12.05.07
14:54 Uhr

Martin Oetting: Cluetrain works?

Auch wenn wir in der letzten Woche “über Kreuz” waren. Sein Vortrag ist empfehlenswert und die Jungs von TRND machen innerhalb ihrer Nische einfach einen guten Job. Warum Nische? Nun, weil es einfach noch etliche Produkte gibt, die nicht unbedingt für das derzeitige TRND-System geeignet sind, aber eben trotzdem gutes Marketing gebrauchen könnten.


Link: sevenload.com

Jedenfalls merkt man, dass Martin den Grundgedanken an Cluetrain tatsächlich mit Substanz verinnerlicht hat.

O-Ton in punkto Kundenunzufriedenheit bei Alice:

“Die ganze Scheisse wird jetzt sichtbar!”

Umso überraschter war ich natürlich über seine Kommentare zu unserer Kritik zu einem bis dato unzureichenden Produkt. Aber das Fass will ich jetzt wirklich nicht schon wieder aufmachen…

35 Kommentare

  1. Chris

    Omfg – was für ein Blödsinn. Ich muss mich bewerben um werben zu dürfen. Das funktioniert?

    Naja, die Lemminge da draußen wundern mich schon lange nicht mehr…

    Obwohl – kann ich mich für das neueste Sony-Laptop bewerben? :D

    Was bleibt? Ein Hinweis auf die trndtunes 2.0. :D

  2. Patrick Breitenbach

    @Chris: Mensch, dir kann man es aber auch nicht recht machen, wenn man dir Werbung aufzwingt motzt du, wenn Leute freiwillig werben wollen und dich in Ruhe lassen auch! ;-)

    Lass doch die Lemminge dahin laufen wohin sie wollen, so lange sie niemand schubst…

  3. Chris

    Gar nich wahr nich… :D

    Weißt, mir ist vorhin erst bewusst geworden, dass trnd.com ne Marktingagentur ist. Ich hatte damals die trndtunes gefunden, auch einzelne Songs in meinen Podcasts (R.I.P. :D) vorgestellt, und bin da sogar mit coyote collective in Kontakt gekommen.

    Was lernen wir daraus: Macht was “Vernünftiges”, dann verlinkt auch F!XMBR… :D

  4. Patrick Breitenbach

    Und was lerne ich daraus? Ich muss unbedingt mal in deine Podcasts hören, wenn der Musikgeschmack schon so gepolt ist.

    Music unites! ;-)

  5. Patrick Breitenbach

    ach so noch was, bei euch kann man doch auch auf die andere Tour verlinkt werden! ;-)

  6. Patrick Breitenbach

    Ähhh, dumme Frage, wo finde ich deinen Podcast eigentlich?

  7. Martin Oetting

    Patrick, danke Dir für’s Posten, ich hatte den Film selbst noch gar nicht gesehen. Und was unsere Meinungsverschiedenheiten betrifft – bin mir selber nicht ganz sicher, was da der richtige Standpunkt ist. Einerseits stimme ich absolut zu: Meinungen gehören gesagt – so, wie die Schnauze gewachsen ist. Und damit müssen andere leben können. Du hast, glaube ich, neulich geschrieben, dass Du mit dem Bloggen aufhören musst, wenn Du nicht mehr so schreiben kannst, wie Dir der Schnabel gewachsen ist. Verstehe ich absolut. Andererseits denke ich immer, dass ein gewisses Verantwortungsgefühl auch mit der Menge an Lesern kommt. Das ist nicht ganz einfach, da den richtigen Weg zu finden. Im übrigen gibt es verschiedene Leute, mit denen ich über die Themen diskutiert habe, um die wir uns da auseinandergesetzt haben. Und die sind zum Teil durchaus auch Deiner Ansicht. Also… die Meinungsfindung ist ‘Work in Progress’… Auf bald! :-)

  8. Chris

    Ich habs nach 8 Folgen aufgegeben – zu viel Arbeit mit schneiden und so und irgendwie hatte ich auch keine Lust mehr, mich mit Headset vor den PC zu setzen. Ich brauch vielleicht einfach mal ein vernünftiges Mikro…

    Klick

  9. Martin Oetting

    Chris, gerade erst Deinen Kommentar richtig gelesen – coyote collective… Witzig. Alte Baustelle von mir, schön, daran nochmal erinnert zu werden. :-)

  10. Chris

    Der Martin scheint ein netter Kerl zu sein, die Musik gefällt mir auch.

