06.03.07
04:53 Uhr

Wenn das Wörtchen “Blog” nicht wäre …

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Ende des Blogging-Wahns? Nun, von den inhaltlichen Fehlern mal ganz abgesehen: Wo kein Anfang, da auch kein Ende.

Das Bloggen hat für mich in Deutschland nie wirklich unternehmerisch Fuß gefasst, jedenfalls nicht unter althergebrachten Marketingkriterien. Da konnten wir Enthusiasten noch so predigen, kein Berg der kam oder auf den wir zukommen konnten. Ich kann mich nur wiederholen: Corporate Blogs machen nur Sinn, wenn das Redaktionelle dahinter authentisch, gut geschrieben und bemerkenswert ist – sprich wenn die Einstellung dahinter stimmt. Wenn man die Masse erreichen will, muss man der Masse auch etwas bieten – wenn man seine Nische einfangen möchte, sollte man die Bedürfnisse der Nische erkennen und digital befriedigen. Blogs sind jedenfalls kein Husch-Husch PR-Instrument. Dafür hat man doch jetzt auch Second Life gefunden. Blogs können ein Unternehmen dennoch langfristig ins Gespräch bringen, aber eben nur wenn die dortigen Gespräche auch spannend sind.

Ein weiteres großes Problem in Deutschland ist die Begrifflichkeit “Blog”. Das ist schon so abgenudelt, durchgewiehnert und durch die Klopfützen gezogen worden, dass der Deutsche damit einfach keine memetische, positive Verknüpfung eingehen will. Stattdessen spricht der ganz normale Internetnutzer lieber von Magazinen, Internetseiten oder Foren. Komisch, ne?

Hiermit plädiere ich im Zuge der Gerontologisierung und Simplifizierung des neuen Webs (Diskriminierungsbeschwerden bitte an unser Büro) für die Abschaffung des Blogbegriffes. Blogs sind NICHT doof, sie klingen nur ziemlich bescheuert. Auch die sprachliche Nähe zum deutschen “Block”, macht es uns “Blockern” nicht wirklich einfach: Ostblock, Fanblock, Blockwart oder Blockwurst – wer soll das schon lieben?

Also wo geht es hin? Ich bin ja der Ansicht, so wie ich das jedenfalls in letzter Zeit beobachten konnte, dass viele A-Blogs nun den Weg in Richtung Klassik einschlagen werden und dabei hoffentlich ihre inhaltlich blogtypische Schreibe behalten. Dabei merken sie wohl auch, dass die alte Zunft der Medien doch noch ganz gute Ansätze beinhaltet. Inhalte aufbereiten für das digitale Medium – genau das konnte die alten Printen nämlich bisher noch nicht. Die Chance, die viele Blogs also haben, ist das Pferd nun richtig herum aufzuzäumen. Statt ein vorhandenes Printformat in eine digitale Wursthaut zu pressen, nimmt man das funktionierende Webformat und steckt eigene, spannende Inhalte rein, die man mit der Leserschaft intensiv teilt und diskutiert. Was ich damit sagen möchte: Der mediale Kuchen steht nun endlich wieder draußen auf dem Tisch, man wird sehen wie und wer sich davon eine Scheibe abschneiden kann.

Doch mit welchem Begriff könnte man stattdessen durchstarten? Ich plädiere für soetwas wie “digitales, dialektisches Journal”, “Webjournal” oder einfach nur “eJournal”. Es geht auch nicht immer darum, zuvor den Beruf des Journalisten gelernt zu haben, es geht nicht immer um diesen Anspruch einer professionellen Ausbildung. Das Ganze ist – und das haben wir von Blogs lernen können – selbstregulierend. Die Redaktionssitzung findet da draußen mit den Lesern statt. Anstrengend aber spannend und reichhaltig zugleich.

