14:17 Uhr
Der Clou am Cluetrain
Dieser Beitrag ist für alle, die auschließlich insbesondere Herrn Recke von Sinner & Schrader gewidmet, als kleiner Trost für die bitteren Stunden da draußen auf dem virtuellen Schlachtfeld:
Diese Märkte sind Gespräche. Ihre Mitglieder kommunizieren in einer Sprache, die natürlich, offen, ehrlich, direkt, witzig und häufig schockierend ist. Ob Erklärung, Beschwerde, Spaß oder Ernst, die Stimme des Menschen ist unverkennbar echt. Sie kann nicht gefälscht werden.
Mit diesen Worten beginnt das großartige Cluetrain-Manifest. Schöne, authentische Worte, die beeindruckend und nachhaltig wirken. Einige Agenturen, Berater, PR- und Marketingexperten haben sich das Manifest in letzter Zeit ganz groß auf ihre Fahnen geschrieben. Sie leben es gar oder vielmehr hat es laut manchen Aussagen ihr Leben verändert. Jetzt sogar zum zweiten Mal, denn diesmal dürfen genau manche dieser Wanderprediger die Lehre am eigenen Leib verspüren.
Das Problem, welches Cluetrain in sich birgt, ist folgendes: Die Worte, die Hülle, klingt einfach wundervoll, so menschlich, so nah, so authentisch. Alles ist irgendwie richtig was da steht. Alle Macht dem Konsumenten! Jedoch wenn es an die konkrete Umsetzung geht, hat die Sache einen kleinen Haken. Denn wenn die oben beschriebene Stimme des Menschen plötzlich auf einen selbst gerichtet wird, wenn sie witzig, echt, ungefälscht und gelegentlich auch boshaft daherkommt, dann nehmen die meisten Wanderprediger entweder die Schwerter oder die Beine in die Hand.
Der Edelman-Blogger, Haltungsturner und eigentliche Chef-Kommunikator bevorzugt wohl die Beine, während der tapfere Herr Recke von Sinner & Schrader das Schwert zückt. So ganz alleine mag man das Schlachtfeld ja nicht betreten, also sucht man sich sinnvolle Kombatanten, die findet man anscheinend an allen Ecken, sogar bei uns.
Das Problem an der Sache, ich will damit eigentlich nichts zu tun haben, ich finde sowohl die Wortwahl von Don Alphonso als auch die von Herrn Recke nicht nach meinem Geschmack. Zu viel Testosteron, zuviel Allgemeinplatz, zuviel hinkende Vergleiche, die aus unserer dunklen Vergangenheit und Gegenwart hervorgekramt werden. Es ist das Säbelrasseln, welches mir zu laut wird, denn ich bevorzuge eher das Florettgeklimper. Es gibt an der ganze Sache jedoch für mich einen ganz elementaren Unterschied: Don Alphonso ist eine Kunstfigur, ob man sie mag oder nicht, genau wie Borat, Till Eulenspiegel oder die Titanic-Redaktion künstliche Kommunikatoren sind, die einen überspitzen Kommunikationsstil verfolgen und zum Teil einfach derbe Späße mit der Gesellschaft machen. Die getroffenen Hunde beißen, das andere Rudel lacht sich dabei kaputt. Der Lauf der Dinge eben.
Herr Recke allerdings ist offizieller Kommunikator eines Corporate Blogs. Er ist keine Kunstfigur sondern leibhaftiger Mitarbeiter einer Kommunikationsagentur! Er wirft Don Alphonso unflätiges Vokabular vor, obwohl er es selbst anwendet. Don Alphonso stört sich an nationalsozialistischer Begrifflichkeit und nimmt sie doch selbst immer wieder (kritisch) auf, während Herr Recke von “Terror” und “Lynchmob” spricht. Die Antwort auf meine Frage, wer denn seiner Meinung nach in der Blogosphäre zu den Lynchmobs gehört, blieb Herr Recke mir jedoch noch bis jetzt schuldig. Hier schreibt also ein Mitarbeiter eines Unternehmens, welches sich den Cluetrain mitunter geschäftlich zu Eigen macht. In der Praxis sieht es jedoch plötzlich ganz anders aus.
Der Cluo am Cluetrain heißt “Gelassenheit”. Wer sich emotional in Attacken anderer so dermaßen persönlich hineinsteigert, kann Cluetrain niemals einhalten, im Gegenteil, er verschlimmert die Situation und dann passiert das, was Thomas Knüwer so treffend als Kollerkommunikation beschrieben hat. Die Sache eskaliert, man steckt plötzlich mittendrin im kommunikativen Grabenkrieg. In diesem Fall kann es jedoch nur einen Verlierer geben, und der lautet nicht Don Alphonso, denn als Kunstfigur hat er eine Art Schutzschild, das es ihm erlaubt, unendlich auf dem Schlachtfeld stehen zu bleiben. Bei Herrn Recke sieht das leider ganz anders aus, denn je mehr Beachtung diese Schlacht findet, desto stärker ist auch die Reputation des Unternehmens in Gefahr, welches er nach außen vertritt.
Meine Empfehlung lautet, wenn man sich auf Cluetrain tatsächlich einlassen will (und das muss man ja nicht, da sind mir klassische Werber lieber, die ganz darauf verzichten und es als Unfug betrachten): Lernt Gelassenheit. Lernt über den Dingen, über der Kritik zu stehen. Lernt aus der Kritik – auch wenn sie noch so offensiv ausgesprochen wird – etwas herauszuziehen. Lernt sie richtig einzurordnen. Handelt es sich um eine Schimpftirade ohne Inhalt? Ignorieren! Ist es eine Schimpftirade mit wahrem Kern? Reflektieren! Bedanken! Damit auseinandersetzen! Das ist das Grundprinzip von Cluetrain. Und wer jetzt behauptet, dass Cluetrain ein Weichspülprogramm sei, bei dem jeder ganz vernünftig und wohlformuliert und superhöflich miteinander kommuniziert, der lebt einfach in der verkehrten Welt. Cluetrain ist roh, schnell, hart aber auch witzig, ergiebig und produktiv. So wie die Menschen nunmal sind.
