18.02.07
09:22 Uhr

Virale Markenführung – ein Paradoxon?

{lang: 'de'}

Es passiert leider immer wieder, dass virales Marketing (und Mundpropaganda) mit viraler Werbung gleichgesetzt wird. Der TV-Spot von Ron Hammer ist ein Beispiel für einen Werbespot mit viralem Potenzial, weil über ihn gesprochen wird. TV-Spot von Ron Hammer? Aber es ist doch eigentlich ein Spot für die Marke „Hornbach“?
Genau da liegen die Unterschiede zwischen viralem Marketing und viraler Werbung. Aufmerksamkeit alleine (viraler Spot) ist schön, aber unter dem Aspekt der Absatzdynamik oder Markenführung zunächst einmal wie ein Mentos Bonbon in einer Cola. Nach ganz kurzer Zeit ist der Effekt vorbei, also ziemlich viel Schaum, aber nur für ganz kurze Zeit. Und was bleibt eigentlich beim Verbraucher in Erinnerung? Kaufe ich jetzt Bonbons und Süßgetränke, um sie danach in einem klebrigen Wasserspiel direkt zu entsorgen?
Virales Marketing verfolgt einen komplexeren und weitaus längerfristigen Ansatz, denn nur so können Markenassoziationen aus verschiedenenen vernetzten Maßnahmen in den Köpfen und Herzen der Verbraucher verankert werden. Ein aufmerksamkeitsstarker Spot oder besser eine Spot-Serie kann dabei sehr hilfreich sein, nur erschöpft es sich eben nicht alleine damit. Virales Marketing ist eine kommunikative Denkrichtung, die weit vor der Media-Planung eines Spots beginnt. Es bezieht konzeptionell verschiedenste Online- und Offline-Kanäle, Kampagnen, Aktionen und jede Art von möglicher potenzieller Kundenbeteiligung mit ein, vernetzt die Maßnahmen in einen inhaltlichen Spannungsbogen und in eine zeitliche „Dramaturgie“.
Das alles ist nicht wirklich neu, Marketing ist im besten Fall ja auch nie nur die eine kommunikative Salve aus dem Schnellfeuergewehr oder der abgesägten Schrotflinte. Neu ist vielleicht, dass der Vergleich mit Krieg und Waffen generell nicht mehr passt, ebensowenig wie Strategien, Zielgruppen, Targets und was weiss ich noch in den 80ern gelehrt wurde. Wir reden in diesem Zusammenhang am besten auch nicht über Menschen, sondern gleich mit ihnen und beziehen sie aktiv in unsere Maßnahmen mit ein. Virales Marketing beinhaltet demnach vor allem Elemente, die den Menschen und seine Eigenschaften als Dialogpartner und Markenbotschafter in den Mittelpunkt stellen. Botschaften der werblichen Kommunikation sollten idealerweise „aus dem Produkt oder den Markenwerten heraus“ gestaltet bzw. bei einem viralen Spot – sofern er diesen Anspruch nicht direkt erfüllt -genau in diese Richtung mit einer Vielzahl von Maßnahmen informativ und unterhaltsam aufgelöst werden. Der Stil eines Spots oder einer Kampagne muss dabei durchaus nicht nur aggressiv, polarisierend oder gar geschmacklos sein, vielmehr geht es darum, die Menschen kreativ zum Dialog über Produkte und Markenwerte einzuladen und an vielen Plätzen ihre Meinung und Empfehlung mitteilen zu lassen. Freiwillig und ohne Fakes! Virale Markenführung eben.

34 Kommentare

  1. Andreas Rodenheber

    Senden ist leider so viel einfacher als empfangen und verstehen.

  2. Roland Kühl

    Moin Andreas…Also, ich hab jetzt empfangen und verstanden, was du gesendet hast ;-)

  3. Andreas Rodenheber

    Noch schlimmer: Empfangen mit offenem Visier ist ja erst mal auch ein Risiko, das ich als Marketer mit Etatverantwortung und frisch gewichsten Schuhen gerne mal vermeide.

    Nehmen wir mal den guten alten Rückkanal per Gewinnspielcoupon. Hauptgewinn eine Reise nach Timbuktu. Frage:

    Ich liebe Poppy Popcorn, weil
    a) es so crisp ist
    b) so viel Fun macht
    c) so lecker ist

    Toll. Und in der nächsten Präsi-Runde kann ich dann in mein Powerpoint einbauen, dass 77% der Anwender unser Poppy lieben, weil es so crisp ist. Kein Kratzer auf den Schuhen. Klasse, oder?

    Wieviel riskanter ist es, z.B. ein Poppy-Blog zu machen und dort im O-Ton zu hören, dass die Leute das Zeug zäh wieder Leder finden…

  4. Roland Kühl

    @Andreas: Oder gleich ein frühes Ford Open Source Marketing Projekt:

    In welcher Farbe wünschen Sie ihr Auto:
    a) schwarz

  5. Excellence-Blog

    Ich bin sicher kein Spezialist für virales Marketing. Und wenn eine Marke jung und hip herüberkommen möchte, sind die kleinen Filmchen mit Witz und Überraschung sicher genau das Richtige.
    Ich finde es allerdings schade, wenn virales Marketing allein darauf reduziert wird.
    Dabei ermöglicht gerade virales Marketing eine sehr zielgruppenorientierte Kundenansprache. Denn die viralen Botschafter wissen genau, mit wem sie sprechen. :-)
    Das hat mich letztlich auch dazu gebracht, ein eigenes virales Marketing aufzusetzen.

  6. Roland

    @Kai Genau dazu schreibe ich ja auch. Viral Marketing ist eben nicht gleichzustellen mit kleinen, witzigen Filmchen im Netz, die die Runde in Bloggersdorf machen.

  7. Excellence-Blog

    Ich würde einfach gerne mehr über Beispiele für virales Marketing abseits der rein filmischen Umsetzung lesen. Ich bin mir sicher, dass es zahlreiche Beispiele gibt, die aber keiner so wahrnimmt. :-( Denn wer immer sich über das Thema auslässt, hält sich dann doch an die spektakulären Ansätze.
    Wenn ich allerdings selbst über ein virales Marketing nachdenke, dann brauche ich auch ein Stück weit Inspiration.

  8. Markus Roder

    Lieber Roland,

    Ich stimme Dir vollsten Herzens zu, dass Virales Marketing (wie übrigens jede Marketing- und auch jede blosse Kommunikations-Massnahme…) „aus den Markenwerten heraus“ gestaltet werden sollte. Der Rest deines Rants hört sich allerdings eher nach persönlicher Meinung als nach empirischen Fakten an.

    Warum Du ausserdem die RonHammer-Kampagne als Beispiel für einen „blossen Clip“ nimmst und dabei anscheinend ignorierst, dass so diverse Instrumente wie „Clip“, „Gerücht“, „Blog- und Presse-Seeding“ sowie Real-Life-Events tatsächlich eine integrierte Story mit inhärentem Spannungsbogen ergaben (wie von Dir gefordert!) ist mir schleierhaft.

    P.S.: Ich war in die RonHammer-Kampagne involviert, bin also nicht ganz neutral. Wollte das im Rahmen dieser Diskussion nur ehrlich vorher sagen.

  9. Roland

    Ok. Verstanden. Dein Wunsch entspricht übrigens auch in weiten Teilen den Umfrageergebnissen hier. Es werden Beispiele (auch der weniger spektakulären Art) folgen. Hold the line ;-)

  10. Excellence-Blog

    Klasse! :-)

  11. Roland

    Hoppla! Da kam doch glatt der Markus just mit rein.
    Lieber Markus, da du ja sozusagen mittendrin bist…Kannst du hier bitte (mit voller Linkfreigabe ;-)) die angegebenen Instrumente mal posten, sofern es entsprechende Online-Referenzen gibt?
    Dann wäre es ja ein wunderbares Beispiel, was wir gemeinsam diskutieren können

  12. Markus Roder

    @ Roland,

    Durch diverse Instrumente inszeniert wurde hauptsächlich der Trigger „Mystizismus vs. Aufklärung“, also (kurz gesagt) die Frage, ob Ron Hammer nun echt ist oder nicht. Wir haben (zusammen mit der Agentur Heimat) versucht, beiden Fraktionen der Zielgruppe Anhaltspunkte für ihre Meinung zu geben.

