24.01.07
22:20 Uhr

Firmenhymnen – ein schmaler Grat.

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Wer braucht eigentlich eine Firmenhymne oder Brand-Song? Welche Strahlkraft hat so ein Brand-Element und welchen Image-Schaden kann er ggf. anrichten, wenn Grundlegendes nicht beachtet wird?!

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Wie findet man den „richtigen“ Style für die Zielgruppe? Vorab: Da Musik ein zutiefst emotionales Thema voller Subjektivität ist, müssen wir uns in unserer Kreativ-Arbeit erst einmal völlig frei vom jeweils individuellen Geschmack bewegen. Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Aber schmecken sollte er schon… Ein Supermarkt-Song

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klingt sicher anders als die Hymne eines High-Tech Produktes, die Musik für eine Airline anders als die eines Modelabels ;-).
Und auch wenn es uns als Werbeästethen gelegentlich mächtig gegen den Strich geht: Konservative Hörgewohnheiten zwischen ZDF-Hitparade, Evergreens, Weichspülpop und Volksmusik sind in einem großen Teil der Bevölkerung als akustische Elemente fest verankert. Natürlich berührt es Klischees, aber gerade diese memetischen Trigger bestimmen sehr oft darüber, ob Musik erfolgreich zur Marke funktioniert (Brand Fit). Die (positiven) akustischen Erinnerungswelten können statistisch erfasst, in Markenwerte kategorisiert und gezielt für die Produktion eines passenden Songs genutzt werden. Das absichtliche Brechen mit diesen Klischees kann andererseits zu einem sehr effektiven viralen Instrument werden, wie bei diesem mittelständischen Unternehmen zu hören ist.

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Dieser Schritt erfordert allerdings Mut und Geduld; nicht gerade Eigenschaften, die der Kunde grundsätzlich als sein Marketing-Selbstverständnis mitbringt. Brand-Songs sollten außerdem insgesamt zum visuellen „Entwicklungsstand“ der Marke passen. Wer erst noch über seine Firmenfarbe oder Typo nachdenken muss, braucht keine stylische Musik, um die Dissonanz der Sinne auch noch zu verstärken.
Fazit: Da geht noch einiges und mir persönlich fallen bei dem einen oder anderen Beispiel förmlich die Ohren ab. Und bitte, liebe Anbieter, verzichtet darauf, eine Internet-Site ohne Wunsch des Besuchers mit Audio zu berieseln. Dieser Autostart-Krach ist eine Unsitte.

Weitere Blogkollegen berichten auch.

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16 Kommentare

  1. O h r… k a u f t… m i t ! » Karaoke. Alle müssen mal im Internet.

    […] Nicht erst seit den Casting-Shows wie “Deutschland sucht den Superstar” oder “Popstars” gibt es aber durchaus auch eine willige Hörerschaft, die aus den zum Teil erbarmungswürdigen Darbietungen einen hohen Unterhaltungswert zieht. Viele Karaoke-Parties leben gerade vom atemberaubenden gesanglichen Unvermögen der Teilnehmer. Unter diesem Aspekt sind dann wohl auch die Hör-Angebote dieses Web 2.0 Karaoke-Treffpunkts zu verstehen. Aus unternehmerischer Sicht sollte man nur nicht auf die Idee kommen, den eigenen Familienchor für einen Firmensong zu rekrutieren. Das könnte nach hinten losgehen. […]

  2. Schreibpause » bjoern-hornemann.de

    […] Derzeit passiert derart viel im “nicht-digitalen” Leben, daß ich kaum zum Bloggen komme. Und bevor was halbgares rauskommt, vertröste ich auf die kommende Woche. Bis dahin dürft Ihr Euch mit der beim Werbeblogger gefundenden Firmenhymne eines mittelständischen Unternehmens aus Gütersloh vergnügen :D Tags:Firmenhymnen Rush Hour Schreibblockade Schreibpause […]

  3. Thomas

    Wie schmal ein Grad sein kann:

    youtube.com/watch?v=...

  4. swordfish23

    Sehr interessanter Bericht. Recht gut find ich persönlich den Firmensong von Edeka ( superheldenclub.de/s... ). Der Refrain ist zwar grenzwertig (Wir lieben Lebensmittel… naja, das klingt generell komisch), aber sowohl Melodie als auch Gesang wirken nicht zu aufdringlich gehen aber dennoch echt ins Ohr. Erfüllt eben die von ihnen beschriebenen Anforderungen zwischen Weichspülpop und Volksmusik ;) Meiner Meinung nach richtig gut produziert.

  5. Patrick Breitenbach

    Wie oft soll die S&F Hymne hier noch auftauchen? Roland, du hättest es mit in deine Bestandsaufnahme nehmen sollen. :-)

  6. Carsten

    Schöner Beitrag. Diesen Consong find ich klasse. Kannte ich noch nicht.