Mit dem Begriff “Journal” könnten sicherlich auch sehr viel mehr Menschen in Deutschland etwas anfangen. Welch Potenzial würde wohl dahinter stecken? Nehmen wir doch zum Beispiel den Werbeblogger, schon heute können wir mit unserem bisherigen bescheidenen Freizeit-Aufwand den Printpublikationen unserer Branche – wohlgemerkt im Web – das Wasser reichen:

Alexa Werbeblogger

Dabei geht es um Gottes Willen aber nicht darum, eine Publikation wie W&V & Co. zu verdrängen, ganz im Gegenteil, ich sehe darin bestenfalls eine sinnvolle Ergänzung, eine Koexistenz. Jedoch eines sollten sich alle vor Augen halten. Bei Blogs ist inhaltlich noch lange nicht Feierabend. Wie so viele andere auch sind wir leidenschaftliche Freizeitblogger, nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn wir das hauptberuflich machen würden …

Lasst uns also das Blogdings feierlich und mit Anstand zu Grabe tragen, es hat seine Schuldigkeit getan, es war immer gut zu uns, es hat uns viel beigebracht. Lasst uns einen Schritt auf die bewährte Klassik zugehen, eben mit den technischen sowie inhaltlichen Neuerungen, die uns Blogs gegeben haben. Was dann am Ende unterm Strich noch übrig bleibt? Nun, ich denke Inhalte, die hoffentlich genauso authentisch, frech und leidenschaftlich sind wie wir sie aus Blogzeiten kennen. Denn der Kern bleibt auch nach Abschaffung des Blogbegriffes immer noch erhalten. Witzigerweise sind die Anfänge und Wurzeln des Spiegels (Auflage 1.500) gar nicht so unähnlich mit Teilen der Blogbewegung. Da geht also noch was!

30 Kommentare

  1. Andreas Cappell

    Patrick, du hast Recht: titanic-magazin.de/r...

    Ob das Ding jetzt Blog, Journal oder Tagebuch heißt dürfte dem normalen Bürger egal sein. Blogger unter sich sind ein Mikrokosmos. Sie mögen gebildeter und medienkritischer sein aber im Grunde nähren sie sich nur gegenseitig.
    Hin und wieder schwappt mal ne Nachricht aus der kleinen Welt in die große Welt. Von daher sollten “richtige” Journalisten auch in der Blogwelt immer mit einem Ohr dabei sein, aber eben genauso wie sie auf dem Wochenmarkt mitlauschen sollten, auf Partys gehen und mit dem einem oder anderen wichtigen Menschen mal nen Kaffee trinken – work as usual.
    Die Zugriffszahlen auf wuv.de und horizont.net würde ich mal eher kritisch hinterfragen – sind das ja nur wiedergekaute Artikel, der über die Woche verteilten Printausgabe – aber das sagtest du ja schon.

    Was würde passieren, wenn Blogger professionell werden würden? Sie wären Onlinejournalisten für ein Onlinemagazin. Es ist ja gerade das schöne am Bloggen: schreiben ohne zu denken – und der einzelne weiß manchmal mehr als die große Masse. Das muss nicht schlecht sein. Genau aus solchen halbgarenen Informationen, die andere Blogger aufgreifen, entstehen erst die großen Geschichten.
    Bei Printmagazinen ist es genau umgekehrt: Wenn deren Geschichte gedruckt rausgeht, sollte das Denken (die Recherche) größtenteils abgeschlossen sein.

    Ist eine regelmäßig geupdatete Unternehmensseite mit Forum auch ein Blog?

    Warum sollte das Bloggen am Ende sein? Vielleichts gibts Blogs jetzt über eine gewisse Zeit, dass Blogger sich selbst nicht mehr riechen/lesen wollen? Werden sie erwachsen und posten Freitags keine Hundebild mehr? Vielleicht herrscht auch gerade in der Werbewelt nach den Oscars, Grammys und Himbeeren das Frühlingsloch. Blogs sind nach Mobilemarketing, Coporate Songs, Unternehmenszeitschrift, Schwarzes Brett einfach nur ein weiteres Instrument – nicht mehr aber auch nicht weniger.

  2. Mathias

    Ach, eIrgendwas ist doch total out, das muss heute iIrgendwas sein. Ich wäre ja für “iJournl”, da hat man dann alles drin.

    Bezüglich der “Reichweite” von Blogs: Mich darfst du aus deiner Zugriffsstatistik rausrechnen, ich bin kein Werber. Werbeblogger bietet auch etwas für Branchenfemde (lustige Videos, Kommentare über den Zustand der Branche etc.), was w&v wahrscheinlich nicht bietet (war noch nie auf deren Seite). Aber wahrscheinlich ist der Eintrag eher satirisch gedacht, Müll bleibt Müll, egal ob ich das Website, Blog oder Webjournal nenne. Gilt natürlich auch für sinnvollen Inhalt.