    So wurde der Ron Hammer Schauspieler beispielsweise im Vorfeld zu verschiedenen Motorradclubs geschickt, um ECHTE Fürsprecher dafür zu haben, dass es die Person gibt. Ebenso gab es eine Ron-Hammer-Website, Einträge auf Foren (nicht getarnt, sondern von den Forenbetreibern!), diverse Events, bei denen Ron Hammer Kunststücke vorgeführt hat (hier wurde ein Stuntman verwendet, der wie der Schauspieler aussah und im Umkleidewagen mit ihm Rollen tauschte…).

    In der Folge gab es ausserdem ein Seeding in Presse und TV, so dass z.B. das DSF einen NICHT ALS WERBUNG deklarierten Bericht über RH in der „Moto Bike“-Show brachte (Clip davon kann ich nachreichen). Die Bravo liess sich zu einem RH-Starschnitt hinreissen und diverse Radio-Shows diskutierten das Phänomen unter dem Gesichtspunkt „Echtheit“.

    Bei all diesen Massnahmen wurde darauf geachtet, dass das Positionierungs-/neuronale Priming-Ziel „Hornbach ist der grösste Baumarkt / einfach ZU gross“ subtil kommuniziert wurde. Denn VM sollte eben aus der Marke herauskommen – und Hornbach soll als Marke für „Grösse“ stehen (wird von der ZG mit „Auswahl“ und „ist relevant für mein DIY-Projekt“ assoziiert).

    Für weitere Fragen immer zur Verfügung…

  13. Roland

    @Markus Super Service. Danke. Links:

    ronhammer.com/index2...

    ard.de/kultur/sonsti...

    Der Mystizismus lief sicher über die Kunstfigur selbst, aber wurde nicht auch viel darüber gerätselt, ob der „Unfall“ ein Fake war, oder nicht?

  14. Markus Roder

    @ Excellence-Blog:

    Um Dir weiter zu helfen: Schon mal die Altoids-Gerüchte-Kampagne angeschaut? Oder die 1956 (!) durchgeführte WOM-Kampagne für Burma-Shave? Zu nennen wäre ausserdem auch die virale Plakat(!)-Kampagne für Adidas Adicolor (nicht von der DSG, Kompliment an die Konkurrenz!), zu sehen bei brainwash.robertundh...

    Weitere gute, aber auch böse Beispiele für integrierte Kampagnen mit den viralen Containern „Gerücht“ und „Bild“, komplett Clip-frei also, aus Deutschland aus der Feder von dialog-solutions.de könnte ich Dir liefern… wenn ich darüber reden dürfte. Leider waren die für Filmstudios, die einen neuen Film anhand von Gerüchten über Darsteller pushen wollten und sind daher komplett geheim – sowas läuft bei uns unter „Machiavelli-Strategie“. Ist natürlich vom Gutmenschen-Standpunkt aus moralisch fragwürdig, für Werber meiner Ansicht nach aber genauso zulässig wie Offenheit und Ehrlichkeit – weil beides, wenn es gut gemacht und memetisch aktiv ist, wirkt.

  15. Markus Roder

    Hi Roland,

    Danke für das positive Feedback :). Und ja, Du hast natürlich recht – die Echtheit des Unfalls stand ebenso (wenn nicht mehr…) im Mittelpunkt des Interesses wie die Echtheit der Person „Ron Hammer“.

    Übrigens: Falls jemand mehr Informationen zu den angesprochenen „memetischen Triggern“ haben will (ich musste mir schon ein paarmal anhören, dass wir angeblich zuviel Geheimniskrämerei dazu betreiben) – in diesem Eintrag: viralmarketing.de/20... und seiner „Auflösung in der Kommentarsektion () werden drei davon genannt.

