15:54 Uhr
I’m so excited
Tonight’s the night we’re gonna make it happen
Tonight we’ll put all other things aside
Get in this time and show me some affection
We’re goin’ for those pleasures in the night
Wir sind hier der Werbeblogger, nicht der Journalistenblogger. Wäre eine Journalistin ins Bundeskanzleramt gestürmt, um Frau Merkel Fragen zu stellen, es wäre nicht unser Thema. Wäre eine Bloggerin vorgelassen worden, es wäre am Rande unser Thema, so wie eben jeder Blogger hin und wieder auch von Blogosphärenthemen tangiert wird. Der Witz an der Sache ist doch aber, dass dieses Video bei aller formal und verbal immer wieder beschworenen Spontaneität am Ende schlicht ein Stück herkömmlicher PR ist. Letzte Einstellung, schon auf dem Heimweg (ja, wer im Kino länger sitzen bleibt, wird manchmal belohnt): „Sie ist ja so spontan“. Der Claim. Penetriert bis zum Gehtnichtmehr. Für alle, die es vorher noch nicht bemerkt haben sollten.
I want to love you, feel you, wrap myself around you
I want to squeeze you, please you, I just can’t get enough
And if you move real slow I let it go
Das Filmchen kann nicht genug davon bekommen, wie spontan und low-level es doch ist. Formal jedenfalls. Und inhaltlich? Am Globus fragen wir nicht spontan mal nach der nächsten Reise der Bundeswehr. Beim Obst nicht spontan mal nach Gentechnik. Dass die Kanzlerin nicht Head of State, sondern Head of Government ist, kann einem beim Anmoderieren schon mal rausrutschen, hätte man aber wenigstens beim Schnitt merken können, wenn man nicht so ungeheuer spontan und ungeschnitten sein wollte. Friedefreudeeierkuchen als Preis dafür, das Mikro unter die Nase halten zu dürfen. Bürgerjournalismus ist das nicht. Aber Bürgerjournalismus ist wie gesagt unser Thema hier nicht.
Unser Thema ist Kommunikation. Und dabei interessiert uns hier wie drüben im Blogdiplomaten vor allem eine neue Art der Kommunikation – mit offenem Visier und auf Augenhöhe. Wie einige draußen in der Blogosphäre schon treffend bemerkt haben, scheint da bei dem Filmchen etwas in der Achse nicht zu stimmen. Interviewerin steht, Kanzlerin sitzt. So fragt kein Journalist einen Politiker. So fragt der freundliche Reporterdarsteller von Ferrero die Tippse am Schreibtisch über ihre Schulter, ob sie lieber Kinderschokolade oder doch eher Happy Hippo mag. Überhaupt, genialer Dada-Schachzug: Auf Englisch fragen und auf Deutsch mit Untertiteln antworten lassen – was heraus kommt ist eine Smalltalk-Farce nach Art der Gottschalk-Couch mit inhaltslosem Esperanto und (wie weiland in der Brause-WG) Blanko-Entschuldigung: die Sprachbarriere!
I’m so excited and I just can’t hide it
I’m about to lose control and I think I like it
I’m so excited and I just can’t hide it
And I know I know I know I know I know I want you
Zwei-Wege-Kommunikation. Frage und Antwort. Rede und Widerrede. Damals, vor langer Zeit, als Blogs noch Sinn machten, fragten sie zuweilen nach dem Sinn. Heute fragen sie devot, ob sie fragen dürfen. Und so sieht das Ergebnis dann auch aus. Kommuniziert wird die Marke „Unsere spontane Kanzlerin“. Sonst nichts. Wem das genug ist, bitte.
We shouldn’t even think about tomorrow
Sweet memories will last for long long time
We’ll have a good time, Baby, don’t do worry
And if we’re still playin’ around boy that’s just fine
In den letzten Jahren durften wir bereits genügend Viralfilmchen, aber auch gestandene Werbefilme im abendlichen Werbeblock sehen, die sich formal am Dogma-Stil orientieren: Verwackelte Handkameraeinstellungen, O-Ton mit Rauschen drauf, scheinbar kein Skript. Manche gelungen, weil die Form genau auf die Aussage passt, andere eher ein bisschen gequält, weil dann doch wieder zu gut ausgeleuchtet und geschnitten, um noch Authentizität zu transportieren. Gleiches werden wir nun wohl mit Vlogs erleben: Alle werden formal und in der Anmoderation betonen, wie spontan und low-level sie sind. Einige werden es auch (so hoffe ich jedenfalls) bleiben. Andere eher nicht.
