27.12.06
07:14 Uhr

Wehe, wenn der Haifisch kommt.

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Der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales plant einen Angriff der offensiveren Gangart. Kein geringerer als „Google“ soll in Zukunft mehr und mehr Nutzer an seinen geplanten Suchmaschinendienst „Wikiasari“ verlieren. Wales verlässt dabei auch die Non-Profit Orientierung seines ersten Babies und wird kommerziell. Amazon und eine Gruppe weiterer Investoren hat jedenfalls schon einmal Seed-Kapital bereitgestellt. Was ist aber nun bei Wikiasari so anders als bei Google? Eigentlich ganz einfach: Der Mensch bzw. die Community soll die letzte Qualitätsinstanz sein. Genau wie bei Wikipedia und auf einer verwandten technischen Grundlage sollen alle User dieser Welt über Votings darüber befinden, ob eine Website „gut“ oder „schlecht“ ist. Der Faktor Mensch als Massen-Torwächter inhaltlicher Relevanz? Ob die Schwarmintelligenz wirklich so hoch ist und vor allem dem Prinzip des Objektivismus, dessen Anhänger Wales ist, standhält?

11 Kommentare

  1. Andreas

    Es scheint er will er eher keine Konkurrenz zu Google sondern eher zum DMOZ und verschiedenen artverwandten Bookmarkdiensten aufbauen, aber Google als Ziel weil es natürlich politisch korrekter und wohlklingender ist und nach mehr Geld riecht.

    Die Wikipedia ist weit gekommen und an sich ein grosser Erfolg. Sie zeigt selbst aber nun immer mehr ihre Grenzen auf, einfach deswegen, weil der „Schwarm“ tatsächlich nur eine sehr begrenzte und subjektive Sicht der Welt hat.

  2. Dr. Schmierstoff

    Ich glaube auch nicht, dass das Sinn macht. Naja, es gibt halt keine „richtige“ Meinung. Aber der Dienst von Wikipedia???

  3. CIO-Blogger

    Das mit der Finanzierung durch Amazon.com scheint aber eine Ente zu sein, der eine Reihe von Medien aufgesessen sind. Mehr hier: tinyurl.com/y58mez

  4. Roland

    @cio Danke für die weiterführenden Infos. Bevor ich es als ganze Ente in einen Nachtrag packe, warte ich aber noch diesen Tag ab. Ich hab so das Gefühl, da kommt noch was…

  5. Tobi72

    Ich bin auch ein wenig skeptisch was die Bewertung des „Schwarms“ bzgl. der Güte einer Website betrifft. Ich selbst habe z.B. einmal folgende Erfahrung gemacht: Für einen befreundeten Künstler stellte ich eines seiner Bilder in einem Online-Forum zur Diskussion. Die ersten zwei Antworten waren ein „Veriss“, die beiden Akteure schaukelten sich gegenseitig hoch, wie besch… doch dieses Bild sei. Alle nachfolgenden Kommentare schlossen sich dem dann mehr oder weniger an, und so „entschied“ der Schwarm, dass das Bild besch… sei. Bedenklich an diesem Entscheidungsfindungsprozess finde ich zwei Dinge: 1. Es gibt sicherlich einige Kommentatoren, die das Bild vielleicht gar nicht so schlecht fanden, sich aberdem Gruppenzwang beugten und in den allgemeinen Gesang mit einstimmten. 2. Menschen, die das Bild vielleicht gar nicht so schlecht fanden, trauten sich gar nicht erst, den anderen paroli zu bieten und blieben stumm. Unabhängig davon, wie toll dieses Bild nun ist oder nicht kann ich mir ähnliche Entscheidungsfindungsprozesse vorstellen wenn es darum geht, Websites zu bewerten. Ob diese nun also objektiver sind als jene von Google wage ich zu bezweifeln…

  6. Lucy loves pictures

    Ganz toll dass es jemand versucht Google Konkurrenz zu machen.
    Leider ist die idee des comunity filtering gar nicht so neu, weil google die bereits verwendet ohne viel davon zu reden.

  7. ramses101

    @Tobi72: Das hängt natürlich auch maßgeblich von der „Reife“ des Schwarms ab. Bei amazon zeigt sich das in hübscher Deutlichkeit. Werden dort Serien, Teenie-Bands, Potter-Romane oder ähnliches mit tendenziell jugendlicher Ziel- und Fangruppe negativ rezensiert, hagelt es Negativbewertungen für den Rezensenten in Form von „nicht hilfreiche Bewertung“. Geht es aber um Bücher oder Filme mit etwas anspruchsvollerem Publikum, werden auch negative Rezis als hilfreich erachtet.

    Ich persönlich bin aber auch im letzten Fall kein Freund der Schwarmbewertung. Denn was kommt dabei raus, wenn ein Blog 50% zum Kotzen und 50% großartig finden? Mauer Durchschnitt. Und Bücher, Webseiten oder Blogs, die derart polarisieren, haben nun weißgott besseres verdient, als in irgendwelchen Charts im Mittelfeld zu landen – egal in welche Richtung mein Daumen gezeigt hat.

  8. Julian

    Das war doch schon bei Yahoo! damals so, daß eine „Redaktion“ die Seiten besucht und bewertet hat, wenn ich mich recht erinnere…

  9. Mat

    Ja,
    Yahoo hatte das damals. Aber dann kam ja Google… ;)
    Wie er sagte setzt das Prinzip ja auf einem Webkatalog (DMOZ) auf, allerdings soll die Suche ja auf HC-basiert sein. Mal abwarten was das gibt, im DMOZ dauert es ja eine gewisse Zeit (2-24 Monate) bis man aufgenommen wird. Bei Yahoo ging es damals schneller, dafür wollen die auch 300 $ für die Aufnahme ins Verzeichnis….

  10. gelbe Gurke

    Laut der offiziellen Homepage search.wikia.com ist “Wikiasari? nicht der Name der geplanten Suchmaschine, sondern der Name eines älteren Projekts (rechts unten).

  11. Max

    Mit Seed Kapital werden nicht viele unterstützt, da hat er gewiss einen großen Vorteil.
    Es gibt aber in der Tat auch bereits jetzt anderweitige Bestrebungen, die Community mit einzubeziehen. DMOZ sehe ich als die wichtigste in dieser Richtung.
    Es gibt auch einige mit Gewinnbeteiligung der User, ich kenne hier
    2wid.net/sites/mitma...
    Aber da dauert es ohne Seed-Kapital sicherlich noch ein paar Jahre bis zum evtl. Durchbruch. Evtl. bleibt es auch nur in einer Nische. Die Zeit wird es zeigen.

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