18.06.06
11:32 Uhr

Imageprobleme im größten Netz aller Zeiten?

Auf Anregung im Kommentarbereich zur dreibusigen Bacardi-Frau habe ich nach dem dreibusigen Media Markt Model Ausschau gehalten, diese habe ich dann zwar nur als Thumbnail gefunden, was aber eigentlich völlig unwichtig war. Denn etwas anderes ist mir wesentlich deutlicher ins Auge gestochen. Schonmal nach “Media Markt Saturn” gegoogelt? Die ersten Plätze werden – wie es sich auch gehört und damit Widerspruch an alle Kritiker, die meinen Blogs würden relevanter eingestuft als die dazugehörigen Unternehmenswebsites – noch vom Metrokonzern selbst belegt. Geht man jedoch einige Plätze weiter runter so sehen wir durchgängig eine Thematik, die das Kernimage der Marke Media Markt/Saturn extrem attackiert. “Aufgedeckt: Die Media Markt Lüge” (PC-Welt), “Der billige Schein – Media Markt und Saturn oft teurer” (Golem) und “Verar***en uns Media Markt und Saturn?” (Giga). Viele werden gleich buhen und sagen, ja diese miesen klowändigen Weblogs wieder, mit ihrer billigen Hetze. Weit gefehlt. Alle drei Quellen stammen direkt aus gut frequentierten Community-Websites, die gleichzeitig noch eine hohe Glaubwürdigkeit besitzen. Eine Community, die vom Metrokonzern eigentlich nicht ignorierbar ist. Das ganze geschieht zwar noch im Internet wohlgemerkt und nicht da draußen in der knuffigen Offlineplakatprospektschweinebauchwelt, oder? Oh doch, es passiert, wenn auch nicht direkt messbar. Denn gerade die Internetuser, die Geeks und Nerds sind das Rückenmark des Media Markt/Saturn Klientels, denn diese Community sind mit Vätern, und Schwiegervätern, Onkels, Großtanten und Arbeitskollegen vernetzt. Und alle werden diese eine Botschaft per Nervenstrang weitertragen: “Opa, kauf bloss nix bei denen, die sind nämlich gar nicht so günstig wie sie tun.” Opa wird natürlich dem Enkel dankend auf die Schulter klopfen und ihm den Differenzbetrag anschließend auf das Sparbuch legen, oder froh sein, dass von der Rente noch ein bißchen was übrig bleibt. Opa selbst liest nicht bei giga.de oder golem.de. Opa hört aber als allerestes auf seinen Enkel, mag die dreibusige Frau noch so verlockend ihre drei Milchdrüsen, nach vorne gebeugt, anbieten.

Der Kern der Marke ist diesmal wirklich in Bedrängnis und wenn man weiterhin die Augen davor schließt, wird man langfristig richtig Probleme bekommen. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass die Räder bereits in Bewegung sind. Denn so falsch waren die Strategien bisher ja nicht, nur jetzt greifen sie eben nicht mehr und es muss dringend gegengelenkt werden. Noch kann man durch Masse und Präsenz punkten, jedoch alles eine Frage der Zeit. Wenn kleine PC-Läden ihren Nerdcharakter ablegen und sich einigermaßen durch kostengünstige Werbung ins Gespräch bringen können, wird es richtig brenzlig. Der Schlüsselbegriff lautet erneut: Glaubwürdigkeit.

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9 Kommentare

  1. Grischa

    Ich kannte gar nicht eine der drei Aritkel von der PC-Welt, Golem oder Giga, aber wenn man nicht nur auf rote Werbung achtet, sondern mal ab und an zur Konkurrenz geht, dann sieht man das es sehr viele Dinge, einfach günstiger woanders gibt.

    Ich finde die Auswahl von Mediamarkt ist recht stark, jedoch haben sie eindeutig bei einigen Produkten wie beispielsweise Fernseher nicht die günstigsten Preise, da ihre Millionen-Werbung auch finanziert werden muss, halte ich die Preise für angemessen, bloß nicht für intelligente Menschen bzw. Menschen die fast-Monopole nicht mögen.

