein ganzer Wunsch war doch deshalb, dies „demokratisch“ zu handeln, indem wir dem Markt die Entscheidung überlassen, ob er Payback-Systeme will oder nicht!

    Aber um das Ganze mal positiv zu sehen (und um mit einem Friedensangebot zu schliessen…), ende ich diesen Kommentar mit einem Spruch meiner Frau, die die Wicca-Religion schon immer sehr sympathisch fand:

    „I wish you kindness and many causes for kindness.“ :).

  22. Markus Roder

    @ Patrick:

    Klar hast Du das Recht, über alles genervt zu sein, von dem Du genervt sein willst. Und auch das Recht, „ehrliches“ Motzen besser zu finden als aufgesetzte Freundlichkeit. Ist aber rein rational betrachtet keine gute Idee – warum, dazu komme ich gleich.

    Zuerst mal zu meiner MEINUNG: Mir persönlich ist halt ein Kassierer, der lächelt, lieber als einer, der motzt… das gehört für mich zur professionellen Etikette. Schliesslich färbt das Verhalten der Angestellten ja auch auf die Wahrnehmung vom Unternehmen ab, rein auf limbisch-assoziativem Level.

    Und nun zu den Fakten: Stimmung ja auch auf dem absolut simpelstem neurologischen Niveau „ansteckend“, wie Du vielleicht weisst. Insofern tut jemand, der sich zum Lächeln „zwingt“ schon einmal anderen einen selbstlosen Gefallen (er überträgt seine mimese Laune nicht auf sie). Selbst wenn dieser Altruismus nicht dazu beiträgt, dass er sich bereits besser fühlt – das Lächeln wird es tun. Denn die Formung der Gesichtsmuskeln in ein Lächeln triggert einen Feedback-Loop in den somatosensorischen und den Prä-Motor-Kortex… was dazu führt, dass sich seine eigene Stimmugn allein durch das Lächeln bessern wird. Voila, jeder gewinnt :).

    Bezüglich Real vs. tegut… (Achtung, die drei Punkte nicht vergessen!):
    Pass‘ dann aber bloss auf, dass Dich als Selbständigen HartzIV nciht erwischt, denn wie Dir Ralf wohl erzählen kann, würde tegut… Dich dann runieren. Die sind nämlcih zwar qualitativ hervorragend, aber RICHTIG TEUR, und zwar ganz ohne Payback-Karte!

    Den Brief an Payback (der möglicherweise wirklich im Schredder landet, wie ist das, Frau Purtscher?) habe ich übrigens nie empfohlen, sondern Briefe an Payback-PARTNERUNTERNEHMEN (also Aral, Galleria Kaufhof etc.), die denen erklären, warum Du nciht mehr bei denen einkaufst. Wenn die so etwas öfters erhalten, werden sie schon mal nachdenken…

    Genauso hatte ich (allerdings unvollständig) bereits erklärt, warum ich in Deutschland bleibe. Um es im klassischen Sparkassenspot-Stil zu sagen: Meine Mutter (vielleicht bald schon pflegebedürftig), mein Job (macht echt Spass), meine Wohung („whatever you own, ends up owning you“).

    Weiterhin – den Kritikern spreche ich nicht das Recht ab, Frau Purtschner hart auf die Probe zu stellen. Allerdings ist es genauso auch mein Recht, deren Argumente (oder Fehlen hiervon) sowie eventuelle Heuchelei hart abzuklopfen.

    Zur Meckerkultur in USA: Klar meckern die Leute dort auch, Allerdings sind die Konsequenzen der Meckerei meist zielgerichteter und der Meckerer übernimmt mehr persönliche verantwortung, den Misstand zu ändern. So bescheurt, wie unsereins ultra-konservative christiliche Vereine wie die American Family Association (http://www.afa.net) oder die Concerned Women for America (http://www.cwfa.org) auch finden mag: Sie zeigen, wie man sich organisiert, um wirklich etwas zu ändern und dafür auch seine Fresse öffentlich hinhält. Meiner Ansicht nach noblere Ziele, bei ähnlichen „Machen statt meckern“-Taktiken verfolgt die ACLU (http://www.aclu.org), welche die amerikanische Verfassung schützt.

    Dass Amerikaner „oberflächlich“ seien, ist übrigens auch so ein unreflektiertes Vorurteil, dass sich hauptsächlich auf interkulturelle Missverständnisse gründet. Eine gute „Auflösung“, warum das so ist, gibt es übrigens hier: usaerklaert.wordpres...

