06.10.06
10:41 Uhr
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Unser täglich Link
- Telekom Austria Chef Martin Bredl schreibt in seinem Corporate Blog über das Leben in der Informationsgesellschaft. Könnte sehr spannend werden. Dahinter steckt Dieter und sein Knallgrau.
- Blog rund ums Zippo? Ja sowas gibt es auch. Hat was!
- Und wenn wir schon dabei sind: Das ZDF lässt die Soko Leipzig bloggen. Die Junior Producerin Henriette Lippold berichtet exklusiv “behind the scenes”.
- Diese Nike-Motive rocken die Halle. Sieht geil aus.
- Jürgen Siebert verrät uns wie man mit Typografie zum Millionär wird.
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22 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 6. Oktober 2006 um 11:30 Uhr
Schönen Dank für den Link, hat mich sehr gefreut!!!
Feurige Grüsse vom Zippblog
Franz
Am 6. Oktober 2006 um 14:52 Uhr
Oha, ein Stöckchen!…
Bisher kannte ich diese Bloggersitte ja nur von Anderen, aber jetzt hat Frank vom Besserwerberblog mir genau ein solches zugeworfen, und wer bin ich, es nicht aufzuheben, ich probier doch auch sonst jeden Sch… alles mindestens einmal. Also dann:
…
Am 6. Oktober 2006 um 15:20 Uhr
tolle Aufforderung “bitte Deine Werbung einwerfen” mache ich glatt. “Unser täglich Link” gib uns heute – mache ich. Habt Ihr schaon mal Gedanken gemacht, wie man eine Marching Band zur Werbung einsetzen kann?
Am 6. Oktober 2006 um 18:41 Uhr
Hi Patrick, danke für den Verweis. Wir bemühen uns, dass es spannend wird/bleibt. Der Kunde ist im Prinzip optimal, weil sehr offen und mutig. In diesem Sinne “schau mer mal”…
Am 7. Oktober 2006 um 12:21 Uhr
Ich frage mich wie Sie als intelligenter Mensch der auch Nachrichten liest solch eine Firma wie Nike, die mit Kinder- und Sklavenarbeit ihre “tollen Werbespots” bezahlt, gutheißen können. Haben Sie kein Gewissen, wollen Sie so etwas einfach nicht sehen und wissen? Oder gehört es einfach zum Werber-Beruf unmoralisch zu sein, wie zum Beruf des Henkers oder Zuhälters?
Am 7. Oktober 2006 um 12:35 Uhr
@sum1: Welcher Beruf ist “moralisch”? Ich denke Berufe in Moral einzuteilen ist Unsinn. Jeder einzelne Mensch steht für sein Tun gerade. Wenn das so ist, dann darf ich so gut wie gar nichts mehr konsumieren. Ich muss nur noch besonders teure ausgewählte und zu 100% geprüfte Waren kaufen. Ich darf nichts mehr kaufen, was in China produziert wurde oder von Firmen kaufen, die Lieferanten in China haben. Ich müsste eigentlich meinen eigenen Bauernhof bewirtschaften, denn alle Lebensmittel (auch bei uns im Land produziert) werden mit LKWs, Flugzeugen etc. durch das Land kutschiert und verbrauchen Energie und verpesten unsere Luft.
Ich kann nur für mich denken und sprechen, so wie jeder Mensch nur für sich denken, sprechen und handeln kann.
Die Menschen zwanghaft mit solchen von oben herab moralisierenden Vorwürfe verändern zu wollen wird definitiv nicht funktionieren. Ändere dich selbst – ändere dadurch das System. Anders funktioniert das nicht. Man kann niemanden Meinungen oder Verhaltensweisen diktieren, mögen sie auch noch so moralisch anerkennend sein.
Ich bewerte hier nicht irgendeine Firmenpolitik, ich bewerte kreative Arbeiten für Unternehmen. Derjenige, der Motive für Unternehmen entwickelt hat, ist genauso wenig oder viel Schuld an “Sklavenarbeit” wie du und ich.
Engagier dich, aber versuch nicht andere zu ändern, schon gar nicht auf diese Art und auf dieser Plattform.
Gutmensch sein ist einfach, denn er lebt auf der Meta-Ebene.
Am 7. Oktober 2006 um 13:23 Uhr
Patrick, welch lange Verteidigungsrede :)
[War gestern Trainingshose kaufen, nix Nike, bewusst nicht. bin ich jetzt ein Abwatsch-Meta-Gutmensch]
Außerdem verstehe ich die vorgestellten “rocking”- Nike-Motive… kaum.
