15:07 Uhr
Werbung wider den Terror?
Politik ist ein heißes Pflaster – Terrorismus ein emotionsbeladenes dazu. Kann Werbung Terrorismus bekämpfen? Eine Frage, die genauso abstrus klingt wie “Kann Werbung Krebs heilen?”. Trotzdem versucht die Werbung ja immer wieder sich dieser Thematik anzunehmen. Die Motive aus Afghanistan hatte ich ja bereits letzte Woche vorgestellt. Nun versucht man es mit Hilfe eines Spots . Das Motto lautet: Terrorism has no religion.
Link: www.youtube.com
Abgesehen davon, dass der Clip tatsächlich wie ein Actionfilm aufgemacht ist, stellt sich die Frage: Wozu? Was ist das Ziel dieser Kampagne? Wen will man damit erreichen? Warum mit Hilfe von ästhetischen Bildabläufen? Was ist die Moral der Geschichte?
Selbstmordattentäter werden ebenso wenig zu solchen aufgrund eines banalen Werbespots, sie lassen sich allerdings umso weniger von diesen von der Tat abhalten. Ist dieser Spot also eher eine Beruhigung unseres Gewissens? Die Vermittlung des Gefühls “Wir tun etwas dagegen!” in Zeiten von schier endloser Terrorangst und der Unfähigkeit den Terrorismus in den Griff zu bekommen. Terrorismus ist mit Sicherheit kein Produkt. Terrorismus ist zwar defintiv ein Kommunikationsproblem, es lässt sich allerdings nicht durch Kommunikationsprofis aus der Werbebranche lösen. Hier sind tatsächlich alleinig die Politiker gefragt.
Äußerst fragwürdig finde ich übrigens die durch anonyme Spender finanzierte Organisation die dahinter steckt. Wenn man so etwas macht, dann doch transparent. Weiß von euch jemand vielleicht mehr darüber?
16 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 21. August 2006 um 15:52 Uhr
Kann uns vielleicht jemand das Insert am Ende übersetzen?
Was müsste da jetzt stehen, damit ich sage: ein guter Spot? Ich kann es mir beim besten Willen nicht vorstellen. An wen soll da appelliert werden? Außer ans Spendengewissen. Aber dazu bräuchte man nicht diese widerlich-fazinierte Blutästhetik, da wäre ein Rundgang durch ein Krankenhaus mit ganz realen Opfern wahrscheinlich eindringlicher gewesen.
Am 21. August 2006 um 16:19 Uhr
Sieht aus wie aus Password Swordfish
Am 21. August 2006 um 16:50 Uhr
An Password Swordfish habe ich auch sofort gedacht. Einfach unbegreiflich. Die Übersetzung würde mich auch mal interessieren.
Am 21. August 2006 um 16:51 Uhr
fehlt nur zum schluss: “werden sie noch heute selbstmordattentäter…”
(ein guter spot sollte auch ohne worte funktionieren. dieser spot sagt für mich betrachtet, nichts aus.)
Am 21. August 2006 um 17:10 Uhr
“At the end of the ad Chapter 5 Verse 32 of the Qur’an is quoted: whosoever killeth a human being for other than manslaughter or corruption in the earth, it shall be as if he had killed all mankind, and whoso saveth the life of one, it shall be as if he had saved the life of all mankind.”
gelesen bei AdLand
Am 21. August 2006 um 17:13 Uhr
Auch hierbei hakt die Kommunikation. Schließlich wird der Koran auch von den Fanatikern entsprechend anders interpretiert. Es bleibt also eine Worthülse die völlig am Ziel vorbeischießt und etliche Fragen offen lässt, ja sogar am Ende noch ein Attentat bestärken könnte.
Am 21. August 2006 um 17:17 Uhr
ich denke, dieser spot führt dazu, dass leute noch mehr angst haben! es wird wieder und wieder allen menschen vor augen gehalten, dass überall Terror herrscht! egal wo und immer! das ist nicht gut! das unterstützt nur die terroristen und die lobbys, die den überwachungsstaat hochtreiben wollen!
Am 22. August 2006 um 09:00 Uhr
Vielleicht liege ich mit meiner Einschätzung falsch, aber derartige Werbekampagnen halte ich für Formen von Politmarketing.
Hmm. Und gegenüber den Motiven, die hinter derartigem Politmarketing stecken, sorry, muss man i.d.R. skeptisch sein.
Anders gesagt: Nach meinen Empfinden ist herkömmliche Werbung im Vergleich zu Politmarketing (zumal bei unklaren Hintergründen/Financiers) eine sehr saubere und authentische Angelegenheit.