Ich werde (wenn ich es denn noch erlebe) den Hut ziehen vor Managern (und meinetwegen auch Politikern), die in einem Blog oder Vlog mit offenem Visier diskutieren, sich an den Karren fahren lassen, sich verteidigen, sich rechtfertigen, schwitzen und vielleicht auch fluchen, dann hoffentlich irgendwann auf den Punkt kommen, und das alles je nach ihren Fähigkeiten gut oder schlecht rüberbringen. Und am Ende werde ich sagen: Gute Frau, guter Mann. Besser als bei Christiansen. Überzeugender als in der Hochglanz-Unternehmensbroschüre. Oder ich werde eben sagen: Das war jetzt inhaltlich leider bloß die übliche geleckte Standard-PR, nur formal in einem anderen „Medium“ verpackt. Wie das Kanzlerin-Video eben. Ich würde gerne drüber sagen, dass es ein Anfang ist. Aber ich fürchte, es ist ein Anfang in die falsche Richtung.
Musik: The Pointer Sisters, I’m so excited
28 Kommentare
- Daniela über die Arbeitszeit: Mit dem Alter werde ich immer tagaktiver… Während ich in meiner Schulzeit zwischen 8 und 16.00 (Schule) in...
- ralf schwartz: @Selket Interessant, danke.
- Selket: Es hat noch einen weiteren Grund, weshalb Katzen 9 Leben haben sollen: im Alten Ägypten – für Katzen wohl die beste Zeit ;-), war die...
- ralf schwartz: @AndreasK Ich kann die Härte, die Du in den Post hineininterpretierst, nur schwer nachvollziehen. Nichtmal die w&v selbst sieht...
- AndreasK: Weil jetzt das Internet nun mal da und total hip ist, muss die eigene w&v-Idee natürlich brachial digital gedacht, erstellt und...
- ralf schwartz: Ah, “LEAD digital”, dieses “14-tägliche Magazin für Digital-Professionals und Online-Marketer”. So reisst...
- Annette Mattgey: Dafür hat W&V doch LEAD digital. Da kann man all diese komischen Sachen mit dem Netz nachlesen, sogar auf ner eigenen Website....
- daniel: also erst mal, coole Grafik im oberen bereich :-) und der verdienst, hängt sicherlich von jedem selbst ab, viele faktoren spielen da eine...

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Am 17. Juli 2006 um 18:07 Uhr
Was ist denn dran an dem im Netz kursierenden Gerücht, dass die Interviewerin die Tochter eines ehemaligen CDU-Ministers sein soll? Das würde ja vielleicht einiges erklären, oder?
Am 17. Juli 2006 um 18:22 Uhr
Stimmt wohl. Ob es ein Türöffner war – weiß nicht. Halte ich ehrlich gesagt auch nicht für so relevant. Beziehungen. Vernetzung. Kann man so oder so nennen – und es muss nicht grundsätzlich zum Naserümpfen sein. Entscheidend ist aufm Platz. Und da ist mir wie gesagt einiges zu dick aufgetragen.
Am 17. Juli 2006 um 21:41 Uhr
für mich war der ausschlaggebende clue, der dazu geführt hat, dass ich glaubte das ganze sei gefaked, die art der kanzlerin zu sprechen – das war ihre typische redesprache, nihts vonwegen locker und spontan. deshalb habe ich mich die ganze zeit gefragt wo die interviewerin denn bitte diese spontanität entdeckt haben möchte…
Am 18. Juli 2006 um 00:31 Uhr
ich sag mal ganz spontan: super artikel. danke.
Am 18. Juli 2006 um 11:10 Uhr
vor allen dingen ist das video schlecht und ohne info. wenn man den blogdingenshype mal weglässt.