    Im übrigen ist es nicht so, dass ich als Deutscher keine „Lust auf meine eigene Identität“ hätte – es ist nur einfach so, dass ich Wert wie „Freiheit“ und „Eigenverantwortung“ höher bewerte als das künstliche und frei interpretierbare Konstrukt „Menschenwürde“ (in das, wenn man es philosophisch genau nimmt, UNFreiheit schon mit eingebaut ist). Allein von daher tauge ich ganz unabhängig von dem Platz, an dem ich geboren wurde, eher zum Amerikaner als zum Deutschen ;).

  23. Markus Roder

    @Christof Hintze:

    …und weil dank der Mechanismen des Marktes plötzlich JEDER (auch die osteuropäische und fernöstliche Konkurrenz) solch einen Primärnutzen in gleicher Qualität anbieten konnte, wurde der Sekundärnutzen erfunden, auf das deutsche Arbeitsplätze nicht auf Nimmerwiedersehen in den Limbo verschwinden.

    Und voila: Obwohl ein KIA den amerikanischen Software-Entwickler genausogut von L.A. nach San Francisco bringt, setzt er sich doch lieber in einen BMW oder Mercedes, weil der Sekundärnutzen Prestige (der rein im Kopf des Software-Entwicklers stattfindet) in 30.000 USD mehr für sein Auto ausgeben lässt. „Danke!“, sagen Dieter und Tim (leider niemals), die deswegen ihre Jobs in Stuttgart und München behalten dürfen…

    Payback hat mit diesen Dingen natürlich nur am Rande zu tun – aber ich war ja auch nicht derjenige, der die beiden in Zusammenhang gebracht hat. Prinzipiell stimme ich Dir, lieber „Werbegott“, nämlich sogar zu, wenn Du behauptest, dass Markenwerte und die damit erzielbare Umsatzrendite wichtiger sind als kurzfristiger Umsatz.

    Insofern bin ich nämlich auch (zumindest im Oppotunitätskosten-Sinne) kein Freund von Bonus-Karten-Systemen. Aber wenn der Kunde sie haben will, soll er sie auch bekommen, Und weil ich (auch als Markenfreund!) wissenschaftlich aufgeschlossen bleibe und mir gerne zeigen lasse, dass ich mich vielleicht IRRE; wenn ich annehme, dass der Aufbau von Markenwert effektiver ist als Bonuskarten, LASSE ICH EINFACH DEN MARKT ENTSCHEIDEN. Nur darum geht es mir die ganze Zeit.

  24. Markus Roder

    @ Ralf (again, Deine post zum Thema „Warum entscheiden sich Kunden für ein Geschäft?“)

    Du hast ganz Recht: Es gibt viele Faktoren, warum Menschen ein geschäft dem anderen vorziehen. Sicher ist die Payback-Karte nicht das definierende Feature, das hat auch niemand behauptet. Wie ich in meinem letzten Kommentar an Christof Hintze geschrieben habe, bin ich sogar davon überzeugt, dass ein Geschäft viele markenstärkende massnahmen durchführen könnte, die einen besseren „Bang-for-the-Buck“ haben als eine Kundenbindungskarte.

    Aber KEINEN Effekt hat die Payback-Karte wohl auch nicht. Hierzu ist Dir aus dem Studium (Statistik II in den meisten Wirtschaftsstudiengängen, Pflichtfach in einem Studium der Psychologie…) vielleicht noch das Tool der statistischen Faktoren-Analyse bekannt. Damit lässt sich der Einfluss einer spezifischen Massnahme in einem Mix ganz hervorragend beschreiben :).

  25. Markus Roder

    @ Andrea:

    Wunderschöne Allegorie zum Tante-Emma-Laden – wenn sie natürlich auch unvollständig ist, wie in Deinem späteren Kommentar angemerkt. Trotzdem schön beschrieben, intuitiv erfassbar und damit besser formuliert als meine ganze Laberei hier… Kompliment!

  26. Markus Roder

    @ Vroni (Dein Kommentar zum „Jägerdenken“):

    Ich finde es illusorisch, die „Jäger-“ und „Zielgruppen-„Denke als antiquiert hinzustellen (das ist übrigens auch der Punkt, an dem sich die Standpunkte von Martin Oetting und mir am deutlichsten unterscheiden). Zumindest ist es zu stark in Schwarz und Weiss gedacht.

    Die Beziehung zwischen Werber und Kunde ist doch ähnlich wie die zwischen Mann und Frau in der „klassischen“ Geschlechterrollenverteilung. Gibt es nur „Respekt“ und „Nettigkeit“, fehlt einfach etwas. Zum Paarungstanz gehört, genauso wie zur werblichen Verführung, ein gewisses Maß an Aggression und Zielstrebigkeit – die erwarten Frauen und die erwarten Kunden. Keine der beiden Gruppen will vergewaltigt werden, aber wenn sich die Marke nur als Fussabtreter gebärdet wird sie auch keinen Respekt und keine Liebe erlangen.