    Dies hat nichts mit “Geiz-ist-Geil”-Mentalität zu tun, sondern um Erhalt des Wettbewerbs und dies ist das wichtigste in der Marktwirtschaft.

    Hiermit möchte ich noch erwähnen, das ich weder zur Metrogrpoup noch zu deren Konkurrenten irgendwie beteiligt wäre, schade eigentlich ;-)

  2. Tim Keil

    die tatsache ist ja nicht sonderlich neu. allerdings kann man auch sehen, dass der mensch oft sehr bequem ist und bereit dafür zu bezahlen. bei mediamarkt und saturn kann ich eben einfach mal hingehen und mir ziemlich sicher sein, dass ich eine relative große auswahl habe. da können die kleinen computerläden leider optisch nicht so mithalten.
    und die lagerhaltung ist leider auch noch etwas besser. erst letztens war ich wieder beim computerhändler meines vertrauens und musste feststellen, dass er zwar die passende karte, aber leider kein kabel vorrätig hatte. also wieder auf zum nächsten laden und kabel kaufen. das nervt dann doch manchmal sehr.
    aber prinzipiell glaube ich auch, dass kleinere händler definitiv eine gute chance gegen die medimärkte dieser welt hätten, wenn sie etwas mehr sorgfalt auf die details wie beratung (genau wie du sagst: weniger nerdig), lagerhaltung, öffnungszeiten (die ist oft ganz ganz ätzend habe ich festgestellt), usw. verwenden würden.

  3. Patrick Breitenbach

    @Tim: Die Frage ist ja dann auch warum Media Markt nicht offensiver mit ihrer Auswahl werben. Das wäre doch schonmal der erste Schritt. Weg von “Alles ist günstig” hin zu “bei unserer Auswahl ist immer ein Schnäppchen drin”.

    Die kleinen PC-Läden machen meistens schon einen eklatanten Fehler sie kommunizieren zu wenig und zu schlecht im Netz, dafür dass so viele Nerds da sitzen bringen die einfach viel zu wenig (also jedenfalls in meinem Radius) und viel zu unprofessionell. Da schalten die lieber ne selbstgemachte Anzeige im Käsblatt als da ein wenig Geld und Know How zu investieren.

    Service, Beratung, Nischenprodukte und Riesenauswahl im Netz oder Riesenauswahl durch Logistikkooperationen, das könnten die zukünftigen Stärken der kleinen Läden sein.

  4. black

    Ich hab sowohl die Links als auch den Eintrag hier nur überflogen, aber scheinbar bezieht sich nur Giga auf die Marketing-Aktion im Januar 2005 – und verschweigt den wichtigsten Part:

    Tatsächlich hatte Mediamarkt mit dem 2. Januar 2005 insgesamt 2 Tage Zeit, in denen die Pforten für Kunden geschlossen waren, bevor am Montag, den 3. Januar die große Aktion mit den 16% Rabatt startete. In dieser Zeit wurden scheinbar in vielen Filialen die Preise bei wichtigen Artikeln um genau diese 16% angehoben, so dass die Käufer – die in den meisten Fällen natürlich keine Vergleichsmöglichkeiten hatten – trotz des Rabatts den vollen Preis bezahlt haben.

    Das ganze wurde in den Medien kaum abgehandelt und ist danach schnell in Vergessenheit geraten. Ich hab leider auch keine Links mehr – ist schließlich schon ein Weilchen her – aber mit etwas Mühe wird man sicherlich noch genauere Infos finden.

    Die Slogans “Lass Dich nicht verarschen – vor allem nicht beim Preis” und “Du bist doch nicht blöd!” fand ich danach allerdings nie wieder lustig. “Glaubwürdigkeit” ist was anderes.

