14.09.06
11:34 Uhr

Die Blogosphäre kreißte und gebar ein rosa Mäuschen

Patrick hat ja schon im täglichen Link kurz über die Auflösung von Hustle the Sluff berichtet. Hier noch ein paar unsystematische Eindrücke, die ich heute früh zwischen Kaffee und Brötchen beim „Quersurfen“ der einschlägigen Seiten gewonnen habe. (Ohne Links, sorry for that, bedient euch bitte hier).

- Erst mal: Bei Technorati geht das Duell Chad Croski vs. Hustle the Sluff aktuell 245 zu 395 aus. Wenn man sich erinnert, welche Wellen Chad Kroski damals im Netz geschlagen hat, kann also mit Fug und Recht sagen, dass mit der Schlüsselaktion innerhalb kürzester Zeit sehr, sehr viel Aufmerksamkeit erzeugt wurde. Wobei das A bekanntlich ja nur der Anfang der AIDA ist.

- Viele hätten wohl gerne noch weiter gespielt. Andererseits empfanden die meisten das Ende als leicht chaotisch und die Fortsetzung nach dem Countdown unlogisch, hier wurde der Spannungsbogen wohl überzogen.

- Ich habe bisher wenig darüber gelesen, dass man die Idee des Shuttle-Service an sich gut findet. Aber das kann sich ja noch ändern, wenn die ersten Blogger das Shuttle „getestet“ haben. Die Hoffnung, nun tatsächlich eine interessante Shuttlefahrt (als „Betatester“ oder wie auch immer) zu erhalten, schwingt bei vielen Einträgen noch mit. Kleine Geschenke erhalten eben die Freundschaft.

- T-Mobile als Initiator hatte niemand auf der Rechnung. Die meisten Aussagen gehen eher in die Richtung „wäre cool gewesen, wenn das für Apple gewesen wäre!“ Und nicht „wow, T-Mobile, das ist aber cool!“ Das spricht wohlgemerkt nicht gegen die Aktion, sondern zeigt mal wieder, dass der Auf- und Umbau eines Markenbildes harte Kärnerarbeit ist. Wenn die Aktion hierzu auch nur einen kleinen Beitrag geleistet hat, war das die Investition sicher wert.

- Gleichzeitig dämmert einigen, dass es auch ganz anders hätte ausgehen können. Was wäre gewesen, wenn da nicht ein Blue Chip, sondern ein obskurer Anbieter mit noch obskureren Zielen sein Spiel getrieben hätte, und man hätte erst nach einer Woche bemerkt, für welchen Dreck man da eine Aufmerksamkeitsplattform schafft? Mir scheint, der anfangs aufgerissene Graben zwischen Alpha- und Gammabloggern (nicht mein Wording!) wächst eher wieder zusammen. Bei mehreren las ich zwischen den Zeilen: „Es war lustig, ich habe neue Kontakte im Netz geknüpft, aber es war vermutlich die erste und letzte Viralaktion, für die ich mich engagiert habe“. Wobei das dann nicht böse oder verbittert klingt, sondern eher etwas desillusioniert.

Zur Einschätzung des Seedings per Mystery-Post in den guten alten Briefkasten verweise ich mal auf Martin. Handgeschriebene Werbebriefe an Privatadressen halte ich, wie ich in meinem ersten Beitrag schon anklingen ließ, nicht unbedingt für der Weisheit letzten Schluss. Aber darüber wird man vermutlich sowieso schon nachdenken. Bei VM-People oder anderswo.

Keine Tags vorhanden

6 Kommentare

  1. donvanone

    Die “Shuffle Shuttle”-Aktion an sich finde ich eine nette Idee (ob die Umsetzung da mithalten kann wird sich zeigen), hatte ja schon sehr früh eine Vermutung, die in diese Richtung ging, hab mich dann aber von den Apple-Gläubigern wieder davon abbringen lassen.
    Kann natürlich auch nach hinten losgehen, wenn man jetzt auf ein “Tokio Hotel”-Konzert geschleppt wird und das Shuttle erst nachts wieder die Heimreise antritt, aber das sind eben die Risiken des Zufalls…
    Und auch das “einmal und nie wieder” habe ich bei mir so geschrieben, würde es aber nicht als “desillusioniert” bezeichnen. Es ist eher so, wie ein guter Film, der aber nur einmal funktioniert (fällt mir grad keiner ein, aber nehmen mir mal Sixth Sense, den guckt man sich nur zweimal an), oder halt unterhaltsam ist, aber auch nicht übermäßig (Fluch der Karibik 2). Einmal macht es Spaß, aber ein zweites Mal investiert man die Zeit lieber in andere Sachen. Ich würde es aber wieder genau so tun, wenn man die Zeit zurückdrehen würde.