    Es ist ein elaborater Tanz, der im zwischengeschlechtlichen Bereich nur mit gespür und Psychologie zu meistern ist – und im kommerziellen Bereich ebenso!

  27. Patrick Breitenbach

    @Markus: Absolut somatosensorischer Unsinn mit dem Lächeln! :-)

    Die meisten Menschen können durchaus ein natürliches Lachen von einem künstlichen unterscheiden, es sind mehr Faktoren als nur die Mundwinkel, z.B. kommen noch, ganz wichtig, die Augen dazu. Wenn das nicht übereinstimmt, kann man noch so die Fresse nach oben verziehen. Das Lächeln kommt nicht dort an wo es soll: omnisophie.com/day_2...

    Also anstatt lächeln zu schulen, sollte man eher die Zufriedenheit der mitarbeiter fördern und es ihnen selbst überlassen ob sie nach der Karte fragen oder nicht. Zwang verursacht immer eine Abnahme des positiven Gemütszustandes. Mehr Pausen, mehr Lohn etc. wirken sich weitaus positiver auf eine natürliche Freundlichkeit aus als diese Drill-Instructors die einem mit der Trillerpfeife das Lachen beibringen wollen.

    So seh ich das jedenfalls.

    Zu Tegut: Sind nicht teurer als real.- und sie sind sicherlich nicht meine einzige Einkaufsquelle. Es war eben ein Beispiel wie man wesentlich ungezwungener mit einem kundenbindungssystem umgehen kann. Hier spricht die „gute Karte“ für sich und muss nicht wie Sauerbier angepriesen werden. Das ist alles.

  28. Markus Roder

    Hi Patrick,

    Wohl somatosensorischer Sinn :).

    Ich habe nicht behauptet, dass sich das künstliche Lächeln nciht vom „echten“ unterscheiden liesse -aber zumindest baut das küntliche Lächeln kein „Schelcht-Laune-Contagion“ auf, sprich, es steckt niemanden mit mieser Laune an.

    Wie datt janze funktioniert, kannst Du unter „Mirror Neurons“ bei Wikipedia angucken, hier:

    en.wikipedia.org/wik...).

    Und dass der Feedback-Loop „künstlicher“ Körper-Rückmeldungen sehr wohl „echte“ Gemütszustände beim Ausüber hervorrufen kann, zeigt zum Beispiel eine Studie von von der Ohio State University, die ich Dir im „Journal of Personality and Social Psychology“ zeigen könnte. Die Einzige Online-Erwähnung dazu, die ich z.Zt. finden kann, ist hier:

    upliftprogram.com/h_...

    Dass WIRKLICH zufriedene Mitarbeiter besser als Eingepeitschte sind, gebe ich Dir auch zu… hatte aber auch noch nie anders dargestellt. Nur: Einen schlechten Tag hat jeder Mal. Der Profi zieht die Fresse aber dann zu Hause, nicht am Abreitsplatz. Sorry.

    Zu tegut…: Dann ist der real.- bei Euch aber verdammt teuer. Hier im schönen DA ist tegut… jedenfalls klar teurer als alles andere, was im handel kreucht und fleucht. Fisch und Obst kaufen wir trotzdem dort.

  29. Patrick Breitenbach

    na also die Spiegelneuronen sind mir nicht ganz unbekannt. Ein Phänomen, dass wir ja auch aus dem Kino kennen. Nur was wir dort auf der leinwand sehen sind größtenteils verdammt gute Schauspieler. Ich weiss nicht, ob die Damen und Herren an der mächtig laut piependen Supermarktkasse, ein Brad Pitt oder Jennifer Aniston Lächeln hinbekommen. Will damit sagen, ich denke man erkennt sehr schnell ob ein Verkäufer gekünstelt grinst. Bei der Supermarktkasse ist das noch irrelevant, weil der Kontakt zu kurz ist (somit gibts hier auch kaum das von dir beschriebene Freude-Triggern). Richtig abartig wird es bei längeren Verkaufsgesprächen (ist uns schonmal passiert beim Küchenkauf: werbeblogger.de/2005...) Da entwickelt man einen regelrechten Hass, wenn man merkt der grinst einen falsch an.

    Und wie gesagt, ich habe nichts dagegen, wenn ich mal nicht angegrinst werde und es hat auch nichts mit dem thema hier zu tun. Egal ob grinsend oder nicht, ich will nicht dauernd so eine Karte aufgedrückt bekommen.