    Nochmal kurz zum Podcast: Ich hab gerade mein reingehört. Omg, was hab ich da nur verbrochen… :D

    Den mit den Hartz-Reformen könnte ich heute noch ruhigen Gewissens empfehlen, der hat ein wenig Tiefgang, der Rest ist pille-palle. ;-)

  11. Patrick Breitenbach

    Deeplinks bitte! :-)

  12. Chris

    Klickidiklack

    Vorsicht, 24 Minute… ;-)

  13. vroni

    Hm, wie läuft denn das in echt, so ohne tolle Powerpoint-Folie.
    Eine Geschichte, neulich an der Bar, ätsch im Laden:

    Kurz davor, eigentlich fast schon wild entschlossen, mir so einen richtig teuren Füllfederhalter zu kaufen, der sich wie ein Berg nennt, war ich im Laden. Alle weggesperrt, hinter Vitrine. Nur gucken und so. Auch richtig Kaufabsicht und Begehr geäußert, konkrete Details geäußert (Kolbentechnik), aber dass mal ein Verkäufer her ist, mir gezeigt hat, wie die verschieden Größen in der Hand liegen, Schreibproben, welche Goldfeder genau oder so, niente. Ok, hatte wieder meinen Hermès-Schal zuhause liegen gelassen und sah denen zu normal aus, Verkäufer können so zum Kotzen sein… – es war der klassische Autokaufeffekt.

    Von da sind Produktproben, die man nach Hause bekommt und über die man in Ruhe schreiben kann, richtig gut. Für den Fall, dass ich die Idee von trnd richtig verstanden habe. Ich bezweifle nur, ob so Firmen mit einem Berg im Namen ihre Produkte, die ab 450,00 Tacken bis über 1200,00 aufwärts kosten so die ohne weiteres einem Interessenten nach Hause schicken, der es wagt, ohne Hermès-Schal und Prada-Schläppchen zuhause rumzuschläppeln.

    Und wenn, dann würde ich mich als rezensierender Interessent dermaßen aufgewertet und geehrt fühlen (nicht vergessen, im Laden oft noch gerne abgewertet und grob vernachlässigtes Wesen), dass ich nuuuur Guuuuutes schreib ´`´`.[ironyoff]

    Kurz:
    – Geht nicht für alle Produkte
    – Die Gefahr der subtilen positiven Vor-Beeinflussung ist aber auch bei weniger teueren Produkten gegeben, weil man das Produkt… kriegt. Bin damit nicht “jeder”, sondern eine wertvolle Testperson. Nach den ganzen Künsten und Regeln der Allgemein-Psychologie werde ich in der Skala von mind. 0,05 %- 15 % beeinflusst sein und nicht hundert_prozentig ehrlich urteilen, falls mir negatives auffällt. Der Mensch ist so gestrickt, dass er die Ehre und das Vertrauen unbewusst ausgleichen will.

    Fazit:

    1. Mir ist das zu kurz- und zu produktlastig gedacht und übersieht absichtlich (natürlich zum Wohle des werbetreibenden Kunden), dass der Effekt nicht 100% ehrlich ist. Der Trick ist, dss das auf den ersten Blick locker geglaubt wird, weil niemand Geld fürs Schreiben bekommt.:

    2. Die ganze Kette des Verkaufs ist wichtig, für den Fall dass das Produkt stimmt, nicht nur das Produkt alleine.

    2. Der echte Cluetrain ist immer noch der, der unaufgefordert von alleine entsteht und dem Unternehmen gefahrlos und auf Augenhöhe wertgeschätzt zurückgemeldet werden kann, und zwar in der ganzen Kette des Verkaufs bis zum Recyclen, nicht nur beim Neu-Produkt alleine.