  3. ramses101

    Klar gab und gibt es in Deutschland einen Bloggingwahn. Und zwar den Wahn, möglichst jedes Blog das nicht von einem Privatmenschen geschrieben wurde, zu verteufeln und zu zerreißen. Dass es ein Schlämmerblog mal aus dem Stand auf Bildblog-Zahlen gebracht hat – irrelevant. Das Blog ist bösebösepfui, weil da kein Blogger hintersteckt sondern eine Agentur. How dare you!

    Da würde ich als Unternehmer auch erstmal abwarten, bis die Schreihälse heiser geworden sind.

  4. Jordanus

    Einfach nur “Journal” fände ich gut. Bezeichnet schließlich das, was ein Blog eigentlich ist – ein Tagebuch.

  5. massenpublikum

    Na ja, das ist ja nur eine Suche nach einem Begriff. Letztendlich denke ich, dass der Begriff Blog gar nicht so schlecht ist. Was dieser ganzen Geschichte fehlt, sind drei oder vier positive Vertreter, die den Blogs ein hübsches Gesicht geben.

  6. Wort+Bild STÖRUNG » Kongress - Wirklichkeit

    [...] Aktuell wird das Thema in verschiedenen Blogs diskutiert, da natürlich nicht nur der Wille etwas zu schreiben, sondern auch der Inhalt stimmen muss. [...]

  7. vroni

    Möglicher Grund auch, dass Bloggen nicht allzusehr Fuß fasst – den kann man mit einer Variante zum berühmten Bonmot Karl Valentins erklären:

    Bloggen ist schön, macht aber viel Arbeit.
    ________

    Und wie das Ding sich nennt, dürfte den meisten Deutschen egal sein. Merken sie laut Studien doch noch nicht einmal, dass sie überhaupt auf einem Blog gelandet sind.

    Dazu kommt, dass CMS-programmierte Websites Blog-Optik haben und Blogs immer häufiger Website-Optik haben.
    Wer da nicht genau hinschaut – und wer tut das schon in einem Medium der kurzen Aufmerksamkeitsspannen – der merkt den Unterschied oft nicht.

    Kann das dann so machen, falls das der Blog-Klientel wichtig ist?: Nur da wo mindestens in 100 Punkt Blog draufsteht, ist Blog drin. Fertig. Könnte helfen, wenn einen die ewige Verwechslung störte. Nur wenn.

    Oder im Impressum fett:
    Do blogga dei, dei oiwei do blogga.

    Host mi
    :)

  8. Patrick Breitenbach

    “Bloggen ist schön, macht aber viel Arbeit.”

    Genau das ist der Punkt. Aber trotzdem scheint das Bedrüfnis vorhanden zu sein, alternativ neben den etablierten journalistischen Medien auf Blogs zurückzugreifen.

    Mir ist es am Ende auch überhaupt nicht wichtig ob das Blog heißt oder wie ein Blog funktioniert. Wichtig sind denke ich die Inhalte, die an das Medium Internet optimal angedockt wurden. Blogger sind doch im Grunde nur Menschen die dieses Medium verstanden haben und es mit interessanten Inhalten füllen.

    Desweiteren müssen wir natürlich noch unterscheiden zwischen Blogs und Blogs. Spreeblick, Bildblog, Don Alphonso etc. sind im Grunde ja schon eher Magazine als “Tagebücher”. Und dann gibt es eben noch die zigtausend Blogs, die eben nicht 1000 von Lesern beglücken wollen sondern, einfach mal draufloschreiben, rumprobieren oder eben Tagebuch führen.

    Zum Thema Agenturen hinter Blogs. Ich glaube schon, dass Blogs den Anspruch haben authentisch zu sein. Horst Schlämmer ist eine Kunstfigur, die im Endeffekt Schleichwerbung betreibt – mal platt und im Auge vieler Betrachter ausgedrückt. Blogs sind nicht Fisch nicht Fleisch. Sie sind nicht journalistisch, haben jedoch den Anspruch noch sauberer zu arbeiten als alle Journalisten zusammen und bloß kein Geld dafür bekommen. Da stimmt doch irgendetwas nicht.

    Wenn Blogs so groß werden wie Bildblog & Co. dann haben sie auch journalistische Verantwortung, denn sie sind Meinungsbildner für eine nicht irrelevante Zielgruppe. Allerdings sollte diese Verantwortung auch irgendwie vergütet werden. Interessant wäre daher auch mal wieder die alte Diskussion über Paid Content im Netz. Bei Printmagazinen ist es selbstverständlich seine dingsmarkfuffzig zu bezahlen und damit hat man sich gleichzeitig noch Werbung gekauft. Im Netz funktioniert das rein gar nicht. Sowohl Werbepreise sind im Keller und Bezahlung für Inhalte? Bin doch nicht blöd. Aber vielleicht ändert sich das auch in nächster Zeit, wenn die Bezahlmethoden im Netz weiterhin Barrieren abbauen.

    Ich könnte mir da durchaus eine Art Premierenmodell vorstellen. Hey das isses. Johnny? Du hast den Verlag. Wir machen eine Blogflatrate. 20 Lieblingsblogs werbefrei mit Abo. Dann gibt es Staffelung für Comedy-, Doku- oder SciFi(Nerd)-Kanäle. That’s it! :-)

  9. Basic Thinking Blog » Aufbruch ins Journal-Zeitalter

    [...] der URL Werbeblogger.de;)) Ich erwarte also, dass das Logo sich ebenfalls ändert. *kicher* Trackback-URL Gelesen: 1 heute: 1   [...]

  10. ramses101

    Zum Thema Agenturen hinter Blogs. Ich glaube schon, dass Blogs den Anspruch haben authentisch zu sein. Horst Schlämmer ist eine Kunstfigur, die im Endeffekt Schleichwerbung betreibt – mal platt und im Auge vieler Betrachter ausgedrückt.

    Was ist mit dem Textspeier und vielen anderen entweder komischen oder literarisch anspruchsvollen Blogs, die eben keine Real-Life-Erzählmaschinene sind – sondern einfach den Anspruch haben, zu unterhalten? An dem Schlämmerblog haben jede Menge Leute jede Menge Freude – Kerkeling selbst wqäre wohl eher nicht auf die Idee mit dem Blog bekommen. Wo ist das Problem? Jeder weiß, dass es Schlämmer nicht gibt. Wäre das alles bloß eine Microseite (wo auch immer) gewesen – kein Mensch hätte sich aufgeregt. Aber die Agentur hat es nunmal “Blog” genannt. Schlimmschlimm. Das heilige Medium Weblog in den Händen böser hinterhältiger Schreiber, die noch nicht mal richtige Blogger sind.

    Es wäre schon viel wert, wenn sich ein, zwei Vögel in der deutschen Blogosphäre einfach mal etwas entspannen würden (womit nicht dieses Blog gemeint ist, hier ist es eigentlich immer relativ entspannt ;-). Denn dieses reflexartige Herumgehacke auf allem, was auch nur den Hauch des Kommerziellen hat, nimmt langsam aber sicher comedyeske Züge an. Nicht, dass mich das stören würde, neben der information nutze ich Weblogs hauptsächlich zur Unterhaltung. Aber ist es das, was die Mahner wollen? Das hat ein bisschen was von dem alten grummeligen Mann, der einen als Kind immer aus seinem Garten gejagt hat. Irgendwann wird man älter, der alte Mann wird heiser und sitzt am Ende als skurriles Relikt in der Ecke und wird von allen belächelt.

  11. Roland

    @ramses Stimme dir in vielen Punkten zu. Bloggen soll für einige (wenige) ein besonders geschützter Raum bleiben, in welchem jede Art von Kommerzialität als Verrat einer Bewegung bewertet wird. Das Problem wird allerdings verstärkt durch Initiativen und Anbieter, die über die Hintertür mit Blogs Geld verdienen wollen, bzw. – was teilweise die klassische Journaille betrifft – Blogger als billige Content-Lieferanten verstehen, die man mit Trinkgeldern einkaufen könnte. An diesem Punkt bin ich auch ziemlich allergisch. Einige Blogs sind jedenfalls schon den Kinderschuhen entwachsen und werden ziemlich weitreichend im Internet gelesen. Ob sie bleiben, wachsen oder sterben, hängt von offenen, authentischen und glaubwürdigen Content ab, der ansprechend geschrieben wird. Dabei ist es völlig egal, wie sie am Ende heißen, denn den Leser interessiert nicht, welche technische Plattform dahinter steht und ob sie ggf. auf dem Weblog-Prinzip basiert. Wer Blogger ist, lebt das Bloggen auch woanders. Er geht offen mit seinen Mitmenschen um, pflegt den Dialog, hört zu, lädt zum Gespräch ein und empfindet seine Mitmenschen als Bereicherung und gleichwertige Partner in einem inhaltichen und konstruktiven Austausch. Dadurch wird eine wesentlich vielschichtigere Meinungsbildung ermöglicht, die weit über die klassische Berichterstattung hinausgeht und ganz sicher einen festen Platz im medialen Gefüge behalten wird, egal wie man es nun nennt.

  12. Wini

    Blog -> Block -> Notizblock

  13. Buenalog » Blog Archiv » Blog, du schaffst das!

    [...] Sport podcast patrick breitenbach Hochschule Mannheim Gestaltung CorporateDesign Branding Blog, du schaffst das! Dieter Schneider am 6.03.2007 Der Abgesang der Weblogs ist nicht zu überhören. Wer sich für dieDiskussion interessiert findet bei der Süddeutschen die Sterbeurkunde und beim werbeblogger das Wiederauferstehungsszenario. Die Zeit hat für Weblogs einen Friedhof angelegt. Da fragt man sich: “Warum wir Deutschen immer von einem Extrem ins andere stürzen müssen?” Die Technik ist da, das Medium ist da und die Nutzer sind da. Alle werden sich weiterentwickeln. Klar, es wird nichts so bleiben wie es war (wann gab´s das überhaupt schon mal?). Das muß man akzeptieren, aber deswegen sollte man nicht gleich die Flinte ins Korn werfen. Wenn der Graswurzeljournalismus Unkraut ist, vergeht er nicht! Also meine Parole heißt: “Durchhalten!” Stichworte:Graswurzeljournalismus Weblogs Verwandte Artikel:Barcamp Nürnberg: Reputation Management und digitale IdentitätTop Ten für PatrickErfolgreiche Corporate Blogs: Saftblog der Kelterei Walther Einen Kommentar schreiben [...]

  14. Lavus

    Ich denke die “fundamentalistischen” Blogger haben oft nichts gegen Kommerz an sich in Blogs, sondern dass in solchen Blogs versucht wird, den Kunden/Leser zu verarschen, wo schlicht Werbung gemacht wird und versucht wird sich den Mantel der Authenzität, sprich es wird oft mehr oder minder belogen und gefaked und der Leser wird für dumm verkauft.

    Das ist es doch was die meisten stört. Das es auch anders geht, zeigt das Frosta-Blog, oder der Shopblogger. Das Frosta-Blog hat, auch mit kommerziellen Hintergedanken, ein Blog gestartet und offen über das Unternehmen berichtet, der Shopblogger hat einfach unterhaltsam über seine Arbeit geschrieben und jetzt einen Online-Shop ohne dabei seine Authenzität auszuverkaufen. Das WIE ist doch die Hauptfrage.

    Der Einsatz von Blogs als Kommunikationsmittel ist doch das was zählt, in diesem Punkt ist es auch eine echte Bereicherung. Nicht als neues Mittel für Werber und PR-Leute, die darin nur eine Einnahmequelle sehen, die man nur geschickt anbohren muss, damit die Taler sprudeln.

    @ Patrick: Würde man Bezahlung als Folge von zunehmender Verantwortung sehen, so wäre das Thema Ehrenamt in Vereinen, ehrenamtliches Engagement im generellen nicht existent und es gäbe noch ein paar Probleme mehr. Auch denke ich, dass das Thema Paid Content zum Glück abgewendet wird durch die freie Marktwirtschaft, denn da müssten ALLE Online-Medien an einem Strang ziehen. Web 2.0 ist doch auch eine mögliche Art der gesellschaftlichen Emanzipation und muss nicht nur als bunte “Geldsau” durch Klein-Bloggersdorf getrieben werden, Web 2.0 ist auch Wikipedia oder Sourceforge.