    Tegut ist sicherlich im Frischobstgemüsebereich teurer, ansonsten gibt es halt klassische Markenprodukte, die beim real.- genauso teuer sind (irgendwo müssen sie das Dumping ja wieder reinholen)

  30. Markus Roder

    Hi Patrick,

    Ich gebe Dir recht, dass bei längeren Verkaufsgesprächen das visuelle System auf „Unstimmigkeiten“ in Mimik und Gestik des Gegenübers gereizt reagieren kann – hier schlägt der „visuelle Paradoxon-Effekt“ zu Buche. Ein Brad Pitt-Lächeln muss der Verkäufer trotzdem nicht hinzaubern, wenn er Dich einfach nur nicht verärgern will, aber eine „Maske“ ist wirklich schlecht.

    Zu tegut…: scheint so, als wäre deren Mischkalkulation auch regional unterschiedlich. Jedenfalls liegen deren Markenartikel hier oberhalb der Konkurrenz (mein Benchmark, der abgepackte Herta-Schinken, kostet hier nach letztem Erfahrungsstand 1.99 anstatt wie bei REWE 1.89…)

  31. vroni

    @ Markus

    Werbung wird gern mit Paarungswerbung verglichen, stimmt nur nicht, weil es nur ein beliebtes Werber-Märchen ist: Echte Paarungswerbung im real life ist immer one-to-one und konzentriert sich voll auf die eine Aufgabe. Das dazu. Werbung ist one-to-many und daher immer stereotyper und unpersönlicher. Auch wenn das eingefleischte Werber nicht hören wollen: ihre Vergleiche hinken gewaltig. Oder: Was beliebt ist, muss deswegen noch lange nicht stimmen.

    Zum Lächeln:

    „Der Profi zieht die Fresse aber dann zu Hause, nicht am Arbeitsplatz. Sorry.“

    Wenn damit die Kassiererin an der Kasse gemeint mit als „der Profi“.:
    Für einen derartigen „Super-Profi“ sind sie mega-mies bezahlt. Und: as schaffen nicht einmal echte Business-Professionals, z. B. Bosse, die mies ihre Neurosen durch die Business-Gegend pfeffern und sie da jedem Angestellten spüren lassen, ist jedem halbwegs bekannt. Das zu „Profi“.

    Und die Aufforderung, die Fresse als Profi bitte erst zuhause zu ziehen: Einfach Spitze für die Frauen, deren eigene Freizeit und Freiheit – zuhause angekommen – noch lange nicht losgeht. Da kommt dann erst Haushaltsarbeit, Schulaufgaben, Kinder, Abendbrot, Mann (falls noch vorhanden bei dem Stress.)

    Spitzenidee und duie auch noch für schlechtes Gehalt – kann nur von einem Mann kommen. Danke :-(

  32. Markus Roder

    Hallo vroni,

    Nanana, höre ich da geschlechtsspezifische Diskriminiereung? Als Mann mache ich nämlich auch Hausarbeit. Unda das mit dem „Fresse ziehen“ ist galube ich wirklich ein westeuropäisches Kulturphänomen.

    Geh‘ mal in USA oder Laos einkaufen oder meinetwegen auch in Hongkong… und schau Dich nach griesgrämig dreinschauenden Verkäufern um. ich geb‘ Dir für jede(n) 10 EUR, und das wird für mich billig.

    Ob’s am Wetter hier liegt?

    Zur „Paar“-Allegorie: ich hatte ja schon vorher in einem kommentar gesagt, dass JEDE Allegorie hinkt. Aber das mit dem Verführungsmechanismus, dem Zielen auf limbische Systeme „an kortikaler Kontrolle vorbei“ stimmt trotzdem für beide. Dass eines von beiden konzetrationsmässig exklusiv ist, macht einen graduellen Unterschied, keinen prinzipiellen.

  33. vroni

    Hey, ich kenne auch das Blog USAerklärt und kenne Amerikaner, wer kehrt – who cares. Die können auch Fresse ziehen und Aggros kriegen, nicht zu knapp.

    Aber mach mal nicht so einen Mordswind um deren angeblich größere Verkäufer-Freundlichkeit. Die stehen bloss noch mehr unter Druck. Mir gehen diese ermüdenden Vergleiche mehr als auf die Nerven.

    Just my 2 Cents.

  34. Markus Roder

    Spreche nur aus persönlicher Erfahrung ;). und die ermüdenden vergleich kommen ja üblicherweise von Deutschen die sich über die (take your pick) fetten/ungebildeten/oberflächlichen/kriegstreiberischen/gewaltbereiten Amerikaner mokieren.

