04.05.07
21:22 Uhr

Der beste Freund der Werbung

balihoo.jpg

…will Balihoo, ein neuer vertikaler Vermittlungsdienst für Werbende und die Vielzahl spezialisierter Medienangebote sein und hat dafür wohl auch einen Investor gefunden.
Der beste Freund des Menschen ist bekanntlich sein iPod Auto Hund, also bellt und heult als zukünftiges Maskottchen eben auch ein Hund für Balihoo. Der Dienst unterscheidet die Clientel grundsätzlich in zwei Gruppen: “Media Buyers” und “Media Owners”. Erstere könnten z.B. Media-Agenturen aber auch die Werbekunden direkt sein; in der zweiten Gruppe befindet sich eben alles, was (im Web und klassisch) einen Mediendienst betreibt – von Blogs, über Online-Verlagsangebote bis zu Fanseiten und Spezialforen, aber offensichtlich auch Massenmedien wie TV, Radio und Print.

“Balihoo is a solution that allows advertisers to search for media products that are most relevant for their advertising campaigns, gather and analyze information about those products, and interact with you the media owner to build and execute media plans. Balihoo works across geographies and on any media type including TV, radio, print, interactive and out-of-home.
Balihoo allows the media owner to take control of how their advertising opportunities and details are communicated to the potential advertiser. Manage your calendars, demographics and profiles, upload your rate card and keep your contact details current. Be where your customers are.”

Einen deutlichen Fokus legt der Dienst dabei auf die typischen Herausforderungen der Planer: Wie erreiche ich diejenigen Menschen, die die Werbung wirklich interessieren könnte? Wie vermeide ich Streuverluste, Spot-Pollution und Werbewirkungslosigkeit? Dabei soll das Hündchen helfen und richtig schön durch die Medien “schnüffeln”.

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Die Worte der Betreiber sind mindestens offensiv:

“The fragmentation of the traditional media industry and the explosion of online media opportunities had made the process of simply finding appropriate advertising opportunities a significant challenge for media buyers and planners.
Balihoo has addressed this issue by compiling the largest database of advertising opportunities in the world. Balihoo is different (and better) than a traditional search engine in that we collect data through multiple sources.”

Die weltweit größte Datenbank für Werbemöglichkeiten! Das ist doch einmal eine Ansage! Ab Mitte 2007 soll der Dienst dann aus dem Beta-Stadium heraus sein. Ich bleib dran und bin gespannt.

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7 Kommentare

  1. Martin Oetting

    Eine Frage vielleicht an dieser Stelle: Ihr überschüttet Nicos Shoppero, das er eigentlich nur unter befreundeten Bloggern angekündigt hat, mit enorm viel Kritik (wegen der unsäglichen Launch-Kommunikation, wegen der Bugs, wegen …). Ein US-amerikanisches Angebot bekommt dagegen hier seine PR-Meldung verbreitet?

    Dass die Shoppero-Lösung weder fertig ist, noch das Ei des Kolumbus, hat Nico mehrfach betont. Es ist einfach ein neuer Versuch, mit Werbung in Blogs & Co. umzugehen. Den muss man ja gar nicht toll finden. Aber ich erinnere mich daran, dass Patrick hier irgendwann mal gepostet hatte, dass er sich bemühen will, mehr postive Vibes zu verbreiten. Man muss ja Shoppero nicht über den grünen Klee loben (vielleicht ist es wirklich eine doofe Idee?). Aber ich finde, dass es mehr im Sinne eines gesunden Unternehmergeistes wäre, wenn man solchen Leuten, die was machen im Netz und nicht nur drüber reden, einfach mal ein wenig Zeit lässt und ihnen mit konstruktiver Kritik begegnet, anstatt sie gleich vom ersten Tag an lautstark mit Gülle zu überschütten. Sonst geht man irgendwann als die Waldorfs & Stettlers des Web 2.0 in die Annalein ein…

    Ich würde mir echt wünschen, dass wir endlich auch hierzulande mal an den Punkt kommen, wo es heißt “Support your local dealer.” Und nicht nur “Wenn’s der XYZ von hier um die Ecke macht, muss es scheiße sein, aber gib’ mal schnell die Pressemeldung vom Xten US-Start-Up her, damit wir die im Wortlauf wiedergeben und beklatschen können.”

  2. Roland

    Ich sehe das hier über Balihoo zwar nicht als PR-Meldung und wird kritisch von mir weiterverfolgt, aber prinzipiell bin ich ganz auf deiner Linie und -ehrlich gesagt- hatte ich mich auf Shoppero und die kreative Umsetzung von Nicos Ideen in diese Geschäftsmodell gefreut. Warum die Reaktionen auf Shoppero so ausfallen, wie sie ausfallen – und ich kann da nur für mich sprechen – habe ich persönlich erläutert. Und noch ist es für eine Kurskorrektur ja nicht zu spät. So können aus Kritikern vielleicht sogar noch Fans werden – ganz im Sinne einer konstruktiven Beta-Phase. Da muss dann allerdings ordentlich was von links nach rechts geschoben werden…

  3. Patrick Breitenbach

    Lieber Martin,

    Kritik da wo Kritik angebracht ist. Mehr habe ich nicht hinzuzufügen. Über Balihoo habe ich nichts geschrieben, habe mich damit nicht beschäftigt. Ich habe auch nichts dagegen wenn die Idee stimmt, was mich an Shoppero am meisten stört ist die mangelhafte kommunikative Begleitung, die fehlende Bereitschaft zuzuhören (so jedenfalls der erste Eindruck), das unverantwortliche Schnellschießen mit einem Dienst der technisch an allen Ecken und Ende zickt. Eine AGB die nun erst per “Gülle-Kritik” geändert wird.