Bin daher nicht nur Gutmensch, sondern auch noch deppert. Man sollte mich schleunigst entsorgen, als Werber bin ich untragbar :)
Am 7. Oktober 2006 um 13:44 Uhr
Ach doch, jetzt versteh ich die speed Nike-Motive anch dem Motto “Das Runde muss irgendwann ins Körbsche”. Mann, bin ich langsam.
aus GPM 03/04 (Greenpece-Magazine)
“Den New Yorker Aktivisten fiel einmal eine „Time-Motion-Studie“ von Nike in die Hände, mit der die größte Sportfirma der Welt jeden Arbeitsschritt für ihre Produkte auf die hundertstel Sekunde genau vorgibt. Die Fertigung eines Sweatshirts zum Beispiel war in 22 Handgriffe unterteilt, die zusammen exakt 6,6 Minuten dauern dürfen. Mehr wird nicht bezahlt. Bei einem Stundenlohn von 70 US-Cent für eine mittelamerikanische Näherin betragen die Arbeitskosten für ein Produkt, das in den USA für 22,99 Dollar in den Läden hängt, ganze acht Cent. „Die Arbeit macht also nur 0,3 Prozent des Verkaufspreises aus“, rechnet der 56-Jährige vor: „Auch wenn man den Lohn verdoppelte, der dort kaum zum Leben reicht, käme man pro Hemd auf 16 Cent, das sind immer noch ganze 0,7 Prozent des Endpreises.“ Für Werbung und Marketing hingegen gibt Nike, umgerechnet auf das Sweatshirt, rund 2,30 Dollar aus – fast 30-mal so viel wie für die Arbeit.
Am 7. Oktober 2006 um 16:44 Uhr
Hallo Patrick,
ich begrüße es mit welcher Ausführlichkiet Du auf meinen Vorwurf reagierst. Du wirst aber sicherlich auch selbst erkennen, dass Du nur teils Recht hast. Man kann Niemanden zur Moralität zwingen von oben herab, ausser man ist der Gesetzgeber, dieser verbietet aber noch nicht mal Streubomben um die deutschen Hersteller zu schonen.
Es lässt sich leicht von vornherein aufgeben und sagen es gäbe keine Wahl auch wenn Du schon einen möglichen Weg skizziert hast. Doch nur weil ich nichts gegen Nazis tun kann wenn sie in der Überzahl sind muss ich nicht auch noch eine Hakenkreuz-Fahne schwenken. Der Nike-Swoosh ist das Hakenkreuz unserer Generation. Ein Symbol das für eine menschenverachtende Ausbeutungspraxis steht die erst von Nike so eingeführt wurde in der Dimension und wo die Konkurrenten wie Adidas nachziehen mussten. Nike zu affirmierern wegen ein Paar bunden Bildchen ungeachtet ihrer Menschenrechtsverletzungen halte ich in jeglicher Hinsicht für deplatziert. Gerade Du als anerkannte Autorität auf diesem Gebiet solltest mit gutem Beispiel voran gehen. Natürlich kann man nicht alle Firmen bewusst meiden, denn kein Mensch kennt das Schwarzbuch Markenfirmen auswendig. Aber eins ist sicher, wenn es einen Ort eine gibt eine solche Diskussion anzustossen dann hier. Und noch etwas, es gibt inzwischen etliche Fair Trade-Alternativen zu Nike.
Ich trage persönlich seit 10 Jahren kein Nike mehr, kaufe seit 2 Jahren nicht mehr bei LIDL etc. Die schlimmsten Verbrecher lassen sich meiden, auch wenn sie derzeit noch ungestraft ihr Tun verrichten können.
Gerade die Werbebranche hat eine große Verantwortung an diesem Prozess teilzunehmen, Blogger wie Houtlust zeigen, dass es geht.
Wenn die Werber es nicht aus eigener Kraft tun, werden sie zusammen mit den für die Verbrechen Verantwortlichen früher oder später hinweggefegt werdden. Die Geschichte lehrt uns, dass Konstrukte aus Lügen und Unterdrückung nicht ewig währen.
Am 7. Oktober 2006 um 17:28 Uhr
Also erstmal vorsicht mit diesen Nazi-Vergleichen. Sowas ist immer recht dämlich und stellt dich auf die gleiche polemische Stufe wie die Konzerne die deine Argumentation damit wegfegen würden. Du machst dich angreifbar und sowas erntet auch nicht die Zustimmung der Masse und damit des kollektiven Bewusstseins.
