01.04.07
17:08 Uhr

Simpsons Branding

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Die Markenkraft der Simpsons dürfte weltweit gigantisch sein. Allein schon durch die lange Laufzeit dieser Serie dürfte eine ganze Generation mittlerweile mit den gelben Comicfiguren aufgewachsen sein (so wie ich mit der Lindenstraße aufgewachsen bin). Seit 1989 läuft auch meine absolute Lieblingsserie in den USA, das bedeutet über 400 Episoden, während 17 Staffeln, macht insgesamt 147 Stunden gelber Trickfilm-Spaß am Stück. Entweder mal liebt sie oder man meidet sie. In allen Altersgruppen. Der Trick der Serie ist der Humor, er ist so vielschichtig, dass dieser sowohl Intelligenz, Slapstick, Albernheit und etliches mehr anspricht. Es gibt sicherlich Schwankungen in den Staffeln aber bisher scheinen den Autoren und Zeichnern die Ideen kaum auszugehen. Gleichzeitig sind die Simpsons auch immer ein satirischer Zerrspiegel der amerikanischen Gesellschaft und nimmt deren aktuelle Sorgen und Nöte so wunderbar rotzfrech auf die Schippe. Egal ob Medien, Politik (alle amerikanischen Präsidenten kriegen ihr Fett weg und der Familie Bush wurde eine ganze Episode gewidmet), Wirtschaft oder Bildung, hier bekommt jedes gesellschaftliche Phänomen einen humoristischen Seitenhieb verpasst. Sogar der eigene, ausstrahlende Fernsehsender Fox bekommt regelmäßig sein Fett als Pro-Bush-Nachrichtenkanal mit TV-Shows auf unterem Niveau weg. Der Erfolg in Deutschland ist sicherlich dadurch zu erklären, dass unsere Fernsehkultur natürlich sehr eng an die des amerikanischen Fernsehens angelegt ist. Alle persiflierten TV-Shows und Serien sind auch bei uns bekannt oder laufen als Copycat (z.B. Frauentausch, Big Brother, DSDS etc.) auf den Privatsendern.

Im Sommer krönt sich die Serie selbst mit einem Kinofilm. Zum Start in den USA öffnet man ein riesiges begleitendes Marketingfaß. Die Premiere findet in 16 von 52 Springfields (Springfield ist die Heimatstadt der Simpsons) in den USA statt und nun brennt jedes Springfield natürlich darauf Premierenstadt zu sein. Die Supermarktkette 7-Eleven 11 ihrer Filialen in Anlehnung an den Simpsons Supermarkt „Kwik-E-Mart“ umgestalten. Doch nicht nur die Ladenfront wird genauso aussehen wie in der Catoon-Serie auch Produkte aus den Simpsons soll dann im Supermarkt erhältlich sein. So gibt es dann wohl so krustytastische Produkte wie „Krusty O’s Cornflakes“,

Krusty O

„Buzz Cola“

buzzcola

und die berühmten „Squishees“.

Squishee

Was wir hier erleben ist also eine fantastische Umgestaltung und Branding des klassischen POS, der gleichzeitig für eine kleine PR-Welle in den USA in Gang gebracht hat. 7-Eleven plant übrigens in Zukunft noch mehr dieser Movie-Brandings. So will man wohl zu Spiderman 3 eine ähnliche Aktion realisieren. Für echte Film- und Serien-Fans ist das natürlich ein Freudenfest und wir haben über diese Art der Community Ansprache mit hohem kommunikativem Multiplikationsfaktor schon hier einmal darauf hingewiesen. Dieses Involvement ist gigantisch, sollte aber bitte nicht mit dumpfer Handelswerbung wieder erstickt werden. Auch hier gilt: Behutsam, exklusiv, kontextbezogen und communityorientiert vorgehen.

4 Kommentare

  1. customerofhell

    Da stellt sich für mich noch eine Frage: Was ist mit Duff? Gibt es das dann auch bei7eleven?

  2. Marcus

    Wunderbar! Die Simpsons sind meiner Meinung die mit Abstand witzigste, intelligenteste und albernste Serie die je produziert wurde. Da wird es schwer sich selbst mit dem Kinofilm zu toppen. Bleibt nur zu hoffen, das die Serie auch nach dem Film fortgesetzt wird!

  3. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Der Simpsons Sommer

    […] So werden ganze Supermärkte umgebaut: […]

  4. Das Sommerloch ist gelb | Medienrauschen, das Medienweblog

    […] und weltweit: In den USA werden Supermärkte umgestaltet, in Paris für ein “Fotoshooting” posiert, […]

Eure Kommentare

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