Disclaimer: Bevor diese Vorwürfe überhaupt im Ansatz entstehen. Der Werbeblogger ist eine unabhängige Spielwiese um den Cluetrain auszuprobieren. Der Werbeblogger steht bei niemandem für irgend ein Unternehmen. Der Werbeblogger ist kein Corporate Blog. Dennoch ist es mir durchaus bewusst, dass ich und meine Mit-Autoren (Update: Außer Lanu natürlich) KEINE Kunstfiguren sind. Dafür versuche ich so authentisch wie möglich zu sein. Ich übe mich in Demut, dank vieler kritischen Leser habe ich auf diesem Gebiet in all den Jahren jede Menge lernen dürfen. Cluetrain macht man nicht einfach, man muss es erst lernen und ständig weitertrainieren. Cluetrain funktioniert auch nur in der Gemeinschaft. Dank meinen Co-Autoren habe ich jederzeit die Möglichkeit, Abstand von Kritik zu nehmen und mir so ein weniger emotionales Bild der Kritik zu machen. Natürlich rege ich mich noch oft auf, aber ich lerne damit umzugehen, ich lerne Kommunikation anzuwenden. Das alles heißt aber nicht, dass es keine kritischen und bissigen Impulse hier geben darf, egal wie groß die Leserschaft sein mag, das widerspricht meinem Grundverständnis von Cluetrain. Roland hat es spontan vorhin so wunderbar kurz & knackig formuliert:
Kritik, Review, Anerkennung, Verbesserungsvorschläge, Platzierung. Dialog. That´s Werbeblogger.
Werbeblogger wird auch in Zukunft so bleiben: Menschen die so schreiben, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Falls das einmal nicht mehr der Fall sein sollte, ist dieses Blog so gut wie tot. Bitte bedenkt auch, wir arbeiten alle in der Branche und sind somit stets zwischen den Fronten, die geprägt sind von Netzwerken und Eitelkeiten. Trotz allem haben wir, denke ich, gerade durch unsere Konsequenz einen (gelegentlich glossenartigen) Fachblog aufgebaut, den die Branche akzeptiert hat. Wenn wir loben, freuen sich die Kreativen, wenn wir motzen, sind sie beleidigt, geknickt oder stehen einfach über den Dingen. Mit unserem subjektiven Lob würdigen wir gute Arbeit, mit unserer offenen Kritik wollen wir konstruktive Impulse setzen – und das alles mit anschließendem Dialog.
54 Kommentare
Einen Kommentar schreiben
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
- Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...
- ralf schwartz: @Gerry K. Ich selbst rege mich immer am meisten über irgendwelche Tricks der Agenturen und Werbungtreibenden auf, aber die Angabe...
- Brian: Der Titel ist genial. Danke :).

Deutsche Werbe-/Medienblogs
- Agenturblog
- Aisberg
- Automobil Blog
- basd-art.de
- Beers and Ideas
- Bernd Röthlingshöfer
- Blindtext Blog
- Blog von Gwinner
- Cem Basman
- Clap-Club
- Clickpunkt 7
- Connected Marketing
- Creating Tomorrow
- Customer of Hell
- Datenschmutz
- Datenvandalen
- Digital Conversation
- Ferryblog
- Filmjournalisten.de
- Fischmarkt
- Flussaufwärts
- Fontblog
- Fridaynite
- Geistesblitz
- Guerilla Marketing Blog
- i-fekt Blog
- Ingo Kaestner
- Jenriks24phoetry
- JvM/Neckar
- Kreisrot Rundschreiben
- LPMDESIGN Weblog
- MADVERTISING
- Markentechnik Blog
- Marketing Oase
- Massenpublikum
- Medienvirus
- Mobile Zeitgeist
- Neukunden-Magnet
- Nico Zorn
- Nino Worldwide
- Off the record
- OnetoBlog
- Out of office
- Pimp my brain
- Pixelsebi
- praegnanz
- reine Formsache
- Reklame
- seoFM
- Sichelputzer
- Sloganmaker
- SOS SEO
- The missing Link Agenturblog
- Tischthema TV
- VisualBlog
- Werbewahn
- Werbewunderland
- Zielpublikum
- Zorno
- Zweieintel
Englische Werbe-/Medienblogs
Evergreens (teilweise Off-Topic)
Web 2.0 Blogs
Werbeblogger Autorenlinks



Am 10. Mai 2007 um 15:05 Uhr
Alles ganz echt, witzig und schön. Da wäre nur eine kleine Verdrehung der Tatsachen, denn die Schwerter haben andere gezückt, und auch nicht gegen mich, sondern gegen Dritte. Ich habe es nur gesehen und aufgeschrieben, woraufhin erst sich die Waffen gegen mich gerichtet haben.
Das ist, bei aller Gelassenheit, nicht ganz unwichtig.
Am 10. Mai 2007 um 15:48 Uhr
Hmmm. Patrick – wir sind so oft einer Meinung, zurzeit irgendwie ein bisschen über Kreuz, so kanns gehn. Aber gerade weil du wie ich einen der Clues des Cluetrain in der Gelassenheit siehst, überrascht mich, dass du das andererseits als “Beine in die Hand nehmen” diffamierst.
Den entscheidenden Clue an Cluetrain sehe ich übrigens in dem, was an meinem Ansatz hin und wieder so scharf kritisiert wird: Dass der ganze Mensch spricht, dass es sich lohnt, die je eigene Stimme eines Menschen zu hören (und eben nicht nur solipzistisch mit mir selbst rede wie früher).
Das einzige, an dem ich mich gar nicht mehr beteilige, ist das Sektenverhalten der reinen Lehre, die eben aus meiner Sicht zu oft zu einer reinen Leere verkommt.
Am 10. Mai 2007 um 15:56 Uhr
@Martin Recke: Schwerter erhoben gegen Dritte? Ich habe eher Pflugschare gesehen, zum Beispiel hier und hier, und die haben das untere nach oben gewendet. Und das stinkt gewaltig zum Himmel.
Dieses Posting klingt nicht nach “sehen und aufschreiben”, eher nach ich find Shoppero trotz allem ganz toll. Wie kommt Martin Recke (und noch einige andere) jetzt “raus aus der Scheiße” .. das ist nicht wirklich Patricks Problem ..
Am 10. Mai 2007 um 15:56 Uhr
@der Haltungsturner: “diffamieren” ist meiner Meinung nach etwas streng ausgedrückt, ich halt es da wie Herr Recke. Ich “beobachte” lediglich und forme überspitzte subjektive Gedanken. Daher würde es mich freuen, wenn du ein paar Sätze dazu schreiben könntest. Nämlich warum man dich nicht in Aktion in punkto shoppero sieht, gleichwohl du dich ausdrücklich als ihr Kommunikator dargestellt hast. Das war sicherlich ein sehr subjektiver Eindruck von mir, den du hier gerne mit sofortiger Wirkung widerlegen kannst.
