08:26 Uhr
The Houdini Solution Week – Day III: Das kreative Setting
Im Buch von Ernie Schenck geht es auch um die Örtlichkeiten von Kreativität, dem Setting oder wie wir Werber es aufgrund der investierten Zeit liebevoll nennen: Unser Zuhause. Ernie beschriebt einige Kreativagenturen, die allein von den Räumlichkeiten her einen kreativen Spirit verbreiten. Da gäbe es zum einen die Agentur “Play”, die ihre Räume ihrem Namen gerecht mit jeder Menge spielerische Elemente eingerichtet hat. Überall ist kreatives Werk- und Spielzeug verteilt, von Knetmasse bis zu Bauklötzen. Also zurück in die Kindheit, als wir noch so richtig vor Urkreativität strotzten und unsere Neugier noch nicht mit 3,76 Mrd. mal “Warum ist die Banane krumm, weil niemand in den Urwald flog und die Banane gerade bog” zermürbt wurde.
Doch wenn wir an unsere Kindheit denken, so fällt uns (mir jedenfalls) sicherlich auf, dass wir eben keinen Hochglanz-Spielplatz oder ein Toy’sR’us zum kreativen Spielen benötigten. Die Glotze war relativ uninteressant und Gameboys und Konsolen waren nicht verfügbar. Überhaupt, je weniger zur Verfügung stand, desto fantasiereicher war irgendwie unser Spielen. Das hat ganz egal in welcher Umgebung eigentlich wunderbar geklappt. Da waren eher ganz andere Dinge entscheidend: Entweder die richtigen Grund-Spielsachen (wie Lego) um sich alleine zu beschäftigen oder eben einige echte und fantasiereiche Spielkameraden, mit denen man gemeinsam die irrsten Abenteuer erleben konnte. Könnt ihr euch vorstellen, damals mit Erwachsenen so zu spielen? So völlig einzutauchen in die Fantasiewelt? Ganz bestimmt nicht, man hätte sich gehemmt, bedrängt oder einfach nur gestört gefühlt. Das Spiel wäre eben nicht mehr im Fluss, im Flow wie die Amerikaner und die Gehirn- und Glücksforscher heute so schön sagen.
Kreativität muss also flutschen, fließen sich richtig bewegen können, aber vor allem muss sie Sackgassen ertragen können. Denn wenn wir jetzt wieder in unser Erwachsenenleben mit all den Auflagen, Grenzen, Bedenkenträgern, Zeiterfassungssystemen und sonstigen Flowabschnürenden Restriktionen zurückschwenken, so werden wir feststellen, es ist heute gar nicht so einfach das richtige kreative Setting in einem Unternehmen (also einem Erwachsenending) zu schaffen. Zum einen muss täglich Geld verdient werden, ganz klar. Ernie schreibt ja in seinem Buch, dass der Faktor Zeit überraschenderweise ein Kreativitäsbeschleuniger und der Faktor Budget nicht unbedingt ein Kreativitätsbremser sein kann. Deadlines – so ist es jedenfalls bei mir – sind mein Treibstoff. Ohne Deadline fahre ich gemächlich im Stadttempo. Das soll jetzt nicht heißen, dass wir permanent im roten Bereich fahren, ganz im Gegenteil. Auch hier gilt die Flussregel – mal auf mal ab. Aber Deadlines an sich, sind eigentlich unverzichtbar.
Was gehört noch zum kreativen Setting in Unternehmen? Nun für mich ist Vertrauen eine absolut elementare Voraussetzung um diese knisternde Kreativitäselektrizität in einem Raum in Gang zu halten. Gerade wenn es um Teamwork geht. Ohne Vertrauen werden nur sehr karge bis gar keine kreativen Ideen entstehen. Ist ja auch logisch, misstraue ich meinem Gegenüber so werde ich entsprechend zurückhaltend mit Ideen, Gedanken und fantasiereichen Abschweifungen sein. Vertrauen bedeutet nicht, dass man Busenfreunde sein muss, Vertrauen heißt in diesem speziellen Fall man darf gemeinsam Ideen entwerfen, brainstormen, rumspinnen, lautdenken etc. ohne dass diese Gedanken bewertet oder gar ins Lächerliche gezogen werden. Es geht bei kreativen Prozessen darum sich aufeinander einzuzschwingen, sich zu ergänzen und gegenseitig zu steigern. Da darf ruhig mal die eine oder andere Schwachsinnsidee dabei sein, das ist egal, wichtig ist, dass es erst einmal fließt. Nicht umsonst sagt man den Kreativen immer eine besondere Sensibilität nach. Kein Wunder, es ist ihr täglich Brot vor anderen Menschen “blank zu ziehen”.
Wenn es also mal läuft, braucht man nur noch eine elementare Sache im Raum. Etwas zum schreiben, am Besten so groß wie möglich. Eine große Tafel oder ein riesiges Flipchart mit dicken Stiften. Denn wenn man klassisches Brainstorming betreibt (in dem Fall freie Assoziation), kommt man ohne Notizen kein Stück weiter. Selbst die vielleicht auf den ersten Blick blödsinnige Idee kann im späteren Prozess wieder Gold wert sein, daher ist es wichtig, dass sie dauerhaft präsent ist. Bei all den Techniken, die Ernie in seinem Buch beschreibt, brauchen wir eigentlich diese Grundutensilien: Gehirn, Vertrauen, Schreibfläche und Stift. Das ist das Spielzeug was wir Kreative tagtäglich benutzen.
Und noch was: Vielleicht einfach mal den Rechner zuklappen. Es läuft ja bereits schon eine große Workstation hinter unseren Stirnen.
Wie sind denn eure Erfahrungen in der kreativen Arbeit?
4 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 17. Januar 2007 um 11:44 Uhr
Hallo Patrick,
wo erfahre ich mehr über die Agentur PLAY?
Am 17. Januar 2007 um 12:25 Uhr
Hallo edo,
Ernie beschreibt “Play” in seinem Buch, ansonsten kann ich dir nur den Unternehmenslinks anbieten:
lookatmorestuff.com/
Am 17. Januar 2007 um 13:19 Uhr
danke!
Am 18. Januar 2007 um 18:48 Uhr
[...] Ich möchte eine Antwort verfassen zum Beitrag von Patrik auf dem Werbeblogger. [...]