28.03.07
22:59 Uhr

AttenTV: Ich sehe was was du auch siehst

Ein neuer obskurer Web 2.0 Dienst namens AttenTV macht die Runde und ich frage mich inwieweit man noch breiter sein Leben im Netz darlegen kann.

AttenTV

Was ist es? Das tägliche Gefühl der Belanglosigkeit auf der einen und der Drang nach Voyeurismus auf der anderen Seite? Mit AttenTV kann man nun sein eigenes Surfverhalten im Netz aufzeichnen und für andere bereitstellen. Egal welche Seiten man so besucht, jeder darf mit dabei sein (vorausgesetzt man wünscht sich das). So kann ich Ted Nadeau dabei beobachten wie er sich auf typischen Geek-Seiten herumtreibt und auch mal bei Techcrunch nach einem Job Ausschau hält.

AttenTV

Ich sehe wonach er bei Google sucht und bei welchen Diensten er sich so anmeldet. Innerhalb kürzester Zeit, lerne ich Ted kennen, anhand seines zurückgelegten Internetweges. Schmuddelseiten und kriminelle Machenschaften hatte Ted jetzt nicht vor, aber auch sowas kann man sicherlich in Zukunft bei anderen beobachten. Die BigBrotherisierung im Netz ist spätestens nach dem großen Twitter-Hype so richtig ausgebrochen.

Gestern lese ich bei Robert, dass sich so ein Typ 24/7 mit Kamera auf dem Kopf sein Leben ins Netz übertragen will, komme was wolle. Dabei twittert, chattet und bloggt er noch. Ob da wohl mal ein Date mit Mädels drin ist?

Für viele scheint die Truman-Show mehr Verlockungen statt Schreckensszenarien zu bieten. Das Internet ist sicherlich das Tor zur Welt, zu anderen Kulturen, aber wir sollten uns fragen, ob es auch immer das Tor zu unseren Seelen sein muss. Oder ist das Internet gar ein instrument um Seelen zusammenzuführen? Ich weiß es nicht, was ich weiß, es beängstigt und fasziniert mich zugleich. Am Ende muss natürlich jeder für sich selbst entscheiden, was er für richtig und falsch hält, doch manchmal ist das menschliche Bewusstsein einfach zu flüchtig. Wir bereuen manchmal Dinge bereits nach wenigen Sekunden. Wünschten uns, alles wäre ungeschehen; hätten wir doch vorher ein paar Sekunden länger mit Nachdenken verbracht. Möge uns also der Scheinwerfer niemals auf den Kopf fallen!

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4 Kommentare

  1. Mathias

    Wirklich klasse, dass es nur eine Mac-Applikation gibt. Das ist ja wie eine Bestätigung, dass sich ein Großteil der Macbenutzer aus geltungssüchtigen Selbstdarstellern zusamensetzt, die alles mit ihrem Computer tun, außer produktiv zu arbeiten.
    Den Hinweis mit dem Vergessen finde ich extrem wichtig, durch die ganze Datensammelei (natürlich auch freiwillige Preisgeberei) und die konsequente digitale Speicherung werden sich sicher in Zukunft einige unangenehme Konsequenzen ergeben.

  2. Horst

    Irgendwie ist das schon komisch. Da gibt’s die Datenschützer, die seit Jahrzehnten davor warnen, das so etwas heimlich geschehen könnte und die anderen mach’n es einfach freiwillig…

  3. Der Hitflip Blog

    Das Twitter Gedicht…

    Im Rahmen unserer Aktion “Hitflip ist dein Freund” spiele ich ein wenig mit Twitter rum und gerade sind mir angesichts der fortgeschrittenen Stunde ein paar lusige Twitters passiert (siehe auch das Hitflip Twitter Profil), die man fast scho…

  4. face2blog & markentrends podcast

    Update: Twitter…

    Nein, wir finden Twitter immernoch nicht besser als in diesem Beitrag. Wir haben nur, dank geschätztem [via], ein Service gefunden, der den exibitionistischen Zwang, sich selbst zu zeigen, mit dem voyeuristischem Beglotzen von Nutzlosem, noch besser k…

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
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