14.02.07
11:58 Uhr

Content Poker. Wieviel Wert hat der Inhalt?

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Zeitungen sind öffentlich, auch und ganz besonders im Internet. Wenn Blogs also so etwas ähnliches sind wie Online-Zeitungen oder Journale, dann sind wir hier alle verdammt öffentlich und haben vermutlich nicht wirklich etwas dagegen, dass wir auch gelesen werden. Soweit, so gut.
Schön auch, dass es RSS-Feeds und XML gibt, denn damit kann das Informationsgewitter wenigstens teilweise beherrscht und neu geordnet werden, auch wenn ich persönlich noch weit von einem Idealmodell entfernt bin. Mit dem viel zitierten UGC (user generated content) und Web 2.0 Gedöns potenziert sich zudem der Aufwand der Selektion für relevante Inhalte. Was liegt also näher, als ausgewählte Inhalte zu aggregieren und auf irgendeiner Meta-Ebene verfügbar zu machen…denkt sich natürlich auch Mutter Google?! Schließlich versorgen sie uns ja auch schon länger mit einer Suchmaschine, die zumindest den Anspruch hat zu erkennen, was individuelle Relevanz haben könnte. Außerdem schickt sie nicht zuletzt „unser aller Blogs“ einen Besucherstrom, aus dem gelegentlich der eine oder andere neue Leser entsteht.

So betrachtet sind Google und die Internet Prosumer doch eine tolle Schicksalsgemeinschaft mit wechselseitigem Nutzeneffekt: Relevanz-Such-Service und Traffic-Motor meets Content-Provider. Google wäre nichts ohne Inhalte (also uns Content-Lieferanten) und wir sind nichts ohne Google…oder wie?
Spannend wird es jedenfalls, wenn die vielen Produkte aus Wort, Bild, Ton und Video so dynamisch, aktuell und informativ neu angeordnet werden, dass die dann entstehenden Übersichtsseiten als Meta-Informationsportale kommerziell sexy werden. Genügt es dann möglicherweise, die Inhaltelieferanten auf die bestehende positive Wechselwirkung für Traffic, Aufmerksamkeit und Werbewirksamkeit hinzuweisen und damit ruhig zu stellen oder bahnt sich hier eine Aufkündigung der unentgeltlichen Sachleistungs-Partnerschaft an? Wenn Youtube immer noch keinen wirklichen Urheberschutz implementiert hat, dann doch nicht deswegen, weil sie nicht dazu in der Lage wären?
Sie pokern. Sie pokern mit Content-Lieferanten und Rechte-Inhabern, teilweise in Hinterzimmern, teilweise auf der großen Showbühne, mindestens 2 Parteien erscheinen und jede Seite verspricht sich einen Gewinn. Wenn doch keiner zum Spiel kommt, dann bleibt eben alles, wie es ist.
Yahoo geht übrigens auch Pokern und lädt die Marken dieser Welt zum Zocken ein. Wer über soviel markengetriebene Vernetzung verfügt, der sollte doch in der Lage sein, ungefragt regelrechte Brand-Universen aufzubauen, denen sich die Markeninhaber und andere involvierte Content-Anbieter in Folge nicht verschließen können…
Und was ist überhaupt mit dem sogenannten „Longtail“ in diesem Gefüge, also den vielen kleinen Content Produzenten, die verständlicherweise etwas verdienen wollen, wenn ihre Inhalte verwertet werden? Am Pokertisch ist jedenfalls für so viele Personen kein Platz und das Spiel wäre auch für den kleinen Spieler aussichtslos. Aber vielleicht gibt es ja bald Modelle der wirtschaftlichen Kooperation mit einem fairen Vergütungsmodell. Vielleicht.

2 Kommentare

  1. Brand Universe von Yahoo eingestellt? | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Brand Universe von Yahoo eingestellt?

    […] Yahoo ordnet bestimmte markenrelevante Themen aus den Suchergebnissen der neuen Web 2.0 Welt in spezielle Mikroseiten, die durch ihre thematische Ausrichtung und Markenkraft ertragsreich monetarisierbar wären. […]

  2. Paid Content - Klingelbeutel oder Kirchensteuer - oder beides? | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Paid Content - Klingelbeutel oder Kirchensteuer - oder beides?

    […] nicht auch angemessen an einer wirtschaftlichen Verwertung beteiligt werden?! Ist es fair, dass Netzaggregatoren Auszüge von Artikel und Beiträge der Verlage auf einer Website maschineng…, um sich anschließend über Werbung zu refinanzieren, ohne die Hersteller des […]

Eure Kommentare

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
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