    2. Negative Mundpropaganda pro-aktiv zu vermeiden kann für die Unternehmen mehr als die halbe Miete sein, statt für teuer Geld zusätzlich künstlich rumzucluetrainen: Wenn die Leute was ärgert, erzählen sie es 11 Leuten weiter, wenn sie was gut finden, nur 4.

    Das Geld, dass sie mit der Vermeidung negativer Mundpropaganda im Verkaufszyklus sparen oder mehr einnehmen, können sie wiederum – in echtem und ehrlichem Dialog mit ihren Kunden – in gute Produkt- und Verkaufsentwicklung stecken. Dieser Gedanke steckt aber wohl noch in den Kinderschuhen beim “Consumer Market”.

  14. vroni

    Korrektur: Heißt natürlich 1. 2., 3. usw.

  15. vroni

    Ich muss mich nochmal korrigieren, anscheinend gibt es doch Bezahlung.

    Im Vortrag des Films oben wurde gesagt, der Schreiber bekäme dafür nichts. Stimmt nicht, auf ihrer trnd-Site redet die Agentur trnd anders, nämlich so:

    “Du hilfst mit, das Produkt bekannt zu machen, wir revanchieren uns dafür. Für all Deine Aktivitäten erhältst Du trnd-Punkte, die Du am Schluß des Projektes für exklusive Dinge und Events einlösen kannst. Vielleicht darfst Du ja für eine bestimmte Punktezahl das Test-Produkt einfach behalten – je nach Projekt gibt es die unterschiedlichsten Belohnungen.” trnd.com/trndprojekt...

    Immer noch begeistert über diesen “wahren” Cluetrain-Vortrag von trnd, Patrick? Ich sehe nur das alte Modell des bezahlten Schreibens vorschimmern.

  16. karsten

    @Chris:
    > Obwohl – kann ich mich für das
    > neueste Sony-Laptop bewerben? :D

    Danke für die Diskussion :) Im Prinzip bestätigst Du mit diesem Satz ja genau die zu Grunde liegende Mechanik. Wenn Sony eine entsprechende Kampagne fahren würde und Du uns davon überzeugen könntest, dass Du als Projektteilnehmer der Richtige bist, wären schwuppdiwupp alle Beteiligten glücklich.

    Was die Ehrlichkeit des Feedbacks angeht: Eventuell geht man als Projektteilnehmer mit einer überdurchschnittlich positiven Grundeinstellung an das jeweilige Produkt heran. Wie wir aber aus mittlerweile bald 30 Kampagnen, vielen tausend Mundpropaganda-Berichten und Blog-Kommentaren wissen, ist die Kommunikation und damit auch das Feedback sehr, sehr ehrlich und kann durchaus auch Kritik enthalten. Zu dieser Ehrlichkeit fordern wir ja auch explizit auf.

    Aber genau hier liegt in der Praxis sogar noch eine weitere Chance für die Unternehmen, bei Ihren Kunden zu punkten: Der offene Dialog. Der, in dem sich die ansonsten oft zu “Endver(oder ge-)brauchern” Abgestempelten endlich wieder ernstgenommen fühlen. Mit der Chance, sogar herbe Kritiker in Evangelisten zu verwandeln. Durch Gespräche auf Augenhöhe. Und ganz ohne Spam. Das ist in meinen Augen weit ab von jedem Lemming-Gedanken. Ich hoffe, ich hab Dich da nicht falsch verstanden :)

  17. Patrick Breitenbach

    @Vroni: Ja, da gebe ich dir Recht, du hast wohl den Haken gefunden, defintiv. Bin gespannt, was Martin dazu sagt. Es geht zwar nicht um Geld, es geht um Belohnung. Manchmal sind solche Dinge auch wertvoller als ein paar Mark fuffzig. Ich gehöre übrigens nicht zu denen, die behaupten, dass es ganz ohne irgendeine Gegenleistung geht. Aber das widerspricht natürlich etwas dem Prinzip, welches Martin im Vortrag erklärt hat. Wobei ich nicht glaube, dass der Großteil der Leute, die da mitmachen es wegen den Punkten macht. Aber klar, konsequenterweise müsste man eigentlich auch das weglassen, oder es eben im Zuge des Vortrages erwähnen.

  18. karsten hoffmann

    @Vroni, @Patrick: Stimmt – Punkte gibts! Und wenn man 55 davon gesammelt hat, gibts – tadah – ein trnd-T-Shirt. Ist sogar extrem kleidsam (elegantes Product-Placement hierzu bitte in obigem Video beachten. Tipp: Martins Oberkörper :) ). Ob das jedoch wirklich als Haken bezeichnet werden kann… ich weiss nicht.

    Punkte gibts übrigens auch fürs Teilnehmen an Umfragen und absolut unabhängig davon, ob der jeweilige Mundpropaganda-Bericht kritisch oder voll des Lobs ist.

  19. Patrick Breitenbach

    “Haken” naja vielleicht ertsmal übertrieben. Dann nenne ich es lieber “Unklarheit”. Jedenfalls sollte das mit den T-Shirts hier nochmal erwähnt werden, um Mißverständnisse dieser Art in Zukunft zu vermeiden:

    exklusive Dinge und Events einlösen kannst. Vielleicht darfst Du ja für eine bestimmte Punktezahl das Test-Produkt einfach behalten

    Es wäre auch nicht verkehrt, wenn das mit dem “unabhängig bzgl. Lob oder Kritik” mochmal irgendwo stehen würde. Auch “Aktivitäten” kann mißverständlich sein.

    Noch eine dummdreiste Frage: Wozu braucht ihr Promo-Shirts, wenn die alte “Push-Werbung”, die Martin in seinem Vortrag schön beschrieben hat (Beispiel mit dem Einkaufscartoon) gar nicht mehr funktioniert? Wobei ein T-Shirt ja wiederum kein Großflächentransparent ist. ;-)

  20. karsten hoffmann

    @Vroni: Oh, gerade erst den Link angeklickt. Ich glaub, die Seite ist schon ziemlich alt – ich werd mal eine Überarbeitung anregen :)

    Ansonsten kann man aber guten Gewissens sagen, dass der eigentliche Grad der Incentivierung mit dem Grad der Involvierung korreliert. Sprich (siehe letzte Folie in Martins Vortrag) – die Geschichte macht den Projektteilnehmern tatsächlich wirklich und ehrlich… Spass!

    Logisch: Davor steht eine Menge Arbeit – vor allem die sorgfältige Selektion der Projekteilnehmer. Aber dadurch ist gleichzeitig auch ein essentieller trnd-Grundsatz gewährleistet: Kein Spam. Nur Leute, die sich wirklich für ein Thema interessieren, kommen dann auch intensiv damit in Kontakt. In meinen Augen eine feine Sache für alle Beteiligten.

  21. karsten hoffmann

    @Patrick: Ich würde unser Shirt eher als tragbaren WOM-Trigger bezeichnen. Steht ja weder “www.trnd.com” noch eine konkrete Werbebotschaft darauf. Und tragen tun es wohl nur Leute, die a) entweder trnd ehrlich klasse finden oder b) denen es völlig wurscht ist, was auf ihrem T-Shirt steht :)

    Logos auf T-Shirts sind aber sicherlich Ansichtssache und eventuell sogar Grauzone… Hmmm… Für mich ist ein Shirt aber eine recht persönliche Sache und ich trag unseres tatsächlich einfach gern :D

  22. Patrick Breitenbach

    @karsten: Richtig. Ihr wärd schließlich nicht die ersten, die freiwillig mit großem Markenlogo durch die Gegend laufen. ;-)

    Und ja, T-Shirts sind ziemlich persönlich, da stimme ich dir zu.

