12:17 Uhr
Erfindungen, die der Mensch nicht braucht
Mir sind ja beinahe die mittäglichen Nudeln aus der Fressleiste gefallen, als ich diesen Bericht bei SPON gelesen habe. Spontan fallen mir da solche Bilder zu ein:
Philips hat also eine Technologie entwickelt, die es dem TV-Zuschauer verbietet, während Werbepausen wegzuzappen.
Philips nennt dieses Umschalten in der Patentbeschreibung “aus Sicht der TV-Sender unerwünscht”. Die Anbieter hätten ein Interesse, dass bezahlte Werbeclips auch wahrgenommen würden, schließlich sei das ja ihre Haupteinnahmequelle. (…) Die Settopbox soll dann das Umschalten für die Dauer der Werbung verbieten.
Wenigstens wird auch ein wenig an den Verbraucher gedacht:
Damit die Zuschauer nicht glauben, ihre Fernbedienung sei kaputt, soll eine kurze Information über die Umschaltsperre eingeblendet werden.
Hervorragende Idee, grandios, sensationell!
Ich muss mich erstmal wieder beruhigen…
16 Kommentare
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- Daniela über die Arbeitszeit: Mit dem Alter werde ich immer tagaktiver… Während ich in meiner Schulzeit zwischen 8 und 16.00 (Schule) in...
- ralf schwartz: @Selket Interessant, danke.
- Selket: Es hat noch einen weiteren Grund, weshalb Katzen 9 Leben haben sollen: im Alten Ägypten – für Katzen wohl die beste Zeit ;-), war die...
- ralf schwartz: @AndreasK Ich kann die Härte, die Du in den Post hineininterpretierst, nur schwer nachvollziehen. Nichtmal die w&v selbst sieht...
- AndreasK: Weil jetzt das Internet nun mal da und total hip ist, muss die eigene w&v-Idee natürlich brachial digital gedacht, erstellt und...
- ralf schwartz: Ah, “LEAD digital”, dieses “14-tägliche Magazin für Digital-Professionals und Online-Marketer”. So reisst...
- Annette Mattgey: Dafür hat W&V doch LEAD digital. Da kann man all diese komischen Sachen mit dem Netz nachlesen, sogar auf ner eigenen Website....
- daniel: also erst mal, coole Grafik im oberen bereich :-) und der verdienst, hängt sicherlich von jedem selbst ab, viele faktoren spielen da eine...

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Am 19. April 2006 um 12:28 Uhr
Das wird sicherlich der Verkaufsrenner, da hoffe ich ja schon auf chinesische Nachbauten, die kein Geld für die Lizensierung dieses Schwachsinns ausgeben!
Am 19. April 2006 um 12:32 Uhr
Also wenn Philips das als einziger Anbieter verkaufen wollte wäre das doch ein Schuss ins eigene Knie. Der Geruch von großen Zusammenschlüssen mit den Sendern und zentnerweise Schmiergeld liegt in der Luft. Wenn alle Geräte in Zukunft dieses Patent einbauen, dann prost Mahlzeit. Aber noch glaube ich an die Vernunft. Falls das doch passiert ist das konventionelle Fernsehen wenigstens völlig gestorben.
Am 19. April 2006 um 12:44 Uhr
Philips rettet die WerbetreibendenDie sehr schlauen Köpfe bei Philips Electronics haben sich was ganz ausgefuchstes ausgedacht und darauf gleich mal ein Patent angemeldet[1].
Dabei geht es um einen Video-HD-Recorder, der Überspringen oder Vorspulen der Fernsehwerbung verhindert.
Wie …
Am 19. April 2006 um 12:46 Uhr
Da bin ich vorhin auch drüber gestolpert. Unglaublich. Die werden doch nicht mal den Prototyp los.
Am 19. April 2006 um 12:50 Uhr
Also ich hab’ damit überhaupt kein Problem. Ich find’ das nur fair, schließlich werde ich ja dafür bezahlt, Werbung in voller Länge und aufmerksam zu verfol … Moment, wie, werde ich nicht?
Am 19. April 2006 um 12:57 Uhr
@dreamr:
Also bitte! Du wirst doch mit hochkarätiger Unterhaltung, spannenden Sportevents und Spielfilmklassikern reich genug beschenkt!
Am 19. April 2006 um 12:58 Uhr
Das ist (leider!) nur eine konsequente Fortsetzung von anderen Technologien… Beispiel DVD-Player: Da kauft man eine DVD, und dann wird man von der Menüführung daran gehindert, den “Raubkopierer-sind-Verbrecher”-Trailer (oder andere Jura-Vorlesungen) zu überspringen. “User Prohibition” nennt sich diese Technik.
Den absoluten Gipfel hat bis dato die Scheibe “House of Flying Daggers” abgeschossen: Da wird man nach dem Einlegen der Scheibe genötigt, zuerst den “Raubkopierer”-Nonsense anzusehen, gefolgt von einem Kinotrailer (ebenfalls nicht überspringbar). 5 Minuten, bis man endlich im Hauptmenü ist! Bei jedem Einlegen der Scheibe! Und dafür zahlt man regulär über 20 Euros! Beim Kino kann ich wenigstens vorsätzlich zu spät kommen, um die Werbung zu überspringen, aber in diesem Fall…
Nicht umsonst unken schon Leute mit der Scherzfrage: “Woran erkennt man eine raubkopierte DVD?” – “Klar, am Fehlen des Raubkopierer-sind-Verbrecher-Trailers”
Am 19. April 2006 um 14:06 Uhr
Philips. Sense and simplicity.
Warum haben die nicht gleich den
Fernseher ohne Fernbedienung erfunden?
Am 19. April 2006 um 14:21 Uhr
Wenn Philips die einzigen bleiben, wird es ein Flop. Wenn andere auf den Zug aufspringen sehe ich Schwarz für Hobbyzapper.
Es wird dann hoffentlich nicht lange dauern, bis jemand eine Elektronik gebastelt hat, die die Sperre umgeht. Wenn diese dann noch zwischen Antenne und Receiver geschaltet werden kann, wird das der Verkaufsschlager unter der Hand.
Im Notfall gibt es noch das Internet und der Fernseher wird abgeschafft.
@Stefan: Die Trailer kann man zum Glück noch mit voller Geschwindigkeit vorspulen.
Prinzipiell finde ich die Trailer auch zum ko…
Wenn ich eine DVD kaufe, will ich sie einlegen und der Film soll anfangen (oder das Hauptmenü kommen). Alles andere soll über das Menü erreichbar sein.
Am 19. April 2006 um 15:03 Uhr
Philips wird definitiv nichts auf den Markt schmeißen, was kein Mensch kaufen will. Manchmal werden Patente eben einfach angemeldet, um sie angemeldet zu haben. Aber die Idee finde ich schon interessant. Immerhin geboren aus der Erkenntnis, dass Werbung im Fernsehen wohl nicht gern gesehen wird. Jetzt muss nur noch etwas weiter gedacht werden. Das wird aber nicht passieren. Was war denn die Reaktion auf Popup-Blocker? Bessere Online-Werbung? Nö. Layer-Ads. Brechstange, ick hör dir trapsen.
Am 19. April 2006 um 15:07 Uhr
Da scheint mir Philips ja doch sehr scheinheilig zu agieren.
Vor ein paar Wochen wurde noch bereichtet, dass die Marke in Amerika den gesamten Werbeblock vor dem Kinofilm zu buchen, um ihn dann (wie nett) auf einen kurzen 15 Sekünder zu verkürzen, damit die Kinozuschauer dann auch schnell den Film sehen können. Ganz im Sinne von Sense & Simplicity. Hat leider nicht geklappt, weil die Kinovermarkter sich dagegen gesperrt haben.
Siehe auch den Adrants Artikel dazu: adrants.com/2006/03/...
Und nun sowas. Da kann man doch nur den Kopf schütteln. Und ich dachte wirklich, dass Philips eine Marke wäre, die es endlich mal verstanden hat.
Am 19. April 2006 um 18:14 Uhr
Finde ich richtig so. Ich zahle ja bei PayTV nur die Freischaltung. Der Rest wird dann über PopUps Werbefinanziert.
Bei FreeTV zahle ich ja demnächst auch nur die Durchleitungsgebühr für den Satellit. Die Werbung muß man dann extra zahlen….
…mit seiner geistigen und bewußten Anwesenheit. Wer aufs Klo geht oder zum Kühlschrank, wird gemeldet. Es herrscht Vorratsdatenhaltung für 3 Jahre. Verstöße werden mit Gefängnis bis zu 5 Jahren geahndet.
Am 19. April 2006 um 18:43 Uhr
Fraglich dabei ist nur folgendes: wenn ich gerade (während des Films) am Zappen bin und komme auf einen Sender, auf dem gerade Werbung läuft – muß ich dann mit dem “Senderschnelldurchlauf” warten, bis der Werbeblock zu Ende ist?
Hört sich reichlich unausgegoren an. Was ein Glück, daß ich auf TV verzichte. :)
Am 19. April 2006 um 19:10 Uhr
@Heiner Bremer:
Nein, der Umschaltblocker wird natürlich erst aktiviert, nachdem Du länger als 10 Sekunden auf einem Sender “hängengeblieben” bist. Musst Du halt schnell entscheiden, ob Du zappen oder gucken willst..
Am 20. April 2006 um 13:58 Uhr
Philips – nein danke!Der Werbeblogger berichtet:"Philips hat also eine Technologie entwickelt, die es dem TV-Zuschauer verbietet, während Werbepausen wegzuzappen."Janeisklar… Ich werde Philips in Zukunft bei meinen Kaufentscheidungen "berücksichtigen".
Am 27. Februar 2008 um 08:57 Uhr
[...] wie man dem dummen Konsumenten das Vorspulen und zeitversetzte werbefreie Fernsehgucken mit technischen Methoden ganz einfach verbieten könnte (das ist ja das schöne am freien Markt) richtet sich das Augenmerk einiger [...]