Am 22. August 2006 um 16:48 Uhr
Die schönen Bilder verharmlosen die ganze Sache. So ein geiles Zeitlupenfeuerwerk bringt Kinderaugen zu leuchten. Wenn überhaupt, dann vermittelt der Spot Terroristenromantik.
Am 22. August 2006 um 17:13 Uhr
Mal abgesehen von den großartigen Matrix-FX habe auch ich mich sehr über den Spot gewundert. Das Thema Politmarketing in den Raum zu werfen, fand ich deshalb bisher den interessantesten Zugang zu diesem unsäglichen Spot. Was mir – zusammenfassend – durch den Kopf ging (Gedanken beim Kommentare-lesen eingeschlossen):
– Der mit dem bösen Gesicht ist nicht der Böse. Niemals. Da kommt gleich ein ganz anderer. Und dann ist man überrascht. Oh, doch nicht. Jetzt bin ich trotzdem überrascht.
– In dem Moment, wo er auf den Knopf drückt, kommt eine nachvollziehbare Wendung. Oder wenigstens eine nicht-nachvollziehbare. Oh, doch nicht.
– Der Koran als Messlatte? Oh-ha. Ein Buch, dass für jede Stimmung und Gesinnung irgendwo die richtige Sure enthält (der Koran hat keine Verse, oder neuerdings doch?) wird schwierig zur absoluten Richtlinie.
– Politmarketing? Das wäre die erste nachvollziebare Erklärung für diesen Spot. Verträgliche Hollywood-Aufbereitung des Themas statt worteraubender Originalbilder wie am 11. September. Und im Hintergrund die XXX (hier beliebiges Parteienkürzel einsetzen), die innenpolitisch endlich mal eine andere Gangart fahren will und noch willige Wähler braucht.
Wenn es nicht um letzteres – oder ähnlich unlautere Interesse – geht, sehen wir hier 60 Sekunden rausgeschmissenes Geld. Oder wir verstehen nur den Kulturkreis der Zielgruppe nicht. Nämlich jene welche, die von Fanatikern zu Selbstmordattenaten gewonnen wird.
Am 22. August 2006 um 17:21 Uhr
Es wäre wirklich interessant zu wissen, wer hinter der Organisation steckt.
Dann noch ein Punkt: Sind es nicht genau diese Bilder, die Terroristen erreichen wollen. Angst, Schrecken, Horror, weinende Frauen, sterbende Menschen? Das ist doch die Hauptwaffe des Terrors. Öffentlichkeit, Aufmerksamkeit und Schreckensbilder. Das ist die Grundmotivation.
Ich komme immer noch nicht dahinter. Meines Erachtens einfach viel zu kurz gedacht und an sich selbst adressiert und damit indirekt den Terror unterstützt.
Am 22. August 2006 um 17:47 Uhr
Also laut Website, soweit ich das verstanden habe, ist die Kampagne an Iraker gerichtet. Vielleicht an diejenigen, die eher die Invasoren als Terroristen bezeichnen. Dann soll der Spot vielleicht zeigen, dass irakische Suicidebomber, die kleine Kinder umbringen, um nichts besser sind als amerikanische Soldaten. “Terror has no religion” bezieht sich dann auf: nicht nur die Amis sind Terroristen. …. irgendwie überzeugt mich die Theorie noch nicht ganz.
Am 23. August 2006 um 01:31 Uhr
Ist vermutlich “Virales Marketing” von Al-Kaida. Ja mehr die Leute über Terroristen reden, desto mehr Angst kriegen sie.
Am 24. August 2006 um 16:59 Uhr
Ob dieser spezielle Spot gut ist oder nicht, will ich jetzt nicht kommentieren. Aber daß sich auch politische Kommunikationsprobleme besser mit Profis lösen lassen als ohne, halte ich für sicher.
Am 24. August 2006 um 17:26 Uhr
Die Frage ist, ob Kommunikationsprofis in politischen Dingen nicht alles sein sollten außer Werber …
Einfach mal davon ausgehend, dass der Terror-Spot in Wirklichkeit politische Absichten verfolgt, können wir uns ja schon mal alle das Horrorszenario vorstellen, wenn die Werbung sich in der Politik über flache Wahlkampfplakate hinaus breit macht.
Also: Kommunikationsprofis in die Politik: JA! Werber: NEIN!
Am 25. August 2006 um 14:55 Uhr
Sammlung von internationalen Blogstimmen dazu bei Houtlust:
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