Aber steht nicht die Filterung der menschlichen Stimme völlig konträt zum Cluetrainansatz? Also nach dem Motto: “Ich nehme nur die Stimmen wahr, die ich akzeptabel finde?”
Das mit dem Sektenverhalten verstehe ich nicht so ganz, wäre super wenn du mir das auch noch erklären könntest.
Am 10. Mai 2007 um 16:05 Uhr
@Haltungsturner
Verstehe ich teilweise. Man muss nicht bei allem und jedem involviert sein. Ein Netzwerk kann da manchmal auch kontraproduktiv sein. Aber Gelassenheit wird schnell zur Untätigkeit, wenn Edelman mit einem Mandat angekündigt und versehen ist, oder?
Am 10. Mai 2007 um 16:07 Uhr
Wie kommst du darauf, dass ich nur einen Teil wahrnehme oder filtere? Nur mit wem ich spiele, suche ich mir trotzdem noch aus. Wenn es aus meiner Sicht was zu sagen gibt oder ich den Eindruck habe, dass jemand wirklich reden will, dann sag ich was, sonst halte ich auch mal meinen Mund.
Sektenverhalten ist, wenn es esoterisch wird: “Ich weiß Bescheid, die da behaupten zu wissen, haben aber keine Ahnung” und: “Die Welt ist eigentlich ganz einfach, ich erkläre sie euch mal eben”.
Am 10. Mai 2007 um 16:12 Uhr
@der haltungsturner: Verstehe. Dann ist es eher keine Filterung deiner Wahrnehmung sondern ein Filtern deiner Gesprächspartner. Gegenüber Kritiker verhält man sich ruhig. Leute die einem zur Seite stehen fördert man. Auch ne Art zu arbeiten.
Legt nicht jeder von uns ein wenig diese Verhaltensweise die du beschreibst an den Tag? Meint es nicht jeder irgendwie besser? Schlimm wirds wenn man keine eigene Meinung mehr haben darf oder man durch andere beispielsweise berufliche Zwänge davon beinflusst wird, dann wirds ziemlich sektenähnlich.
Am 10. Mai 2007 um 16:19 Uhr
Patrick: Nein und nein.
Kein Filtern der Gesprächspartner sondern der Kommentarfäden. Wo ich den Eindruck habe, dass ein Gespräch gesucht wird, spreche ich, wenn ich Lust dazu habe (oder darf, oder kann oder oder oder). Wo ich den Eindruck habe, dass kein Gespräch gesucht wird, dränge ich mich nicht auf.
Um es konkret zu sagen: Meines Erachtens ist es dicht am sektenähnlich Verhalten, wenn du sagst (so verstehe ich diesen und einen vorhergehenden Post): “Ich sag euch jetzt mal, was Cluetrain meint, denn der Recke und der Luebue, die führen das zwar im Munde, aber haben nicht die wahre Interpretation.”
Am 10. Mai 2007 um 16:38 Uhr
Nö, Gerold. Shoppero ist mir ziemlich egal. Es genießt einen kleinen Sympathiebonus, weil ich die Grundidee reizvoll finde und Nico als netten Kerl kenne. Ich habe mich vor der next07 nicht mit Shoppero befasst, als die verschiedenen Säue durchs Dorf getrieben wurden.
Was mich nur stört und bedenklich stimmt, ist die verbreitete Lynchstimmung gegenüber einem Projekt, das noch nicht einmal gestartet war und von dem keinerlei Details bekannt waren. Da denke ich: Das war vor einem Jahr noch anders. Da galt Werbung noch nicht pauschal als Scheißdreck, sondern als Geschäftsmodell.
Am 10. Mai 2007 um 16:46 Uhr
Ach ja, und die inhaltliche Kritik an Shoppero, was AGB und Sicherheitslücken betraf, war sicher nicht unberechtigt. Das steht aber auch schon in meinem Ausgangsbeitrag.
Am 10. Mai 2007 um 17:06 Uhr
Ok Martin. Vielleicht gibt es da ein Missverständnis was Werbung betrifft? Ich glaube die wenigsten Leute hier rund um den Werbeblogger haben prinzipiell etwas gegen Werbung bzw. Geld verdienen in und mit Blogs. Ich für meinen Teil bin geradezu gespannt darauf, dass endlich etwas – besser noch viele sinnvolle Werbemodelle kommen. Betonung auf “sinnvoll”.
Shoppero ist von etlichen Bloggern einfach als untauglich, ja unseriös, zerlegt worden. Gerade heute bin ich über ein Beispiel gestolpert, wie es hier besser nicht passen könnte.
Wenn einer was vom Geld verdienen, vom Investieren versteht, dann ist es Warren Buffett, nicht wahr? Und Warren Buffett hat einen Grundsatz: Wir investieren nicht in Spiel-Casinos, weil Casinos die ungeheuerlichsten Tricks anwenden, um Leute auf’s Kreuz zu legen.
Zurück zu Shoppero und Blogs: Es geht nicht darum, ob Werbung in und mit Blogs oder ob nicht. Es geht um’s wie. Und so wie Shoppero daher gekommen ist, so geht es nicht.
Am 10. Mai 2007 um 17:13 Uhr
Zum Glück hat Nico ja das kommunikative Heft in die Hand genommen und seine Kernkompetenz und Leidenschaft in die Waagschale geworfen. Gut so und großen Respekt dafür. Dafür hätte er “die anderen” nicht gebraucht. Geld schon, aber nicht “die anderen”.
Am 10. Mai 2007 um 18:29 Uhr
Im Gegensatz zu den marodierenden Marketing- und PR-Leuten da oben hat Nico mir gegenüber sehr lässig und cool reagiert, wir stehen durchaus im Kontakt, und wegen dem eingekauften PRler Wolfgang Luebenbürger und seinem Kumpel Martin Recke, der sich da eingemischt hat, habe ich auch kein allzu grosses Problem mit ihm. Ich hätte sowas nicht engagiert, aber das ist Nicos Sache.
In meinen Augen hat beim Recke einfach was ausgesetzt, der hat sich einfach nicht mehr im Griff und dann kommt es eben zu Lügen, wie er sie verbreitet hat. Für eine Firma wie die seinige ein absolutes Armutszeugnis, wenn sie nicht mal mit einem kleinen Blogger umgehen kann, der ihnen ihre Einladung für die Next07 zurückgeklatscht hat. Ich mein, ich habe einiges erlebt, aber das hier erinnert überhaupt nicht mehr an Firmenkommunikation.
