23.10.06
10:36 Uhr

Bloggen 2.0 – Ein Experiment

Unser Bewusstsein ändert sich von Minute zu Minute. Morgens sind wir schlecht drauf, am Tage plötzlich wieder quietschfidel. Je nachdem welche Informationseinheiten wir am Tag erhalten, desto eher gehen wir in die eine oder andere Richtung. “Ja wo bleibt denn da mein freier Wille?” werden manche jetzt aus Protest fragend brüllen. Der ist natürlich schon da, nur ist unser freier Wille eine Art Muskel. Wir entscheiden uns meistens für den Weg des geringsten Widerstandes, für den Weg, der SCHEINBAR kurzfristig am wenigsten Energie verbraucht. Langfristig jedoch leiden wir unter manchen getroffenen Entscheidungen.

Doch was hat das mit dem Werbeblogger zu tun?
Nun, in letzter Zeit häuften sich manche Meinungen, ich sei zu destruktiv, zu kritisch, zu selbstgefällig, zu erhaben usw. Damit öffnete sich auch für mich eine Weggabelung. Ich habe nun die Möglichkeit “Jetzt erst recht”, “Euch werde ichs zeigen”, “Dann ziehe ich mich zurück”, “Ihr habt Recht”, “Ich hab Recht”, “Ihr habt andere Motive, warum ihr mir das so sagt” , “Ich ignoriere das!” usw. Also meine Weggabelung begrenzt sich mitnichten nur auf zwei Auswahlmöglichkeiten (Auch sehr wichtig zu wissen, dass es niemals einen echten “Schwarz oder Weiß Filter” gibt, sondern verschiedene Graunuancen dazwischen). Wenn wir uns also in Zukunft Handlungen und deren Auswirkungen bewusster machen, werden wir langfristig einfach positiver leben und arbeiten können. Wir werden dadurch produktiver und kreativer zugleich.

Beispiel: Weblogs sind für mich deshalb echte soziale Netzwerke, da ich über sehr viele Kommentare reflektiere und mich entsprechend für neue Themen interessiere. Es findet dadurch ein Prozess statt, gemeinsam mit Lesern, der sogar minimale Verhaltensänderungen meinerseits bewirkt. Ist ja auch logisch wenn wir davon ausgehen, dass Informationen unser Bewusstsein verändern. Das Ganze ist zwar nur ein virtuelles, aber es ist trotzdem ein soziales System. (“Wie wirklich ist die Wirklichkeit?” hätte Watzlawik jetzt gefragt) Das ist extrem spannend. Denn es bietet jede Menge Potenzial. ich kann mich mit Menschen außerhalb meines Arbeits-, Kultur- und Lebensradius austauschen. Allerdings besteht wie bei allen sozialen Systemen gleichzeitig die Gefahr, dass aus konstruktiven Porzessen, destruktive Prozesse werden. Wenn mich also jemand hier kritisiert habe ich, wie schon erwähnt, mehrere Möglichkeiten. Angenommen ich entschließe mich für den “Kriegsmodus”. Ich fühle mich ersönlich angegriffen. Also beginne ich zunächst damit etwas über meinen “Feind” herauszufinden. Das fängt bei der IP-Identifizierung an. Manchmal hat das Erfolg und ich sehe welche große deutsche Agentur hinter dem jeweiligen Kommentar steckt. Also weiß ich schonmal mit wem ich es zu tun habe und meistens auch warum. Ich entdecke das vermeintliche Schutzschild des Angreifers (dabei war ich meistens der erste Angreifer) und zerstöre es. Dann habe ich wieder mehrere Möglichkeiten. Entweder ich schlage entlarvend zu (“Ihr seid ja nur sauer weil ich euch emotional getroffen habe”) oder ich gifte irgendwie anders zurück und beginne mit Kritik an weiteren Arbeiten der betreffenden Person oder Agentur. Das ist Kindergarten, das ist eigentlich tierische Denke, aber gleichzeitig auch der Grund warum Völker meinen, Kriege führen müssen.