Selbst mit Gesetzen kann man keine Moral erzwingen. Sonst gäbe es ja keine Morde, Vergewaltigungen und sonstige Straftaten mehr.
Ich gebe dir Recht, jeder trägt Verantwortung. Ich selbst habe defintiv noch nie etwas von Nike getragen. Allerdings weiß ich nicht, wie es mit all den No-Name Billigprodukten aussieht, die ich in meinem Leben in der Hand hatte. Wenn man nur genau genug hinsieht, hat jeder Konzern Dreck am Stecken, denn Konzerne bestehen aus Menschen und ihrer Vergangenheit. Das ist natürlich keine Entschuldigung, aber ein Versuch mehr zu sehen als 2 Farbtöne. Gerne biete ich auch hier eine Plattform für solche Diskussionen, denn nur durch Dialoge, durch überzeugende und dennoch dem Menschen Freiheit lassende Gespräche kann man Veränderungen hervorrufen.
Ich bin mir sicher, wenn ich dein Leben richtig durchleuchten würde, hätte ich ziemlich schnell einige Punkte die ich genauso stark kritisieren könnte wie du. Niemand ist ohne Fehler. Niemand!
Gewalt (auch verbal) kann Menschen nicht für positive Dinge überzeugen. Aktion und Reaktion. Daher mache ich mich persönlich dafür stark mehr Ehrlichkeit in die Werbung zu bringen. Das ist mein kleiner bescheidener Kampf. Jeden Tag.
Warum wird ausgebeutet? Warum gibt es Massentierhaltung? Warum gibt es Kriege? Warum werden Kinder misshandelt? Warum?
Jeder Werber bzw. jeder Mensch (du siehst ich unterteile ungerne in Sparten) kann sich täglich entscheiden was er tun und was er lassen will. Die eine Entscheidung ist leichter, die andere schwerer.
Es ist auf alle Fälle wichtig auf solche vorhanden Missstände hinzuweisen. Doch nur ein großes Bewusstsein kann diese Dinge ändern. Wenn Konzerne feststellen man kann mehr Geld mit Umweltschutz verdienen, dann werden sie die Umwelt schützen. Denn man muss dabei immer im Auge behalten , dass alles, wirklich alles ein riesengroßes System ist. Ändert sich ein Teil davon, ändert sich das gesamte System. Es gibt Geber, es gibt Nehmer, es gibt Zerstörung, es gibt Erschaffung, es gibt Tod und es gibt Geburt. Jeder Einzelne hat jeden Tag die Wahl sein System, seine Zukunft und die Zukunft der anderen zu gestalten. Menschen sterben, Gedanken und Ideen und damit auch das gesamte verdammte Spiel bleibt. Der ewig währende Kreislauf des Leidens und der Freude. Alles wiederholt sich – aber alles entwickelt sich auch. Mal geht es auf, mal geht es ab. Imperien entstehen, Imperien gehen unter, große Konzerne entstehen, große Konzerne sterben. Aber eins bleibt auf immer und ewig: Das gesamte System.
Jeder hat jede Sekunde die Wahl auf welcher Seite er spielen will. Aber vorsicht, nicht in die alte Falle tappen: Manche haben keine andere Wahl.
Haben sie wirklich nicht? Sind nicht nur die Bedingungen schwerer, manche Entscheidungen anders zu treffen?
Am 7. Oktober 2006 um 17:55 Uhr
Patrick, wie war das noch mit Markenführung…
Keine Ausflüchte: Auch wenn andere Konzerne ebenfalls Dreck am Stecken hätten und haben… ist das kein Grund, Nike und dem “Tolle Werbung, Nike!”die Absolution zu erteilen.
Die gegenteilige Reaktion wäre richtiger: noch mehr Transparenz und Kongruenz verlangen auch bei den anderen Marken.
Ein guter Werber und Markenmann besteht darauf, dass eine Marke wirklich positiv gelebt werden kann und nicht nur eine schicke Scheinhülle darstellt. Sie muss wirklich ein Beziehungsangebot machen und nicht nur einen schicken Schwung auf die Hemden.
Ein schlechter Werber und Markenmann lässt sich auf die Trennung von Schein und sein ein und argumentiert, dass es woanders noch vieeel schlimmer sei…
Am 8. Oktober 2006 um 02:19 Uhr
“Es gibt Geber, es gibt Nehmer, es gibt Zerstörung, es gibt Erschaffung, es gibt Tod und es gibt Geburt. Jeder Einzelne hat jeden Tag die Wahl sein System, seine Zukunft und die Zukunft der anderen zu gestalten.”
und genau jetzt bist du an dem Punkt angekommen darüber nachzudenken, dass dein Handeln evtl. etwas an der Situation anderer Menschen, oder gleich “das ganze verdammte System” ändern könntest…
ich besitze zwar keine glänzend ausgebildete Moralität, aber ich bin werbefuzzi und ich könnte nicht mit der argumentation kommen.”sehr geehrter kunde, hier haben sie zwei stück scheiße, welches möchten sie davon essen?” “nehmen sie das shirt aus kinderarbeit, oder das aus dem niedriglohnsektor?”
die maschinerie, das spiel nike funktioniert durch die werbung, durch die qualität (siehe produktionskosten) allein ist kein kunde mehr zu überzeugen. also mitmachen oder dagegen angehen?
und um nochmal die stimmung zu heben: leni riefenstahl hat für damalige verhältnisse auch “die halle gerockt”…
Am 8. Oktober 2006 um 12:24 Uhr
Aber ist es wirklich nur der eine Buhmann Nike? Wohl kaum liebe Freunde. Denkt bitte ein Stück weiter, denn es ist zu einfach sich immer nur einen einzigen Bösewicht auszusuchen.
Im Übrigen ist es richtig, dass ich bei der Betrachtung der Nike-Anzeige nicht im Bewusstsein dessen war, in dem ich jetzt vielleicht bin. Ob mich das beim nächsten Mal davon abhält einen Nike-Spot gut zu finden, weiß ich allerdings auch nicht.
Wie gesagt, dann darf ich fast gar nichts mehr tun. Kein Auto fahren, kein Fleisch essen, keine Billigprodukte (wo werden die wohl produziert) kaufen, keine Cola trinken, keine PCs, Apples oder sonstwas benutzen. Das wäre die konsequente Lebensweise. Und? Seid ihr alle dabei oder wird euch das zu unbequem?
Ansonsten fangt an kreativ zu werden und geht in die Öffentlichkeit. Macht Gegenwerbung als die Moral einzelner in Frage zu stellen. Bewegt die Massen so, wie sie Nike scheinbar bewegt. Überzeugt die Menschen keine Nike Produkte mehr zu kaufen. Mal sehen wie mächtig die Werbung tatsächlich ist. Und dann wenn ihr das geschafft habt, schaut euch genau an bei wem die Leute dann ihre Schuhe kaufen.
Am 8. Oktober 2006 um 12:39 Uhr
Trotzdem danke für diese wichtige Diskussion. Ich denke es kann nur mit Hilfe von sich wiederholender Informationen etwas geändert werden. Aufklären statt einzelne anprangern. Denn ich bin sicherlich der falsche Adressat für moralische Vorwürfe. Man darf Menschen kommunikativ nicht eine Ecke drängen, wenn man sie überzeugen will. Man darf nicht den einfachen Weg gehen und die Mißstände auf einzelne projezieren und man darf nie den Kontext aus den Augen verlieren.
Infos:
oneworld.at/cck/down...
Am 8. Oktober 2006 um 13:57 Uhr
natürlich ist es nicht nur der Buhmann Nike, aber es ist eben einer der schillerndsen Vertreter.
War Shell mit der Brent-Spar der einzige Buhmann?
Irgendwo muss man doch ansetzen.
Man muss ja nicht Veganer werden, weil man Massentierhaltung schlecht findet. Man muss nicht barfuß laufen, weil man keine Nike-Schuhe kauft.
Es geht um schrecklich kleine Schritte, es geht um eine Marketingabteilung die Data-Mining betreibt und sieht, dass ihr Handeln kommentiert wird, es geht um Verkaufszahlen, die sinken…
Am 8. Oktober 2006 um 14:11 Uhr
Richtig. Step by Step aber vor allem die Leute an die Hand nehmen, auf den Weg mitnehmen und sinnvolle Alternativen anbieten. Das ist eine Strategie, die funktionieren könnte. Eben auch hier greift das Long Tail Prinzip.
Shell war Buhmann, ist es mittlerweile nicht mehr. Das ist ja das schöne an der Buhmannrolle, sie ist meist nur sehr zeitlich begrenzt, bis wir einen noch besseren Buhmann finden, anstatt bei uns selbst anzufangen.
Am 8. Oktober 2006 um 15:47 Uhr
Was hat denn die Anerkennung der kreativen Leistung eines Werbers mit den Praktiken des auftraggebenden Unternehmens zu tun? Bigotterie nervt. Fragt euch mal lieber, ob der halbe Hahn mit Gemüse wirklich nur drei Euro kosten kann, fragt euch mal, ob das Gemecker ob eines vermeintlich zu teuren Latte Wasweißichwas nicht vielleicht eher unangebracht ist.
Das ist doch genau die gleiche Scheiße wie mit den Veganern, die trotz allem Lederschuhe tragen. Labern können sie alle. Übrigens hatte Shell im Brent-Spar-Fall Recht. Großartiges Krisenmanagement, dass sie darauf nicht rumgeritten haben. Greenpeace hat ja dann auch peinlich berührt die Schnauze gehalten. Schön, dass Bode daraus gelernt hat und mit Food-Watch etwas reifer agiert. Hat eben alles seine guten Seiten.
Nike zu boykottieren ist natürlich trotzdem richtig. Die Werbung hingegen bleibt gut. Hough!, ich habe gesprochen.
Am 10. Oktober 2006 um 09:22 Uhr
darf ich wieder frau riefenstahl aus der kiste zaubern?
nicht? oder oppenheimer? es gibt keine gute werbung für schlechte dinge. das wäre dann höchstens manipulation oder propaganda…
Am 10. Oktober 2006 um 14:31 Uhr
Riefenstahl bloss nicht:)
Nu ja, die Dinge an sich sind nicht schlecht. So a Hemderl oder a Schuh ist nicht schlechter als andere Hemden und Schuhe und erstmal per se weder gut noch schlecht. Nur ihre Produktionsweise ist anrüchig. Das macht ja alles so perfide.
Das Nike-Hallenmotiv – das Wichtigste, über das aber kaum einer hier redet, interessant übrigens – hab ich eben nicht auf Anhieb kapiert und das auch schon weiter oben bemängelt.
(warum zwirbelt das Pfeilchen soviele Umwege…, hä?)
Daher kann ich mit meinem beschränkten Wesen schnieke, geschleckte Plakatmotive, die unnötige Rätsel aufgeben statt sofort kapierbar zu sein, eben nicht ganz so endgeil finden… Wurschtegal, ob sie von einem “böfen” Konzern kommen oder von Misereor.
Am 10. Oktober 2006 um 15:21 Uhr
@ben: Seh ich anders. Zwischen Werbung und Propaganda mach ich schon noch einen Unterschied. Oder ist Werbung wirklich dann Propaganda, wenn sie für etwas “Schlechtes” wirbt? Zigaretten-Propaganda sieht m. E. anders aus als Zigaretten-Werbung. Gleiches gilt für Alkohol. CMA-Werbung könnte ich noch als Propaganda durchgehen lassen, zugegeben ;-)
Am 10. Oktober 2006 um 15:45 Uhr
Wollma mal festhalten, dass das bemeckerte schicke Nike-Innenraumplakat mit seinen vülenvülen Pfeile und null Wörtern nicht recht “Propaganda” sein kann. Für welchen gezielten Inhalt? – man kommt nicht drauf.
[Staeck-Plakate schon eher]
- Propaganda machen bedeutet nicht automatisch: für was Schlechtes Werbung machen. Einer der ersten Einsätze von Propaganda: Mit “Propaganda” hat man damals gezielt die amerikanische Bevölkerung gegen das deutsche Regime eingestimmt. Die Tatsache, dass das heutzutage eher mit Goebbels in Verbindung bgebracht wird, hat zur negativen Konnotation von “Propaganda” beigetragen, die bis heute blieb, das ist alles.)
Und über den tiefen oder untiefen Unterschiede zwischen Werbung und Propaganda allgemein…, das ist ein neues Thema und sprengt dieses hier.
Am 27. Oktober 2006 um 17:20 Uhr
Ich trage NIKE und es ist mir auch relativ egal, was die machen. ich bin nur für mich selbst verantwortlich. die welt ist nicht gut, war es auch noch nie und wird es niemals sein. und wenn ich werbung mache, verkaufe ich ideen. das ist, glaube ich, nicht strafbar. leni hat auch nur ideen verkauft. und die meisten von uns hätten es damals nicht anders gemacht. mit dem wissen von heute ist es sehr einfach den zeigefinger zu heben. das finde ich armselig.