19.06.06
19:21 Uhr

Interaktive Werbebfläche: Ein Schritt auf die Zukunft

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Wer mal sehen will, was in ein paar Jahren auf unseren U-Bahnhöfen werbetechnisch drin sein wird, der sollte sich dieses 6-minütige Video aus Singapur anschauen. Werbevideos die auf Bewegung der Passanten reagieren, nicht nur für Kinder ein echtes Highlight:

Medium: www.youtube.com
Link: www.youtube.com

Ein unschlagbarer Werbeträger? Das Unternemen Reactrix wird sich über mangelndes Interesse an ihrem Produkt jedenfalls nicht beklagen dürfen.

Danke an Sven für den Tipp per Mail!

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11 Kommentare

  1. Grischa

    Wow, ich bin ebenfalls begeigert von dieser interaktiven und unterhaltsamen Werbung. Bei uns in Berlin gibt es an einem C&A Gebäude eine riesen Leinwand mit Werbung, diese ist total langweilig und einfach wie im Fernsehen.

    Dies ist viel kreativer und hat sicherlich mächtig Potential, wenn die Technik nicht allzu teuer ist.

    Früher haben einige U-Bahhöfe auch schon kleine Leinwände mit Werbefilmen gehabt, aber die waren wohl nie wirklich erfolgreich, da sie auch nach 2-3 Monaten langweilig geworden sind.

  2. Sven Lehmann

    Kommunikation mit der Werbebotschaft…

    Zukunft der Werbung? Diese besteht sicher in der Interaktivität! Auf zur Kommunikation mit der Werbebotschaft….

  3. Frank Hamm

    Das ist der Anfang hin zu einer personalisierter Werbung.

    Auf öffentlichen Plätzen wird sicher bald eine Bilderkennung feststellen, welche Altersgruppe und welche Geschlechtermischung sich gerade auf dem Bahnsteig bewegt, später werden auf den Payback-Karten RFIDs sein.

    In Supermärkten wird auf Basis von Kundenprofilen, RFIDs und intelligenten Einkaufswagen auf dem Adscreen ein Werbespot für eine bestimmte Windelmarke zu sehen – weil gerade einige junge Eltern in der Nähe sind, deren bisheriges Einkaufsverhalten zeigt, dass sie bisher diese Marke gekauft haben, an diesem Tag zwar schon Babynahrung aber noch keine Windeln gekauft haben. Zukunft? METRO Group Future Store Initiative (future-store.org).

    Das wird die große Stunde von Firmen wie Reactrix sein. Willkommen in der neuen Werbung.

  4. Shun Di

    Ja, aber ist das nicht auch irgendwie erschreckend? Dass Werbung einen starken Einfluss auf uns und unser (Kauf-)Verhalten hat, geht mir persönlich schon fast zu weit. Und die neue Technik zeigt genau hier auch Schwächen auf:

    Menschen sind unlogisch. Wir entscheiden meist spontan „aus dem Bauch heraus“ – Auslöser ist unser Gehirn, das ständig neue Impulse braucht – laut Evolutionsforschern fast der alleinige Grund, warum wir so etwas wie Städte gebaut haben. Denn eigentlich hat der Mensch eine angeborene Platzangst und beansprucht ein relativ großes Umfeld für sich. Ein wunderbares Beispiel, vom wechselseitigen Territoriumsbruch abzulenken, findet man beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, wo Blickkontakt und zu lautes Reden (so gut es geht) vermieden werden.

    Werbung sollte eigentlich informieren, dem Kunden also eine Entscheidung erleichtern(!), nicht ein Kaufverhalten forcieren oder sogar induzieren (auch wenn das besser bezahlt wird). Leider gibt es diesen Trend ja auch immer häufiger in der Unternehmenswerbung, in der nicht über Produkte und Preise differenziert wird, sondern über einen persönlichen (auch hier lässt sich trefflich über den Kontext streiten) Kontakt.

    Just my two cents.