    Das sind Sachen die ärgern mich mehr als dass ich es loben könnte. Alle Beteiligten sind Profis, da hätte ich eben mehr erwartet, also vielleicht ist einfach die Enttäuschung so groß.

    “Das Ei des Kolumbus” wird aber in der PR-Kommunikation sehr deutlich übertragen (weltweit einmalig etc.) und genau diese Widersprüche stören.

    “Ich würde mir echt wünschen, dass wir endlich auch hierzulande mal an den Punkt kommen, wo es heißt “Support your local dealer.â€? Und nicht nur “Wenn’s der XYZ von hier um die Ecke macht, muss es scheiße sein, aber gib’ mal schnell die Pressemeldung vom Xten US-Start-Up her, damit wir die im Wortlauf wiedergeben und beklatschen können.â€?

    Jetzt stell mich bitte nicht als genereller Miesblogger hin. Als ob ich so denken würde. Völliger Unfug. Ich mache keine nationalen Unterschiede. Ich finde es wichtig, dass ein Produkt gut ist, dass es kommunikativ gut begleitet wird (Service) und dass es einen Nutzen hat, dass andere nicht vorweisen können. Als Mundpropaganda-Experte dürftest du mir da zustimmen. Wenn ich an deine 3Ps denke…

  4. Patrick Breitenbach

    Im Übrigen sollen die Leute ruhig selbst entscheiden. Mir war es wichtig auf Sicherheitsmängel und Datenmißbrauch hinzuweisen. Auch wenn der “natürlich” nicht so beabsichtigt war. Wenn das so ist, dann ist es schlichtweg unprofessionell und bei einem VErmarktungssystem nicht wirklich vertrauenserweckend: basicthinking.de/blo...

  5. Tim

    @Martin

    Da kann ich nur zustimmen. Wie schon kurz im Shoppero-Blog angemerkt: in manchen Blogs herrscht dieser Tage mal wieder ein ziemlich rüder Umgangston, der in meinen Augen nicht immer angemessen ist.

    Dass Leute wachsam sind und Kritik üben, ist wichtig. Dass es dabei einigermaßen fair zugeht, aber ebenso.

    Hier in Silicon Valley muss man lange suchen, um in solch einer frühen Phase eines Startups derartige Verrisse zu finden, noch dazu in diesem Ausmaß. Nicht, dass man hier mit Kritik spart (im Gegenteil), aber die Kommunikation erscheint mir insgesamt oft deutlich kollegialer zu sein.

  6. Patrick Breitenbach

    @Tim: Tja, wir sind nunmal in Europa und ganz speziell in Deutschland. Unsere Nation wurde schon immer für das “german engineeringâ€? bewundert, vor allem in den USA. Die Frage ist also, brauchen wir ein zweites, identisches Silicon Valley, oder möchten wir in Zukunft weiter ausgereifte Ingenieurskunst entwickeln? Nichts gegen gute Ideen, aber man sollte sie dennoch reifen lassen, bevor man sie an die große Glocke hängt. Ich glaube das passiert auch in den USA, während wir hier langsam toleranter für spinnerte Ideen werden (siehe aktuelle Brand Eins). Wir können also voneinander durchaus lernen.

    Vielleicht sollten wir hier aber in erster Linie lernen unsere Eigenschaften zu schätzen, anstatt uns immer wieder selbst in Frage zu stellen und damit automatisch in diese Miesspirale driften. Wenn wir immer auf andere starren, können wir gar keine eigene Identität entfalten. Die deutsche Kritikkunst hat also auch durchaus ihre Vorteile.

    Im Übrigen kann ich nicht erkennen, in welchem Kontext mein Beitrag “unfairâ€? war. Alle Behauptungen entsprachen der Wahrheit. Nur weil ich sie nicht blumig genug verpackt habe? Oder weil ich prinzipiell ein Start-Up in Deutschland kritisiert habe?

    “Lückenâ€? würden auch wir hier tolerieren, wenn es uns denn auch klar & deutlich kommuniziert wird und nicht zuvor für etwas verkauft wird, was es einfach nicht ist. (mal abgesehen von den eklatanten Basic-Fehlern) Da unterscheiden wir uns ganz bestimmt von den USA. Wir haben hier nur selten Budenzauber à la Hollywood.

    Zu guter Letzt: Ich schätze etwas ausgereiftere Plattformen als wesentlich gesünder für den Markt ein. Schlechte Produkte machen den zarten und empfindlichen Markt nur kaputt und erschweren es den Nachfolgern gute Plattformen in die Welt zu setzen. Soweit meine Ansicht aus good old europe germany.

  7. Tim

    Manueller Trackback: blogbar.de/archiv/20...

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