    Einfach mal die politischen Kommentare zu diversen „Spiegel-online“ Artikeln, wie etwa dem von C.C. Malzahn vor kurzem (Artikel: spiegel.de/politik/d... + Kommentare: forum.spiegel.de/sho...) durchforsten. Da wird einem ganz schlecht.

    Just my 2 Cents.

  35. Ralf

    Zu den Vorwurf man könne den Kunden ja eh nicht zufrieden stellen: Quatsch. Ich bin mit meinem Discounter sehr zufrieden. Da stellt man mir keine blöden Fragen, begrüßt mich nett, der Laden hat alles für meinen täglichen Bedarf, bietet großzügige Parkmöglichkeiten, ist sauber und vor allem günstig.

    Und noch einmal: Payback hat NICHTS mit Kundenbindung zu tun.
    Kundenbindung hatten die Geschäfte als die Pfandautomaten eingeführt wurden. Man musste die Pullen dort abgeben, wo man sie gekauft hatte. Bessere Kundenbindung gibt es gar nicht. Wenn ich einmal im Discounter A Getränke gekauft hatte, musste ich immer wieder hin um das Leergut abzugeben. Und wenn ich eh schon im Discounter A bin, warum dann noch zu Discounter B gehen?
    Wenn ein Geschäft Kunden binden will, dann könnte es zum einen z.B. Milch vom Fass anbieten. Zum anderen die passenden Flaschen dazu. Dann würden die Kunden immer wieder kommen um ihre Milchflaschen aufzufüllen. Dabei kommt man sich als Kunde nicht verar***t vor, denn man nimmt freiwillig daran teil und hat auch noch einen gewissen Vorteil.
    Payback ist eine reine Marktforschung. Niemand entscheidet sich zwischen zwei Geschäften weil das eine Payback anbietet und das andere nicht. Diejenigen die Payback nutzen, haben auch die zweihundertschlagmichtot anderen Rabattkarten. Für sie kommt die Frage ob ein Geschäft Payback anbietet oder nicht, erst gar nicht auf.
    Ich gehe auch davon aus das Payback so eine Frauensache ist. Frauen haben Portmonnaies dick wie ein Brockhaus. 3 Geldscheine, 12 Fotos von der Familie und mindestens 38 Rabattsammelkarten. Frauen sind halt die Sammlerinnen, während wir Männer eher die Jäger sind. Anpirschen, Zuschlagen, mitnehmen und gut.

    Zum Thema Datenschutz: Ich will nicht behaupten das Payback fahrlässig mit den gesammelten Daten umgeht. Ich gehe schon davon aus das sie die Daten hüten wie ihren Augapfel. Schließlich sind die gesammelten Daten ja ihr Kapital.
    Aber Payback macht sich die Dummheit/Faulheit/Unwissenheit ihrer Kunden zu Nutze. Wer liest sich schon die AGB durch? Da wird unterschrieben und gesammelt. Das man still und heimlich seine Einwilligung gibt das die Daten zu „Werbezwecken“ verwendet werden, bekommen die meisten erst gar nicht mit. Und selbst wenn, können sich die meisten Payback-Kunden kaum etwas darunter vorstellen wenn es heißt: „Ja, meine Daten dürfen zu Werbezwecken weiter gegeben werden“. Viele meinen sie bekommen dann halt ab und zu mal Post mit Prospekten oder so.
    Das diese Einwilligung letzten Endes bedeuten kann das man sich mit dem Vorzeigen der Paybackkarte identifiziert und dann an Ort und Stelle von „Beratern“ über die neuesten Produkte informiert wird, kommt wohl keinem in den Sinn. Denn AGBs lassen sich ändern. Und mal ehrlich, wie viel Prozent der Payback-Kunden würden eine Änderung lesen UND verstehen?
    Alleine um die Sammel-Modalitäten zu verstehen muss man irgendwas schlaues studiert haben. Payback sammelt Daten, aber auch die Partnerunternehmen sammeln Daten (die sie von Payback zugeschickt bekommen). Dann ist ein Payback-Punkt ca. 1 Cent wert, die Auszahlung kann in Bar, Prämien, Payback Zusatzkarten (Hä?) oder je nach Gutdünken des Partnerunternehmens durchgeführt werden.