Sondern an einen enttäuschten Lover, der nicht versteht, dass die angebetete Frau ihn wegen Mundgeruch, ansetzende Glatze und seines nach Käuflichkeit stinkenden Umfeldes einen öffentlichen Korb gegeben hat. Nicht Cluetrain. Opera Buffa. Und mitmachen tun nur abgebrochene Pfaffen und andere Marketing-Bartolos.
Am 10. Mai 2007 um 18:45 Uhr
Ergänzung: Mit dem letzten Satz und den Bezügen auf Beaumarchais und Rossini meine ich natürlich nicht alle Diskutanden, sondern lediglich die kleine Schar um Herrn Recke, die Shoppero als gutes Mittel empfand, alte Rechnungen mit mir zu begleichen – obwohl ich, als die Sache lief, in Italien war und fast nichts mitbekommen habe. Gelegenheit macht Schurken. Aber zum Glück ist das ja nur eine Opera Buffa.
Am 10. Mai 2007 um 18:54 Uhr
Nur für die Akten: Ich habe keine offenen Rechnungen mit Don Alphonso. Umgekehrt wird wohl eher ein Schuh daraus.
Don spielt in dieser Oper nur eine Nebenrolle.
Am 10. Mai 2007 um 19:00 Uhr
Martin-Basilio Recke im einem 1A-Rezitativ-Witz, der gerade durch den Schaum vor dem Mund besonders komisch wirkt.
Am 10. Mai 2007 um 19:17 Uhr
Dürfte man dann bitte in diesem Mysterium der Andeutungen mal etwas über den wirklichen “casus belli” erfahren?!
Am 10. Mai 2007 um 19:38 Uhr
Ich finde Herrn Reckes Verhalten so unglaublich doof. Dreck werfen und es dann nicht gewesen sein wollen. Alle sehen noch wie der die Reste des Unrat in den Händen hat, aber es nicht gewesen sein wollen.
Recke: [wirft Dreck]
Andere: He, hör auf mit dem Dreckwerfen!
Recke: Ich werfe keinen Dreck.
Andere: Ach komm, was denn sonst?
Recke: Ne, das ist dieser Lynchmob!
Andere: Hä? Welcher Lynchmob?
Recke: Na, diese Terroristen eben!
Andere: Terroristen?
Recke: Ja, diese Lynchmob-Terroristen von Don & Co.
Don: Recke, fick dich!
Andere: He, hör auf mit dem Dreckwerfen!
Recke: Ich werfe keinen Dreck.
Don: Recke, ich wollte schon auf der next07 nicht mit der spielen, geh weg.
Recke: Ich warte auf eure Hinrichtung, Datum steht schon fest!
Don: Recke, fick dich!
Andere: Recke, spinnst du?
Recke: Ne, dieser Lynchmob, diese Terroristen spinnen!
Andere: Hakt es jetzt aus?
Recke: Meine Kumpels sagen das auch!
Andere: Billige Gefälligkeitsaussagen.
Don: Recke, geh kacken.
…
Am 10. Mai 2007 um 20:02 Uhr
Ihr Kommentar zum Cloutrain-Manifest erhält meinen begeisterten Beifall. Wäre Marx noch hip, manche Marketing-Berater würden auch das kommunistische Manifest als Akquisitionsinstrument verwenden. Aber nu, es ist halt heutzutage das Cloutrain-Manifest. Was es in letzter Konsequenz bedeutet ist egal. Es klingt so schön…
Zum Rest der Kommentare: Gelächter! Applaus! Dacapo!
Am 10. Mai 2007 um 20:20 Uhr
Omfg – wenn Recke und der Vorturner da von Edelmann die Vorzeigeblogger in Deutschlands PR-Agenturen sind, dann weiß man, warum das Bloggen in Deutschland noch in den Kinderschuhen steckt. Was würden die beiden erst machen, wenn sie sich in die US-Blogs begeben würden? Vom Sears Tower springen? Habt Ihr eine Vorstellung davon, was da los ist? Ich würde ja echt mal gerne wissen, was für die beiden Herren die x-fache Steigerung von Terror ist? *überlegt*
Da waren also die “Kunstfigur” lanu, der “kleine” Privatblogger Chris, haben, wenn auch teilweise überspitzt und polemisch, das neue Werbespielzeug da genüsslich zerlegt – und die PR gibt – als das Kind schon Ewigkeiten in den Brunnen gefallen ist – offiziell ne Terrrodrohung aus. Nein wie geil. Kleiner Tipp am Rande: Ich wollte nur spielen, Ihr läuft immer noch schweißgebadt durch Eure Flure. *fg*
Was ich damit sagen will: Die Kritk kam fundiert daher, und wenn man sie nicht ernst nimmt, wird ganz im Du bist Deutschland-Stil aus dem Schmetterling ein Taifun. Tja, wie war das noch? Für Kommunikation und PR zuständig: Edelmann? 6! Setzen, meine Herren! Gebt doch einfach zu, dass Ihr uns “kleine” Blogger da nicht ernst genommen habt – selbst noch als wir nicht nur “gepiekst” haben, sondern Euer “Kopf schon fast abgeschlagen” war.
Ihr seid einfach nur peinlich.
Ein paar Worte noch direkt zu meinen Vorrednern:
Genau dieses arrogante Gehabe meinte ich oben – wer sind die “kleinen” Blogger da schon. Ich schrieb es die Tage auch schon in anderem Zusammenhang: Wer sich in die Öffentlichkeit wagt, muss mit Reaktionen rechnen – und wie gesagt, wir waren doch noch harmlos. Wenn sich dann die zuständige Kommunikationsagentur hinstellt und wie ein Kleinkind schreit: Mit Dir rede ich, nein, Du bist gemein, Du bist so böse, da wundert mich nichts. Ich kann es mir erlauben, auf F!XMBR meine Gesprächspartner auszusuchen, das interessiert niemanden – und wenn doch, lass sie heulen. Der Unterschied dabei: Für eine Kommunikationsagentur ist es ein Armutszeugnis.
Ich versuche es mal ganz in Ruhe zu erklären, wie bei der Sendung mit der Maus, damit auch Du es verstehst:
Auch wenn solche PR-Heinis wie Du es immer wieder behaupten werden, es wurde keine Sau durchs Dorf getrieben. *Jeder* Artikel der da bei F!XMBR und lanu steht, ist fundiert, spricht im Kern (ein) Problem(e) an. Nur muss man das auch verstehen (wollen) – wenn nicht, tja, nicht mein Problem.