  16. Fabian Nöthe

    Klasse Beitrag, weitere Infos zum Thema Viral Marketing gibt es auch noch hier:

    Vortrag: Viral Marketing – 10 Irrtümer
    blog.insnet.de/2006/...

  17. Markus Roder

    Hallo Fabian,

    Schöner Vortrag – Kompliment. Wie ich sehe, hast Du einige unserer Folien (zu Memetik und Beispiele von der DSG – vgl. dazu gerne auch die Vorträge auf viralmarketing.de, insbesondere ) verbaut, was Dir auch gerne erlaubt sei. Nur wundere ich mich gerade, wie Du da ran gekommen bist bzw. warum Du uns nicht ebenso wie z.B. Martin Oetting dafür Credit gibst.

    Hast Du die Dinger vielleicht so bei einem anderen Vortragenden gehört, der sie bei uns „geklaut“ hat?

  18. Excellence-Blog

    @Markus Roder

    Vielen Dank! Klingt ja interessant. Ich habe mir auch Deinen Blog angesehen. Nehme ich mir bestimmt demnächst auf die Blogrolle, wenn nur die Frequenz höher wäre. :-)

    Was mir jetzt noch auffällt: Wo sind die Konzepte für den Mittelstand? Klar, große Unternehmer haben Riesenbudgets, da macht’s natürlich besonders viel Spaß.

    Ich denke allerdings, dass ein Mittelständler mit einem mittleren Budget über ein konsequentes virales Marketing viel mehr erreichen könnte, als über den klassischen Weg…

  19. Roland

    So soll´s sein: „Beim Werbeblogger vernetzt.“ ;-).
    Was den Mittelstand betrifft: Natürlich funktionieren virale Mechaniken auch bei „regionalen Marken“ oder „guten Namen“ oder auch „guten Produkten“, die eine Geschichte ermöglichen. On Air-Budgets exisitieren in diesem Bereich ja kaum, also ist es um so mehr Überlegungen wert, welche Produktmerkmale und Unternehmenswerte mit viralem Impact kommuniziert werden könnten. Nicht zuletzt Podcasting (Business Radio on demand) ist hier eine Möglichkeit (von vielen), die subtil, charmant und nachhaltig bestimmte Mems über das Ohr ansprechen kann.

  20. Markus Roder

    Hallo Excellence-Blog,

    Ich werde versuchen, die Schlagzahl auf dem Blog zu erhöhen, aber natürlich muss ich auch ab und an noch an Kampagnen arbeiten ;).

    ZU Konzepten für den Mittelstand: Ich würde mich freuen, für den Mittelstand häufiger zu arbeiten. Leider habe ich bemerkt, dass mittelständische Unternehmer noch viel häufiger in „klassischen Bahnen“ denken als Konzerne und Viralem Marketing gegenüber weniger aufgeschlossen sind. Schade eigentlich…

  21. Fabian Nöthe

    @Markus: Hab dir ne Mail geschickt

  22. Martin Oetting

    Hallo Roland, bin ja immer begeistert, wenn Leute erläutern, dass Viral Marketing mehr ist als „echt krasser Film zum Weiterleiten“. Allerdings bin ich nicht ganz sicher, ob Du weit genug gehst. Denn bei Deinen Erläuterungen bekomme ich den Eindruck, also ob Du trotz Deines Hinweises auf einen ganzheitlicheren Ansatz dennoch im Bereich der Kommunikation bleibst.