Am 18. Juli 2006 um 14:17 Uhr
War ein bisschen wie die ARD Kinderreporter, die hin und wieder in den Bundestag dürfen.
Am 18. Juli 2006 um 14:32 Uhr
OK, ich sag’s halt: Weiber! (G.B. Nach Diktat verreist :-))
Am 18. Juli 2006 um 15:41 Uhr
Lyssa im Interview mit Angela Merkel…
Zwar ist das Interview nicht weniger steif als Angies Podcast, auch wenn Lyssa sehr excited ist, bemerkenswert ist aber dennoch, daß Angie sich auf die Sache eingelassen hat.
Nachtrag 2006-07-18: Siehe dazu den schönen Cartoon von Ivy, umfangreich…
Am 18. Juli 2006 um 19:44 Uhr
Lyssa und Kanzlerin Merkel: naiv und unpolitisch…
Nun sag ich doch was dazu. Zu Katharina “Lyssa” Borcherts Homestory mit Bundeskanzlerin Merkel.
Ich mag Reportagen, die mir den Menschen hinter der Figur des Politikers zeigen. Meist werden diese Porträts von Journalisten gemacht, die …
Am 19. Juli 2006 um 07:45 Uhr
@ Claus Thaler: “… im Netz kursierenden Gerücht …” Wenn es nicht so traurig wäre, dass Lyssa ihre familiäre Herkunft vorgeworfen wird, könnte man über soviel Naivität vielleicht wirklich lachen. Katharina Borchert macht daraus doch schon lange kein wirkliches Geheimnis mehr.
Und sonst: Mag ja sein, dass das Filmchen wie gut geplante PR rüberkommt. Ich halte die Entstehungsgeschichte dennoch für vollkommen authentisch. Lyssa hatte zwei Termine im Kanzleramt. Sie wollte Angie interviewen. Und sie wollte Angie bzgl. Vodcast “beraten”. Das Interview wurde abgesagt. Der Beratungstermin fand statt.
Dass dann dennoch die Kamera hinzugebeten wurde, war nicht geplant. Und herausgekommen ist ein Anfang. Wie ich finde in die richtige Richtung.
Am 19. Juli 2006 um 08:25 Uhr
@ 50hz
Muss man diese ganze merkwürdige Konstruktion kennen, um einfach das Filmchen zu sehen und sich über das Ergebnis zu wundern?
Und über die Konstellation “im August Chefredakteurin bei einer Zeitungsgruppe werden” und “im Juli noch schnell die Kanzlerin bzgl. Vodcasts beraten” sag ich lieber nix. Da sollen sich Journalisten drüber den Kopf zerbrechen.
Am 19. Juli 2006 um 09:12 Uhr
Als medienkompetenter Blogger muss man das. Ja! Ja! Ja!
Zur Frage ob Journalisten auch PR-Beratend tätig sein dürfen, darüber können wir gerne trefflich streiten.
Am 19. Juli 2006 um 09:28 Uhr
@50hz: Da ich die Dame bislang nicht kannte, war ich mir nicht sicher, ob sie wirklich die Tochter ist, deshalb hatte ich diese Formulierung gewählt.
Und ihre familiäre Herkuft wollte ich ihr nicht vorwerfen, wieso auch, aber ich würde doch bezweifeln, dass andere Blogger so ohne weiteres (oder meinetwegen auch ohne familiäre Herkunft aus dem Kollegenkreis von Angie M.) ein solches “Interview” bekommen hätten)
Am 19. Juli 2006 um 11:21 Uhr
@ 50hz
Die Entstehungsgeschichte oder -legende, wie du sie oben beschreibst, ist mir so weit bekannt. Ich habe sie bewusst ignoriert, weil ich sie leider für nichts anderes halten kann als für einen Entschuldigungs-Blankoscheck.
- Den geplanten Interviewtermin nicht bekommen? Kann passieren.
- Stattdessen ein Video von der “Blog- und Imageberatung” drehen? Naja, Blogger halt, crazy, crazy.
