08:52 Uhr
Vandalismus, Street-Art oder Guerilla?
In Berlin gehen derzeit merkwürdige Dinge vor sich. Bei Großflächentransparenten hat wohl jemand die große Schere angesetzt und markante Bildmotive fein säuberlich ausgeschnitten:




Vielen Dank an den sanften Krieger und Teschi von der Skulpturfabrik. Sie haben übrigens auch Rücksprache mit Coca Cola gehalten, die wussten von nichts, wollen diesen Werbegag aber natürlich hängen lassen. Was am Ende bei der Aktion wirklich rauskommt dürfte spannend werden. Entweder erhalten wir eine riesige Protest-Werbecollage oder eine windige Guerillakampagne. Vielleicht klebt sich ja auch ein Freak die Beute einfach nur an die Wand. Man wird sehen oder auch nicht.
Edit 3.8.2006:
Diese Links verschaffen vielleicht Aufklärung. Nennt sich “visual kidnapping” und stammt tatsächlich aus der Street-Art-Szene. Weitere Infos auch im Kommentarbereich. Danke an Rotor.
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22 Kommentare
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Am 3. August 2006 um 09:24 Uhr
War gestern auch im Fernsehen zu sehen. Wenn’s wirklich kein G-Marketing ist (dafür sind’s imo zuviele verschiedene Marken), dann tippe ich auf
fiese Studenten die auf irgendwas aufmerksam machen wollen.
Am 3. August 2006 um 09:42 Uhr
Stimmt. Die Vielzahl der Marken ist merkwürdig. Deshalb tippe ich auch auf Studenten, aber nicht auf fiese sondern auf nette. Oder hätte das olle Coke-Blow-up in seiner ursprünglichen Form auch nur einen Bruchteil der jetzigen Aufmerksamkeit bekommen? Don’t think so.
Blödes Dilemma nur für den PM: Setze ich auf gesteigerte Aufmerksamkeit – und keine Sau weiß, wie mein Produkt aussieht? Oder bleib ich konservativ beim Packshot und niemanden interessiert’s? Ich persönlich hätte mich da schnell entschieden, kann mir aber vorstellen, dass da so mancher Entscheider in der Nacht von sich überschneidenden Geraden träumt ;-)
Am 3. August 2006 um 11:02 Uhr
Wenn es Guerilla ist, will ich wissen, welche Agentur sich das ausgedacht hat. Wenn es Protest ist, dann ist es ziemlich schlechter – die Aufmerksamkeit wird nur erhöht. Und wenn es Street Art ist (was am wahrscheinlichsten ist), dann ist es ein sehr gute Idee.
@ramses: Die Idee, ohne das Produkt zu zeigen für das Produkt zu werben ist ja nicht neu. Aber dieser Ansatz ist wirklich außergewöhnlich. Also: der Packshot ist tot!
Am 3. August 2006 um 11:09 Uhr
Dass das nicht neu ist, ist mir klar. Bei einer Produkteinführungskampagne wäre es aber mindestens ungewöhnlich. Und selbst wenn sich die produktlose Werbung 1000 Mal bewährt hätte – präsentier das beim Kunden und du produzierst Schweißausbrüche auf Knopfdruck. Das ist ein Reflex, der ab dem ersten Semester BWL trainiert wird. ;)
Am 3. August 2006 um 11:19 Uhr
Da konnte wohl jemand nicht “zero warten” (*boing!*) und hat sich die Kola-Flasche geschnappt.
Ich hoffe auf eine Protest-Aktion, denn wer ist denn schon so kaputt, dass er sich diese Bilder als Starschnitt in die eigene Bude hängt… so freiwillig, mein ich ;-)
Am 3. August 2006 um 11:26 Uhr
100% streetart. und auch ganz nett.
Am 3. August 2006 um 14:04 Uhr
= visual kidnapping
siehe auch: backjumps.org/li2_ze...
siehe auch: sum1.onreact.com/ind...
…eine sache die ´04 das erste mal für aufsehen in der streetart/writer -szene gesorgt hat.
irgendwo in den weiten des www gibt es auch videos dieser 04er aktion. vor 2 jahren war es auf jeden fall als eine politische/gesellschaftliche aussage bzw. kritik gedacht, was die weiterverwertung der aktion des künstlers in verschiedenen medien zumindest sehr nahelegt.
in bremen werden seit monaten in gleicher manier objekte aus plakatwänden herausgeschnitten, vornehmlich münder und augen von werbemodels.
(wem gehört der öffentliche raum?)
Am 3. August 2006 um 14:09 Uhr
sorry, das mit dem lavazza model scheint schon 2002 gewesen zu sein (wie die zeit vergeht). das magazin backjumps hatte zu dem zeitpunkt in ihrer live-issue das video zu “visual kidnapping” auf CD beigelegt, selbige muss bei mir irgendwo auch noch rumfliegen :)
Am 3. August 2006 um 16:18 Uhr
Ich habe mitbekommen dass die Cola aktion die erste aus dieser Reihe war.
Ich bin mit dem Buss daran vorbeigefahren vor fast zwei wochen oder so. da lag das ausgeschnittene ding genau darunter fein säuberlich auf dem Boden. ich bin leider nicht ausgestigene weil es gegen 4 uhr morgens war…
zumindest so viel ist klar der Typ sammelt die Ausschnitte nicht nicht.
dann hab ich die selbe Aktion bei Samsungs Werbebannern gesehen und später das ganze bei den Gravis Nanner.
da das ganze im umfeld der TU-BERLIN passiert vermute ich auch Studenten dahinter oder eben Streetart. Wie dem auch sei mit deinem blog hier bist du mir echt zuvorgekommen hatte auch schon Fotos gemacht und wollte gestern nacht bloggen aber hab es nicht mehr geschaft :-/
Am 3. August 2006 um 16:21 Uhr
Ich finde es eine super geile Aktion!!!! So macht Werbung Spass. Glaube nicht, daß sich die Werbetreibenden darüber ärgen denn so haben sich die Kontaktzahlen ihren Großwerbeflächen verhundertfacht! Klares Win-Win in meinen Augen.
Am 3. August 2006 um 20:00 Uhr
Zero…
Inhaltsrelavante Verlinkung: Vandalismus Street-Art oder Guerilla……
Am 6. August 2006 um 22:01 Uhr
Christos Verpacken-Thema, bloß umgedreht.
Als Texterin sehe ich da ganz neue Chancen für gute Texte: keine product shots mehr, keine Bilder, gar nix. Nur noch Text, der dann allerdings auch was aussagen sollte…
Am 7. August 2006 um 22:26 Uhr
danke für den link :)
das waren die wildesten 2 tage die mein blog je gesehen hat ;)
Am 11. August 2006 um 08:51 Uhr
SpOn hat jetzt den Artikel über “Visual Kidnapping”, wie Christian Fuchs es nennt, heraus gebracht. Ich muß allerdings anführen das Werbeblogger die besseren Bilder hat :-)
mfg ß
Am 11. August 2006 um 08:52 Uhr
*mist* den Link vergessen *tollpatsch*
spiegel.de/kultur/ge...
mfg ß
Am 11. August 2006 um 14:25 Uhr
für die akten:…
beim werbeblogger gab es vor kurzem einen interessanten artikel über “modifizierte” werbeplakate in berlin, indem sich der autor fragte ob das nun street-art, vandalismus oder gar guerilla marketing sei. und da meiner einer sich ein stück…
Am 14. August 2006 um 21:30 Uhr
Das schneiden in werbeplakaten praktiziere ich jeden tag allerdings
in widerrechlich geklebten Plakaten.
Die geschnittenen Exponate sind dann zum mitnehmen oder werden an Masten befestigt, oder an anderen Stellen angenagelt oder geklebt
streetart.info/trian...
WWW.6reetings___from...
ps:
streetart schreibt sich google + flickr intelligenterweise als ein Wort
Am 1. November 2006 um 14:19 Uhr
Hé gondolom ti nem tudtok magyarul:)
Am 6. Januar 2007 um 11:05 Uhr
[...] Aus Sicht der Marketer der betroffenen Unternehmen stellt es sich wohl so dar, als schlage die üblicher Weise rein rezeptive Zielgruppe plötzlich zurück. Prompt haben sie auch eine klingende Bezeichnung für das Phänomen gefunden und fachsimpeln über “Visual Kidnapping”. [...]
Am 12. August 2008 um 16:03 Uhr
[...] Quelle [...]
Am 1. September 2008 um 18:48 Uhr
[...] dieser Stelle ist zu erwähnen, daß dies nicht die erste Tat dieser Art in Berlin ist (Werbeblogger). Letzten Sommer erfolgten alleine mehrere Anschläge auf Plakate. “Visual Kidnapping” [...]
Am 10. Dezember 2009 um 14:37 Uhr
[...] Quelle [...]