09.05.07
21:14 Uhr

Unilever gegen Magermodels und Kinderfett

Die Meldung von Unilever mag auf den ersten Blick recht vernünftig klingen, zumal ein Booking von magersüchtigen Models das Risikio hoher Ausfallszeiten in sich bergen kann, diese zudem aufgrund ihrer KokainSchlankmachersucht beschaffungskriminell werden und am Set klauen wie die Raben. Gut, andererseits spart man eben wieder am Catering. Doch genug gerfotzelt, Fatty hat leicht reden. Was genau möchte Unilever nun in Zukunft gegen den Magerwahnsinn tun?

Um den Schlankheitswahn insbesondere jüngerer weiblicher Verbraucher einzudämmen, will das hierzulande in Hamburg ansässige Unternehmen eigenen Angaben zufolge ab sofort keine übermäßig mageren Models und Testimonials mehr in seiner Werbung einsetzen.

Das wirkt zunächst wirklich sehr löblich, die Frage ist nur, ist das wieder ein Spinning Trick oder ist es dem Konzern damit tatsächlich ernst? Als R.A. Wilson-Fan könnte man jedenfalls einige “Fnords” darin vermuten.

Zwar wolle das Unternehmen auf allzu strikte Vorgaben verzichten. Allerdings sollen alle internen Werbeverantwortlichen und Agenturen nur noch solche Testimonials auswählen dürfen, deren Body Mass Index (BMI) zwischen 18,5 und 25 liegt.

Gut, all zu streng will man nie mit sich selbst sein, das ist klar. Die Verantwortung schiebt man lieber auf das Fußvolk. Interessant dürfte auch der Blick auf den berühmten BMI sein. Die Tatsache, dass dieser nicht aus Gründen der reinen Gesundheit, sondern aufgrund wirtschaftlicher Interessen von amerikanischen Versicherungsgesellschaften entwickelt wurde, war bis heute auch für mich völlig neu. Desweiteren ist der BMI umstritten, weil man nicht wirklich den Muskelanteil des Körpers mit einfließen lassen kann. Also eine muskuläre Frau zeigt einen wesentlich höheren BMI an, als eine Frau ohne Muskeln. Desweiteren schwebt der Vorwurf im Raum, dass die BMI-Tabelle mit den Einteilungen von Übergewicht über Normal- bis hin zu Idealgewicht im Laufe der Jahre durch Pharmakonzerne schön nach unten gedrückt wurde. So konnten sie mehr Klientel für diverse Schlankmacher generieren. Das konnte Unilever aber bestimmt nicht wissen.

So viel zum Thema Magerquark. Weiter gehts mit der Doppelrahmstufe:

Darüber hinaus will Unilever bei Kindern im Alter von sechs bis 11 Jahren nur noch für gesunde Lebensmittel und Getränke werben. Damit weitet das Unternehmen eine im März 2006 eingegangene Verpflichtung weiter aus. Damals hatte Unilever angekündigt, auf die werbliche Ansprache von Kindern unter sechs Jahren zu verzichten.

Aber welche Lebensmittel und Getränke könnten das sein? Lipton Eistee? Langnese? BiFi? Erstaunlich wie genau Unilever das Zielgruppen-Marketing steuern und wie schwammig man sich in Bezug auf die Tabu-Marken ausdrücken kann. Ach ja für die, die es nicht wissen sollten. Dove mit der “Campaign for real beauty” ist genauso eine Untermarke von Unilever wie “Du darfst”, “Magnum” oder “Lätta”. Jedem Tierchen also sein Pläsierchen!

Positivfilter: Es ist wichtig sich gegen Magersucht und für die Gesundheit für Kinder und eine entsprechende Werbeeinschränkung auszusprechen. Ein wenig mehr Klarheit und Konsequenz hätte der Pressemeldung gut getan.

Keine Tags vorhanden

Ein Kommentar

  1. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Toscani - the king of shock is back

    [...] das italienische Modelabel NOLITA. Die Schönheitsindustrie hat in letzter Zeit wohl bemerkt, wie schick es ist auch mal brisante Themen anzusprechen, die sie im Grunde genommen selbst mit verursacht haben. Denn [...]

Einen Kommentar schreiben

Eure Kommentare

Feed
  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
  • InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop