11:09 Uhr
VW: Tabubruch oder schlicht die Realität?
Ich kann den Wirbel um die VW-Crash-Spots in der deutschen Presselandschaft nicht so ganz nachvollziehen. Die Spots sind heftig, keine Frage (Hier gibt es übrigens noch den zweiten Spot aus der Kampagne). Sie rütteln auf, hämmern einem das USP direkt ins Gehirn. Offen, Schonungslos und unverfälscht. Eben die Wahrheit. Vor kurzem schrieb ich noch über dessen Macht. Schön, dass CP&B das für ihre Kampagne ähnlich sahen. Die Verkaufszahlen stiegen jedenfalls merklich an:
Noch im April, als die Werbung ausgestrahlt wurde, stieg die Zahl der verkauften Jettas in den USA um mehr als 30 Prozent auf 9929 Fahrzeuge.
In Deutschland wird es sowas allerdings nicht geben:
Vielmehr wolle man in Deutschland spezifische Produktvorteile herausstellen und zudem eher heitere Geschichtchen erzählen.
Bei dem Ausdruck “heitere GeschichtCHen” sträubt sich automatisch mein Körperfell. Dann lullt uns weiter ein, wir holen uns sowieso die besseren Spots bei Youtube & Co. Wer guckt denn schon TV?
8 Kommentare
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- Vroni: Ralph :-)
- ralf schwartz: @Vroni Das war ein zustimmendes Lächeln, wie Du es auch sehen würdest in meinem Gesicht würden wir uns gegenübersitzen. Nicht immer...
- Vroni: Was issn jetz schon wieder. Klar macht es einen Unterschied, wie man optisch und von der textlichen Ansprache an die Leut angeht. So gehts...
- ralf schwartz: @Vroni :)
- Vroni: Kann ja alles sein, geschenkt. Ich meinte, dass das grottenschlecht und wenig ansprechend UMGESETZT war. Wie wenn ein BWL-er unter...
- ralf schwartz: @Vroni Und eine Website dahinterzulegen, auf der die User hätten voten können … Aber die Kosten, Print geht es gar nicht gut,...
- Vroni: Hrhr, die W&V mal wieder. Leeres Schulheft-Papierkaro und eine Flipchart-Schrift. Kriegt man sofort die beiden Krankheiten Horror Karo-i...
- Daniela über die Arbeitszeit: Mit dem Alter werde ich immer tagaktiver… Während ich in meiner Schulzeit zwischen 8 und 16.00 (Schule) in...

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Am 12. Mai 2006 um 11:26 Uhr
Wenn ich diesen dritten oder vierten Satz bei SpOn schon lese: “Wie viel Gewalt ist erlaubt in der Werbung?”
Das ist definitiv NICHT die Frage. Die Frage ist: Wie viel Lebenswirklichkeit jenseits von glücklichen Kühen und sauberen Frühstücksbrotmuttis ist erlaubt in der Werbung?
Es geht darum, ob Werbung auch anders funktionieren kann und darf als über platte Glücksversprechen, heile Welt und heiapopeia. Jeder, der sich ein paar Tage in der Branche herumgetrieben hat, kennt Regel No.1, die in den Köpfen herumspukt: Nie etwas Negatives sagen oder zeigen, lieber eine noch so groteske Verrenkung über das Positive wählen. Nach spätestens einem Jahr als Junior hat die Gehirnwäsche funktioniert, der negative Approach ist aus den höheren Hirnregionen gelöscht.
Natürlich gibt es herrliche positive Umsetzungen für Sicherheit. Der Procon-Ten-Spot von Audi mit den Streichholzschachteln ist einem über 20 Jahre im Gedächtnis geblieben, kürzlich hatten wir das geniale Weißbrot vor der Wand. Aber dieses reflexhafte Geschrei, wenn’s mal jemand andersrum macht, ist schon sehr interessant – zeigt es doch, dass die Gehirnwäsche scheinbar auch beim Verbraucher funktioniert: How shocking, wenn Werbung mal nicht heiapopeia ist!
Am 12. Mai 2006 um 11:56 Uhr
Wie war das doch gleich? Der MEHRWERT muss herausgestellt werden!
Und das ist den Machern definitiv gelungen. Ich würde mich über eine Ausstrahlung solcher Spot im deutschen Fernsehen sehr freuen, denn ich fühle mich als Verbraucher tatsächlich mal angesprochen.
Wenn ich da an andere Spots denke….ich konnte mit meinem Kombi (RIESIGER KOFFERRAUM) leider noch kein Mädel überzeugen….weder zum menscheln noch zum Shoppen…..völlig unglaubwürdig sowas….
Am 12. Mai 2006 um 12:14 Uhr
Super Spots! Hut ab! VW ist dafür bekannt einfach gute Werbung aller Art zu haben. Aber da haben sie sich wieder einmal selbst übertroffen.
Das einzig Positvie an all der Kritik ist doch wieder, dass VW weltweit in den Medien vertreten ist! Und da die einzigen Kritiker (so ist´s mein eindruck) die “Moralapostel” der Medien sind, ist dies doch ein schöner Nebeneffekt für die Verkaufszahlen von Volkswagen.
Am 12. Mai 2006 um 13:55 Uhr
Das ist doch total bescheuert. Jahrelang regt man sich auf mit Werbelügen und Bubblegumwelten indoktriniert zu werden. Und dann kommen auf einmal Spots die das nicht machen, die zeigen wie es ist und Punkt. Und auf einmal schreien alle, Neein das geht nicht!?
Das sagt mir eigentlich nur eins. Die Spots waren längst überfällig, und sind Genial. :-)
Am 12. Mai 2006 um 16:19 Uhr
Also ich kann den Medienrummel (“Tabubruch”, “Gewalt in Werbung”) nicht nachvollziehen bzw. so ein Gedanke ist völliger Schwachsinn. Die VW-Werbung ist clever gemacht und kann sicherlich kontrovers betrachtet werden … aber TABUBRUCH!?? Welches TABU denn? Und welche GEWALT?? Ich dachte, SPIEGEL mit seinem Zwiebelfisch treibt seine Journalisten dazu an, über die verwendeten Wörter nachzudenken. Aber offenbar wird da wahllos mit Schlagwörtern um sich geworfen …
Am 13. Mai 2006 um 10:34 Uhr
Zu brutal?Es geht um zwei Werbespots für den VW Jetta. SpOn berichtet über die Spots aus den USA und fragt: “Wie viel Gewalt ist erlaubt in der Werbung?”
Ich frage mich, was daran “Gewalt” sein soll?! Realität nennt man das…
Am 15. Mai 2006 um 05:46 Uhr
Wenn die Spots brisante Diskussionen erzeugen, haben sie doch ihre Wirkung! Dass dabei ein Gratwanderung zwischen Begeisterung und Abneigung entsteht, war abzusehen. VW beweist Mut und hofft auf ein positives Überwiegen.
Wie aber die Tatsache aufgefasst wird, dass keine Computeranimationen, sonder tatsächlich echte Crashs gefilmt wurden, bleibt abzuwarten. Das setzt immerhin nochmal einen drauf!
tdn.com/articles/200...
Am 15. Mai 2006 um 07:54 Uhr
@Erik: Genau da liegt doch der vermeintliche Tabubruch. Echte Aufnahmen, keine Animation.
VW beweist lediglich in den USA Mut, bei uns werden die Spots aus oben genannten Gründen ja nicht gezeigt.