    Marketing ist aber, wenn man dem klassischen Schema der vier Ps folgt, mehr als nur Kommunikation. Das erste P steht für ‚Promotion‘ und meint letztlich das, was heute häufig auch Markenkommunikation (Werbung, PR, etc.) genannt wird. Aber auch die anderen Ps können wichtig sein für virale Effekte, und erst wenn man auch sie beachtet – würde ich meinen – macht man wirklich virales Marketing: Ein P steht für „Price“, also die Preispolitik. Indem man beispielsweise Dienstleistungen kostenlos abgibt, können virale Effekte entstehen. Hotmail ist ein klassisches Beispiel, bei dem auch das zu den viralen Effekten geführt hat. Ein P steht für „Place“, gemeint ist damit, welche Absatzwege man wählt, um ein Produkt an die Frau oder den Mann zu bringen. Spreadshirt hat das Thema Distribution sehr erfolgreich zu einem Auslöser viraler Effekte gemacht. Und das vierte P steht für „Product“, also die Ausgestaltung des Produktes selbst, das man vermarkten will. Ein auffällig aussehendes Auto regt virale Effekte an, weil es im Straßenverkehr bemerkt wird, oder ein Angebot wie Skype profitiert von eingebautem viralen Effekt dank externer Netzwerkeffekte.

    Zusammengefasst: nur wer wirklich die verschiedensten Stellschrauben der Marktbearbeitung dreht, um Mundpropaganda anzuregen, macht virales Marketing. Alles andere ist eher virale Werbung. Auch schön, aber eben nur ein kleiner Teil von viralem Marketing.

    (Warum Marketing und Werbung so oft gleichgesetzt werden, diskutiere ich übrigens grade in einem MediaNet-Artikel, den ich eben auf meinem Blog gepostet habe. Sollte das als Kommentar-Spam angesehen werden, diesen letzten Abschnitt bitte wieder löschen… ;-)

  23. Roland

    @Martin Selbstverständlich gehören die Grundregeln der alten Schule des Marketing(4P) zu den vernetzten Maßnahmen, die auch unter viralen Apsekten berücksichtigt werden müssen. Insoweit danke für den Refresh. Vielleicht habe ich als ein auf Markenführung spezialisierter Mensch namentlich die Price-, Product- und (Market)place- Aspekte zu sehr unter den vernetzten Branding-Maßnahmen subsummiert ;-)

  24. Martin Oetting

    Was ja ein absolut verzeihliches Vergehen wäre… ;-)

  25. Neusehland. das Blog am anderen Ende der Welt » Blog Archiv » Och Leute … das hier ist ein Blog!

    […] Das heißt, das hier dient zum Kommunizieren. Wenn ihr mir nicht glaub, da steht’s. Und hier, hier, hier und hier klappt das doch auch. Ok, das sind alles Blogs, die eine wesentlich größere Leserschaft haben als Neusehland … aber trotzdem. Das hier ist Web 2.0, liebe Leser. Das funktioniert nicht nach dem Motto „Der Christian schreibt, ihr nehmt es zur Kenntnis und das war’s.“ Nein. Das hier ist: „Der Christian schreibt, und ihr gebt euren Senf dazu.“ Und damit meine ich nicht, dass ihr mir ne Mail schrieben sollt, dass ihr den Hong Kong-Bericht gelesen habt und die Fotos ganz nett findet. Wozu gibt’s denn wohl diese hervorragende Kommentarfunktion? Also: Tut es. Schreibt. Kommentiert. Tretet mit mir in einen Dialog. Wie bereits gesagt: das hier ist Web 2.0. Kommunikation. Interaktion. Los jetzt: Traut euch! Ich will Unmengen an Kommentaren sehen. Ich weiß, ihr könnt das. Am Anfang hat es doch auch funktioniert … so ein Bisschen zumindest. Das ist definitiv noch ausbaufähig. Das gleiche gilt übrigens auch für die Blogs von Jörg und Philipp, die hier mit mir in Auckland sind. Und sobald sich da (wieder?) was tut, auch für Martin in Newcastle (Ok, könnte etwas spät sein, dessen Auslandssemester ist schließlich seit ein paar Wochen vorbei) und Michael in Bangkok. Besten Dank. […]

  26. Torsten Liebig

    Hallo Herr Kühl,

    schön, dass Sie den Unterschied zwischen Werbung und Marketing ansprechen.