Als halbwegs intelligenter Mensch weiß ich aber nun, dass man Blogs sehr viel besser einsetzen kann, als diese albernen Kindergartenspiele zu mitzuspielen. Ich möchte ja eigentlich (ob man mir das banimmt oder nicht, wichtig ist, dass es in meinem Bewusstsein so ist) wertvolle Gespräche führen, Impulse geben, Impulse bekommen, einen kleinen (r)evolutionären Prozess auslösen und zwar konstruktiver Natur. Jetzt werden einige vielleicht wieder die Hände über den Kopf schlagen und denken, der Breitenbach hat sie doch nicht alle, der will jetzt hier so ein trockenes Theorieteil draus machen, dabei gibt es zig andere Themen die wichtiger und unterhaltsamer wären usw. Nein das will ich natürlich nicht, denn solche kreativen Lernprozesse benötigen den Spaß, die Freude und das spielerische Element um entsprechend genährt zu werden. Desweiteren ist Marketing auch gleichzeitig immer Kommunikation und damit ein Umgang mit Menschen. Wir treffen öfters auf leere Werbebotschaften als auf wirklich wichtige oder interessante Inhalte. Wir hören öfters etwas über Produkte, als über irgendwelche Kriege. Mein Tätigkeitsbereich ist die Werbung. Mein Ziel ist es sinnvoller und relevanter zu kommunizieren. Marken und Kunden zusammenzuführen. Beides sind Menschen. Produkte und Dienstleistungen sind in der Tat sehr wichtig, jeder Mensch braucht und will sie. Unsere Aufgabe ist es, diese Produkte per Kommunikation feilzubieten. Wenn wir uns dabei jetzt immer wieder überprüfen durch “Stell dir vor, du bist der Kunde, würdest du dir das genauso verkaufen?” dann lernen wir vielleicht sehr wichtige Dinge dazu. Dieses Prinzip kann man auf alle gesellschaftlichen Prozesse anwenden (Politik: Stell dir vor du bist der betroffene Bürger…) – nur ich arbeite ich derzeit zufällig in der Kommunikationsbranche. Umso schöner wäre es also wenn man dieses Experiment auf mehrere gesellschaftliche Bereiche anwenden würde. Das heißt du bloggst über Politik, wunderbar, versuche das Experiment für dein Themengebiet anzuwenden.

Also, was ich in Zukunft hier nicht mehr möchte (das heißt nicht, das mein Bewusstseinsmuskel so stark ist, das ich nicht trotzdem immer mal wieder in die andere Richtung gehe, ich bin ja kein Übermensch) bzw. weniger möchte, sind irgendwelche pubertären Gefechte ausführen. Das sind unnötige Kämpfe, die einzig und allein sich auf das eigene Selbstbewusstsein und Verhaltensmuster und dem Selbstbewusstein und Verhaltensmuster meines gegenüber bezieht. Das kostet Energie und führt zu keiner Lösung. Der Mehrheit der Leser bringt das übrigens gar nüschts, dem Thema übrigens auch nichts.

Da ich also andere Menschen nicht im kampfmodus ändern kann, werde ich konsequenterweise bei mir selbst anfangen. Ich möchte versuchen hier anders zu agieren und bin auf die entsprechenden Reaktionen gespannt. Es ist ein Experiment, keine Beteuerung oder gar ein Versprechen. Es ist ein Vorhaben, keine Garantie. Es ist ein Versuch, keine endgültige Lösung.

Das Experiment
Ich möchte herausfinden, ob deutsche Blogs es schaffen aus ihrer derzeitigen Pubertät herauszukommen. Ob wir Blogs als echte Bewusstseins- oder Lerntools nutzen können. Ob wir es schaffen auch positive Botschaften (siehe dazu Memetik) dadurch zu verbreiten und nicht nur die Sau wie wild durchs Dorf zu jagen. Unser eigener Filter ist derzeit auf negativ gestellt. (Das ist teilweise wichtig) Wir suchen Fehler, suchen Fehler, suchen Fehler und übersehen dabei nicht nur viel zu oft die schönen Dinge, sondern vor allem die wertvollen Impulse, die Dinge die uns alle voranbringen könnten. Wer uns diesen Filter aufgesetzt hat, ist völlig egal, wichtig ist, dass wir begreifen, dass wir diesen Filter überhaupt aufhaben, dass wir ihn in vielen Situationen erkennen und ihn gelegentlich auch mal abstreifen können um den positiven Filter wieder aufsetzen.

Wenn es draußen grau und öde ist, wir eine Arbeit machen die uns ankotzt, dann ist die Wahrscheinlichkeit ziemlich groß, dass uns der gesamte Rest auch ankotzt. Wir geraten in eine Negativspirale, unser Filter wird schwärzer und schwärzer. Denken wir an einen Frischverliebten, so werden wir zugeben müssen, dass diesem Kerl so gar nichts erschüttert, der hat den rosaroten Filter auf und rennt beschwingt durch das Leben. Wenn wir es schaffen für unseren Alltag einen kleinen Verliebtheitsfilter aufzusetzen, nämlich die Leidenschaft zu unserer Arbeit, die Leidenschaft für unseren Blog, die Dankbarkeit für Gesundheit, die Liebe zu unserer Familie, dann werden wir lernen auch in vielen anderen Dingen die Sachen nicht mehr so negativ zu sehen. Positive Aktion erntet positive Reaktion erntet positive Aktion erntet…

Genau das möchte ich ausprobieren. Ihr könnt mir dabei helfen. Wenn ihr positive Dinge findet, leitet sie an mich weiter. Wenn ihr diese Idee gut findet, leitet sie weiter. Ich und viele andere werden natürlich erst noch den Negativfilter aufhaben, gleichzeitig werde ich mich aber zwingen diesen immer zu prüfen und ihn auch mal abzusetzen und das gleiche Thema noch einmal mit anderen Augen zu betrachten und Kritik positiv zu formulieren. Dann werde ich meine Erfahrung und Eindrücke weiterleiten. Natürlich behalte ich mir gleichzeitig vor, zu entscheiden was ich denn weitertrage. Das heißt, ich setze zunächst meinen Negativfilter ab, meinen Positivfilter auf und wenn ich dann nichts sehe, kann ja immer noch meinem Negativfilter eine Funktion zuschreiben. Nicht einfach und nicht perfekt, aber es ist ein Prozess.

Was ich damit erreichen will?
Ich will versuchen etwas mehr positive Impulse zu streuen, ich möchte sehen inwieweit positive Meldungen weitergegeben werden und was sie eventuell bewirken können. Ich möchte die konstruktive Kritik voranbringen. Ich möchte zeigen, dass auch Blogs etwas produktives und kreatives sein können. Jeder ist dazu herzlich eingeladen sich an diesem Experiment zu beteiligen. Was habt ihr schon groß zu verlieren?

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39 Kommentare

  1. Frank

    Schöner Ansatz. Ich fürchte aber es funzt (noch) nicht.

  2. Patrick Breitenbach

    Erwischt! Das ist der Negativ-Filter! :-)
    “Ich fürchte aber es funzt (noch) nicht”

    3 Negativbegriffe: fürchte (Angst), aber (Barriere, Schutz), funzt nicht (Disfunktion, Frust)

    Verzeih mir Frank, dass ich dich damit vielleicht “bloßstellen” könnte. Das ist keine Kritik an deiner Person, sondern lediglich an den Filtern.

    Wie würde der positive Filter zu deiner Aussage lauten?

  3. Silvio

    :-) Patrick, das finde ich klasse. Bin sehr gespannt wie das wird…
    Ich finde es super, dass du hier dieses Thema ansprichst. Stelle man sich vor dass alle Menschen die Negativität, die Destruktivität ablegen würden und dafür die Positivität und konstruktive Kritik annehmen würden, wie würde die Welt aussehen?
    Ich finde dass es ein schwer zu erreichendes Ideal ist, aber ein erstrebenswertes!

