13:28 Uhr
Hallo! Du bist immer noch Deutschland!
Jaaa, jetzt geht es also in die zweite Runde von “Du bist Deutschland”. Es wurde wohl noch nicht genug Geld verbrannt und auch diesmal wird man wieder auf die Hilfe der Klowände angewiesen sein um das Thema im Netz zu pushen. Macht ja nix, dennn schließlich bringt die größte Social Marketing Kampagne Deutschlands uns allen Besserung. Mehr Kindergartenplätze, mehr Jugendzentren, weniger Armut, mehr guuude Laune und eben Friede, Freude Eierkuchen. Mag ja tatsächlich sein, dass die Kampagne allein von ihrer Awareness her erfolgreich war, das spreche ich niemandem ab. Aber geht es bei einer Social Marketing Kampagne nicht auch ein wenig um Nutzen und Effektivität? Wo ist das Ziel? Der Weg ist uns ja jetzt ziemlich deutlich um die Ohren gehauen worden. Müssen wir Deutschen jedes Jahr daran erinnert werden, wer wir eigentlich sind? Leiden wir unter Bevölkerungsalzheimer? Jetzt eine zweite Runde mit dem gleichen TamTam einzuläuten – mit speziellem Fokus auf Kinder, wie süß – halte ich für die reinste Geldverschwendung.
Awareness hätte man besser und sinnvoller erzielen können, hätte man das Geld nun in Projekte investiert, die Deutschland tatsächlich weiterbringen und dann, na dann hättet ihr ruhig darüber sprechen können. “Tu Gutes und spreche darüber”. Mit der Presse, mit dem Fernsehen. Und stellt euch mal vor, diesmal hätten die Leute sogar zugehört, denn sie hätten gemerkt, dass es nicht nur eine Heißluftballongefasel geht. Phase 1 sensibilisieren, Phase 2 handeln. Ich dachte auch immer das sei Sinn & Zweck der Kampagne, dass wir erst daran erinnert werden den Arsch hochzukriegen.
Naja egal, so werden wir im Herbst also wieder sehr kreative Plakate, Anzeigen und TV-Spots bewundern können, über die sich ganz Deutschland aufregen oder eben wieder darüber freuen darf. Schnattern, schnattern und nochmals schnattern. Währendessen krebsen die Jugendämter mit minimalem Budget herum, die Schulen verzichten mal auf dieses mal auf das Lehrmittel und die Renten unserer Kinder sind nach wie vor sischää.
Das Ziel der Polarisation wäre damit mal wieder erreicht – never touch a running system – Ihr seid Jung von Matt!
Nachtrag:
Geht es besser? Ja sicher:
Link: www.youtube.com
via Eigenart
23 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 26. Februar 2007 um 13:46 Uhr
Ok, die Klowand-Geschichte damals war nicht fein. Aber das jetzt und immer wieder hochzuzerren erinnert schon an den Nachbarn, der nicht mehr grüßt weil man ja im August 2004 das Treppenhaus nicht gemacht hat. ‘Klowand’ ist genauso ausgeluscht wie ‘altes Europa’.
Und was dann auch wieder kommt ist ein ganze Latte an nur partiell kreativen Persiflagen der Kampagne. Nach der achzigsten oder neunzigsten Variante dann auch nicht mehr interessant (flickr: We found 356 photos matching dubistdeutschland.)
Was wohl nicht kommt, ist eine Idee wie man es besser machen könnte.
Am 26. Februar 2007 um 13:50 Uhr
Wieso? Die Kampagne wird ja auch im Herbst wieder “hochgezerrt”. Sorry, aber da krieg ich echt Plaque.
Die Idee habe ich im Beitrag beschrieben, machen statt labern!
Am 26. Februar 2007 um 13:52 Uhr
Oder eben machen und dann drüber labern.
Am 26. Februar 2007 um 14:00 Uhr
so ah schmarrn
jeder mensch mit verstand durchschaut diese billige kampange.
nur die verblendeten, selbstverliebten werber die diesen schmarrn fabriziert haben kapiern nichts.
Am 26. Februar 2007 um 14:55 Uhr
ja, ihr labert aber nur.
Am 26. Februar 2007 um 15:13 Uhr
Dann sind wir ja näher als wir alle denken.
Nur mit dem Unterschied: Wir verbrennen kein Geld.
Am 26. Februar 2007 um 15:13 Uhr
[...] Werbeblogger Trackback-URL Gelesen: 2 heute:2 [...]
Am 26. Februar 2007 um 15:15 Uhr
Bei “Du bist Deutschland” zuck(t)e ich immer ein wenig zusammen.
Wer will sich denn da schon wieder aus der Verantwortung ziehen?
Das hat was von “Ätsch, du bist”. Vor allem, da sich der seltsame Absender nie zu erkennen gibt. Ist der etwa kein Deutscher? Und was erzählt der mir denn dann?
Eine erste Person würde dieser Kampagne mal ganz gut tun!
“Ich bin Deutscher”. Punkt. Schluss. Basta.
Alles Andere klingt doch nach “Ich nicht, aber der da drüben…”
Wie charmant sowas umgesetzt werden kann, hatte ich unlängst bei mir mal anhand der inzwischen fast 6 Jahre alten I am Canadian-Kampagne der Molson-Brauerei gezeigt.
Am 26. Februar 2007 um 15:25 Uhr
Naja, über Sinn und Konzeption dieser Kampagne kann man trefflich streiten, aber wird da wirklich viel “echtes” Geld verbrannt? Das Budget besteht ja zum großen Teil aus Media-Leistung, die von den jeweiligen Werbeträgern kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Teilweise ist das nur nicht verkauftes “Rest-Inventar”. All zu viele Kindergärten lassen sich damit leider nicht bauen…
Also lassen wir die ganze Sache doch einfach mal über uns ergehen und schauen, ob sich JvM dieses Mal überwinden kann, die “Zuschauer” aktiv einzubeziehen….