- Dieses Video dann auch wirklich unter großem Getöse (Deutsch/ Englisch, damit es auch ja die ganze Welt versteht!) ins Netz stellen? Da hätte man gerne noch mal drüber nachdenken dürfen, was das eigentlich soll und welchen Eindruck es erweckt. Gerade als medienkompetenter Blogger.
Was mich persönlich derzeit an großen Teilen der Blogberaterzunft nervt: Sich einerseits Kunden (Medien, Wirtschaft, Politik) als Berater verkaufen (was ich explizit NICHT für ehrenrührig halte). Aber andererseits bei aufkommender Kritik immer das Katzenbloggerargument “aber es ist doch nur Bloggen, das ist doch just for fun, das ist doch alles nur experimentell, spontan, das darf man nicht so ernst nehmen, WIR WOLLEN DOCH NUR SPIELEN, das war doch kein Interview, die Cola-WG ist doch nur ein großer Jux, wo sich nette Leute treffen etc. pp.” in der Hinterhand haben.
Da klemmt was.
Am 19. Juli 2006 um 11:42 Uhr
Das Getöse kam später, oder? Aber möglicherweise habe ich das auch falsch wahrgenommen. Ich war ja unterwegs.
Zum Thema “Käuflichkeit” bilde ich mir gerade eine neue Meinung. Don hat sich dazu ja gerade auf seine Art an der Blogbar geäußert
Am 19. Juli 2006 um 11:55 Uhr
Ja, man könnte meinen, ich hätte bei meinem Kommentar oben geradewegs an der Blogbar abgeschrieben ;-)
Das “Best of Both Worlds” (bezahltes Marketingbloggen im Streichelzoo der Katzenblogger) kombinieren, das geht so einfach nicht:
blogbar.de/archiv/20...
Am 20. Juli 2006 um 10:53 Uhr
Mir ist´s Recht, wenn Blogs mehr Aufmerksamkeit bekommen. Selbst-PR dürfte die Kanzlerin bei jedem Interview betreiben.
Am 25. Juli 2006 um 11:54 Uhr
“Best of Both Worlds?(A.R.)…Credibility 2.0 ? (“Morgenandacht 50+” :-) Was in der Blogdiskussion über Lyssas Video mit der Kanzlerin zur Debatte steht, ist nicht nur die Glaubwürdigkeit der Journalistin, sondern auch die Frage nach der neuen Professionalität. Darf man als Blogger/in mit kritischem und z.T. politischem Anspruch seine Medienkompetenz jederzeit an jeden weitervermarkten? Während die Technik immer noch neue Möglichkeiten eröffnet, ist der ‘Faktor Mensch’ im neuen Kommunikationsspiel offenbar zu langsam. Muss man ihn updaten oder für ein gutes und verantwortliches Selbstverständnis der Medienmacher werben? Während die Diskussion um (neue)journalistische Verhaltensregeln (nr etc., Jahresanfang 2006) ist noch nicht zu Ende geführt ist, steht allerdings fest: Mediendemokratie gibt es nicht gratis – Ohne Kenntnis der neuen Kommunikationstechnologien und ihre selbstbewusste Nutzung kommen auch die ‘besten Inhalte’ in Zukunft nicht mehr an. Allerdings: Ohne Inhalt (‘Content 2.0 -Problem’)macht die Technik einen Affen aus uns.
