26.02.07
13:28 Uhr

Hallo! Du bist immer noch Deutschland!

Jaaa, jetzt geht es also in die zweite Runde von “Du bist Deutschland”. Es wurde wohl noch nicht genug Geld verbrannt und auch diesmal wird man wieder auf die Hilfe der Klowände angewiesen sein um das Thema im Netz zu pushen. Macht ja nix, dennn schließlich bringt die größte Social Marketing Kampagne Deutschlands uns allen Besserung. Mehr Kindergartenplätze, mehr Jugendzentren, weniger Armut, mehr guuude Laune und eben Friede, Freude Eierkuchen. Mag ja tatsächlich sein, dass die Kampagne allein von ihrer Awareness her erfolgreich war, das spreche ich niemandem ab. Aber geht es bei einer Social Marketing Kampagne nicht auch ein wenig um Nutzen und Effektivität? Wo ist das Ziel? Der Weg ist uns ja jetzt ziemlich deutlich um die Ohren gehauen worden. Müssen wir Deutschen jedes Jahr daran erinnert werden, wer wir eigentlich sind? Leiden wir unter Bevölkerungsalzheimer? Jetzt eine zweite Runde mit dem gleichen TamTam einzuläuten – mit speziellem Fokus auf Kinder, wie süß – halte ich für die reinste Geldverschwendung.

Awareness hätte man besser und sinnvoller erzielen können, hätte man das Geld nun in Projekte investiert, die Deutschland tatsächlich weiterbringen und dann, na dann hättet ihr ruhig darüber sprechen können. “Tu Gutes und spreche darüber”. Mit der Presse, mit dem Fernsehen. Und stellt euch mal vor, diesmal hätten die Leute sogar zugehört, denn sie hätten gemerkt, dass es nicht nur eine Heißluftballongefasel geht. Phase 1 sensibilisieren, Phase 2 handeln. Ich dachte auch immer das sei Sinn & Zweck der Kampagne, dass wir erst daran erinnert werden den Arsch hochzukriegen.

Naja egal, so werden wir im Herbst also wieder sehr kreative Plakate, Anzeigen und TV-Spots bewundern können, über die sich ganz Deutschland aufregen oder eben wieder darüber freuen darf. Schnattern, schnattern und nochmals schnattern. Währendessen krebsen die Jugendämter mit minimalem Budget herum, die Schulen verzichten mal auf dieses mal auf das Lehrmittel und die Renten unserer Kinder sind nach wie vor sischää.

Das Ziel der Polarisation wäre damit mal wieder erreicht – never touch a running system – Ihr seid Jung von Matt!

Nachtrag:
Geht es besser? Ja sicher:
Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com
via Eigenart

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23 Kommentare

  1. Klaus

    Ok, die Klowand-Geschichte damals war nicht fein. Aber das jetzt und immer wieder hochzuzerren erinnert schon an den Nachbarn, der nicht mehr grüßt weil man ja im August 2004 das Treppenhaus nicht gemacht hat. ‘Klowand’ ist genauso ausgeluscht wie ‘altes Europa’.

    Und was dann auch wieder kommt ist ein ganze Latte an nur partiell kreativen Persiflagen der Kampagne. Nach der achzigsten oder neunzigsten Variante dann auch nicht mehr interessant (flickr: We found 356 photos matching dubistdeutschland.)
    Was wohl nicht kommt, ist eine Idee wie man es besser machen könnte.

  2. Patrick Breitenbach

    Wieso? Die Kampagne wird ja auch im Herbst wieder “hochgezerrt”. Sorry, aber da krieg ich echt Plaque.

    Die Idee habe ich im Beitrag beschrieben, machen statt labern!

  3. Patrick Breitenbach

    Oder eben machen und dann drüber labern.

  4. dr_raumflasche

    so ah schmarrn

    jeder mensch mit verstand durchschaut diese billige kampange.
    nur die verblendeten, selbstverliebten werber die diesen schmarrn fabriziert haben kapiern nichts.

  5. alex von staudt

    ja, ihr labert aber nur.

  6. Patrick Breitenbach

    Dann sind wir ja näher als wir alle denken.

    Nur mit dem Unterschied: Wir verbrennen kein Geld.

  7. Basic Thinking Blog » Papa, bin ich Deutschland?

    [...] Werbeblogger Trackback-URL Gelesen: 2 heute:2 [...]

  8. eigenart

    Bei “Du bist Deutschland” zuck(t)e ich immer ein wenig zusammen.
    Wer will sich denn da schon wieder aus der Verantwortung ziehen?
    Das hat was von “Ätsch, du bist”. Vor allem, da sich der seltsame Absender nie zu erkennen gibt. Ist der etwa kein Deutscher? Und was erzählt der mir denn dann?

    Eine erste Person würde dieser Kampagne mal ganz gut tun!
    “Ich bin Deutscher”. Punkt. Schluss. Basta.
    Alles Andere klingt doch nach “Ich nicht, aber der da drüben…”

    Wie charmant sowas umgesetzt werden kann, hatte ich unlängst bei mir mal anhand der inzwischen fast 6 Jahre alten I am Canadian-Kampagne der Molson-Brauerei gezeigt.

  9. Björn

    Naja, über Sinn und Konzeption dieser Kampagne kann man trefflich streiten, aber wird da wirklich viel “echtes” Geld verbrannt? Das Budget besteht ja zum großen Teil aus Media-Leistung, die von den jeweiligen Werbeträgern kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Teilweise ist das nur nicht verkauftes “Rest-Inventar”. All zu viele Kindergärten lassen sich damit leider nicht bauen…

    Also lassen wir die ganze Sache doch einfach mal über uns ergehen und schauen, ob sich JvM dieses Mal überwinden kann, die “Zuschauer” aktiv einzubeziehen….

  10. Du bist Deutschland 2.0 at Timo Heuers Weblog

    [...] Da ja “Du bist Deutschland” in die zweite Phase geht, hab ich eben dieses Video hier beim Werbeblogger gefunden. “I am Canadian”, heißt es. Sehr gelungen. Einfach mal ansehen. [...]

  11. Klaus

    Das mit der Klowand ist ja nur ein Beispiel, mit dem Spruch vom ‘alten Europa’ war es ja ähnlich. Ich finde es einfach immer verkniffen, lehrerhaft, wenn solche Sachen mit einem ‘der war damals gemein zu mir und ich hab’s nicht verdient’-Unterton wieder rausgekramt werden.
    Darüber kann man sich mal ärgern, aber dann darf es auch gut sein.

    Den Nachtrag schaue ich mir zuhause mal an, da hab ich auch Sound am Rechner.

  12. Patrick Breitenbach

    Ich verstehe jetzt nicht ganz warum man auf Klowand so eingeht. Mein Beitrag dreht sich eigentlich nicht wirklich darum. Daher ziehe ich mir den Nachtretschuh nicht an.

  13. WONKO

    Hmm… ich denke auch, dass man das mit den Klowänden ruhig nochmal im Nebensatz einbringen kann. Viele die sich dieses Jahr im Web tummeln, haben das letztes Mal vielleicht gar nicht mitbekommen. Sowas halte ich für vollkommen okay. Und nach Nachtreten sieht es auch nicht aus :-)

  14. Alphager

    Die Klowand _muss_ man immernoch erwähnen, denn auch der 2te Teil der Kampagne ist genauso schlecht wie der 1te; JvM hat _NICHTS_ aber auch GARNICHTS aus der Kritik gelernt.

  15. Gustav

    mal ehrlich: soooo unrecht hatte jean-remy mit dem klowand-vergleich doch gar nicht. war zwar ein bisschen gemein, aber doch eine gute metapher.

  16. Patrick Breitenbach

    @Gustav: Klar ist die Metapher gut, sonst würde sie ja nicht so oft auftauchen.

    Wand hin oder her. Für meinen Geschmack lenkt sie hier nun aber zu sehr vom Thema ab! :-)

  17. mikel

    Ignoramus!
    Einfach wegschauen. Nicht drauf eingehen. Nix hassen sie mehr die Werber;-)
    Du bist Awarness ist soooo deutsch, oder? Gähn. Es gibt ein Leben jenseits der PR. Es wäre eigentlich mal angebrachter zu erzählen, wer das alles bezahlt. Vergesst mal die Agenturen, die sowas machen. Wer finanziert das?

    Nun?

  18. Werner Erber

    Och, der Arme Fabian Nöthes muss zu Jung von Matt. Muss wohl eine Masochistische Ader haben, der gute. Ob er wohl noch fähig ist in sein Blog zu schreiben, wenn _die_ mit ihm fertig sind? Hoffentlich nicht.

  19. Lavus

    Hier beschäftigt sich die Werber-Branche mal wieder zu sehr mit sich selbst. Allein der erste Teil der Kampagne war ja sowas von politisch überkorrekt. Dauert noch eine lange Zeit, bis man wie in anderen Ländern, einfach und ohne falsch verstanden zu werden, sagen kann: “Ich bin stolz ein Deutscher zu sein”. Ohne das man gleich in die braune Ecke gestellt wird…

  20. Du bist die Bandscheibe - Bandscheiben-Blog

    [...] Auch wenn’s manche doof finden – ich mach’ da mit Lesezeichen hinzufügen bei: [...]

  21. Briogais

    Ich bin Studentin der Cultural Studies aus Schottland und schreibe meine Dissertation zum Thema Blogging und Öffentlichkeit am Beispiel der Du bist Deutschland Kampagne. Ich wäre sehr dankbar, wenn Du Zeit hättest, ein paar Fragen zur Klowandkontrovese zu beantworten.

    Als Jean-Remy von Matts Rundmail veröffentlicht wurde, in der er die Blogosphäre als “Klowände des Internetsâ€? beschimpfte, hast Du einen offenen Brief an ihn geschrieben. Hast Du auch versucht, Dich direkt in Verbindung mit ihm zu setzen?

    Jean-Remy von Matt hat später einen Entschuldigungsschreiben an die Blogger geschrieben. Was hältst Du davon, dass er sich per E-Mail in Kontakt gesetzt hat anstatt per Blog?

    Jens Scholz hat damals einen JvM-Mitarbeiter beim “Jambern� erwischt: rateyourmusic.com/ya...

    Kennst Du andere Beispiele von “Jambern� bei dieser Kampagne?

    Letztlich, wie würdest Du Deine (damalige) Leserschaft beschreiben? Inwieweit passt Du Deiner Leserschaft deine Texte an? Versuchst Du eine möglichst breite Leserschaft zu erreichen?

    Vielen Dank!

  22. Briogais

    Vielleicht ein bisschen unklar – mein Schreiben ist an Patrick gerichtet!

  23. Solidarität verboten! | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Solidarität verboten!

    [...] Wo war Deutschland noch? Trackback-URL dieses Beitrages Schlagworte (Tags): du-bist-deutschland, kinderfreundlich, kinderfreundlichkeit, solidarität [...]

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