Am 26. Februar 2007 um 16:01 Uhr
[...] Da ja “Du bist Deutschland” in die zweite Phase geht, hab ich eben dieses Video hier beim Werbeblogger gefunden. “I am Canadian”, heißt es. Sehr gelungen. Einfach mal ansehen. [...]
Am 26. Februar 2007 um 16:13 Uhr
Das mit der Klowand ist ja nur ein Beispiel, mit dem Spruch vom ‘alten Europa’ war es ja ähnlich. Ich finde es einfach immer verkniffen, lehrerhaft, wenn solche Sachen mit einem ‘der war damals gemein zu mir und ich hab’s nicht verdient’-Unterton wieder rausgekramt werden.
Darüber kann man sich mal ärgern, aber dann darf es auch gut sein.
Den Nachtrag schaue ich mir zuhause mal an, da hab ich auch Sound am Rechner.
Am 26. Februar 2007 um 16:31 Uhr
Ich verstehe jetzt nicht ganz warum man auf Klowand so eingeht. Mein Beitrag dreht sich eigentlich nicht wirklich darum. Daher ziehe ich mir den Nachtretschuh nicht an.
Am 26. Februar 2007 um 16:43 Uhr
Hmm… ich denke auch, dass man das mit den Klowänden ruhig nochmal im Nebensatz einbringen kann. Viele die sich dieses Jahr im Web tummeln, haben das letztes Mal vielleicht gar nicht mitbekommen. Sowas halte ich für vollkommen okay. Und nach Nachtreten sieht es auch nicht aus :-)
Am 26. Februar 2007 um 16:53 Uhr
Die Klowand _muss_ man immernoch erwähnen, denn auch der 2te Teil der Kampagne ist genauso schlecht wie der 1te; JvM hat _NICHTS_ aber auch GARNICHTS aus der Kritik gelernt.
Am 26. Februar 2007 um 16:58 Uhr
mal ehrlich: soooo unrecht hatte jean-remy mit dem klowand-vergleich doch gar nicht. war zwar ein bisschen gemein, aber doch eine gute metapher.
Am 26. Februar 2007 um 18:34 Uhr
@Gustav: Klar ist die Metapher gut, sonst würde sie ja nicht so oft auftauchen.
Wand hin oder her. Für meinen Geschmack lenkt sie hier nun aber zu sehr vom Thema ab! :-)
Am 26. Februar 2007 um 21:53 Uhr
Ignoramus!
Einfach wegschauen. Nicht drauf eingehen. Nix hassen sie mehr die Werber;-)
Du bist Awarness ist soooo deutsch, oder? Gähn. Es gibt ein Leben jenseits der PR. Es wäre eigentlich mal angebrachter zu erzählen, wer das alles bezahlt. Vergesst mal die Agenturen, die sowas machen. Wer finanziert das?
Nun?
Am 27. Februar 2007 um 17:04 Uhr
Och, der Arme Fabian Nöthes muss zu Jung von Matt. Muss wohl eine Masochistische Ader haben, der gute. Ob er wohl noch fähig ist in sein Blog zu schreiben, wenn _die_ mit ihm fertig sind? Hoffentlich nicht.
Am 28. Februar 2007 um 00:04 Uhr
Hier beschäftigt sich die Werber-Branche mal wieder zu sehr mit sich selbst. Allein der erste Teil der Kampagne war ja sowas von politisch überkorrekt. Dauert noch eine lange Zeit, bis man wie in anderen Ländern, einfach und ohne falsch verstanden zu werden, sagen kann: “Ich bin stolz ein Deutscher zu sein”. Ohne das man gleich in die braune Ecke gestellt wird…
Am 28. Februar 2007 um 15:45 Uhr
[...] Auch wenn’s manche doof finden – ich mach’ da mit Lesezeichen hinzufügen bei: [...]
Am 2. August 2007 um 22:27 Uhr
Ich bin Studentin der Cultural Studies aus Schottland und schreibe meine Dissertation zum Thema Blogging und Öffentlichkeit am Beispiel der Du bist Deutschland Kampagne. Ich wäre sehr dankbar, wenn Du Zeit hättest, ein paar Fragen zur Klowandkontrovese zu beantworten.
Als Jean-Remy von Matts Rundmail veröffentlicht wurde, in der er die Blogosphäre als “Klowände des Internetsâ€? beschimpfte, hast Du einen offenen Brief an ihn geschrieben. Hast Du auch versucht, Dich direkt in Verbindung mit ihm zu setzen?
Jean-Remy von Matt hat später einen Entschuldigungsschreiben an die Blogger geschrieben. Was hältst Du davon, dass er sich per E-Mail in Kontakt gesetzt hat anstatt per Blog?
Jens Scholz hat damals einen JvM-Mitarbeiter beim “Jambern� erwischt: rateyourmusic.com/ya...
Kennst Du andere Beispiele von “Jambern� bei dieser Kampagne?
Letztlich, wie würdest Du Deine (damalige) Leserschaft beschreiben? Inwieweit passt Du Deiner Leserschaft deine Texte an? Versuchst Du eine möglichst breite Leserschaft zu erreichen?
Vielen Dank!
Am 2. August 2007 um 22:28 Uhr
Vielleicht ein bisschen unklar – mein Schreiben ist an Patrick gerichtet!
Am 8. September 2008 um 17:11 Uhr
[...] Wo war Deutschland noch? Trackback-URL dieses Beitrages Schlagworte (Tags): du-bist-deutschland, kinderfreundlich, kinderfreundlichkeit, solidarität [...]