Für mich bleibt aus den letzten Tage: Ich habe bisher in meinem Leben nicht viel mit PR-Gedöns zu tun gehabt. Gott sei Dank. Das ist erschreckend, was da abläuft. Da bin ich echt froh, dass ich z. B. sonne Produktpräsentation mit Michel Friedmann nächste Woche bei Lycos abgesagt habe. Es hat sich mir ein erschreckendes Herrschafts- und Klassendenken, gepaart mit Unwissenheit, offenbart. Ein Armutszeugnis für Edelmann und SinnerSchrader. Ich glaube, in zukunft werde ich immer lachen müssen, wenn ich den Name lese.
Am 10. Mai 2007 um 21:02 Uhr
Bin ich der einzige der hier einen Widerspruch erkennt?:
Ob Erklärung, Beschwerde, Spaß oder Ernst, die Stimme des Menschen ist unverkennbar echt. Sie kann nicht gefälscht werden.
vs
Don Alphonso ist eine Kunstfigur, [...], die einen überspitzen Kommunikationsstil verfolgen und zum Teil einfach derbe Späße mit der Gesellschaft machen.
Entweder ist die Stimme echt und zeigt doch den echten Menschen hinter der Kunstfigur oder sie ist gefaelscht und zeigt doch nicht den echten Menschen, sondern eine Faelschung, eine Verfremdung der Wirklichkeit, womit die Kommunikation zur Luege wird und nicht zwischen Menschen stattfindet.
Am 10. Mai 2007 um 21:02 Uhr
Ich darf vielleicht in aller Kürze meine ursprüngliche Argumentation erläutern.
Mein Ausgangspunkt war die These, dass anders als noch vor einem Jahr die Bedenkenträger nicht mehr in den Unternehmen sitzen, sondern in der Bloggerszene. Während in den Unternehmen weiterhin Aufbruchstimmung und Begeisterung für das Internet als Kommunikationskanal herrscht, ist die Stimmung in der Blogosphäre gekippt.
Der Fall Shoppero dient mir als Beleg und jüngstes Beispiel für diesen Stimmungswandel. Ich vermute, dass Shoppero als Gefahr für die Authentizität des Bloggens gesehen wird. Authentizität wiederum ist der höchste Wert in der Wertehierarchie der Blogosphäre.
Doch was ist Authentizität anderes als auf die Spitze getriebene selektive Wahrnehmung? Jede Beobachtung ist notwendigerweise selektiv, aber was passiert, wenn dies übersteigert und zum Prinzip erhoben wird?
Erst an dieser Stelle im Argumentationsgang kommt Don ins Spiel, als prominentes Beispiel für eben jene aufs Höchste gesteigerte selektive Wahrnehmung. Der aufmerksame Leser merkt vielleicht, dass es an dieser Stelle nicht mehr um Shoppero geht. Es schließt sich eine gewagte, später bestrittene, aber für den Argumentationsgang eher unwichtige These an, warum Don die re:publica links und die next07 rechts liegen ließ.
Der Text wendet danach den Blick zu jenem Typus Blogger, der zwar den Stil und die Aggressivität des Vorbilds Don übernommen hat, aber nicht den Trick mit der Kunstfigur und auch nicht die Intelligenz des Meisters. Hier, bei den Adepten, schlägt Kritik in Terror (Schrecken) um, ist meine abschließende These: In der Bloggerszene bahnt sich eine Schreckensherrschaft an.
Eine Schreckensherrschaft aber, das zeigt die Geschichte, ist nicht von Dauer. Im Falle der Blogosphäre wird es der Konsument sein, der die Macht bereits übernommen hat und auch ein Schreckensregime hinwegfegen wird. Früher oder später.
Soweit in groben Zügen meine Argumentation. Man kann das sicher auch anders sehen, keine Frage. Hier nehme ich mein Recht auf selektive Wahrnehmung in Anspruch. Allerdings erhebe ich sie nicht zum Prinzip, sondern erwarte Widerspruch und Aufklärung.
To whom it may concern.
Am 10. Mai 2007 um 21:10 Uhr
@Armin: *hüstel* Es dreht sich nicht immer alles nur um Don Alphonso! Ich spreche auch von den Nicht-Kunstfiguren, die Kritik geäußert haben und entweder ignoriert oder als Miesmacher hingestellt wurden.
Desweiteren verbirgt sich hinter einer Kunstfigur natürlich auch immer noch ein Mensch. Und der Kern der Kritik bleibt.
Am 10. Mai 2007 um 21:20 Uhr
@Martin Recke: Tut mir leid Herr Recke, ich fürchte das Ganze ist Ihnen wirklich ein wenig zu Kopf gestiegen. Ich hoffe Sie können sich über das Wochenende etwas beruhigen und noch einmal in Ruhe über Ihre Worte reflektieren. Ich würde mir gerade auch für Ihr Unternehmen wünschen nun ein wenig durchzuschnaufen und ihre Kommunikationsfäden etwas neu anzuordnen.
Im Übrigen werden auch Aussagen, indem man sie immer und immer wiederholt, nicht wirklich gehaltvoller. Aber man gewinnt zumindestens einen guten Eindruck, mit welcher Vehemenz sie Menschen in eine Ecke stellen wollen, wo sie sich schlichtweg nicht einordnen lassen.
Am 10. Mai 2007 um 21:24 Uhr
Der Haltungsturner hat sich schon vor einiger Zeit – anlässlich der unschönen Bedrohungen der US-Bloggerin Kathy Sierra – dazu bekannt, nicht mehr mit anonymem Blogvolk diskutieren zu wollen. Für einen Berufskommunikator ein Armutszeugnis, denn seine Kunden verkaufen ihre Produkte an die anonyme Masse der Kunsumenten. Naked Conversation ist der blinde Fleck in der Wahrnehmung derer, die jetzt kritische Blogger und das Kommentarvolk zum Lynchmob deklarieren wollen. Das ist Bunkermentalität. Ihr wollt Teil von etwas sein, was vor euch da war und jetzt die Spielregeln machen. Ihr werdet damit nur auf die Schnauze fallen, immer und immer wieder.
Am 10. Mai 2007 um 21:30 Uhr
Wo war ich stehengeblieben?
Ach ja
> …
> Recke: Meine Kumpels sagen das auch!
> Andere: Billige Gefälligkeitsaussagen.
> Don: Recke, geh kacken.
> …
Und weiter geht’s:
Chris: Der Recke schnallt wirklich nichts. Sind die alle so?
Recke: Ihr seit alle doof, ich mach euch mal ‘ne Zeichnung.
[kritzelt, wirft am Ende wieder den Terrordreck durch die Gegend]
Andere: [genervtes Aufstöhnen]
Ich glaube, ich bereite schon mal eine amtliche Merkbefreiung vor. Wo war nochmal das Formular?
Am 10. Mai 2007 um 21:36 Uhr
@Name: Kann ich dir das Drehbuch abkaufen? :-D
Jetzt fehlt nur noch Beetlebum blog.beetlebum.de/, der das Storyboard dazu aufsetzt.
Am 10. Mai 2007 um 21:41 Uhr
Die PR-Szene war es bisher gewohnt zu glauben, dass es Gegenwind nur beim Cabriofahren gibt … und nu is natürlich der Krakeel in ihren Lounges groß. Ein ganzes Marktsegment, das sich einfach so verweigert.
Das Problem bei der Umsetzung des Cluetrain-Ansatzes für diese Berufsgruppe, Patrick, liegt wohl darin, dass die weißen Nasenlöcher gar keine eigene Sprache mehr haben: Die klingen auch noch wie PR, wenn sie mal ‘sie selbst’ sein sollten. Das ist bei ihnen ‘unablegbar’ geworden, ein Charakterzug sozusagen …
Am 10. Mai 2007 um 21:45 Uhr
Sagt mal, hab ihr sie alle noch?! Die Tassen im Schrank?
Am 10. Mai 2007 um 21:47 Uhr
@Cem: Wer jetzt? Ich hab den Überblick über das ganze Geschirr verloren…
Am 10. Mai 2007 um 21:58 Uhr
Patrick:
Ja, und? Deswegen kann ich trotzdem einen Widerspruch in den Aussagen erkennen. Mal davon abgesehen dass Don Alphonso ja nicht die einzige Kunstfigur ist, wie Du ja auch selber schreibst. Und dass er einer der Aufhaenger in Deiner Argumentation ist.
Am 10. Mai 2007 um 22:02 Uhr
@Armin: Die Aussage ist vom Cluetrain und nicht die meine. Du hast dir dort das “echt” rausgepickt, das ist in diesem Zusammenhang mit Kunstfiguren widersprüchlich, das mag richtig sein. Nichtsdestotrotz gehe ich auch auf anonyme Kommentare oder Anregungen von Kunstfiguren ein, weil sie inhaltlich meistens einfach trotzdem was zu sagen haben. Du als “Armin” bist entweder ne Kunstfigur oder wirklich Armin. Mir ist das egal, weil ich weiß, dass ein “echter Mensch” dahinter steckt.
Am 10. Mai 2007 um 22:04 Uhr
@Armin: Eine Kunstfigur kann doch trotzdem “echt” im Kern kommunizieren, oder?
Am 10. Mai 2007 um 22:05 Uhr
@Armin: Und nochmal ein Nachtrag! :-)
Ich persönlich stehe auch nicht auf Anonymität, trotzdem akzeptiere ich sie als gegeben und notwendig. Manche können auch erst unter dem Deckmantel einer Anonymität oder einem Alter Ego “echt” kommunizieren.
Am 10. Mai 2007 um 22:06 Uhr
Darf ich die Damen und Herren zu Tisch bitten…Jetzt wird gemeinsam gespeist…A la votre!
Am 10. Mai 2007 um 22:08 Uhr
Wer nun gerade spricht, das kann man bei einer Kunstfigur nicht wissen, und das macht die Herren Recke und Haltungsknurrer auch so wuschig. Schlagen sie auf den Menschen, streckt ihnen die Kunstfigur die Zunge raus, gehen sie auf die Kunstfigur, lauert im Hinterhalt der Mensch, und das auch noch mit zwei bekannten Blogs, damit sie sich auch möglichst vor Publikum zum Oschi machen. Wie man es gerade sieht. Ich mein, das sollen Könner grosser Agenturen sein? Reagieren so Leute, die für dergleichen wirklich Geld nehmen wollen??? Für diese Kinderkacke, die jeder nachlesen kann?
Ich mein, ich bin ja durchaus angetan, wenn der Recke die Hose runterlässt und darum bittet, das Sichtbare mit dem Schuh zu signieren – aber der Unterschied zwischen ihm und anderen Bloggern ist nun mal, dass er das als angeblicher Profi macht, unter Applaus eines anderen angeblichen Profis. Ich fende, es sollte mehr Reckes geben, die einfach mal machen. Wissen, Intelligenz, Sozialverhalten, scheiss drauf, immer nur los, die nichtsemitische Verleumdungsarie auf den Lippen. Terror, Rübeabhackung, lasst es raus, Freunde.
Am 10. Mai 2007 um 22:09 Uhr
Santé!
Am 10. Mai 2007 um 22:24 Uhr
Die Kommunikationshorde ist ja mittelprächtig in Wallung. Mein Vorschlag: Deeskalation! Die Positionen sind klar und wer (zwischen den Zeilen)liest, hat sich sein Bild gemacht. Es liegt im Wesen von Menschen, dass sie sich nicht immer einig sein müssen. Ich kann gut mit dieser Tatsache leben. DIE Wahrheit gibt es nicht. Der Versuch, DIE Wahrheit zu doktrinieren, war immer schon ein “Stein des Anstoßes”. “Dona nobis pacem.” Und bitte: Spätestens zum Barcamp führen wir den Diskurs inhaltlich weiter. Don, wär schön, wenn du dich beteiligen könntest. Ich jedenfalls gehe keinem aus dem Weg. Video, Audio, Text, Bild – mir egal.
Am 10. Mai 2007 um 22:35 Uhr
Patrick, natuerlich kann eine Kunstfigur im Kern echt kommunizieren. Aber ist sie dann noch eine Kunstfigur? Oder nur ein Pseudonym hinter dem sich der Mensch versteckt?
Und zur Anonymitaet, die kann ich leider nur in den seltensten Faellen akzeptieren. Es wird doch Offenheit und Ehrlichkeit gefordert, auch und teilweise gerade von denen die sich hinter Pseudonymen oder sogar vollkommener Anonymitaet verstecken. Sorry, aber da habe ich kein Verstaendnis fuer. Wer Offenheit von anderen fordert sollte dies auch vorleben und sich nicht selber verstecken. Ansonsten sind sie fuer mich nicht mehr wirklich glaubwuerdig.