Am 25. Juli 2006 um 17:31 Uhr
Na, ohne es jetzt irgendwie negativ zu meinen: Lyssa ist halt Pop. Nicht mehr und nicht weniger. Ihr Blog gut gemachter Pop. Dass man jetzt von ihr investigative Berichterstattung erwartet, bloß weil sie sich bei Tante Merkel mal kurz auf den Schoß setzen durfte. Ich weiß nicht. Ob dieses gushing-blushing eye-popping OhmyGawd Getue jetzt sehr bekömmlich war/einem von beiden gut zu Gesicht stand, ist vielleicht eine Geschmacksfrage aber es gibt ja auch Leute, die auf Annik Rubens’ Kleinmädchenstimme abfahren. Zugegebenermaßen ist dieses amerikanische Austauschschülerinnen-Getue nicht so sehr mein Geschmack, aber who cares. Lyssas Lounge ist ja auch nicht für ihre knallharten Kriegreportagen sondern eher für nett gemachtes SATC Geplaudere bekannt (und das meine ich nicht bitchy – es gehört was dazu und zumindest von der Warte ist es in sich authentisch). Aber warum muss man von Blogs einfach dauernd diese publizistische und journalistische Professionalität, Authentizität und hassenichtgesehen erwarten. Das ist so als würde ein Huhn rennen und schreien, “ich bin ein Adler” oder ein Radio nachts rumhüpfen und dröhnen, ich bin ein Fernseher. Blogs. Aus. Punkt. Es ist was es ist (und die Undefiniertheit macht vielleicht auch den Reiz aus). Aber dauernd über einen Kamm scheren und die nivellierende, publizistische 0815 Messlatte anlegen… ich weiß ja nicht. So. Und mit diesem Kommentar habe ich mich wahrscheinlich sowohl bei den Anhängern als auch bei den Gegnern dieses vlogs in die Nesseln gesetzt, aber sei’s drum. Mir geht es halt nur darum ‘Horses for courses’/lasst mal die Kirche im Dorf. Lyssa hat sich nie wie der Don Alphonso von der Blogbar gebährdet, von daher war ihr Auftritt doch durchaus stimmig/kein Authentizitätsverlust. Ob man mit dieser Art von Gushing-Teenie-gawking klarkommt ist eine andere Sache, stellt sich so aber auch immer wieder im sogenannten Real Life als Frage, mit welchen Leuten/Blogrollen man sich umgibt. Aber lasst doch die beiden Mädchens in Ruhe girlstalk machen (mehr war das nämlich nicht und kann man vielleicht auch nicht erwarten, ist Blogger-sein seit neuestem eine moralische Verpflichtung und muss Frau B. ab sofort nur noch über den Libanon berichten?). Klar, vielleicht eine verschenkte Chance. Aber wie gesagt: In sich durchaus stimmig, wenn man sich mal ihr Blog anschaut. Geht doch selber ins Kanzleramt, wenn ihr meint, dass ihr es besser könnt/einen Termin bekommt. Lyssa ist vielleicht ebendrum reingekommen, weil sie Carry Bradshaw-mäßig süß und flauschig ist. Harmlos eben. Mädel eben. Und das meine ich jetzt wirklich nicht negativ, denn auch da gehört etwas zu, ein Produkt, Blog oder auch Persönlichkeit derart stimmig zu inszenieren. Aber es geht mir darum, dass dieses kleine Hoppereiter-Spielchen keineswegs ein Öffnen der Politik für die große böse Bloggerwelt war, es jetzt die ultimativ verspielte Chance. Sondern einfach nur wahrscheinlich wohlkalkuliertes Risiko, bei dem die Spin-Doctors nach einigem Abwägen wohl zu dem Schluss kamen: Ach, lasst die Mädels doch mal kurz ein bisschen spielen. Von daher stimmig. Wenn jemand es besser kann und meint, dass er trotzdem durchgelassen wird. Bitte. Ich bin gespannt.
Am 25. Juli 2006 um 18:57 Uhr
> Aber warum muss man von Blogs einfach dauernd diese
> publizistische und journalistische Professionalität,
> Authentizität und hassenichtgesehen erwarten.
Kritisiert wurde (jedenfalls von mir) nicht mangelnde Professionalität. Im Gegenteil, ich verstehe es als erschreckend professionelle PR-Arbeit.
Am 25. Juli 2006 um 21:27 Uhr
Ich bin ja derzeit mit der Planung eines neuen Blog(evtl.buch)projekts “Die schlechtesten Blogs Deutschlands” ;-) beschäftigt. Und genau diese Diskussion (vielerorten ist es ja keine) liefert Stoff um den/das Blog von vorne bis hinten mit Lesestoff zu füllen (wahrscheinlich nur Links). Da tun sich selbsternannte Woodwards und Bernsteins (aka Hoffmann & Redford) hervor und entwickeln Verschwörungstheorien ala Oliver Stone, blicken dabei höchstselbst auf eine Karriere von hübsch benoteten Schulaufsätzen zurück und haben definitiv nicht den Ansatz einer Ahnung wer die Pointer Sisters oder HaJo Friedrichs waren.