  23. Patrick Breitenbach

    Ihr wärd schließlich nicht die ersten, die freiwillig mit großem Markenlogo durch die Gegend laufen. ;-)

    Und davon nehm ich mich übrigens nicht aus. Allein schon was ich für Apple freiwillig durch die Gegend evangeliere (Hab aber kein Apple-Shirt) ;-)

  24. Chris

    Im Prinzip bestätigst Du mit diesem Satz ja genau die zu Grunde liegende Mechanik. Wenn Sony eine entsprechende Kampagne fahren würde und Du uns davon überzeugen könntest, dass Du als Projektteilnehmer der Richtige bist, wären schwuppdiwupp alle Beteiligten glücklich.

    Das ist Blödsinn – und hättest Du Dich nur eine Minute mir mit und meinem Blog auseinandergesetzt, wüsstest Du das auch und hättest die Ironie erkannt.

    Gehört für solche PR-Heinis wie Euch nicht auch ein Mindestmaß an Recherche dazu? Ach geht weg – nach Edelmann, SinnerSchrader die nächsten? Gut, ich habe damit kein Problem. *fg*

    @Patrick: Dieses CoComment-Gedöns nerbt, mit Opera z. B. ist immer zweimal klicken angesagt. ;-)

  25. vroni

    @ karsten

    Zum alten Link trnd.com/trndprojekt...:

    Diese Beschreibung, wie das trnd-Prinzip überhaupt funktioniert, sollte eigentlich viel prominenter da stehen, weil sie inhaltlich das Herzstück darstellt, um Transparenz und somit Vertrauen herzustellen (wo ist da euer Verständnis von Cluetrain?)und das aktive Mitmachen zu fördern.

    Und nicht wie eine lässliche Nebeninformation behandelt werden wie derzeit. Weder sollte es als “open browserwindow” hinter einem Javascriptbefehl versteckt sein, noch das ur-Prinzip der ganzen Sache im Text so erklären, dass das Prinzip nicht (mehr) stimmt. Es ist schon ein Unterschied, ob “nur” T-shirt oder Sachgeschenk, z.B. eine Playstation. Jedoch selbst ein T-Hemd, das ist nicht mehr reines Pull.

    Eine Textüberarbeitung allein geht schnell, ich schau positiv-fürsorglich am Montag nochmal rein auf diese Site und den Link.

    Eigentlich aber gibt es mehr zu tun: Es sollte gerade dieser Inhalt dramaturgisch viel prominenter in die trnd-Site eingebaut werden. Nicht wie derzeit auf der Site: Erst kommt Werbeblubber, dann da wird man sofort ohne Vorwarnung um seine Daten gefragt, Daten her oder die Leber, und ab geht die Post? So nicht. Also, jetzt habt ihr was zu tun: Hausaufgaben :-)

    Und jetzt geh ich Film gucken: Der Clou [Plot: ... ehrgeiziger kleiner Gauner (Robert Redford) versus altgedienter Betrüger (Paul Newman)...]

    Eine altgediente Betrüge…, ähm Ex-Werberin.

  26. Martin Oetting

    Auch von mir nochmal kurz: die Punkte haben eigentlich nur symbolischen Charakter, es wird kaum je irgendwas dafür eingetauscht. Und wenn, dann gibt’s – wie gesagt – meistens maximal das T-Shirt. Sie dienen uns eher dazu, gute ausführliche Berichte zu incentivieren. Denn je ausführlicher die Leute schreiben, was im Austausch mit anderen über die Produkte gesagt worden ist, desto mehr Punkte gibt es. Völlig unabhängig davon, mit wievielen Leuten gesprochen worden ist.