  4. Patrick Breitenbach

    Danke Silvio.

    Ideale sind wie Fixsterne. Wir können uns daran orientieren. Direkt und sofort hinfliegen dürfte so gut wie unmöglich sein.

  5. Ulrich Scheele

    Lieber Patrick,
    Genau!
    Danke dafür
    ulrich

  6. Markus

    [test]Boah, sind da viele Tippfehler in dem Artikel[/test]

    >Wie würde der positive Filter zu deiner Aussage lauten?

    Super Experiment! Wenn wir es gemeinsam durchziehen, werden wir es schaffen! Tschakka!

  7. Stylewalker

    Ich finde, das hat überhaupt nichts mit Blogs zu tun, sondern mit der persönlichen Dispostion. Es gibt eben Leute, die sehen alles eher kritisch, sind schwer zufrieden zu stellen, haben immer eine Gegenmeinung, denken, sie verlören ihr Gesicht, fänden sie etwas gut. Und es gibt andere, die über die Dinge, die ihnen nicht gefallen, gar nicht reden, sondern dafür lieber mehr über das was sie gut finden.
    In meinem Weblog haben auf jeden Fall nur gute Sachen einen Platz, das Kritisieren überlasse ich gerne anderen. Warum? Keine Ahnung, et jefällt ma eben so..

  8. Stefan

    Hallo Patrick. Wow kompliment für den Ansatz!
    Beinahe jedes Medium (Ob TV, Zeitung oder Blog) konzentriert sich heute fast ausschließlich darauf echte oder vermeintliche Skandale oder Missstände aufzudecken und sich über Konfrontation zu positionieren.
    Ein positiver Ansatz ist hier eine spannende Alternative. Eher gute Beispiel zeigen als die 99te Kopie der tagesaktuellen Schelte. Das macht mehr Aufwand beim Recherchieren und Nachdenken – lohnt sich aber auf jeden Fall.

  9. Jürgen Siebert

    Hier etwas Positives aus Berlin, statt zu jammern und zu lamentieren hat die »Initiative für Interaktive Demokratie« die Spendenseite 1 Euro für Berlin ins Leben gerufen. Die taz und der hauptstadtblog berichten, und der Fontblog: fontblog.de/nur-fuer...

  10. Christof Hintze

    Das blöde ist, dass meine deine Gedanken eigentlich nicht kommentieren darf. Das ist so als ob ein Kettenraucher einem gesteht, dass er aufhören will zu rauchen. Was soll man da sagen. Deshalb möchte ich meinen Gedanken zu deinen kommentieren. Wie eventuell weißt, betreiben wir auch einen Blog. Und der steht unter den selben Sternen wie deiner. Und wir haben uns das was du denkst auf die Fahnen geschrieben. Dabei muss man berücksichtigen, dass es hier nicht zu einer Weichspülernummer wird. das heißt, wenn es einen üärgert und wenn es negativ ist dann ist es das ja auch. Aber man kann einfach sagen: Schöner und richtiger Gedanke aber veröffentliche ich nicht. Der Impuls ist mir zu negativ. Die leute sollen aus meinen Gedanken immer was positives mitnehmen.

    Deshalb verstehe ich denen Gedankengang sehr gut, denn auch ich kann mit Kritik an emienr Gedaneknwelt nur sehr schwer und schlecht umegehen. Zu viele treten aus reiner Lust auf meinen Gedanken herum, dass lasse ich in meiner Welt nicht zu.

    Deshalb schützte ich mich am besten davor und veränder auch meine Einstellung in dem ich bestimmte Dinge unterlasse. Nicht mehr tue. Und das auch von anderen in meinem Bereich nicht erlaube. So löche ich alle Wörter in Kommentaren die ich nich will. Dier zu einer respektvollen Kommunikation miteinander einfach nicht gehören. Ich unterlasse es in allen Beiträgen Geister zu rufen die ich nicht will.

    Somit wird es dir schnell viel besser gehen, wenn du nur die Leute zu deiner Party einlädst du du wirklich dabei haben willst. Oder die dich wirklich Interessieren.

    Du muss die nummerischen Aspekte des Blogs anders gewichten bis außer acht lasssen. Schau nicht mehr auf die Counter, schau nicht mehr auf Technochrati, auf die Top 100 bal bla, schau auf deine Community. Und die muss nur dir gefallen. Du hast das Recht und die Pflicht, Leute, Kommentare, Ideen bis hin zu Bemerkungen einfach zu bewerten. Ob sie dir gut gefallen oder nicht. Und nur das ist der Maßstab. das habe ich vom Frank Herold gelernt. Der sagt mir ganz zu Anfang, ich will hier nur Spaß. Alles andere interessiert mich nicht.

    Da ist was dran. Deshalb, schaff sie ab, die Geister die du riefst. Und halte deinen Schweinstall sauber. Dann wird es so wie du es dir eigentlich erträumt hast. Du unter Gleichgesinnten. Sich befruchtend, anfeuernd, ergänzend und mit jeder Menge Spaß verbunden. Ist ist ein weit verbreiterer Fehler zu glauben das Qualität von quälen kommt. Qualität kommt vom Verdichten positiver Eigenschaften. Also, achte weniger auf nummerische Aspekte und mehr auf emotioanle.

    Wie sehr freust du dich auf deinen Blog. Morgens? Auf Kommentare? Auf Trackbacks? Das muss sich schleunigst ändern. Denn deine Gedanken haben zu viel Vitamine das man so einfach darauf verzichten wollte.

  11. Andre

    Aus ähnlichen Gedanken heraus habe ich die Tage ein kleines Spaßprojektchen aufgesetzt, siehe komplimen.de
    Die Idee: Der RSS-Feeder sagt einem jeden Tag etwas neues und schönes. Dachte mir, dass das gerade angesichts des schnell herannahenden Winters eine feine Sache wäre… :-)

  12. Martin

    Das habe ich mal für Fotografie und Photoblogs versucht. Aber was glaubst Du, was beim Photoblog am meisten auf die Nerven geht? Genau: Das unkritische WOW, perfect shot! Deshalb gab es da auch mal das Projekt crankphoto.com. Ein selbstbewusstes Ich kann sich nicht ohne Trotzphase entwickeln. Meine Trotzphase ist auch rum, aber ich verstehe nicht ganz, was Du eigentlich willst. Mehr Lob posten? Werbung jetzt immer ganz, ganz toll finden? Was genau willst Du? … Und langsam geht die Sonne auf und am Wegesrand liegt ein schöner Stein …

  13. Patrick Breitenbach

    @Christof Hintze: Der Kettenrauchervergleich ist schon lustig. Zumal man jetzt nicht weiß, ob es tabu ist meinen Beitrag so oder so zu kommentieren oder ob es vernünftig ist den Beitrag nicht negativ zu kommentieren. Das ist Teil des Prozesses und ist extrem spannend.

    Übrigens habe wirklich selten Themen angeschnitten nur weil sie für die Masse interessant sein könnten. Ich habe immer für mich gebloggt und gleichzeitig für meine Community. Ich will auch niemanden ausschließen, ich will alle auf die Reise mitnehmen, ich denke das ist der grundlegende Unterschied zu deiner Beschreibung. Ich lasse “böse Geister” (die es nur in meinem Bewusstsein gibt, denn sie werden böse weil sie mich angreifen) somit draußen, ist nicht meine Motivation. Ich mache das für viele Menschen, für meine Ideale und für meinen Spaß. Ich mache das um aus bösen Geistern, gute Geister zu machen. Aus Viren, positive Meme zu bilden.

    Aber klar dein Vergleich mit den bösen Geistern ist schon richtig und treffend. Ich bewerte das auch nicht mit richtig oder falsch, sondern lediglich wie ich es machen oder nicht machen möchte. Danke!

  14. Patrick Breitenbach

    @Martin: ich möchte beide Filter bewusst machen. Also ein Spektrum abbilden. ich möchte nicht alles in den Himmel loben sondern zwischendurch immer reflektieren ob die Kritik konstruktiv ist oder destruktiv.

    Kritik ist ja nicht gleich destruktiv. Man kann sie konstruktiv formulieren. Kritik ohne Lösungsansatz ist z.B. destruktiv. Person statt die zu kritisierende Sache behandeln ist destruktiv usw.

    Es ist sicherlich kein Versuch der Schaffung eines Feen- und Elfenlandes! ;-)

  15. Thomas Langel

    Jetzt mal ohne diese Filter-Gefasel: Seit Andreas und Gerold weniger bei dir mitbloggen, ist vor allem die Vielfalt der Meinungen aber auch die Qualität der Beiträge stark gesunken.

  16. Patrick Breitenbach

    @Tom Langel: Das ist richtig. Und nun? Soll ich sie zum bloggen zwingen? :-)
    Was schlägst du daher vor?

  17. Thomas Langel

    Neue Mitstreiter, will sagen, Mitschreiber finden! Du hast doch locker die Plattform für ein breites Publikum. Und in der Medienwelt gibt es sicher jemanden, der diese Synergien für sich nutzen möchte. Mir fällt spontan Sascha Langner von marke-x.de ein. Oder vielleicht jemand vom W&V Verlag? HORIZONT? Handelsblatt?
    Ich finde es ist an der Zeit, mehr zu leisten, als ein “privates Blog über Werbung”. ;-)

  18. Patrick Breitenbach

    Mehr zu leisten bedeutet gleichzeitig aber auch mehr dafür zu investieren. Auch auf Leserseite) Es ist momentan ein Privatblog, richtig. Nicht mehr nicht weniger. Ich muss nebenbei auch richtige Arbeit leisten, etwas wo ich und meine Agentur daran verdient. Bietet ihr uns diese Versorgung?

    Ich kann daher nur jeden herzlich einladen, freiwillig dieses Blog mitzugestalten und wenn Sascha Langner & Co. mich fragt, werde ich sicherlich nicht nein sagen.

    Danke für deinen konstruktiven Vorschlag.

  19. Bloßgestellt und Durchgefiltert

    Irgendeiner muß doch schliesslich auch das Arschloch geben?
    Hätte nicht mit so vielen Kommentaren gerechnet ;-)

  20. Patrick Breitenbach

    Och Frank! Du bist doch kein Arschloch. Du weisst, wie ich deine Kommentare schätze.
    Außerdem ist die Rolle des Arschlochs immer relativ. Für viele werde ich also das Arschloch sein, alles eine Frage der Perspektive. Es ist nur wichtig mit der Rolle auch leben zu können und sich nicht nur auf eine Rolle festzulegen. :-D

  21. sunblogger - notizen aus einer norddeutschen werbeagentur

    Think positive…

    Werbeblogger Patrick Breitenbach reflektiert selbstkritisch über negatives und positives Bewusstsein in der Blogberichterstattung. Das Fazit seines doch recht langen Beitrags: Anstatt regelmäßig die Sau durch Klein-Bloggersdorf zu treibe…

  22. Samira

    Ein tolle Idee! Durch Web 2.0 können aufgrund des kommunalen und hyperaktuellen Charakters ungeahnte Potenzen freigesetzt werden, und wenn es mal zur Abwechslung konstruktive und positive sind (im Gegensatz zu negativen-Mob-Effekten und Solidaritäts-Gemecker) finde ich das erfrischend befreiend.
    Im diesen Sinne: youtube.com/watch?v=...

  23. Vroni

    “Das ist Teil des Prozesses und ist extrem spannend”
    Positiv-filter” – “Negativ-Filter” – “auf die Reise mitnehmen” et al.