    Shun Di

  5. edo

    ganz neu ist die sache ja nicht…

    ich hab vor etwa 10 jahren ne interaktive ausstellung im bereich video-art gesehen, die nach demselben prinzip funktioniert hat.

  6. Patrick Breitenbach

    @edo: Die Technik ist sicherlich nicht brandneu, der kommerzielle, massentaugliche Einsatz aber wohl schon.

  7. Andreas Berg

    @Shun Di: Erschrekend finde ich nicht, dass intelligent gemachte Werbung Einfluss auf unser Kaufverhalten hat. Viel erschreckender finde ich, dass total plumpe Werbung anscheinend den selben Effekt hat. Es gibt ja immer wieder Untersuchungen, dass nicht die prämierten Werbe-Kurzfilme die beste Werbewirksamkeit haben, sondern meist die nervigen Spots mit vielen Wiederholungen.

    Das hier vorgestellte Modell ist lediglich ein neues Medium, an dem die Werbeagenturen sich austoben können. Der Inhalt entscheidet darüber, ob dieses Medium nicht vielleicht intelligent genutzt werden und gleichzeitig erfolgreich sein kann.

  8. Patrick Breitenbach

    @Andreas Berg: Was mich allerdings brennend interessiert ob die stark frequentierten Ballerbotschaften tatsächlich direkte Auswirkung auf das Kaufverhalten haben. Welche Untersuchungen von welchen Verlagen und TV-Sendern gibt es da so? ;-)

  9. Shun Di

    Gut, erschreckend war etwas überspitzt. Die Aussage an sich richtete sich aber auch nur an RFID und dergleichen: Chips, die implantiert werden und mehr Informationen über uns haben als unsere besten Freunde. Und niemand kann wirklich nachvollziehen, was mit diesen Informationen geschieht. Und dass selbst die oberflächliche Nutzung nicht allzu prickelnd auf mich wirkt, wollte ich im oberen Kommentar verdeutlichen.

    Und zum Thema Untersuchungen zu Ballerbotschaften: Es kommt ganz auf die Klientel an, die ich zu erreichen versuche. Doch die breite Masse ist so übersättigt und resistent, dass eben fast nur noch Brute-Force Wirkung zeigt. „Kreative“ Werbung verfehlt ja meist das Ziel, Nutzen zu kommunizieren. Was sich auch nicht ganz vermeiden läßt. Dazu ein Beispiel aus dem Leben: Ein Witz, dessen Pointe schon fast im Vornherein feststeht und den wirklich jeder versteht – eventuell auch noch perfect pc ist – ist nicht nur langweilig, sondern wird auch nicht im Gedächtnis behalten. Nur transportieren sehr geniale Witze oft auch keinen tieferen Sinn (Zwei Fahrräder baden in der Wanne. Kommt ein Ei vorbeigeflogen. Fahrräder: „Hey, Ei, komm‘ doch zu uns in die Wanne.“ Ei: „Geht nicht, muss noch zum Friseur.“ – naja, ihr wisst, was ich meine…)

    Darin liegt ja die große Herausforderung für jeden Werber: Wie kommuniziere ich DEN Nutzen meines Produktes mit dem im Verhältnis geringsten Budget und erreiche trotz Desensibilisierung den (potenziellen) Kunden? Das wird einem auf keiner Uni beigebracht – und hat manchmal tatsächlich auch mit Glück zu tun (Wirtschaftslage, allgemeine Stimmung, Politik, schwache Konkurrenz, …)

    MfG

    Shun Di

  10. Marc

    AC Nielsen kann mit 60%iger Wahrscheinlichkeit allein auf Grund des Mediabudgets voraussagen, welchen Erfolg eine TV-Kampagne erzielen wird. D.h., zu 40% ist es vollkommen egal, wie toll ein Spot gestaltet ist.

  11. Chris

    Da fällt mir wieder die ibar ein, über die der Torsten am 3. gebloggt hatte,
    taxi-blog.de/wordpre...

    auch sehr Interessant.

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