    Dass man Produkte in Abhängigkeit von Punkten behalten kann, war noch nie so, oder wenn, dann ist das schon lange vorbei (ich habe das nicht miterlebt, muss mal Rob fragen). Wie Karsten sagt, das ist ein alter Text, den wir korrigieren werden. Bei Konsumgütern ist es ohnehin klar, dass man das Produkt behält. Wenn wir mal eine Kampagne für ein Produkt wie die Wii oder die Playstation3 machen, bemühen wir uns aber auch darum, dass die Teilnehmer das Produkt behalten können – das hängt dann immer vom Unternehmen ab. Natürlich könnte man den Umstand, dass Leute das Produkt behalten, als ‘Bezahlung’ werten. Aber man kann ja keine Mundpropaganda machen, wenn man ein Produkt nicht auch bekommen hat und es nicht testen kann. Und es ist aus unserer Sicht etwas anderes, als wenn man zu Leuten sagt ‘Redet drüber und für jeden Bericht, den Ihr darüber schreibt, gibt es Geld.’ Durch so etwas entsteht Spam, oder aber Betrug. Dass wir dagegen den Leuten das Produkt überlassen, ist aus unserer Sicht nur fair. Sie haben sich mit der Sache beschäftigt, sie haben anderen davon erzählt. Dann sollten sie das Ding auch behalten können.

  27. Steffen

    Ich hab schon 4 trnd-Shirts! Bin trotzdem weiterhin gerne Mitglied, auch wenn ich keine Shirts mehr brauche :-)

  28. karsten hoffmann

    @Martin: Wow – Sonntag, 10:06 Uhr… Jetzt bist Du mir definitiv zuvor gekommen :) Schliesse mich Dir aber zu 100% an.

  29. vroni

    Gut Martin, OK, kann man machen da mit den Punkten, sagt doch keiner was.
    Dann wird es jedoch ein alter Hut.

    Dann darf man auch nicht in einem Vortrag sagen: “Es gibt kein Geld, aber die Leute machen dennoch begeistert mit. Ist das nicht toll?” Und damit vor interessierten Werbern, Werbekundschaft, Fachleuten, eine Faszination für dieses Geschäftsmodell verbreiten, die bei näherem Hingucken ihren Glanz leicht verliert.

    Das war meine Rede. Von mir aus macht, was ihr für richtig haltet.
    Aber die Aussage “es gibt kein Geld” ist für mich irreführende Werbung auf Podien für euer Prinzip, euer Geschäftsmodell, denn Belohnung ist eben doch vorgesehen.

    Die Punkte-Prämien und das T-Shirt kann doch im Vortrag sagen. Oder nicht? Natürlich klingt das dann nicht mehr so toll, denn euer Haupt-Cluetrain-Beweis: Genial, die Leute machten das freiwillig, und machen sich die Mühe der Bewerbung ohne dazu extra gepusht zu werden!!, wird damit etwas dünn.

    Auch wenn es Fans draußen geben sollte – mag sein – die sagen, sie machten nach wie vor begeistert mit, gebongt. Dann sagt das doch in euren Vorträgen. Bleibt halt einfach bei der Wahrheit. Wenn man ein revolutionäres Geschäftsmodell vorstellen will, muss man schon straight bleiben. Denn

    “Die ganze Scheisse kommt irgendwann raus!�

    :-)))

  30. Martin Oetting

    Vroni, ich habe – wie Du richtig anmerkst – in meinem Vortrag gesagt, dass es kein Geld gibt. Das stimmt und dabei bleibe ich. Du setzt dagegen Punkte und evtl. mal ein Werbe-T-Shirts mit Geld gleich. Das kann man machen, aber ich sehe das ein wenig anders.

    Erstmal habe ich in meinem Vortrag nichts Unwahres behauptet – es gibt kein Geld und dabei bleibe ich. Zweitens habe ich gesagt, dass die Leute begeistert mitmachen, auch wenn sie nichts dafür bekommen! Du siehst das anders, weil Du auf die Sache mit den Punkten verweist. Ist Dein gutes Recht, aber nicht zutreffend. Denn Du weißt nicht, wie das hinter den Kulissen aussieht. Und da ist es so, dass die Punkte im Verhältnis zwischen uns und unseren Mitgliedern kaum eine Rolle spielen. Ja, es gibt hin und wieder jemanden, der ein T-Shirt haben möchte. Aber darum geht es wirklich nicht, dass wissen wir aus unserem Austausch mit den Mitgliedern.

    Wenn Du also jetzt erklärst, dass meine gesamte Argumentation dünn wird und die Sache mit Cluetrain unglaubwürdig, dann ist das natürlich Dein gutes Recht. Aber ich fürchte, es ist von Deiner Seite aus ein wenig dünn. Denn die Leute, die bei unseren Kampagnen mitmachen, sind wirklich begeistert bei der Sache, und es interessiert sie in den meisten Fällen wenig, was am Schluss aus ihren Punkten wird. Damit ich das aber nicht nur so im luftleeren Raum behaupten muss, mache ich einfach mal folgenden Vorschlag: Du kommst bei uns in der trnd-Zentrale in München vorbei, siehst Dir an, wie das bei uns aussieht, und machst Dir selbst ein Bild von der Arbeit, die wir machen. Dann reden wir beide über dieselbe Sache, und Du musst Dich nicht mehr an den Punkten festhalten, die – um es nochmal zu wiederholen – von Dir zwar als entscheidend angesehen werden, aber in Wirklichkeit nicht die Rolle haben, die Du ihnen zumisst.

    Also: Verabredung in München? Damit “die Scheiße endlich rauskommt”? ;-)

    Im übrigen werde ich auf Deinen Wunsch gern künftig in meinen Vorträgen auf Punkte und T-Shirts hinweisen.

  31. Martin Oetting

    Nachtrag: sehr deutlich hat Nico Lumma neulich auf der Next07-Konferenz den Unterschied zwischen “Punkten” und “Geld” herausgestrichen. Das würde ich gern noch als Illustration dafür empfehlen, dass man das wirklich nicht gleichsetzen sollte:
    de.sevenload.com/vid... (bei etwa 10:00 min.)

    Obacht: ich möchte hiermit nicht wieder die Debatte dazu eröffnen, ob Shoppero nun super oder scheiße ist… Es geht nur um seine recht plakative Art, Geld von Punkten zu unterscheiden. ;-)

  32. vroni

    “Im übrigen werde ich auf Deinen Wunsch gern künftig in meinen Vorträgen auf Punkte und T-Shirts hinweisen.”

    Das ist ein Wort. Aber nicht auf meinen Wunsch – mir ist das wurstegal – sondern weil es sich gehört.

    Belohnung ist Belohnung. Ob 0,5 Cent/Tag/Monat fürs Adical-Bloggen oder Prämienpunkte oder Base-Caps oder Backstage-Bussi aufs Backi vom Promi. Es gäbe kein Geld dafür, das ist zwar juistisch-spitzfindig richtig. Aber so spitzfindig raffiniert sind bereits Kinder im Alter von 8-12, wenn sie ihre “Alten” anflunkern ´`´`.

  33. Martin Oetting

    “Belohnung ist Belohnung.” Sehe ich anders. Und vor allem: Belohnung ist nicht gleich Geld. Anders ausgedrückt: ich würde bei trnd nicht mitmachen, wenn es Geld gäbe. Denn dann würden wir Spam bezahlen. Und das ist daneben.

    Was ist denn nun mit Deinem Besuch in München?

  34. vroni

    Der Besuch hat sich doch erübrigt:
    Wir ham uns schon verstanden.

  35. Martin Oetting

    Na, da machst Du es mir doch ein wenig zu einfach: “Wir ham uns schon verstanden” soll ja eigentlich bedeuten: “Ich habe Dir in Bezug auf Transparenz und Offenheit einen eingeschenkt, und jetzt spurst Du wieder.” Das sehe ich leider weiterhin anders. ;-)

    Aber ist schon okay, Du kannst gern bei Deiner Annahme bleiben, oder aber bei Gelegenheit doch einfach mal den Reality Check bei uns machen. Die Einladung bleibt bestehen.

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