    Wie Markus Roder jedoch oben schreibt, ist auch bei dir nicht ganz zwischen Fakten und persönlicher Meinung zu unterscheiden. Die Frage ist, ob man tatsächlich zwischen den Begriffen so klar unterscheiden kann. Du verstehst Werbung vor allem als aufmersamkeitsgenerierendes Element ohne Langzeitwirkung, wenn ich dich recht verstehe. Ziel der Werbung ist jedoch primär „der Kauf eines Produkts“ (Wikipedia hat einen sehr ausführlichen und lesenwerten Artikel zum Begriff „Werbung“: de.wikipedia.org/wik...). Und auch wenn bei der Erstellung eines Werbekonzeptes die Aufmerksamkeit an erster Stelle steht, kommt direkt danach die Relevanz der Inhalte, also deren Ausrichtung auf die Bedürfnisse der Konsumenten, die ja oberstes Ziel des Marketing ist. Dahingehend sind sich beide Begriffe sehr ähnlich.

    In einem Punkt stimme ich dir jedoch zu: Werbung ist in ihrer jetzigen Form zu sehr auf Zielgruppen und Rezipienten ausgerichtet, sie kommuniziert _an_ Menschen statt _mit_ ihnen, ihr fehlt die Dialogorientierung. Das ist meines Erachtens jedoch einfach historisch gewachsen, weil Werbung schon viel länger über Massenmedien kommuniziert, in denen lange Zeit praktisch keine Möglichkeit zum Dialog bestand. Die Werber kommunzieren also zwangsweise so, als ob man den anderen nicht hören könnten – weil sie es lange Zeit nicht anders gewöhnt waren.

    Das ist jedoch kein unumstößliches Gesetz: wenn Werbeagenturen Dienstleistungsunternehmen sind, die „die Beratung, Konzeption, Planung, Gestaltung und Realisierung von Werbe- und sonstigen Kommunikationsmaßnahmen“ übernehmen, dann hat das primär nichts mit Monolog oder Dialog zu tun. Sondern es sind eben absatzfördernde Kommunikationsmaßnahmen, die sich an den Bedürfnissen der Zielgruppe unternehmen.

    Und wenn kleinere Unternehmen keine eigene Marketingabteilung haben, dann wird die Kommunikation eben an Werbeagenturen ausgelagert – egal ob man diese Leistung als Marketing, Werbung oder Markenführung bezeichnet. Deshalb sehe ich den Begriff „Werbung“ nicht nur als Mentosbonbon in einer Cola, sondern ebenso als strategische Kommunikationsdienstleistung. Alles andere wäre auch nur von der Wand bis an die Tapete gedacht und dem Kunden gegenüber unverantwortlich.

  27. Roland

    @torsten Wir können uns gerne dutzen. Zu deinem ausführlichen Beitrag:

    „…ist auch bei dir nicht ganz zwischen Fakten und persönlicher Meinung zu unterscheiden…“

    Das will ich doch stark hoffen, dass neben fachlichen Aspekten hier in diesem Blog meine persönliche Meinung nicht zu kurz kommt ;-)

    „Du verstehst Werbung vor allem als aufmersamkeitsgenerierendes Element ohne Langzeitwirkung, wenn ich dich recht verstehe.“

    Ganz und gar und überhaupt nicht. Wenn ich von „ziemlich viel Schaum“ und „nur für kurze Zeit“ spreche, dann bezieht es sich eben gerade auf virale Spots.
    „Virales Marketing verfolgt einen komplexeren und weitaus längerfristigen Ansatz“, was natürlich werbliche Maßnahmen mit einbezieht. Im übrigen stelle ich in meinem Beitrag nicht die -wichtige- Arbeit von Werbeagenturen in Frage, die im besten Fall alle Elemente des Marketing in ihre Beratung und kreativen Werke einbeziehen.
    Und so offensichtlich verstehst du ja auch dein Handwerk.

