16:37 Uhr
Das Establishment kommt.
Werbung kann vieles sein: Produktinformation, lauter Hinweis, Marktgeschrei, Ego-Trip, Entertainment, Inspiration, ja sogar Orientierung und Werteindikator einer Konsumgesellschaft. Außerdem ist “Werbung” volkswirtschaftlich betrachtet ein relevanter Wirtschaftsfaktor, der mittel- und unmittelbar Millionen von Arbeitsplätzen in Deutschland versorgt. Nun sind Blogger und die neuen Inhaltelieferanten des Web 2.0 ja nicht gerade dafür bekannt, ein gesundes Verhältnis zur Kommerzialisierung zu pflegen. Allzu schnell gilt Werbung dort als unethischer monetärer Universalverführer, dem sich ein wahrhaftiger Content zwangsläufig und unauthentisch unterordnen müsse. Fast wie donquichoteske Gralshüter einer idealtypischen Gegenöffentlichkeit versteht sich ein Teil der “Gründergeneration” des frühen Internet auch heute noch. Wie sagte es Wolf Lotter in der Februar-Ausgabe von Brand Eins so treffend:
“…Die Gründergeneration betrachtete das Internet als ihr Second Life, in dem die Realität nichts verloren hatte. Konsequenterweise waren die ersten Jahre vor allem ein Abwehrkampf gegen diese Realität: gegen Kommerzialisierung, gegen zu viele Teilnehmer und Eindringlinge und überhaupt gegen die Öffnung des Netzes. Je populärer das Internet wurde, desto grimmiger verhielten sich die Gralshüter der reinen Lehre. Wahrscheinlich hätte von den Sektierern kaum jemand Notiz genommen, hätte nicht ausgerechnet das böse Establishment ein vitales Interesse an ihnen entdeckt: Politiker, Banker und die etablierte Computerindustrie.”
Dieses “böse” Establishment gibt es heute auch wieder. Das Web ist längst vom Spielzeug-Frontend für Techies zum selbstverständlichen Massenmedium geworden; aus 9 Millionen Fachleuten und “Early Adopters” im Jahr 2000 sind 40 Millionen aktive Internet-Nutzer aus allen gesellschaftlichen Schichten geworden und mit ihnen exisitiert das reale kommerzielle Leben auch im Internet. Das können wir gut oder schlecht finden, aber es ist eine Tatsache, egal wie rebellisch sich auch heute noch einige gegen solche Entwicklungen stemmen mögen.
Wenn nun also Werbung passiert und im WEB die größten Wachstumsraten hat, dann liegt es doch eher nahe, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten. Viele von uns Werbebloggern und Lesern tun das bereits in ihrem täglichen Arbeitsumfeld. Erst die aktive Mitgestaltung hat faktische Lenkungswirkung auf die Qualität von Werbung und kann degenerative Auswüchse kontrollieren, sowohl in der Kreation als auch bei der Platzierung. In diesem Zusammenhang noch ein Hinweis in eigener Sache: Wer meint, über Geld Inhalte verbiegen und beeinflussen zu können, ist (hier) sowieso falsch. Wir werden gelesen, weil wir unsere Meinung sagen und diese Freiheit wird nicht auf den Markt geworfen.
6 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 24. März 2007 um 18:32 Uhr
Hey, ääähm, Moment mal.
Irgendwas läuft hier falsch beim Werbeblogger. Selten einen solch platten Text gelesen, ich habe noch nicht mal Lust, mich näher dazu zu äussern.
Am 24. März 2007 um 18:35 Uhr
Wäre aber nett, wenn du dich dazu äußerst, warum du ihn so platt findest. Kann ich nur schlecht nachvollziehen.
Am 24. März 2007 um 18:39 Uhr
@stefan:
hat auch ne Meinung. Wenn auch eine der plattesten, die ich je im Kommentar gelesen hab.
Am 26. März 2007 um 15:58 Uhr
Hey Patrick,
Wolltest Du nicht seit so ca. 4 Monaten die Strategie mit “der anderen Wange” fahren, auch wenn Dir einer blöd kommt :)? Muss Dich loben: Bisher hast Du das ziemlic konsequent durchgezogen – was den Blog deutlich sympathischer macht. Nur Dein obiger Kommentar (so berechtigt er auch sein mag…) zeugt nicht gerade von Toleranz für Ignoranz.
Am 26. März 2007 um 16:06 Uhr
@Markus: Sorry, kann ich jetzt nicht so ganz nachvollziehen!? Was ist an meiner Bitte “Wäre aber nett, wenn du dich dazu äußerst, warum du ihn so platt findest. Kann ich nur schlecht nachvollziehen.” denn ignorant? Ganz im Gegenteil, ich interessiere mich für die Hintergründe seiner Aussage. Das ist alles. Wenn du den Kommentar eine Etage tiefer meinst, der ist von Roland. Er hat sich dieser Strategie so weit ich weiß nicht verschrieben.
Am 26. März 2007 um 16:15 Uhr
@markus & Patrick: doch, doch, ich interessiere mich auch für die Hintergründe seiner Meinung. Aber wie es in meinem Beruf so ist: Der Ton macht die Musik und gelegentlich auch: Wie man in den Wald hereinruft, so schallt es auch heraus…