23.02.07
22:28 Uhr

Web-Schocker die Wertigkeit des Designbegriffs

Der ein oder andere Internet Schocker im Werbeblogger-Forum hat für mich mal wieder die Frage nach der Wertigkeit des Designbegriffs aufgeworfen, speziell jedoch die des Webdesigns. Nach dem geschichtlichen Ritt durch Himmel und Hölle, vom “Vater der Kunst” (Vasari) als mentale und konzeptionelle Entwurfsphase vor dem Kunstwerk über die Gleichsetzung von Kunsthandwerk (Design) und Kunst (Voltaire) und der anschließenden Total-Entwertung in der Romantik hat der Begriff Design heute, nicht zuletzt dank Bauhaus und dem Weg ins Museum, einen gewissen Status erreicht. Design ist in! Und was in ist ist out!?
Denn gleichzeitig führt genau diese Popularität und Anerkennung zu Discounter-Angeboten wie “Design-Radios, Design-Edelstahl-Eierbechern und Design-Hundefressnäpfen”. Design wird zum Text-Stempel für die Hochwertigkeit der Massenprodukte und nimmt sich selbst die Lichtbeständigkeit seiner Farbe. Im Produktdesign bleibt dank Designklassiker und exklusiverer Marken eine gewisse Wertigkeit erhalten – welche Wertigkeit bleibt jedoch dem Begriff Webdesign? Gab es diese überhaupt schon einmal? Schließlich bezeichnen sich seit jeher neben Programmierern, Hobbie-Gestaltern auch Volkshochschulkurs-Absolventen als Webdesigner. Wo sind die Webdesign-Klassiker und Webdesign-Museen? Können Webdesigner noch mit erhobenem Haupt durch die Straßen gehen? In kaum einem Gestaltungsbereich spielen Funktionalität und Usability eine so große Rolle wie im Webdesign. Vielleicht ist es genau diese Distanz zur Autonomie der Kunst, vielleicht die fehlende Kritik, die eine Aufwertung so erschwert.

Ihr seid also aufgefordert, an den Pranger damit!

Schlagworte (Tags): , ,

2 Kommentare

  1. Patrick Breitenbach

    Sehr schöner und wichtiger Beitrag. Ich denke du bringst es gut auf den Punkt. Das Web ist einfach noch zu neu. Neuer als der Hundenapf, (noch) weniger gebräuchlicher als der Eierbecher.

    Für mich zeichnet sich Webdesign in erster Linie dadurch aus, Unmengen von Informationen so zu strukturieren und anzuordnen, dass der Benutzer nicht nur die Absicht dahinter versteht, sondern diese auch für sich optimal nutzen kann.

    Leider sind noch viel zu viele klassische Designer im Printbereich verhaftet. Das kann auch nicht wirklich funktionieren. Allerdings haben die das Zeug, wenn sie sich intensiv mit dem Medium auseinandersetzen, es zu lernen und das Wissen auch weiterzugeben. Wissenstransfer ist in punkto Webdesign derzeit das A&O!

  2. Patrick Breitenbach

    Übrigens wie man es richtg macht:
    webdesignfromscratch...

Einen Kommentar schreiben

Narrative & Innovation

Eure Kommentare

Feed
  • J. Martin: @hobbystatistiker Dein Kommentar in Youtube-Qualität — und unter Mißachtung all dessen, was Roland und ich bereits zum Thema...
  • hobbystatistiker: Allmählich ist das ein Gadget-und I-irgendwas-Blog und ihr solltet euch Gadgetblogger nennen. Statt Werbeblogger. Das Geplänkel...
  • Bastian: Erst mehr oder weniger aufwändig eine eigene Welt & Story erschaffen und dann auf der Microsite doch ganz banal auf die...
  • Georg: Guter Artikel! Ich glaube übrigens nicht, dass das Messen des RoI lediglich eine Schwierigkeit bei Social-Media ist. Schon immer gab es...
  • Malik: Die Slow-Media Idee ist ja schon ganz gut durchdacht und auch jetzt nichts so revolutionäres. Multitasking ist ja in gewisser Weise auch...
  • ralf schwartz: Ich auch. Vor allem sollte man hier die Chance nutzen, den RoI/E zu überdenken und die Erkenntnisse auf die Erfolgsmessung der...
  • Micha: @Ralf Ich folge auch Dir, dass das rein Quantitative nicht ausreicht. Aber dieses Problem hat nicht nur Social Media: Wenn durch eine...
  • J. Martin: @Six LOL! Deinen Kommentar sehe ich ja erst jetzt, sorry. Genau. An positiven Beispielen fällt mir nur Lurchis Abenteuer ein.
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop