03.08.06
08:52 Uhr

Vandalismus, Street-Art oder Guerilla?

{lang: 'de'}

In Berlin gehen derzeit merkwürdige Dinge vor sich. Bei Großflächentransparenten hat wohl jemand die große Schere angesetzt und markante Bildmotive fein säuberlich ausgeschnitten:

Loch in Au�enwerbung

Loch in Au�enwerbung

Loch in Au�enwerbung

Loch in Au�enwerbung

Vielen Dank an den sanften Krieger und Teschi von der Skulpturfabrik. Sie haben übrigens auch Rücksprache mit Coca Cola gehalten, die wussten von nichts, wollen diesen Werbegag aber natürlich hängen lassen. Was am Ende bei der Aktion wirklich rauskommt dürfte spannend werden. Entweder erhalten wir eine riesige Protest-Werbecollage oder eine windige Guerillakampagne. Vielleicht klebt sich ja auch ein Freak die Beute einfach nur an die Wand. Man wird sehen oder auch nicht.

Edit 3.8.2006:
Diese Links verschaffen vielleicht Aufklärung. Nennt sich “visual kidnapping” und stammt tatsächlich aus der Street-Art-Szene. Weitere Infos auch im Kommentarbereich. Danke an Rotor.

23 Kommentare

  1. Billy

    War gestern auch im Fernsehen zu sehen. Wenn’s wirklich kein G-Marketing ist (dafür sind’s imo zuviele verschiedene Marken), dann tippe ich auf
    fiese Studenten die auf irgendwas aufmerksam machen wollen.

  2. ramses101

    Stimmt. Die Vielzahl der Marken ist merkwürdig. Deshalb tippe ich auch auf Studenten, aber nicht auf fiese sondern auf nette. Oder hätte das olle Coke-Blow-up in seiner ursprünglichen Form auch nur einen Bruchteil der jetzigen Aufmerksamkeit bekommen? Don’t think so.

    Blödes Dilemma nur für den PM: Setze ich auf gesteigerte Aufmerksamkeit – und keine Sau weiß, wie mein Produkt aussieht? Oder bleib ich konservativ beim Packshot und niemanden interessiert’s? Ich persönlich hätte mich da schnell entschieden, kann mir aber vorstellen, dass da so mancher Entscheider in der Nacht von sich überschneidenden Geraden träumt ;-)

  3. Nick

    Wenn es Guerilla ist, will ich wissen, welche Agentur sich das ausgedacht hat. Wenn es Protest ist, dann ist es ziemlich schlechter – die Aufmerksamkeit wird nur erhöht. Und wenn es Street Art ist (was am wahrscheinlichsten ist), dann ist es ein sehr gute Idee.
    @ramses: Die Idee, ohne das Produkt zu zeigen für das Produkt zu werben ist ja nicht neu. Aber dieser Ansatz ist wirklich außergewöhnlich. Also: der Packshot ist tot!

  4. ramses101

    Dass das nicht neu ist, ist mir klar. Bei einer Produkteinführungskampagne wäre es aber mindestens ungewöhnlich. Und selbst wenn sich die produktlose Werbung 1000 Mal bewährt hätte – präsentier das beim Kunden und du produzierst Schweißausbrüche auf Knopfdruck. Das ist ein Reflex, der ab dem ersten Semester BWL trainiert wird. ;)

  5. Manuel

    Da konnte wohl jemand nicht “zero warten” (*boing!*) und hat sich die Kola-Flasche geschnappt.

    Ich hoffe auf eine Protest-Aktion, denn wer ist denn schon so kaputt, dass er sich diese Bilder als Starschnitt in die eigene Bude hängt… so freiwillig, mein ich ;-)

  6. peterGTI

    100% streetart. und auch ganz nett.

  7. rotor

    = visual kidnapping
    siehe auch: backjumps.org/li2_ze...
    siehe auch: sum1.onreact.com/ind...

    …eine sache die ´04 das erste mal für aufsehen in der streetart/writer -szene gesorgt hat.
    irgendwo in den weiten des www gibt es auch videos dieser 04er aktion. vor 2 jahren war es auf jeden fall als eine politische/gesellschaftliche aussage bzw. kritik gedacht, was die weiterverwertung der aktion des künstlers in verschiedenen medien zumindest sehr nahelegt.

    in bremen werden seit monaten in gleicher manier objekte aus plakatwänden herausgeschnitten, vornehmlich münder und augen von werbemodels.

    (wem gehört der öffentliche raum?)

  8. rotor

    sorry, das mit dem lavazza model scheint schon 2002 gewesen zu sein (wie die zeit vergeht). das magazin backjumps hatte zu dem zeitpunkt in ihrer live-issue das video zu “visual kidnapping” auf CD beigelegt, selbige muss bei mir irgendwo auch noch rumfliegen :)

  9. S.Zamani

    Ich habe mitbekommen dass die Cola aktion die erste aus dieser Reihe war.
    Ich bin mit dem Buss daran vorbeigefahren vor fast zwei wochen oder so. da lag das ausgeschnittene ding genau darunter fein säuberlich auf dem Boden. ich bin leider nicht ausgestigene weil es gegen 4 uhr morgens war…
    zumindest so viel ist klar der Typ sammelt die Ausschnitte nicht nicht.
    dann hab ich die selbe Aktion bei Samsungs Werbebannern gesehen und später das ganze bei den Gravis Nanner.
    da das ganze im umfeld der TU-BERLIN passiert vermute ich auch Studenten dahinter oder eben Streetart. Wie dem auch sei mit deinem blog hier bist du mir echt zuvorgekommen hatte auch schon Fotos gemacht und wollte gestern nacht bloggen aber hab es nicht mehr geschaft :-/

  10. Andre

    Ich finde es eine super geile Aktion!!!! So macht Werbung Spass. Glaube nicht, daß sich die Werbetreibenden darüber ärgen denn so haben sich die Kontaktzahlen ihren Großwerbeflächen verhundertfacht! Klares Win-Win in meinen Augen.

  11. Metroblogging Berlin

    Zero…

    Inhaltsrelavante Verlinkung: Vandalismus Street-Art oder Guerilla……

  12. b.roth

    Christos Verpacken-Thema, bloß umgedreht.

    Als Texterin sehe ich da ganz neue Chancen für gute Texte: keine product shots mehr, keine Bilder, gar nix. Nur noch Text, der dann allerdings auch was aussagen sollte…

  13. rotor

    danke für den link :)
    das waren die wildesten 2 tage die mein blog je gesehen hat ;)

  14. ß

    SpOn hat jetzt den Artikel über “Visual Kidnapping”, wie Christian Fuchs es nennt, heraus gebracht. Ich muß allerdings anführen das Werbeblogger die besseren Bilder hat :-)

    mfg ß

  15. ß

    *mist* den Link vergessen *tollpatsch*
    spiegel.de/kultur/ge...

    mfg ß

  16. neurotor

    für die akten:…

    beim werbeblogger gab es vor kurzem einen interessanten artikel über “modifizierte” werbeplakate in berlin, indem sich der autor fragte ob das nun street-art, vandalismus oder gar guerilla marketing sei. und da meiner einer sich ein stück…

  17. 4rtist.com#─────██████████????█

    Das schneiden in werbeplakaten praktiziere ich jeden tag allerdings
    in widerrechlich geklebten Plakaten.
    Die geschnittenen Exponate sind dann zum mitnehmen oder werden an Masten befestigt, oder an anderen Stellen angenagelt oder geklebt

    streetart.info/trian...

    WWW.6reetings___from...

    ps:
    streetart schreibt sich google + flickr intelligenterweise als ein Wort

  18. totymedli

    Hé gondolom ti nem tudtok magyarul:)

  19. Das Kesselhaus » Blog Archive » 04/13: Zwergenkampf

    [...] Aus Sicht der Marketer der betroffenen Unternehmen stellt es sich wohl so dar, als schlage die üblicher Weise rein rezeptive Zielgruppe plötzlich zurück. Prompt haben sie auch eine klingende Bezeichnung für das Phänomen gefunden und fachsimpeln über “Visual Kidnapping”. [...]

  20. Die Kunst des Verunstaltens « antennenmuetze.de

    [...] Quelle [...]

  21. urbanophil.net » Entführte Poster

    [...] dieser Stelle ist zu erwähnen, daß dies nicht die erste Tat dieser Art in Berlin ist (Werbeblogger). Letzten Sommer erfolgten alleine mehrere Anschläge auf Plakate. “Visual Kidnapping” [...]

  22. antennenmuetze.de – Bitte klicken Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen! « antennenmuetze.de

    [...] Quelle [...]

  23. mandingOO

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