    Sachma Patrick, bist du irgendeinem Guru in die Pfoten gefallen? Sone Dingens sagte meine Bekannte aus Stuttgart (knochentrockene Controllerin) auch, als sie vom Trommel-Workshop kam…

    Nix für unguad (du weißt, wie’s gemeint ist),
    pfüadi,
    der immer-böse Vroni-Bär
    (bös sein macht einfach deutlich m e h r Spass… )

  24. Patrick Breitenbach

    Weiss nicht ob das ein echter Guru war, der hat nur gemeint, ich soll ihm mein Vermögen für die nächsten 200 Millionen Jahre überschreiben und dafür würde ich Klarheit und Vollkommenheit erlangen. Ach ja, ich muss noch täglich 14 Stunden auf dem Acker stehen und graben. ;-)

    Aber schön, dass deine Wahrnehmung so gut funktioniert. Außerhalb des eigenen Systems oder der eigenen Erwartung -> verrückt, krank oder Sekte. Da wähle ich: “verrückt”.

  25. Vroni

    Noja, ich fühle mich mehr dem Bodenständigen und der Satire gleichermaßen verpflichtet. Das ist heutzutage das Verrückteste bei all dem correctness-buzz, was man machen kann.
    ___________________________

    Das Konstruktive entsteht doch erst. In der Entwicklung der verschiedenen Beiträge, und im Kopf des Lesers, der sich dazu seine Gedanken macht. Oder auch nicht. Weiterspinnen statt Niedermachen ist prima, würde ich dennoch nicht zur Religion erheben, denn manchmal ist es das Gescheiteste, bei manchen impliziten Logiken, zu sagen “Unfug!” statt rumzulavieren. Diese Freiheit muss sein :-)

    Eine Anhängerin der Dekonstruktion de.wikipedia.org/wik...
    little-idiot.de/inde...

  26. Patrick Breitenbach

    Freiheit ist das allerwichtigste, richtig. Daher mache ich das für mich und zwinge niemanden sich daran zu beteiligen, sondern lade lediglich dazu ein.

  27. Vroni

    Das Beste ist, sich selber nicht so ernst zu nehmen. Dann kann man fast alles sagen.

  28. paddybloggs

    Wolle kratzt – auch mit Weichspüler…

    Och Menno. Patrick Breitenbach, seines Zeichens Werbeblogger, geht in sich und fühlt sich bewogen, da zu bleiben. Lange hat er sich in den Kommentaren zu seinen Beiträgen gegen den Vorwurf gewehrt, zu viel zu nörgeln. Und womit: mit Recht . Blo…

  29. Patrick Breitenbach

    @Vroni: Ganz genau. Das ist das Geheimnis. Wenn du 100% über dich selbst lachen kannst, dann hast du dein Selbst gefunden. Dann wirst du auch automatisch anders nach außen kommunizieren. Denn dann reizen dich gewisse soziale Spielchen nicht mehr.

    Aber nicht dass du meinst die 100% sind schon erreicht und ich schwebe hier mit meinem fetten Körper 1,50 m im Raum und lächle. Okay grinsen muss ich bei dem Gedanken. :-)

  30. Andreas Rodenheber

    Zwei Juden haben Streit. Da kann nur noch der Rabbi helfen:

    “Sag, Rabbi, ist Schwarz eine Farbe?”

    Der Rabbi überlegt, wiegt seinen Kopf hin und her und murmelt dann:

    “Ja, Schwarz ist eine Farbe.”

    Die beiden gehen nach Hause. Aber Streit haben sie immer noch. Da hilft nichts, sie müssen noch einmal zum Rabbi:

    “Sag, Rabbi, ist Weiß eine Farbe?”

    Der Rabbi überlegt lange, lange, krault sich bedächtig den Bart, nickt endlich und sagt:

    “Ja, Weiß ist auch eine Farbe.”

    Da erblasst der eine der beiden Streithähne, aber der andere freut sich und streckt ihm die Hand zur Versöhnung hin:

    “Siehste! Also hab ich dir doch einen Farbfernseher verkauft!”