  15. Bernd Röthlingshöfer,

    Horizont bloggt…

    Ich weiß jetzt nicht ob Sie es schon wussten. Horizont bloggt. Genau! Das Fachmedium für Marketing, Werbung und Medien. Offenbar werkeln sie so klammheimlich seit Ende Februar an den Postings. Klasse, dass sich die Kollegen jetzt endlich mal vorgewag…

  16. Patrick Breitenbach

    @Lavus: Moment, moment. Die Sourceforge- und Wikipediabetreiber machen das nicht nur aus Spaß an der Freude. Hier generieren zwar die User die Inhalte, doch der Rahmen drumherum möchte bezahlt werden. Sourceforge hat Werbung geschaltet und Wikipedia sammelt Spenden und ist an kommerziellen Projekten dran (DVD-Version und Bücher).

    Ich bin der Meinung, Paid Content wird wieder Einzug erhalten. Gerade was das Thema TV, Musik und Entertainment angeht. Solange das Grevenbroicher Tagblatt von der Welt und die von SPON abschreiben gibt es auch nichts wofür man zahlen sollte. Stiftung Warentest macht das wie ich finde ganz gut, einige der wenigen schriftlichen Artikel, die ich mir im Netz kaufe. Ganz einfach weil ich sonst nirgendwo da rankomme. Paid Content wird auch dann wiederkommen, wenn es Flatratemodell für Mikropayment gibt und zwar ein gemeinsames, zertifiziertes Modell. Ähnlich wie Paypal, nur noch viel simpler, am Besten über Telefonabrechnung, Internetprovider oder sowas. Keep it simple. Dann hat auch Paid Content wieder eine Chance.

  17. Lavus

    Wikimedia ist eine Non-Profit-Organisation.

    de.wikipedia.org/wik...

    Was Bücher / DVD’s angeht, so ist das meist von anderen Anbietern ausgehend, die das Recht haben, aufgrund der Lizenzen die Inhalte von Wikipedia zu nutzen.

    Zu Paid Content: Stimmt was du schreibst mit Abschreiben und mit Stiftung Warentest, nur vielleicht kommen irgendwann genug auf die Idee, diese Dinge kostenlos anzubieten, so wie es bei den Zeitungen am Anfang des Internets geschah. Wer irgendwann seine Inhalte nicht auch zumindest teilweise ins Netz stellte, verlor den Anschluß, vielleicht erinnerst du dich, wie sich die FAZ damals schwer tat. Und solch eine Bewegung würde ich schätzen, rein aus Kundensicht. Auch wenn ich deine Sicht ebenso nachvollziehen kann.

  18. jovelblog » jovel.icio.us 06.03.2007

    [...] Werbeblogger » Wenn das Wörtchen “Blog? nicht wäre … Ähnliche Beiträge: n/a keine Tags [...]

  19. Patrick Breitenbach

    @javus: Nur nochmal kurz zu Wikipedia: Non-Profit ja, trotzdem werden die Verwalter von Wikipedia natürlich für ihre Arbeit durch die Stiftung entlohnt. Ist schließlich ein Full-Time-Job. Das meinte ich nur damit. Rein Ehrenamtlich geht manches eben nicht und ist auch nicht Sinn der Sache. Das Ehrenamt ist ja auch nur so wichtig, weil entsprechende Gelder gekürzt wurden. Wäre doch viel sinnvoller wenn Mensch die gleiche Arbeit machen und dafür auch entlohnt werden. Jedenfalls meine Meinung. Gute Taten müssen eben nicht immer umsonst sein, dafür sind die schlechten viel zu gut bezahlt!

  20. Andreas

    Nach der Lektüre des Betrages erinnerte ich mich wieder an die alte Regel, nach der Marketing Leute einen unheilvollen Drang zum umdeuten bestehender und erfinden neuer Begriffe haben. Abba egal. :-)

    >Corporate Blogs machen nur Sinn, wenn das Redaktionelle dahinter
    >authentisch, gut geschrieben und bemerkenswert ist

    Da haben wir sie wieder, die drei (äh zwei) Probleme.

    Wenn die Menschen eines Unternehmens ungefiltert schreiben, ist das Ergebnis zwar fast immer authentisch, aber nicht wirklich oft gut geschrieben. Wenn man das ganze dann durch die PR/Marketingleute foltern lässt, ist das Ergebnis zwar fast immer gut geschrieben, aber nicht mehr wirklich authentisch.

    >Dazu kommt, dass CMS-programmierte Websites Blog-Optik haben und Blogs
    >immer häufiger Website-Optik haben.
    >Wer da nicht genau hinschaut – und wer tut das schon in einem Medium der >kurzen Aufmerksamkeitsspannen – der merkt den Unterschied oft nicht.