    Also auf Deutsch: Wenn Payback Bock hat, machen die was sie wollen. Sowohl mit den Daten als auch mit den Punkten. Zur Not wälzt man die Schuld dann auf die Partnerunternehmen ab. Denn wenn einer Daten missbraucht, dann die. Und wenn das mit der Auszahlung nicht klappt, dann lag der Fehler bestimmt beim Partnerunternehmen. Denn die wollten/sollten eigentlich die Punkte auf die hauseigene Sammelkarte übertragen, die man dann in Hintertimbuktien vorzeigen müsste um das paar Antirutschsocken als Prämie abzustauben.

    Richtig lustig wird es aber erst im Streitfall. Denn Payback ist ein eingetragener Verein (e.V.), während die Daten von einer Loyalty Partner GmbH verwaltet und verwertet werden. Tja, wen zieht man denn da zur Rechenschaft? Eine GmbH mit 50.000 Euro Haftung. Oder einen Verein mit 0 Euro Kapital?
    Mir ist es immer sehr suspekt wenn ich mit einem eingetragenen Verein einen Vertrag abschließe, der allerdings alles „wichtige“ über eine GmbH abwickelt. Fußangel ick hör dir klappern.

  36. Nina Purtscher

    Wenn Du auf das Paybackblog gehst, findest Du die meisten Antworten auf Deine Fragen bzw. Behauptungen. Aber ich helfe Dir auch gerne hier weiter. Zum Thema „Payback ist keine Kundenbindung“: Das siehst Du vielleicht so, Millionen deutscher Konsumenten, rund 20 Handels- und 30 Onlineunternehmen beweisen das Gegenteil. Sie alle machen alleine deshalb bei Payback mit, weil es für sie funktioniert. Und dabei ist Payback viel mehr als nur „Mafo“ – und wenn Du die AGBs mal so richtig liest: Da steht ganz genau, auch in einem eigenen Kasten „Datenschutz“ – was wir mit welchen Daten machen und was nicht. Leicht verständlich. Auf payback.de gibt es auch Fragen und Antwworten dazu, einfach zu finden. Oder Du kannst auch direkt unseren Datenschutzbeauftragten (von der Lufthansa) anmailen und fragen (Emailadresse auf payback.de), oder am besten gleich die Aufsichtsbehörde für Datenschutz (Regierung von Mittelfranken, Ansbach) anrufen. Die segnen alle unsere Formulare ab. Du kannst aber auch in den Filialen der Partner nach Flyern fragen, die erklären, was mit den Daten passiert. Alles sehr transparent.

    Das Unternehmen, das Payback betreibt, heisst Loyalty Partner. Unser Produkt heisst Payback. Und Unternehmen, die gemeinsam Rabatte vergeben wollten, musste sich vor dem Fall des Rabattgesetzes zu einem Verein zusammenschließen. So kompliziert ist das also nicht…

  37. Maik

    Wow! Nina! Den Kommentar könnte man glatt als Unterrichtsbeispiel verwenden!

    Formal freundlich, im Ton dennoch gekonnt zickig, durchgehend on Message und die Talking Points perfekt auswendig gelernt. Ich hoffe, Payback bezahlt angemessen für solch gute Arbeit. Unter wem hast du das gelernt, Tanja-Anja in der kleinen PR-Agentur am Rande der Stadt?

    Von der Lufthansha, booooooah, das macht gleich doppelt Eindruck. Das ist ja schon ein richtiger Großkonzern! Sowas nebenbei, aber gleich als erstes, einzustreuen, ohne dass es gezwungen wirkt, schafft nicht jeder! Okay, du auch nicht, aber kleinere Makel muss man verzeihen können.

    Insgesamt begeisterte Grüße,

    dein Maik!

  38. Nina Purtscher

    Hallo Maik, ich bin stolz auf Dich und mich. Danke!

  39. Markus Roder

    @Maik:

    Ich hab‘ auch mal ’ne Frage: Wie KANN man es Dir eigentlich Recht machen?

    @Patrick:

    Siehst Du JETZT, was ich mit typisch deutsch (vielleicht sollte ich „typisch europäisch“ sagen, Franzosen und Skandinavier machen nämlich auch gerne den Maik…) meine?

  40. Ralf

    @Frau Purtscher (ich bin mal so förmlich):
    Wenn 20 Handels- und 30 Onlineunternehmen behaupten das es sich bei Payback um reine Kundenbindungsmaßnahmen handelt, dann muss das nicht zwangsläufig stimmen.
    20 Tabakwarenherstellen haben auch über Jahrzehnte hinweg steif & fest behauptet das Rauchen nicht schädlich sei.