  5. Patrick Breitenbach

    @black: Nun gut, diese Rabattpolitik ist nicht nur bei Media Markt zu beobachten, da nehme ich den Elektronikmarkt mal in Schutz. Jedes große Handelsunterhmen, welche mit Rabatten arbeitet, verfährt nach dem gleichen Prinzip. Anscheindend ist man ja als Kunde auch darauf angesprungen, die Frage ist nun, ist die Geiz ist geil Welle wirklich langsam am abflachen oder glaubt der Kunde immer noch was er glauben will? Schließlich waren die Läden damals rammelvoll und ich bin mir sicher sie werden wieder voll sein, wenn es demnächst 19% geben wird. Die Kunden sind also selber Schuld bzw. leicht zu verführen, aber sind sie auch nachhaltig lernfähig?

    Al positives Beispiel, in einer anderen Branche, fällt mir Ikea ein. Im Gegensatz zur Konkurrenz arbeitet man dort so gut wie nie mit Rabatten. Ikea hat sich eine Glaubwürdigkeit in punkto Günstigkeit aufgebaut ohne dass sie es groß rumposaunen. Sind sie deshalb wirklich günstiger? Ich glaube nicht. Aber kein Kunde würde ihnen deshalb einen Vorwurf machen, denn sie haben es ja nie behauptet. Jedenfalls eine großartige Leistung die dort in der Unternehmenskommunikation abgeliefert wird.

  6. Mathias

    Na ja, MM/Saturn sind ja keine reinen Computerläden, sondern Elektromärkte. Klar gibt es Festplatten oder Mainboards günstiger beim kleinen Computerhändler bzw solche Sachen hat MM erst gar nicht. Die konzentrieren sich ja eher auf günstige Komplettsysteme. Gerade mal geschaut, bei Saturn ist das Apple iBook M 9848 15EUR günstiger als beim günstigsten Angebot von geizhals.at. OK, Drucker etc. findet man in Onlineshops 10-15 EUR günstiger, dafür darf man 30EUR Versandkosten dazurechnen. Deshalb denke ich schon, dass es eine lohnende Strategie ist, mit 1-2 günstigen Produkten zu werben und den Rest auf Marktniveau oder drüber zu verkaufen.
    Das ändert jetzt nichts daran, dass die MM-Werbung eher zu den nervigen gehört und man sich sowieso vor jedem Kauf die marktüblichen Preise anschauen sollte, aber imho steht MM/Saturn eher in Konkurrenz zu anderen Elektrogroßmärkten wie ProMarkt, MediMax und den Elektronikangeboten der Lebensmitteldiscounter als zu der 3-Mann-Nerd-Computerklitsche. Irgendwie bezweifel ich, dass Opa dort einkaufen wird, auch wenn sie anfangen, über den Verkaufalltag bloggen und lustige Youtube-Videos über geschrottete Prozessoren, die die Kunden versuchen umzutauschen, ins Netz stellen.

  7. Shun Di

    Sehe das ähnlich wie Mathias, die Nerds decken die Bedürfnisse einer Nischen-Klientel ab – und das wird auch so bleiben.

    Aber eine Sache noch zum Rabatt: Ein Rabatt wird grundsätzlich aufgeschlagen. Rechnung: Selbstkostenpreis + Gewinn + Rabatt + Skonto = Preis an der Kasse ;)

    Über den Rabatt verzichtet der Händler also nur auf eine höhere Marge. Daher sollte man immer vorher vergleichen – oder wie beim Handeln – wissen, was es einem tatsächlich wert ist ^.^

    MfG

    Shun Di

  8. Lifelines

    ist doch klar das die Konzerne wie Saturn oder MM nicht die günstigsten sind. das ist doch schon länger bewusst und auch bekannt.

    Die hätten diese viele Werbung nicht nötig wenn sie so billig wären. denn dann würden da SEHR SEHR SEHR viele Menschen einkaufen, und Media Markt und/oder saturn müssten weniger Werbung machen.

    so ist das…die haben es auch faustdick hinter den Ohren!!

    Lifelines

  9. peter

    jo

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
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