    Die für mich persönlich schlechteste Jingle war von irgendwelchen Toastsandwiches. Der Song ansich war schon schlecht, aber die Stimme der Sängerin assoziierte ich eher mit Vodka und Straßenstrich als mit Frühstück.

    @Thomas: Uh, übel… Wir können alles ausser singen, hmm?

  7. Julian

    Es gibt ja auch schon lang eine Menge Werbesongs, die es weit gebracht haben, zum Beispiel YMCA von den Village People. Auch werden ja die großen Klassiker für die Werbung ausgeschlachtet, sei es aus der Klassik (Pizza Ristorante von Dr. Oetker) oder aus dem Pop (Opel). Das Schlimme ist meines Erachtens, daß darüber oft die Herkunft des Originals vergessen wird. Ist halt peinlich, wenn es dann beim Besuch der Oper heißt: „Hey, das haben die bei Dr. Oetker geklaut!“

  8. Roland

    @Julian: Kürzlich bei DSDS ein Aspirant vor der Jury: „Ja ich möchte euch einen Song singen…und zwar She´s A Maniac von… na, Alexander Klaws.“
    Aha.
    de.wikipedia.org/wik...

  9. Roland

    Nachtrag… nur so als Erinnerung singshot.com/playPer...

  10. Gerald Mann

    Ein Jingel kann ich nachvollziehen, aber eine „Firmenhymne“? Wo soll diese Eingesetzt werden?

  11. Roland

    @Gerald: Ja, das stimmt. Die Sinnhaftigkeit von ganzen Firmensongs erschließen sich nicht sofort. Während der Jingle oder auch das Sound-Logo als akustisches Element der Markenführung durch die klassische Werbung in Radio und TV bekannt ist, geht´s beim Brand Song ein Stück weiter. Gut gemacht, landen auch solche Songs auf Festplatten, gebrannten CD´s, mp3-Playern und, und, und. Manches verbreitet sich gar scheller und vor allem wirksamer, als es die klassische Werbung vermag. Der Jingle wäre einfach zu kurz dafür (ca. zwischen 10-max 20 s). Ein typisches (und erfolgreiches Beispiel)ist z.B. „Holidays are coming“ von der -leider verstorbenen- Melanie Thornton und Coca Cola.

    youtube.com/watch?v=...

    Am Ende nennt man das dann Branded oder Brand Entertainment, je nachdem, ob die Marke auf einen bestehenden Song setzt oder sogar speziell für die Marke den Song (und den Künstler) entwickelt. In jedem Fall werden Soong und Marke vom Hörer sehr häufig in Verbindung gebracht. Und das ist eben das Ziel.

  12. Roland

    youtube.com/watch?v=...
    Den hatte ich noch in meinem Comment vergessen.

  13. Gerald Mann

    @Roland Dann kommt natürlich wieder die Frage auf welchen Kapitalaufwand muss ich investieren um einen solchen Effekt in meiner Zielgruppe zu erreichen?

    Und wären dann nicht andere Methoden wesentlich effektiver? Mit Ausnahme von Millionen werbebudgets.

  14. Roland

    Sound Elemente sind natürlich nur ein Teil einer -wie auch immer- ausgestalteten- Markenstategie. Je nach Budget kann auch TV und Radio dazugehören, muss es aber nicht, um erfolgreich zu sein. Je höher das virale Potential der Kommunkation (und je sehnsuchtserweckender das Produkt), desto wahrscheinlicher ist auch eine effektive Verbreitung ohne klassische Massenmedien- und ohne Millionen Budgets für on-Air Plätze.

  15. Frieden für die Ohren | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Frieden für die Ohren

    […] ich als “Ohr-Mann” so etwas natürlich nicht stehenlassen: Wie ich schon in anderen Artikeln schrieb, ist das größte Übel sicherlich Sound, der unerwartet auf einen […]

  16. Lala für die Marke? | Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Lala für die Marke?

    […] der Song den Markenkern trifft, ist alles gut, wenn allerdings nicht, dann gibt es doch den einen oder anderen lustigen […]

Eure Kommentare

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
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  • Thomas Beichel: Wirklich geschmackvoll ist der Werbebanner wirklich nicht, aber jede Werbeagentur wird ihnen recht geben, denn die Werbung erfüllt...
  • Sebastian: Was ich nie verstehen werde warum die nicht wirkliche Kulanz walten lassen. 10€ Guthaben tun dem Anbieter nicht weh.. für ihn bedeutet...
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  • Detlef Arndt: Als Marketing Experte müsste man auch wissen, warum das so ist. Angebot und Nachfrage sind hier nicht im Einklag. Klare Sache. Daher...
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