    Den Beweis das es sich dabei um eine Kundenbindungsmaßnahme handelt, könnte man nur dadurch erbringen, indem man Kunden die freie Wahl lässt ob sie in Geschäft A (mit Payback) oder Geschäft B (ohne Payback) gehen. Das wird dann ganz besonders schwer, wenn es sich um Versicherungen (HDI) handelt. Die Behauptung jemand würde sich für Versicherung A entscheiden, und dies immer wieder (!), nur weil er dort 1.000 Payback-Punkte (entspricht 10 Euro) bekommt, finde ich mehr als gewagt.
    Aber wer seine Versicherung nach den Rabatten auswählt, anstatt nach den Leistungen bzw. Preis-Leistungsverhältnis, der hat nichts anderes als eine Payback-Karte auf Lebenszeit verdient.

    Wenn Sie mich schon auffordern die Paybackseiten zu lesen, was ich im übrigen getan habe, dann fordere ich Sie auf doch mal bitte meinen Kommentar noch einmal (oder zweimal) durchzulesen. Denn Payback dürfte auf der Liste der entscheidenden Kriterien für die Wahl eines Geschäftes auf den hintersten Rängen landen. Wenn es denn überhaupt dort auftaucht.

    Aber Schluss mit meinen Vermutungen. Kommen wir zu Tatsachen die jeder nachlesen kann.
    Ich habe mir die AGB von Payback aufmerksam durchgelesen. Ich halte mich nicht für den Dümmsten unter Gottes Firmament, trotzdem habe ich echt Schwierigkeiten ein klares Bild zu bekommen wo die ganzen gesammelten Daten hin gehen. Denn in den AGB steht klipp und klar drin das sie von Payback gesammelt werden und an die Partnerunternehmen weiter gegeben werden können.
    Zitat aus der Datenschutzerklärung: „Die Basisdaten, freiwilligen Angaben und ggf. deren Änderungen, übermittelt Loyalty Partner an das Partnerunternehmen, über welches Sie Ihre PAYBACK Karte erhalten haben.
    […]
    die Rabattdaten (Waren/Dienstleistungen, Preis, Rabattbetrag, Ort und Datum des Vorgangs) […]“

    Weiter heißt es dort: „Daneben kann das Partnerunternehmen, von dem Sie Ihre PAYBACK Karte erhalten haben, Ihre Basis- und dort anfallenden Rabattdaten sowie Ihre freiwilligen Angaben zu eigenen Zwecken der Marktforschung und der Versendung von Informationen per Post nutzen.“

    So. Und nun noch einmal zurück zum Noppenkondom. Wenn ich bei Real ein Noppenkondom kaufe, gehen die Daten (Preis, Ort/Datum, usw) an Payback. Dieses kann diese Daten an Real zurück schicken, worauf Real mir dann Schmuddelkataloge zusenden darf.

    Im übrigen sind die „freiwilligen“ Angaben nicht ganz so freiwillig. Denn „Ja, ich möchte von den exklusiven Vorteilsservices profitieren.“ klingt nicht wirklich nach „Ja ich möchte meine Daten zum Ausschlachten hergeben“.
    Wenn Sie eine Flut an Werbung im Briefkasten als „exklusiven Vorteilsservice“ bezeichnen, dann ist das ihre Sache. Ich nenne so etwas Verschleierung und manchmal sogar arglistige Täuschung.

    Vielleicht habe ich ihre AGB auch einfach nur besser verstanden als sie selber. Wäre eine Möglichkeit. Die anderen Möglichkeiten zähle ich aus Höflichkeit lieber nicht auf.
    Anzumerken ist auch, dass der durchschnittliche Payback-Kunde beim Durchlesen der AGB wohl zu 90% nur Bahnhof versteht und nur deswegen den AGB zustimmt, um an die Karte ran zu kommen.

    Bleibt noch die Frage warum der Verein nach dem Fall des Rabattgesetzes nicht aufgelöst wurde. Wozu wird der Verein, dessen Daseinsberechtigung nicht mehr existiert, noch benötigt?
    Mich würde auch interessieren ob denn der Datenschutzbeauftragte der Lufthansa für die Daten zuständig ist, die zum Partnerunternehmen gesendet und dort gespeichert werden. Wohl kaum.

    Ich denke wir beenden hier die Diskussion. Jedesmal wenn ich Argumente bringe, kommen Sie mit Kommentaren die noch mehr Fragen aufwerfen. Wir wollen ja nicht das Sie sich am Ende in etwas verstricken das niemand mehr auflösen kann. Da dies hier kein (Ver-) Strickblog ist und es mittlerweile sehr Offtopic wird, ist es besser auf weitere „Antworten“ zu verzichten.

  41. Nina Purtscher

    Hallo Ralf, ein paar Antworten habe ich schon noch parat, so ist es nicht. Vielleicht wird das ganze Thema aber dann „offtopic“ und „verstrickt“, wenn man Millionen Konsumenten für unmündig hält, sich für oder gegen eine Kundenkarte zu entscheiden.

  42. Torsten

    Hallo zusammen,

    ich kann die Aufregung wirlich nicht verstehen. Wo ist das Problem Nein zu sagen? Ihr werdet bestimmt auch ab und zu fragen ob ihr eure Kreditkarte einsetzten wollt und nervt damit (und eurem Wunsch euren Kreditrahmen zu nutzen) auch die arme kassenkrfat die nur EC und Cash akzeptiert :-)

    Kleine Anekdote:
    Ich tanke immer Shell V-Power Diesel. Gibt 5 Clubsmart Punkte. Jetzt wirds interessant. Als ADAC Mitglied werden die Punkte in der Aktion verdreifacht (sonst mal zwei). V-Power kostet ca 10 Cent mehr als Diesel (Die Vorteile von Diesel V-Power hat die F.A.Z. in einem ausführlichen Artikel beschrieben).
    Macht also bei 50 getankten Litern Dieseln folgende Rechnung:

    Mehrkosten 5€
    In der Aktion: 50 mal 5 Punkte mal 3 = 750 Punkte
    Normal: 50 mal 5 Punkte mal 2 = 500 Punkte

    Eine Wagner Pizza kostet im Handel ca. 2€
    Bei Shell in der Aktion 29 Punkte (wenn ich mich recht erinnere)

    Macht also 26 Pizzen in der Aktion bzw. 17 Pizzen außerhalb.
    Wert also ca. 52 bzw. 34 Euro bei Mehrkosten von 5€

    Also, wer keinen Bock hat sagt NEIN, wer Bock hat ist clever und nimmt die Punkte und tauscht nicht gegen einen Fußball :-)

    LG Euer Sammelfreund Torsten

    P.S. Bin weder Shell noch Clubsmart noch Wagner Mitarbeiter :-)
    habe mir aber auch eine Tüte Delight geholt, meine Frau steht drauf.

  43. Torsten

    … der neueste Streich aus dem Payback Blog

    paybackblog.de/2008/...

  44. Alexander

    Boah, ich kann das nachvollziehen.
    Ich bin von diesen ätzenden Dialogen an der Kasse auch so was von angenervt das es auf keine Kuhhaut geht.
    NEIN, ich will keine blöden Payback Punkt, ich sammle keine Herzen, Sterne oder sonstigen Müll !!
    UND ICH WILL AUCH NICHT STÄNDIG DANACH GEFRAGT WERDEN !!!!!
    Das mal an die ganzen scheinheiligen Marketingfuzzis hier.
    ES GEHT MIR AUF DEN SACK !
    Ich will an der Kasse bezahlen und den Laden verlassen.
    Ich will nicht nach so einem Mist gefragt werden und mich schon gar nicht rechtfertigen müssen warum ich keine von diesen schwachsinnigen Karten habe.
    Alex

  45. Der Kassierer

    Hey Leute!
    Ja, ich bin so ein (bitte hier Lieblingsbezeiuchnung einsetzen) Kassierer. Ich muss euch liebe und nette Kunde nach der Payback karte fragen und nach den anderen Sammelaktionen, v.a. wenn der Herr Marktleiter im Kassenbereich rumtigert und ich den Anschiss aufm Mitarbeiterflur: „bei (Konkurrent) wären sie schon nach 3 tagen raus“ mir ersparen will. Mir geht das gefraga auch aufn keks, aber bitte einfach nur nein sagen und wir sind glücklich, ich drücke übrigens niemanden nen antrag in die hand.
    ICh denke wer sammeln will denkt auch an seine karte. leider ist das nicht der fall und wenn man mal nicht gefragt hat und nach dem bezahlen (Kauf ist abgeschlossen!) „ach ich hab ja noch ne paybackkarte“ kommt, und ich freundlich auf den Punktomaten oder die info hinweise einen tierischen Kundenanschiss erhalte und sich leute wegen z.B. mickriger 3 punkte (= 0,03EUR)zum Affen und mich zum GEsäß macht und das um 22:35 (35 min nach schluss!!! ich will nach hause!!!) , kommt halt automatisch die frage.

  46. Haben Sie eine Kundenkarte? | Oliver Biederbeck

    […] diese zentrale Frage schrieb Patrick Breitenbach bereits gestern seine feine Glosse “Payflashbacks” und erntete bis heute Abend stolze 36 37 Kommentare. Mit unter den Kommentatoren: Nina […]

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