He? Das war ein Interview. Wegen mir auch PR. Es war aber sicher nichts, worüber man sich weiter einen Kopf machen müsste.
Am 25. Juli 2006 um 21:54 Uhr
Die besten Blogs Deutschlands sind die, die sich keinen Kopf machen? Hab ich das richtig verstanden?
Am 25. Juli 2006 um 22:20 Uhr
Nein, Andreas, das hast du (wahrscheinlich mutwillig ;-) ) falsch verstanden. Was mir – gestatten, ich bin halt alt – mitunter schwer auf den Sack geht, ist die in der Bloglandschaft weit verbreitete Unsitte erstmal alles scheisse zu reden, ohne sich nen Kopf zu machen. Die zweite Unart ist in meinen Augen die, aus Mücken Elephanten zu machen (habe ich schon beruflich bedingt Verständnis für), dabei aber grundsätzlich den Weg des geringsten Widerstandes (den AllesScheisseNurmeineMeinungzähltundhilftmirbeiderÜberwindungmeinerProfilneurose-Weg) zu gehen.
Nicht das wir uns falsch verstehen: Wenn du darüber schreiben willst – gut, ich kommentiere ja schliesslich auch. Wenn das nur alle anderen das ähnlich sachlich wie du machen würden, wären die PK´s in Berlin und anderswo gut gefüllt mit Bloggern.
Am 26. Juli 2006 um 07:33 Uhr
Bei Aufrufen zur Sachlichkeit bin ich immer dabei, klar.
Die Sache mit den Mücke und den Elefanten sehe ich aber gerade in diesem Fall komplett anders: Frau Merkel ist das Schwergewicht, das in diesem Fall per Vlog leicht wie ne Mücke rüberkommen soll. Diese (Selbst-)Darstellung von Politik ist durchaus was, wozu IMHO jeder über 18 ne Meinung nicht nur haben darf, sondern sogar haben sollte ;-)
Am 26. Juli 2006 um 09:34 Uhr
Und ich dachte immer blogs seien dazu da, mir meinen ganz eigenen Elefanten zu erschaffen und ihn mit anderen zu teilen. Wenn er nicht gefällt geht man halt zum nächsten Gehege. Ich finde es jedenfalls wichtig, dass man sich auch mal zu “banaleren” Dingen ausführlich äußern kann. Eigentlich ist der gesamte Werbeblogger ja völlig überflüssig, weil immer jemand daherkommen wird und argumentieren kann: “Hey gibt es für euch keine wichtigeren Themen auf der Welt?” Wir können dann nur ganz lieb auf unseren Ausgang verweisen. Das ist doch das Schöne an Blogs. Jeder darf, kann und wird das schreiben wozu er/sie gerade Lust hat – und das so klein oder groß wie möglich.
Am 27. Juli 2006 um 10:47 Uhr
…mit Subjektivität Poltik machen (31 Grad)
@nurso: nicht meine Meinung, aber > wirklich gut! :-)
@andreas @ frank : Das Argument, dass Blogs – von der Idee und vom ‘Konzept’ her – subjektiv sind und es auch sein sollen (Elefant), ist ganz o.k./ Im diskutierten Fall der neuen Profi-Mädchen (Sommerinterview, Wintergeschichte) handelt es sich aber um eine gerade neu gestartete und auch vom Marketing kommerziell genutzte Mischform: Man gibt sich – je nach Anlass und Vorteil – als Blogger oder als Journalist aus. Das kann schon zu ‘Identitäsproblemen’ führen (> “Credibility 2.0″).
Am 24. November 2008 um 07:41 Uhr
Комплекс текстов хороший удачный, добавлю сайт в закладки.
Am 11. Juni 2009 um 00:04 Uhr
[...] 2006-07-18: Siehe dazu den schönen Cartoon von Ivy, umfangreicher Kommentar dazu auch beim Werbeblogger. Tweet This!Share this on del.icio.usDigg this!Share this on TechnoratiShare this on FacebookEmail [...]