    Technisch ist da kein Unterschied mehr. Ob eine Website sich nach aussen als Blog oder “klassisches” CMS darstellt, hängt weniger mit der dahinter steckenden Technik zusammen, sondern nur noch damit, wie die Website (auch mit welcher Funktionalität) sich präsentiert.

    Die CMSe werden erweitert und schon sind Blogs (technisch) auch nur noch bestimmte Funktionen eines CMS.

  21. Andreas

    … und ich habe einen Drang zu Tippfehlern.

    Betrag -> Beitrag
    foltern -> filtern.

  22. ramses101

    Schade. Ich dachte “foltern” wäre beabsichtigt gewesen ;-)

  23. Andreas

    War nicht bewusst beabsichtigt. Aber vielleicht unbewusst. Aus leidvoller Vergangenheit :-)

  24. Neusehland. das Blog am anderen Ende der Welt » Blog Archiv » das Ende des Blogging-”Wahns”?

    [...] Vielleicht haben sich – wie die Süddeutsche schreibt (Link siehe oben) – Corporate-Blogs noch nicht etabliert. Gut. NOCH nicht. Ich glaube allerdings, wenn es richtig gemacht wird, kann so etwas wunderbar funktionieren … siehe Horst Schlämmer und VW. Wie auch der Werbeblogger schreibt: Solche Sachen machen nur Sinn, wenn sie gut geschrieben und interessant sind. Authentisch? Kommt drauf an, was man darunter versteht … ein gut geschriebenes Blog, das authentisch wirkt und dessen Hintermänner nicht auffliegen, würde meiner Meinung nach genau so erfolgreich/beliebt/whatever sein, wie eines, das wirklich authentisch ist. Vielleicht lassen sich die Effekte, die ein Corporate-Blog hat, nicht in Verkaufszahlen messen. Aber einen Image-Gewinn und eine Steigerung seines Bekanntheitsgrades erzielt man mit so etwas auf jeden Fall. (Auch wenn Letzteres bei VW jetzt vielleicht nicht unbedingt soooo nötig war, um bei obigem Beispiel zu bleiben). [...]

  25. fob marketing

    Ich blogge, Du bloggst, … bloggt im Blog – wo sonst?…

    Es wurde heute angeregt, dem Medium “Blog” einen neuen Namen zu geben.
    Ich halte das nicht für zweckmäßig und will auch sagen warum:
    Für mich ist das Wort Blog ein feststehender Begriff.
    Wenn ich tagesaktuelle Informationen suche, find…

  26. raul.de » Blog Archive » Bloggen ist inzwischen wieder out

    [...] Mehr dazu und viele wahre Worte auf: Werbeblogger.de [...]

  27. Jürgen Heinz

    ich habe mir nie darüber Gedanken gemacht ob der Begriff BLOG gut oder schlecht ist. Allerdings gibt es dort draussen noch sehr sehr viele Menschen die nix damit anzufangen wissen. Den Namen würde ich, bedingt durch die internationale Bekanntheit, nie und nimmer ändern wollen. Aber zur Erklärung was ein Blog ist finde ich E-Journal, sehr passend. Und meine Antwort auf die Süddeutsche ist diese hier gewesen:teno.de/teno/deutsch...

  28. jafeth

    “Blog” kann auch gut sein, um Geld zu verdienen. Wir haben vor kurzem gestartet, als Blogger-Network, die sich direkt bei den Firmen ohne zwischenfirma anbieten, um bezahlte Rezensionen als Auftrag zu bekommen. Und in eine Woche kamen schon drei Aufträge und einige Interessenten. Und trigami ist auch bei uns im Bord, also ich kann mich nicht beschweren. Ich glaube dass man einfach noch viiiel zu tun hat in diese Richtung.

  29. Michael

    Ich weiß nicht so recht, was ihr gegen den Namen Blog habt …ich find ihn ziemlich okay! Immer noch besser als E-Journal, iJournal, Digital Diary what ever ;-)

    Cheers,
    Michael

  30. Tom

    Ich bin mir auch nicht so wirklich schlüssig, was ich denn nun von dem Wörtchen Blog halten soll …heißt es denn eigentlich jetzt offiziell “Das Blog” oder “Der Blog”? ;-)

Eure Kommentare

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