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Werbeblogger Podcast #21: Camouflage Concept – Geruchsmanipulation?
Wir sprechen in dieser Ausgabe mit Tim Heckhausen, Verfasser des Camouflage Concepts, einer wissenschaftlichen Arbeit für die Universität St. Gallen, die den Einsatz von Hormonen und Pheromonen für das Marketing zum Thema hat. Das Ganze steckt allerdings noch sehr in den theoretischen Kinderschuhen. Wenn es jedoch einmal wirklich konkret umsetzbar wird, dann bahnen sich zum Teil wirklich erschreckende Szenarien an, zum Teil dürften manche verzweifelten Marketer das Wasser im Munde zusammenlaufen.
Denn der Mensch wird beim Camouflage Concept zur manipulierbaren Kaufmaschine, rein über nicht bewusst wahrnehmbare Gerüche zum Beispiel am POS (Point of Sale). Im Casino wird man plötzlich wesentlich risikofreudiger und beim Kreditabschluss hat man auf Anhieb Vertrauen zum Berater. Das alles könnten theoretisch diese Botenstoffe bewirken. Was heute allerdings tatsächlich möglich ist und welche ethischen Konsequenzen diese Art von Marketing bzw. Geruchsmanipulation hätte, diskutiere ich gemeinsam mit Tim Keil und unserem Gesprächsgast Tim Heckhausen.
12 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 11. April 2007 um 15:22 Uhr
Ich glaube nicht, dass wir da in Zukunft recht lange ethische Konsequenzen diskutieren müssen. Sobald raus ist, dass das auch nur ansatzweise funktioniert und vesucht wird, anzuwenden, wird es verboten sein. Es ist definitiv Manipulation, die die Entscheidungsfreiheit beeintächtigt. No way.
Ich kann mir mindestens 3 Dinge aus dem UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wetttbewerb vorstellen), die das jetzt schon untersagen.
Auszug:
“Unlauter im Sinne von § 3 handelt insbesondere, wer
Wettbewerbshandlungen vornimmt, die geeignet sind, die Entscheidungsfreiheit der Verbraucher oder sonstiger Marktteilnehmer durch Ausübung von Druck, in menschenverachtender Weise oder durch sonstigen unangemessenen unsachlichen Einfluss zu beeinträchtigen;”
Am 12. April 2007 um 02:39 Uhr
Ich finde es immer noch herausfordernder und attraktiver über Verführung, als über chemisch-mechanische Fernsteuerungen nachzudenken. Und außerdem bin ich ziemlich sicher, dass es einen Hirnrindenbereich gibt, der noch nicht werberelevant erforscht ist.
Am 12. April 2007 um 10:45 Uhr
Sehr schöner Beitrag. Ich finde Manipilation hat schon längst stadtgefunden. Es ist nur wiedermal eine offfenbarung wie weit man gehen könnte.
@vroni Wie willst du das merken wenn du so manipuliert wurdest?
Am 12. April 2007 um 11:17 Uhr
@ Roland: Aus Deinem Kommentar lese ich einen kleinen Fehler in Deinem Weltbild zu “Verführung” heraus. Das was Tim vorschlägt, IST Verführung. Denn egal, ob in Deinem Hirn Signale aus dem olfaktorischen System oder aus den “weitläufiger verteilten” limbischen und kortikalen Arealen verarbeitet werden, die für “Werbe-Erinnerungen” zuständig sind: Sympathie ist IMMER ein elektrisches Muster in Deinen Neuronen. Es macht also keinen Unterschied, ob Du jemandenmit einem TV-Spot zuhause oder mit Gerüchen am POS verführst – ausser, dass Du verschiedene Codes dafür benutzt. Im übrigen funktionieren auch die Gerüche nur optimal, wenn die einen bereits vorhandenen Code benutzen (z.B. Zitronenduft als Code für Sauberkeit hier in Deutschland und in UK, in Spanien müsstest Du dafür Chlorgeruch nehmen! Siehe dazu auch die Erkenntnisse von North, Hargreaves und McKendrick hier: nzz.ch/2006/06/28/ft...).
@ Vroni: Quatsch. Wo ist denn da die Menschenverachtung? Warum sollte es zulässiger sein, einen Menschen durch Plakate zum Kauf zu verführen als durch Gerüche? Sind Gerüche menschenverachtend, weil sie bestimmte soziale Codes schneller entschlüsseln und damit wirksamer sind? Neuromarketing bedeutet nicht, dass ich Dich fernsteuern kann…
Am 12. April 2007 um 13:14 Uhr
@Markus
Das Camouflage Konzept sieht im Gegensatz zu Zitronenduft und Chlor nicht wirklich Gerüche vor, die assoziativ übersetzt werden, sondern die unriechbaren Botenstoffe, die quasi über den Riechkolben (evtl. aber auch durch andere Körperteile, zB. die Haut) aufgenommen werden. Klar kann man sämtliche Funktionen im Körper eines Menschen auf elektrische oder biochemische Prozesse reduzieren, aber sollte man auch? Hat für mich als beseeltem Menschen nichts mit werblicher Verführung zu tun, auch wenn viele Verführungsmechanismen zwischen Menschen hormonell gesteuert werden. Aber “von innen” heraus.
Am 12. April 2007 um 14:00 Uhr
@Roland: Auch beim Camouflage-Konzept werden Gerüche in Motive assoziativ übersetzt – es gibt ja keinen “Zuordnungsprozessor” im Gehirn, der Hormone in Kaufabsichten übersetzen könnte. Aber Du hast insofern schon recht, dass mein Vergleich nicht ganz komplett war – Tim schlägt ja tatsächlich vor, bestimmte Neurotransmitter direkt beizumischen, um “Abkürzungen” im Entscheidungsprozess herzustellen. Fakt bleibt aber, dass genau diese Abkürzung ohnehin täglich benutzt werden… im zwischengeschlechtlichen bereich, aus dem er sie ja auch ablietet, zum Beispiel.
Wollen wir jetzt Frauen davon abhalten, weiblich zu duften, um das Balzspiel “fairer” zu machen? Ob das “von innen” oder “von aussen” (man hat ja auch im Parfumbereich oft erfolglos versucht, Pheromone direkt “nutzbar” zu machen…) ist doch letztendlich egal.
Und was ist ein “beseelter” Mensch?
Am 14. April 2007 um 17:10 Uhr
Passendes Lied dazu: Camouflage – Love is a Shield
(einfach das Wort ‘love’ durch ‘Geruchsmanipulation’ austauschen)
“…love is a breath that takes me warm, and when I sometimes close my eyes my mind starts spinning around”
=))
Am 15. April 2007 um 10:46 Uhr
*Lach*
Den Song habe ich als alter Nostalgiefuzzi sogar auf meinem Mediaserver irgendwo… muss ich gleich mal parallel zum Lesen hier laufen lassen.
Am 15. April 2007 um 11:05 Uhr
@Marcus *rofl* tja was ist ein beseelter Mensch? Vermutlich jemand, der hinter einem eingepuderten Sonnenkönig “Louis XIV” immer noch den Menschen und sein Credo riecht…
Am 15. April 2007 um 22:55 Uhr
*lach* keine schlechte Antwort, auch wenn Du mir jetzt gerade die Assoziation von ekelerrendem gestank ins Hirn gepflanzt hast. Verfluchte Spiegelneuronen verfluchte…
Am 15. April 2007 um 23:20 Uhr
^bitte am Ende kein “battle of smell”; ich bin in sachen ohr unterwegs ;-)
Am 20. Oktober 2007 um 22:06 Uhr
[...] dazu Werbebloggers podcast (via ) [...]