Am 10. Mai 2007 um 22:38 Uhr
Wozu? Recke hat zwei Tage an der Mündung der Kanone geleckt, warum sollte ich ihn und seinen Hilfspfaffen jetzt einfach ziehen lassen? Die Kerle sind Abkassierer, die wollen Geld dafür, dass sie Profile von mir und anderen anlegen und an Firmen verkloppen, die kriegen jetzt, was sie brauchen. Recke kneift doch nur die Backen zusammen, weil ihm langsam dämmert, was für einen Blödsinn er da gemacht hat, und jetzt schleicht er sich feige vom Acker, nachdem sein Kumpel Lünenbürger schon vorher gemerkt hat, dass er sich seinen Ruf als Blogversteher inzwischen quer durch sämtliche Eingeweide schieben kann. Die haben ihn bei Edelman gekauft, weil er das mit den Blogs können wollte – und inzwischen sieht man ja, was bleibt. Nur so ein Jobhopper für einen Bereich, der kein Geld einbringt, und jetzt auch noch das.
Am 11. Mai 2007 um 00:08 Uhr
Wo war ich?
Ah ja:
> Andere: [genervtes Aufstöhnen]
Dritter Akt:
Patrick: Hat der den Schuss wirklich nicht gehört?
Cem: Ihr habt alle doofe Ohren! So, jawoll!
Andere: [philosophieren]
Roland: Auf zum gemeinsamen Fressen und Saufen!
Don: Ach wie gut das niemand weiß, welches Rumpelstilzchen beißt.
Recke: Erst mal Einen saufen!
Roland: Können wir uns nicht alle wieder lieb haben?
Armin: Man muss ganz offen für alles sein.
Don: Lieb haben? Die brauchen die Haue, die betteln drum.
Am 11. Mai 2007 um 00:36 Uhr
Sehr schön. Der “Name” ist Programm. Und meine konsumfreundliche Haltung kommt voll zur Geltung ;-)
Am 11. Mai 2007 um 08:26 Uhr
@Martin Recke und Roland: Die Krux an der ganzen Sache ist doch die: Don wird NIEMALS in diesem Fall deeskalierend tätig werden, warum sollte er? Es liegt nicht im Kern seiner Kunstfigur, daher ist jedes weitere Wort mit kriegerischem Vokabular von Herrn Recke sozusagen ein Eigenangriff. Don macht nichts anderes als intelligente Spiegelmagie anzuwenden! Also nicht dieser Geisterquatsch, sondern den verbalen, psychologischen Spiegel, um weiterhin Reckes empfindliches Teil im Kopf, das Reptiliengehirn – Keine Angst, das hat jeder: – zu kitzeln. Dieses Ur-Gehirn kennt eben nur zwei Reaktionen: Flucht oder Kampf. Die Frage ist, wer kann sich diese Reaktionen in der Öffentlichkeit leisten? Don oder Herr Recke? Also der Tipp an Herrn Recke wenn er an Deeskalation interessiert ist: Das Wochenende genießen und Gelassenheit üben.
Noch was zur “Wahrheit” und zum meditieren übers Wochenende:
@Name: Ich könnt mich wegschmeissen. Das solltest du beruflich machen. Theaterstücke aus Blogkommentare extrahieren.
Am 11. Mai 2007 um 09:26 Uhr
Um das mal zu verdeutlichen: Weil ich so drauf bin, weil die wissen, dass es knallt, wenn ich komme, werde ich auf Kongresse einhgeladen. Der Recke dagegen wird bezahlt, dass die Sonne lacht, der Schleim aus den Artikeln fliesst und vergessen wird, was für peinliche Nummern SinnerSchrader sich so während der New Economy geleistet hat und weiterhin billige Kaufblogger schön die Klappe halten, wenn es um das Thema geht, weil sie auch nächstes Jahr die 700 Euro für einen lumpigen Kongress hinten rein geschoben bekommen wollen, wo sie dann die Fassade für die Credibility abgeben.
Wenn ich den Recke haue, sagt man allgemein: Ui, der lässt es krachen, der wär doch was für uns. Und ich muss wieder die Hälfte von den Podien absagen. Wenn der Recke aber hier und andernsorts erst 2 Tage mit dem Kopf gegen den Watschenbaum läuft, bis er kapiert, dass er die nächsten 12 Monate als Jung v. Matt 2.0 allerorten an die Blogs genagelt werden wird, dann ist das nichts, was man jetzt zwingend in der Position haben müsste. Weil das dem Ruf der Firma schadet. Und weil Recke es obendrein noch so getan hat, dass es halt nicht nur um den 1 Don geht, sondern um viele weitere, die nicht benannt werden. So macht man sich Feinde.
Und das ist das absolute Gegenteil von guter PR. Der Lünenbürger hat das ein wenig früher kapiert und ihn hier alleine draufgehen lassen. Aber natürlich auch reiflich spät. Ich denke, ich muss mal wieder einen Beitrag schreiben, was jetzt eingentlich aus den diversen Edelmanblogprojekten von Hundefutter bis pr2.0 so wurde.
Am 11. Mai 2007 um 09:30 Uhr
Und eigentlich müsste Recke nach der Analyse den Staub von Patricks Füssen lecken, so nett bekommt man selten gesagt, wie man das Dasein als Watschenbaumumfaller beendet: Beine in die Hand nehmen und eventuell später mal auch so einen kleinen, feigen Unterstützerbeitrag für Idioten schreiben, damit die sich beim Don eine Ladung einfangen. Und weniger man selber.
Am 11. Mai 2007 um 10:00 Uhr
Und dann heißt er auch noch ‘Recke’ … da erscheinen künftig doch andere Wortspiele so was ‘von Matt’ …
Am 11. Mai 2007 um 11:15 Uhr
@Armin: Verfremdung ist nicht das Gegenteil von Wirklichkeit, sondern fördert sie manchmal erst zu Tage. Was dann wirklich ist, das hängt davon ab… nämlich von der Erkenntnisfähigkeit des Betrachters.
Don Alphons hat seine Sicht der Wirklichkeit. Er kann sie etwas unabhängiger sehen, weil er nicht Dienst leistet…
Die Dienstleistenden dagegen – die Edelmänner, Recken und Matten (et al. inkl. mirselbst) – haben aber klare Tabus, Gedankenschranken, die sie tief verinnerlicht haben. Denn sie sind ihrer Branche, ihren Kunden und ihrer Karriere verpflichtet.
Und nebenbei: Don Alphonso ist keine Kunstfigur. Das ist Blödsinn. Die Person hinter dem Pseudonym ist mit dem Pseudonym identisch und sie schreibt nicht fiktiv sondern journalistisch (da wiederum gehen die Meinungen auseinander: also mehr oder weniger journalistisch, aber jedenfalls mit unmittelbaren Bezug zur Realität).