  28. Torsten Liebig

    @Roland: Nachtrag: Ich war am Wochenende auf einem Seminar des Art Directors Club, das sich mit der Zukunft der Werbung im Angesicht von Digitalen Medien beschäftigt hat. Man hat dort erkannt, was du bereits angesprochen hast: Werbung wird oftmals als aufmerksamkeitsgenerierende Kommunikationsdienstleistung verstanden, auch von den Werbern selber. Dass es das eigentliche Ziel der Werbung ist, den Absatz zu fördern, scheint auch bei den Profis nicht immer im Vordergrund zu stehen. Insofern hast du Recht, wenn du zwischen Marketing und Werbung so streng unterscheidest.

    Trotzdem möchte ich noch einmal die Fahne für die Werbung hochhalten: als Werber bin ich am Ende dazu da, mit professioneller Kommunikation den Absatz zu fördern. Egal ob kurz- oder langfristig. Notfalls auch mal mit Ideen, die weniger die Kommunikation als das Produkt oder das Unternehmen per se beeinflußen. Manchmal kennen wir Werber die Konsumenten unserer Klienten besser als der Klient selber das tut. Dieses Wissen sollten wir dafür nutzen, unsere Klienten bei allen marktrelevanten Entscheidungen zu unterstützen. Also auch als Berater des Marketing – schon alleine, weil das auch Spaß macht!

  29. Roland

    @Torsten
    Sic! Wir halten hier gerne die Fahne für gutes Marketing und gute Werbung hoch. In diesem Sinne…

  30. Roland

    hier noch eine Zusammenfassung des Investigativ-Formats Nr1. bei SAT1 ;-)
    viralmarketingbuch.t...

  31. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Ray Hopewood for President

    […] Präsenz der Bush-Nachfolger auch im Internet hat. Was liegt also näher, als einen “Ron Hammer” der Politikszene vor den Karren einer Viralkampagne zu spannen. Der Mann trägt den […]

  32. Oliver Voss schaut hinter die Viralkulissen | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Oliver Voss schaut hinter die Viralkulissen

    […] Ron Hammer (Hornbach) Horst Schlämmer (VW) Mathias Reim (Sixt) Ronaldinho (Nike) […]

  33. Corporate Publishing Lounge » Coversuche» Hrg. 4iMEDIA Corporate Publishing » Agentur, Verlag & Redaktion » Kundenmagazine, Geschäftsberichte, Kundenzeitschriften

    […] Wobei Anzeigen ein gutes Stichwort sind, da nicht-redaktionelle Inhalte im gesamten Magazin zwar recht spärlich vertreten sind, auf der ersten – also der Titelseite, aber unbedingt eine Rubrik mit der Überschrift “Anzeige” eingebaut werden musste. Ein Paradebeispiel eines Paradoxons. […]

  34. Viral is rival | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Viral is rival

    […] die K-Fee Kampagne (mit vielen weiteren Spots nach ähnlichem Prinzip), aber auch z.B. Ron Hammer´s Motorad-Testflug über einen Hornbach-Baumarkt oder zuletzt Adidas mit einem “Ballack-Volltreffer” nutzen (u.a.) diese […]

Eure Kommentare

Feed
  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
  • WERBOU: Ich denke es ist in der Werbebranche sehr unterschiedlich. Gerade was in Sachen Grafik geht, wird meistens der Preis ziemlich gedrückt, was...
  • Thomas Beichel: Wirklich geschmackvoll ist der Werbebanner wirklich nicht, aber jede Werbeagentur wird ihnen recht geben, denn die Werbung erfüllt...
  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
  • Roland Kühl-v.Puttkamer: Nein, tot nicht, wir leben und arbeiten ja alle und auch der Werbeblogger ist online ;-). Für die nähere Zukunft der...
  • Tina: Ist der Blog tot? Wäre echt schade
  • Gatzetec flashlights for friends: Wir denken der Auftrag wurde erfüllt. Gute Werbung für das Produkt und man schaut zweimal hin :-) Gibt es...
  • Detlef Arndt: Als Marketing Experte müsste man auch wissen, warum das so ist. Angebot und Nachfrage sind hier nicht im Einklag. Klare Sache. Daher...
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop