23:32 Uhr
Google und sein MiniMe
Wenn Google böse ist, dann bin ich sein
MiniMe!
Natürlich darf man sich als Global Player nicht wundern, wenn man mit dem großspurigen Leitspruch “Don’t Be Evil” oder “Die Demokratie im Internet funktioniert” die virtuelle Blutgrätsche ausführt und anschließend die Arschkarte der obersten Moralinstanz kassiert. Aber gehöre ich nicht etwa auch vom Platz verwiesen?
Bevor ich also in Versuchung gerate, mit meiner heiseren Gewerkschaftskundgebungsstimme “Google-Boykott!” zu brüllen, sollte ich mich mal lieber zurückerinnern, wie oft ich bereits den chinesischen Drachen und deren Rittmeister durch meine Ausflüge in die Schnäppchenwelt von Tschibo, Aldi & Konsorten, indirekt gefüttert habe. Wieviele klitzkleine Hände wohl für die Fertigung jedes zweiten Adidas-Treters 18 Stunden flink in Bewegung bleiben mussten? Der kleinste Reißverschluss meiner sonst so sozial/ökologisch korrekt gefertigten Kleidungsstücke könnte meinem Gutmenschgewissen eher einen tödlichen Schlag versetzen, als die reguläre Doppelschicht einer durchschnittlich unterbezahlten, chinesischen Näherin. Von daher ist Google nicht wirklich wesentlich böser als ich, wohl eher ein bißchen gemeiner und stärker, eben mein großer Daddy.
Inspiriert durch Beitrag bei BloggingTom.
13 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
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Am 26. Januar 2006 um 03:40 Uhr
Sei mir nicht böse, aber wenn ich “Tschibo” lese, läuft es mir kalt den Rücken runter. Das heisst Tchibo. TCHIBO. *künstlich aufreg* ;)
Am 26. Januar 2006 um 06:59 Uhr
Vielleicht wird es langsam mal Zeit für ein Word-Re-Branding?! :-)
Hmm dann müsste ich “Tschibo” in Zukunft also auch “T-chibo” aussprechen, oder? Ein klarer Fall für den Zwiebelfisch.
Am 26. Januar 2006 um 09:08 Uhr
macht macht mächtig die ganz grossen, also die global player, die haben macht. auch im internet. und auch im internet werden die kämpfer für die gerechte sache, von der dunklen seite der macht verführt. da müssen sie standhaft sein, denn auch und beso…
Am 26. Januar 2006 um 11:59 Uhr
Allein, genau diese Einsicht von Patrick vermisse ich derzeit bei Google. Dann lieber ehrlich wie Yahoo sagen, man dürfe ja sonst nicht mehr mitspielen und schliesslich sei da ja ‘n Haufen Kohle zu machen.
Nichts anderes hätte ich erwartet. Das wäre besser gewesen, als eine abgelesene, pseudo-verschwörerische Pressekonferenz (siehe Spiegel).
Das ist schon alles etwas enttäuschend gelaufen. Ich geb mir die Google.
Catweasel
Am 26. Januar 2006 um 12:54 Uhr
Wie in dem Bericht schon erwähnt wird, übt Google auch anderswo schon Zensur aus, und bei weitem nicht nur weil “Regierungen” darum bitten, sondern auch andere Interessensgruppen haben Einfluß auf die Unterdrückung von Suchergebnissen.
Angesichts der Tatsache daß die Suche im Internet immer größere Bedeutung gewinnt und Poodle eine monopolähnliche Stellung einnimmt ist die sich abzeichnende Entwicklung schon bedrohlich.
Es wird Zeit das die Allgemeinheit hier ihre Verantwortung wahrnimmt und im Interesse aller Bürger eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine einrichtet, in Analogie zu den staatlichen und universitären Bibliotheken.
Am 26. Januar 2006 um 13:00 Uhr
@RixR:
Täusch ich mich oder war Google in seinen Anfängen nicht genau so wie eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine konzipiert? Zumindestens ohne Werbegedöns usw.? Kann mich da aber auch irren, bitte um Aufklärung.
Wie stellst du dir denn eine Öffentlich-Rechtliche Suchmaschine vor? Bzw. welcher Staat soll die denn führen? Oder muss Kofi Annan selbst ran?
Am 26. Januar 2006 um 13:28 Uhr
über die Anfänge von Poodle kann ich nichts sagen, leider.
Da die Öffentlich-Rechtlichen Sender sowieso schon den Auftrag haben die Allgemeinheit mit Informationen zu versorgen könnten sie die Suchmaschine eigentlich auch betreuen finde ich. Vielleicht unter Mitwirkung anderer gesellschaftlicher Institutionen als Kontrollgremien um die Gefahr der Zensur zu begegnen.
Alles nicht optimal, aber immer noch besser als ein kommerzieller Konzern mit völlig undurchsichtigen Zensurpraktiken.
Am 26. Januar 2006 um 13:32 Uhr
Mag ja für uns ganz sinnvoll sein, aber was passiert DANN mit China & Co.?
Am 26. Januar 2006 um 13:48 Uhr
Nun, da “man” der Chinesischen Regierung noch nicht einmal verbieten kann ihre Einwohner zu filetieren, auszuschlachten und anschließend zu verkaufen, werden sich die Möglichkeiten, auf die Informationsfreihheit dort Einfluß zu nehmen, wohl auch in bescheidenen Grenzen halten denke ich.
Am 26. Januar 2006 um 13:56 Uhr
Ist jetzt vielleicht nicht voll on topic, aber die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (lfm) gibt seit Januar eine Broschüre mit dem Titel “12 goldene Suchmaschinen-Regeln” heraus.
Ein paar Zitate:
“Auch wenn in der Öffentlichkeit nur eine Handvoll großer Suchmaschinen eine Rolle spielt: Das Angebot ist weitaus vielfältiger als man im ersten Moment glaubt.”
“Suchmaschinen sind keine öffentlichen Güter. Suchmaschinen sind – zumindest was die großen Suchmaschinen anbelangt – eine Industrie, die Jahr für Jahr mehrere Milliarden US-Dollar umsetzt. Eigentümer von Suchmaschinen sind meist große Firmen oder Kapitalgesellschaften, die sich den Aufbau und Betrieb einer Suchmaschine auch leisten können.”
“Laut einer US-Studie können 60 Prozent der Suchmaschinennutzer Werbung nicht eindeutig von den Suchergebnissen unterscheiden.”
Sicherlich nicht viel Neues für “alte Hasen”, aber sehr interessant für alle, die gerade ihren Internetführerschein machen.
Infos hier:
lfm-nrw.de/presse/in...
Direktlink zum Download als PDF (1,6 MB):
lfm-nrw.de/downloads...
Am 26. Januar 2006 um 15:15 Uhr
@ Patrick: Der gute Mann, der für den Firmennamen verantwortlich zeichnet, hiess ja “Tchilling”.
Tchilling + Bohne = Tchibo – oder so.
Trotzdem ist es irreführend, sehr viele schreiben es mit Tsch *graus*
Am 27. Januar 2006 um 10:41 Uhr
Google ist gut – Teil IIOder: Wir alle sind schlecht, weil wir Google nutzen. Frage: Wieso verurteilen wir ein Unternehmen, dass sich den Regeln eines Landes beugt, um dort Geschäfte zu machen? Etwa, weil wir anders handeln würden?
Alle, die jetzt mit dem Gefühl der Erregu…
Am 25. Februar 2006 um 16:38 Uhr
Google Capitalism
Zu den Befindlichkeiten im Land der Wutlosen gehört, die Google-Kooperation mit dem chinesischen Staat als ein “Besser als nichts” zu verteidigen. Es spielt keine Rolle, ob die chinesischen Machthaber brutal und korrupt sind. Es ist unerhe…