  31. Six

    ah das ist nett… solche (irgendwie harmlos und trotzdem pointierte) Witze hat mein Opa gerne erzählt.
    nach all den philosophischen Beiträgen: ich denke, wenn man über Werbung spricht muss man ordentlich schimpfen dürfen, weil das muss ja auch mal wo raus.

  32. Patrick Breitenbach

    Ich werde natürlich weiter schimpfen jedoch werde ich versuchen dabei etwas konstruktiver vorzugehen. Übrigens unsere Leser dürfen IMMER schimpfen! :-)

    @Andreas: Du hast es oben gelesen oder? Ich muss dich zu häufigerem Bloggen zwingen. Aber fürchte, dir ist momentan die Lust am bloggen vergangen, oder?

  33. Torsten Matthes

    Großes Kino.
    Große Klasse.

  34. Andreas Rodenheber

    @ Patrick
    Ja, vielleicht sollte ich eins noch mal klarstellen:

    Hier gibt’s keine Differenzen oder sowas. Ich hab momentan einfach keinen Bock zum Bloggen. Den Kopf mit zu vielen anderen Sachen voll. Weiß nicht, ob das vorübergehend ist. Man soll nie nie sagen. Aber Alibi-Plichtbeiträge ohne Herzblut möchte ich euch und mir ersparen.

    Vielleicht erinnert sich jemand an den zweiten Kampf Dariusz Michalczewski vs Graciano Rocchigiani. Den Kampf, den Rocchigiani dann irgendwann abgebrochen hat, obwohl er gar nicht so chancenlos aussah. Eigentlich waren alle etwas verdutzt. Kein Niederschlag. Kein schlimmer Cut. Etwas Nasenbluten, aber nix Brutales. Hinterher sagte Rocchigiani: “Ich war einfach satt.“

    So geht es mir momentan: Ich hab keine Lust zum Austeilen und keine Lust zum Einstecken. Nicht dass ich hier zu viele Kopftreffer oder gar Tiefschläge eingesteckt hätte! Aber wie gesagt: momentan ist es einfach nicht mein Ding, im Ring zu stehen. Ich bin satt ;)

    @ Thomas Langel: Danke, dass dir meine Beiträge hier gefallen haben.

  35. Vroni

    “…dann hast du dein Selbst gefunden.”

    Öhm, scho wida so esoteso-Sprak.
    Mach mir ernsthaft Sorgen, Patrick :)

  36. Peter Schink

    Also ich weiß ja nicht. Meiner Meinung nach sind Teile der Blogosphäre zwar negativ, selbstreferentiell und durchgeknallt, aber in meinem Feedreader habe ich solche ix’e fast nicht mehr. Ich blogge, was ich finde und spannend finde – aber jeder darf ja letztlich machen, was er toll findet. Die Leser entscheiden dann, was sich durchsetzt.

  37. Karin

    Stimmt, jeder kann sich aussuchen, wessen Blog er in sein RSS-Portfolio aufnimmt. Aber es wäre doch fantastisch, wenn die Auswahl an konstruktiv kritischen Kandidaten noch größer wäre. Mich freut der Vorstoß von Patrick. Hoffentlich erstreckt sich dein Experiment auch auf dein Podcast.

  38. Stefanie Berg

    Hallo Patrick, gefällt mir gut. Das spart jede Menge Energie und tut der Seele gut :-) Ich hätte gern eine Meinung von dir zu einer positiven ;-) Aktion: Wir haben eine Streber-Kampagne initiiert ich-war-ein-streber.... und ich-bin-ein-streber.... Was hältst du davon? Herzlichen Gruß – wünsche dir, dass du dich an deine Vorsätze halten kannst stefanie

  39. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » In eigener Sache: Meinungsfilter

    [...] einiger Zeit hatte ich ja mal die Idee mit Positiv-/Negativfilter aufgebracht. In der Zwischenzeit – wie so oft – ist das ganze wieder untergegangen. Das Experiment [...]

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