Am 11. Mai 2007 um 12:47 Uhr
Don Alphonso ist der Harald Schmidt der Blogosphäre. Er kann praktisch alles sagen, ohne es sich persönlich zurechnen lassen zu müssen. Schmidt hat sich selbst zur Kunstfigur aufgebaut, Meyer nutzt dafür ein Pseudonym. Die Mechanik ist die gleiche. Das Ergebnis auch – großes Entertainment.
Am 11. Mai 2007 um 12:53 Uhr
Na wenn das keine Liebeserklärung ist …
Ein geruhsames Wochenende wünsche ich!
Am 11. Mai 2007 um 14:06 Uhr
Selten so gelacht, wird das eventuell verfilmt? Ich denke das von Recke und Konsorten herbeigesehnte virale Blogging funktioniert nur a la Schlämmer und VW: Man muß sich für den Tag X eine Pointe zurechtlegen, dann lehnt sich die Blogosphäre zurück, klatscht sich auf die Schenkel und gut is. Das Problem ist: Wenn man vor lauter Stress um die Sicherheitslücken vergessen hat sich eine Pointe zurrechtzulegen und dazu noch recht dünnhäutig ist, dann bringt das Großbloggersdorf erst recht in Wallung. Was dann geschieht hat man ja gesehen…
Am 11. Mai 2007 um 17:37 Uhr
Angst entsteht dort, wo das Abrutschen in z.B. eine Minderheit zu erwarten ist. Echte Blogger sind freiwillig Minderheit in einem überholten Herrschaftssystem, überwinden diese Angst also jeder für sich in der Aktivität aus Überzeugung und wählen mit Diskurs und Dialog die besten Grundlagen zur Vermeidung von Herrschaft.
Soziale Beziehungen entstehen durch Resonanz (nochmal: diese bietet die Blogosphäre an und dadurch lebt sie), Herrschaft ist das Gegenteil. Wer Diskurse zu führen vorgibt, stattdessen aber persönlich angreift und das eigentliche Thema soweit es geht außen vorlässt, will meiner Meinung nach Herrschaft (die im Falle von Martin Recke und SinnerSchrader wohl eher eine Illusion derselben ist) stabilisieren.
Fehlen Argumente und Persönlichkeit, macht man den Gegner eben zum Terroristen, ist ja gerade in Mode, egal ob wirklich Gewaltbereitschaft auf der Gegenseite besteht oder nicht. Als Folge entsteht Feindschaft, die genau genommen Quatsch ist, da sie Symbiose (nötig für Evolution) verhindert, indem sie den Dialog unmöglich macht. Da bei Recke nun auch schon die Wissenschaft aggressiv und terroristisch ist, wenn sie ihm kritisch entgegentritt, dann ist das ein Armutszeugnis ohne gleichen und ein Schuss ins eigene Knie. Vor allem, da der von Recke so beendete fachliche Diskurs im Sinne der Kunden ist, für die er doch eigentlich ein offenes Ohr haben sollte. Von ‘Kunden ernst nehmen’ kann hier also nicht gesprochen werden.
Ein Berufskommunikator, der Kritik, sobald sie lauter wird, nur noch als Angriff des Feindes sieht und dem nichts bleibt, als sie mit Terrorismusvorwürfen und der Mahnung zwischen den Zeilen abzuwehren, es sich mit ihm besser nicht zu verderben, der sollte sich in der heutigen Zeit ernsthaft Gedanken über seine Qualifikation machen. Und nicht stattdessen in der Überheblichkeit baden, dass ja alle, die sich Don in seiner berechtigten Kritik zur Seite stellen, nur auf einen Zug aufspringen, um mal kurz cool und dabei zu sein. (Sorry, doch mit solchen Äußerungen muss man rechnen, wenn man selbst das eigentliche Thema, die Fachdiskussion, nach hinten schiebt.)
Nein, Martin. Bei aller Sympathie für dich als Privatperson: Eine solche Denkweise zeigt mir leider nur die Schranken und die alte Welt in deinem Kopf. Anbiedern, Martin, hat im Gegensatz zum persönlichen Dialog, der (im Sinne der Evolution) auch mal Streitgespräch sein sollte, mit funktionierenden sozialen Beziehungen nichts zu tun. Die, die sich Zeit für eine solche Kritik nehmen, outen sich dadurch vielmehr in ihrer Beziehung zu dir bzw. SinnerSchrader (was mir in Anbetracht vieler deiner und Marks Äußerungen mittlerweile fast peinlich ist) und zu einer Branche, die sich wie schon einige andere im Laufe der Digitalisierung in bewusste Gestalter (die du teilweise als Terroristen abtust) und Marktschreier spaltet. Mit Don muss man für eine solche Meinung gar nichts zu tun haben, ihn weder mögen noch kennnen. Die digitale (R)Evolution braucht Zeit und Aufmerksamkeit, um stattzufinden. Nicht Reflexion, sondern Marktschreierei bremst und verhindert sie, weil sie die Darstellung der Partizipation vorzieht.
Du hast folgende Fragen gestellt, Martin, die ich gerne noch schnell beantworte:
“Doch was ist Authentizität anderes als auf die Spitze getriebene selektive Wahrnehmung? Jede Beobachtung ist notwendigerweise selektiv, aber was passiert, wenn dies übersteigert und zum Prinzip erhoben wird?”
Spezialisierung und Persönlichkeit, Martin. Spezialisierung, die im konstruktiven, persönlich geführten Diskurs münden kann, wird nicht stattdessen Feindschaft aufgebaut.
Eine Kunstfigur im Netz, lieber Martin, ist im übrigen nur eine Ausweitung der menschlichen Möglichkeiten zur freieren Entfaltung der Persönlichkeit. Die meisten, die ich kenne, haben sich auf natürliche Weise aus dem Leben der Personen heraus entwickelt. Ein “Trick” mögen sie für den sein, der mangels Echtheit ohne Trickkiste nicht kann.
So. Und nun mit freundlichen Grüßen in ein entspanntes Wochenende.
Am 11. Mai 2007 um 17:45 Uhr
@die muse: Danke für den ausführlichen und wirklich wertvollen Beitrag.
Am 11. Mai 2007 um 17:53 Uhr
gern geschehen. ;-)
Am 3. Juli 2008 um 20:22 Uhr
[...] und Schrader offenbar von sich selbst reden, in diversen Blogmedien, wie man beim Werbeblogger gut vor Augen geführt [...]