25.01.06
16:16 Uhr

MaFo von unten – das Konsumblog

Werber leben gerne in einer Kreativitätsluftblase. Marketer glauben gerne selbst an ihre Bulletpoints. Und während ich mal wieder mit einem Finger auf andere deute, weiß ich nur zu genau, dass vier Finger zurück auf mich selbst zeigen. Auch ich hoffe oft genug, ein paar schöne Pirouetten in der Copy könnten genügen, um die Defizite eines Produkts zu kaschieren.

Aber Komsumenten lassen sich immer seltener auf Dauer übertöpeln. Sie kaufen ein Produkt vielleicht einmal wegen des geilen Bildes oder der sophisticated Headline. Und dann? Spätenstens dann schauen sie sich das Produkt genauer an. Vergleichen. Wägen ab. Und zeigen ihm beim nächsten Mal am POS die kalte Schulter, wenn es nicht das hält, was wir so blumig versprechen.

Lange Rede, kurzer Sinn: Werber und Marketer sollten offene Augen und Ohren dafür haben, was ihnen die Zielgruppe über ihre Produkte zu erzählen hat. Mein Freund Ralph Segert hat kürzlich ein Blog ins Leben gerufen (und inzwischen schon ein kleines Team um sich geschart), das konsequent und parteiisch aus der Sicht des kritischen Konsumenten erzählt: das Konsumblog.

Das Konsumblog ist gewiss kein Kuschelblog. Vielleicht erscheint manchem die dort widergespiegelte Welt zu sehr grau in grau. Hey, es ist an uns, sie wieder bunt zu machen! Aber eben nicht nur mit schönen Bildern und warmen Worten, sondern vor allem mit Produkten, die uns auch in Zukunft die Luft zum Atmen lassen.

Tipp zum Anlesen und Mitmachen: Sieben Fragen zu Konsum und Umwelt.

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4 Kommentare

  1. Iris

    Werber und Marketer sollten offene Augen und Ohren dafür haben, was ihnen die Zielgruppe über ihre Produkte zu erzählen hat.

    Gute Empfehlung Andreas. Wie sagt schon der Volksmund? “Lügen haben kurze Beine”.
    Wenn wir unsere Welt wirklich wieder bunter machen wollen, muss imo jeder einzelne von uns für seinen Part in der Marktwirtschaft Verantwortung übernehmen – Produzenten, Werber, Händler und Konsumenten.

    btw Herzlichen Dank auch für die Werbung ;o).

  2. Hans Dorsch

    Der Konsumblog ist eine gute Idee und Inspiration. Allerdings eher abstrakt.

    Deshalb gibt es Anständig einkaufen (anstaendigeinkaufen....), den Wegweiser zu Stil und gutem Gewissen.

    Anständig Einkaufen ist ein Einkaufs-Weblog für aufgeklärte Zeitgenossen. Wir suchen nach Dingen, die das Leben schöner und freundlicher machen. Und dabei umweltfreundlich und sozial verträglich sind.

    Wir machen es den Leuten einfach und geben konkrete Einkaufstipps: relativ subjektiv, aber immer mit dem Blick auf die Kriterien Nachhaltigkeit und sozialer Verträglichkeit ausgesucht.

  3. ralph

    Da kommt helle Freude auf, dass hier Konsumblog.de so schön vorgestellt wurde. Danke!

    Hans: Was verstehst Du unter “abstrakt”? Im Archiv sind bereits genug Artikel zu finden, die sehr konkret sind und in den Kommentaren gibt es reichlich Hinweise zum umweltfreundlicherem Konsumieren etc, wobei gleichzeitig hier und dort deutlich wird, dass das gute Gewissen leicht zum Selbstbetrug neigt, denn man kommt gar nicht daran vorbei, giftige und umweltzerstörende Produkte etc zu konsumieren.

    Zudem wollen wir gerade von dieser Haltung wegkommen, die suggeriert, dass richtiges Einkaufen beim richtigen Anbieter reiche, um die Lebensqualität zu erhöhen und die Welt ein klein wenig umweltgeschützter zu machen. Was nun nicht heißt, dass Dein Anliegen nicht Beachtung und Respekt vediene, doch wichtiger für eine Nachhaltigkeit, die den Namen verdient, ist immer auch der Blick auf Zusammenhänge, die zeigen, welche zerstörerische Folgen Produktion, Konsumhaltungen, Konkurrenzkampf, Lobbypolitik für alle, aber vor allem für die ärmeren Länder haben. Alles andere läuft auf Zynismus oder saturierte Gleichgültigkeit hinaus, um es mal zu überspitzen. Es gilt, den Konsum zu politisieren. Vielleicht finden wir mit unseren Blogs Anknüpfungspunkte. ;-)

  4. Blog Impressionen

    Konsument als Homo OeconomicusMir bleibt es schleierhaft, warum manche immer noch denken, dass das Abendland oder gar der "normale" Konsument rational entscheidet. Man folgt damit der humanistischen Tradition Europas. Man vergisst jedoch dabei simple folgendes: Rationalität

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Eure Kommentare

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
  • Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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