  2. ConnectedMarketing.de

    T-Mobile als Marke hinter ‘Hustle the Sluff’…

    Ich habe ja das ARG Hustle the Sluff nicht wirklich verfolgen können (anfangs zunächst auch gar nicht begriffen, dass es etwas anderes als die Philip und Helena Geschichte war), aber mittlerweile sind die VM People damit rausgerückt, dass T-Mobile d…

  3. diaet

    Ich finde die Analyse erstens gar nicht so unsystematisch, und kann ansonsten Don größtenteils zustimmen. Ich bin schon gespannt (wenn ich denn überhaupt ausgelost werde), wie das Shuttle-Konzept “in echt” funktioniert. Und bei der Wiederholbarkeit würde ich die Einschränkung machen, dass ich mich auf so was sogar wieder einlassen würde – dann müsste allerdings der Spannungsbogen auch was länger gehalten werden. Die Art und Weise, wie (größtenteils) vollkommen Fremde auf einmal an einem gemeinsamen Rätsel geknobelt haben, war schon mal was neues.

    Aber mal ganz ehrlich: diese Kluft zwischen Alphatieren und B-Loggern fand ich anfangs nervig, weil extrem konstruiert (wirkte ja fast schon neidbedingt)… Keiner der Mitwirkenden hat das vollkommen blauäugig mitgemacht – fast alle waren sich schon von Beginn an sicher, dass Marketing dahintersteckt. So what?

  4. donvanone

    @diaet: Bei der Spannungsbogenlänge bin ich übrigens ganz anderer Meinung. Wäre das Rätsel mit den vier Buchkordinaten jetzt nicht gelöst worden, hätte ich wahrscheinlich aufgegeben. Gerade die endliche Zeit (die der Countdown suggeriert hat) haben mich am Ball gehalten. So eine unendliche Geschichte wir mit dem Retingshof (oder wie der heißt) ist nix für mich.
    Und bei der Blauäugigkeit bin ich acuh nicht so sicher. Es mögen alle “gewusst” haben, dass Marketing dahintersteckt, waren aber doch so blauäugig zu glauben, dass es um etwas geht, dass auch guten gewissens verlinkt werden kann. Was, wenn nachher auf shuffle-shuttle.de eine Propagandaseite der NPD erschienen wäre? 100 Blogs hätten dann schon drauf verlinkt und die NPD häte sich über massig Besucher freuen können. Das war schon blauäugig…

  5. Bastian

    Mh… ich weiss nicht ob blauäugig da wirklich das richtige Wort für ist, es war allen bewusst, dass sie an einer Marketingaktion teilnehmen und diese damit unterstützen und sich so den “gefahren” in irgendeiner Form ja auch bewusst. Und wenn die NPD, um bei deinem Beispiel zu bleiben, die Aktion durchgeführt hätte und nachher ihre Propaganda auf der Seite verteilt hätte wären sie ganz schön doof, die Blogger haben Google geflutet mit “shuffle-shuttle” und “hustle the sluff” und hätten bei extrem negativer Werbung einfach Google mit Hass und Verachtung für die NPD überschwemmt was weit vor der eigentlichen Seite gelandet wäre.

    Zurück zur eigentlichen Aktion: Den Countdown fand ich auch sehr unglücklich gewählt. Nach dem Ablauf sollte schon irgendwas passieren und nicht einfach “so, weiterrätseln”, an der Stelle wurde jedem der Teilgenommen hat die Motivation doch weitestgehend genommen und es herrschte mehr die “sind wir endlich mal fertig”-Stimmung. Wenn der Spannungsbogen dagegen besser gewesen hätte man auch gerne noch weitergerätselt.

  6. Brand Evangelist

    Kurz notiert: Die Web-Offenbarungen des Tages…

    Hustle the Sluff
    Das Rätsel um Hustle-the-Sluff ist gelöst, wie Enno Malguth auf seiner Homepage berichtet. Hinter der ganzen Sache steht T-Mobile mit einem neuen Shuttle-Service. Die Shuttles soll jeder für eine Fahrt durchs Nachtleben einfach so r…

Einen Kommentar schreiben

Eure Kommentare

Feed
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
  • InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...
  • Ralf Hillmann: Da kann ich nur sagen, die Bezeichnung Video-Perle passt einfach perfekt. Da soll noch einmal jemand behaupten Werbung habe nichts...
  • ralf schwartz: @Gerry K. Ich selbst rege mich immer am meisten über irgendwelche Tricks der Agenturen und Werbungtreibenden auf, aber die Angabe...
  • Brian: Der Titel ist genial. Danke :).
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop