21:05 Uhr
Unser Erleuchter: Jean-Remy von Matt
Ich möchte Herrn von Matt von Herzen danken. Durch sein Statement hat er uns endlich die so lang ersehnte Klarheit verschafft. Wir brauchen nun keine uralten Führer-Bildchen oder aufgebrachte Autoanzünder mehr, die uns sagen, was an der Du-bist-Deutschland-Kampagne nicht stimmt.
Wir brauchten dazu nur ganz alleine Sie, lieber Herr von Matt. Durch Ihre einzelne Stimme haben sie wahrhaftig einen Taifun ausgelöst. Mit Ihrer gesamten Kraft haben sie das eingefette Papier weggepustet, durch das wir bisher nur die Silhouetten von Kritikpunkten erspähen konnten. Wie Schemen, die uns während langen Diskussionen einfach nicht deutlicher erschienen. Jetzt, da der Vorhang gefallen ist, können wir alle aufatmen, denn der Zauber ist nun endgültig vorbei. “Wieso?”, fragen sie? Die Antwort ist ganz einfach, sie haben die Menschen nicht verstanden, ihre Kampagne hat die Menschen nicht verstanden. Sie haben es selber zugegeben. Wer die Menschen nicht versteht, kann die Deutschen allemal nicht begreifen. Wer die Deutschen nicht begreift, kann auch nicht mit ihnen kommunizieren, sie nicht wachrütteln.
Sie reden von Höflichkeit und von Erziehung. Gute Erziehung, bei der man lächelnd Geschenke annimmt, die einem gar nicht gefallen.
Ich interpretiere darin allerdings einen Akt der Lüge. Unklare und unwahre Kommunikation. Immer schön schlucken und sich nicht wehren oder gar zucken.
Sie reden von Miesepetrigkeit bei ihren Kritikern.
Ich höre aber auch nur Ihr Bellen nach dem Biss, der durchaus als Miesepetrigkeit interpretiert werden könnte.
Sie sprechen von Randgruppen, von denen man sowieso nichts erwarten kann.
Ich sehe Menschen, die sich ernsthaft mit der Kampagne und dem Leben auseinandergesetzt haben, die in die Tiefe gegangen sind und nicht jede Dynamitstange runterschlucken, die aussieht wie ein Deutschländerwürstchen.
Sie reden von neidischen Kollegen aus der Branche, die ungerechtfertigt ihre kreative Arbeit in Frage stellen.
Ich sehe kompetente Fachleute mit Leidenschaft in ihrem Job, die jenseits von Glamour und Bohei sich auf das Wesentliche konzentrieren wollen, nämlich auf ihren Job: Die Kommunikation.
Sie reden von Hetzern und Wandbeschmierern, die ungerechtfertig ihre Meinung kundtun.
Ich sehe Menschen, Netzwerke und Märkte von Morgen sowie Führungskräfte der Zukunft. Ich sehe Menschen, die einfach nur eine Meinung haben. Ich sehe auch in Ihnen einen Menschen und das obwohl sie sehr wohl auch mich beleidigen und eben nicht meine Meinung teilen.
Sie reden von zu verkopften Journalisten die für ihre zu verkopften Leser schreiben und nur deshalb diese Kampagne in Frage stellen, damit sie überhaupt etwas zum kritisieren haben.
Ich sehe engagierte Journalisten, die für interessierte Leser Artikel jenseits von Klatsch & Tratsch verfassen. Für Menschen, die sich nicht nur mit 3 Zeilen und 3 Bildern zufriedengeben.
Sie reden von fehlendem Bauchgefühl der anderen.
Ich verspüre Ihr Bauchgefühl sehr wohl. Es drückt Vorurteile, gekränkte Eitelkeit und jede Menge Feindseligkeit aus. Alles das was ihre Kampagne hinwegfegen wollte.
All diese von Ihnen angesprochenen Dinge, fast jede Zeile ihrer e-mail sehe ich als fundamentalen Gegensatz zu allem was mit dieser Kampagne kommuniziert werden sollte. Deshalb ist diese Kampagne durchgefallen. Sie richtet sich von oben herab auf die Menschen, wie eine Maschine, die Gefühle nach Hollywood-Rezeptur auf uns herabschüttet. Ein bißchen Pathos, ein bißchen rührendes Geklimper, einige leere, philosophische Wortfetzen. Natürlich hat der Spot eine Wirkung, beinahe wie eine Droge, allerdings auch mit den gleichen anschließenden Nebenwirkungen: Unendliche Leere, einen dicken Kopf und der Drang nach mehr.
Zum Abschluss bitte ich Sie und all die Dinosaurier da draußen eindringlich, sich das Cluetrain-Manifest zu Gemüte zu führen. Lernen Sie endlich mit Menschen zu kommunizieren, hören Sie auf uns wie Maschinen zu behandeln. Lernen Sie Menschen zu akzeptieren und zu respektieren. Hören Sie endlich damit auf uns für dumm zu verkaufen.
Wir haben wirkliche Macht, und wir wissen das. Wenn ihr das nicht erkennt, wird jemand anders daherkommen, jemand aufmerksameres, jemand interessanteres, jemand, mit dem es mehr Spaß macht zu spielen.
Nutzen Sie die Chance: Lernen Sie. Verzeihen Sie. Bereuen Sie.
Vielen Dank!
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62 Kommentare
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Am 19. Januar 2006 um 21:25 Uhr
Patrick, Gratulation. Der Artikel ist rund.
Es wird Diskussionen auslösen, was JvM schreibt, vielleicht hier, vielleicht an anderer Stelle. Vielleicht findet es den Weg in die herkömmliche Medienlandschaft, aber das ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass sich die Werber, PR’ler, Kreativen, die sich hier und anderorts tummeln, das zu Herzen nehmen, was Du zitierst.
Am 19. Januar 2006 um 21:51 Uhr
Das kann ich voll und ganz unterschreiben.
Am 19. Januar 2006 um 22:05 Uhr
Hallo Patrik,
ich schließe mich dem kommentar von bjoernhasse an.
aber schön an dem ganzen ist, dass sich die öffentlichkeit mehr für die kritischen “klowände” interessieren wird.
ich hab das mal ab heute ein wenig mitdokumentiert:
del.icio.us/MerkelPo...
Jack
Am 19. Januar 2006 um 22:08 Uhr
Ich will auch unterschreiben. Aber sowas von.
Managern kann ich nahelegen, Thomas Klüwers (aka “die sehr geehrte Aushilfe) gestrigen Beitrag mal zu lesen, nochmal zu lesen, ein drittes Mal zu lesen und zu verstehen:
blog.handelsblatt.de...
Ich bin Klowand.
Am 19. Januar 2006 um 22:14 Uhr
Noch mehr weise Worte an Klowänden
Patrick Breitenbach hat – wie ich finde – sehr schön zusammengefasst, was wir aus der Kampagne ‘Du bist Deutschland’ und der bereits erwähnten Kollerkommunikation lernen können.Viel Spaß weiterhin beim Lesen dieser Klowand
Am 19. Januar 2006 um 22:23 Uhr
WORT!
Mein abosluter Respekt! Ich gar etwas neidisch auf die Worte.
Am 19. Januar 2006 um 22:36 Uhr
@Andre Heinrichs – “Ich bin die Klowand”, das ist wirklich, wirklich gut. Daraus sollten wir Blogger was machen, aus diesem Slogan.
Vielleicht “Du bist die Klowand!” Jetzt braucht es nur noch einen schönen Button ..
Am 19. Januar 2006 um 22:37 Uhr
Mir fiel dazu wirklich nicht mehr viel ein – sich mit so einer Mischung aus Größenwahn, Arroganz und Mimosentum einigermaßen sachlich auseinanderzusetzen..dazu fehlte mir heute wirklich die Muße. Und morgen auch. Aber der Text hier sagt ja eigentlich auch alles ;)
Am 19. Januar 2006 um 22:39 Uhr
Causa “J.-R. von Matt”Was für ein Tag. Gestern lese ich von der Abmahnung der “Du bist Deutschland” Karrikatur (Die mit dem Hundehaufen im Logo) durch die Macher von Jung von Matt, da legt der Chef einen PR-Gau hin, der jedem PR-Dozenten die Tränen
Am 19. Januar 2006 um 23:02 Uhr
flickr.com/photos/11...
Am 20. Januar 2006 um 00:00 Uhr
@Gerold Braun:
Button gibt’s schon, ich find nur die Seite nicht mehr wieder, wo ich den herhab. Ich hab mir den Button erstmal auf compyblog.de/uploads... abgelegt. Wenn ich die Originalseite wiederfinde, bau ich das Teil auch offiziell ein, mit Quellen-Nachweis.
Am 20. Januar 2006 um 00:14 Uhr
@Andre Heinrichs: Meinst Du vielleicht
kalsey.com/tools/but...
Am 20. Januar 2006 um 00:17 Uhr
Nachtrag: Als Text wäre vielleicht auch
ICH | KLOWAND
geeignet…
Am 20. Januar 2006 um 00:41 Uhr
Alphager, ich habe mir erlaubt, deinen spontanen Entwurf zu verlinken. Übrigens lautet einer der sieben(!) Leitsätze der Agentur Jung von Matt: „Wir sind kritischer mit uns als mit anderen.“
Am 20. Januar 2006 um 01:05 Uhr
Mit verlaub, auch wenn ich mich damit in die Höhle des Löwen begebe, auch wenn das jetzt so lapidar dahergeschrieben kommt, aber was ich hier sehe ist nichts weiter als ein riesiger Pups.
Wäre das hier nicht alles nur eine virtuelle Seifenblase, die morgen schon wieder verflogen sein wird, ich müßte mir die Nase rümpfen.
Ganz ehrlich.
Am 20. Januar 2006 um 01:08 Uhr
@Stefan:
Nein, die Seite meine ich nicht. Mir schwirrt der Begriff Malerwerkstatt durch den Kopf, aber da habe ich eben schon nichts gefunden. Bis Google einmal durch alle Beiträge zu dem Thema durch ist, dauert’s ja auch noch etwas, insofern habe ich erstmal aufgegeben. Ich weiß nur, dass ich den Link irgendwo in einem anderen Blog gesehen habe…
Am 20. Januar 2006 um 01:13 Uhr
Wer suchet…
Lang lebe awsstats und meine lokalen Statistiken :-)
Hier gibt’s den Button: malerwerkst.at/archi...
Andre,
das Teil gleich mal einbauend,
Am 20. Januar 2006 um 02:32 Uhr
Mit Kritik umgehen ist schwer – Blogs sind KlowändeIn meiner persönlichen Klowand heute: Zwei Menschen, ein Thema… Kritik und die Reaktionen.
Darsteller 1: Jean-Remy von Matt
Story: Der Herr ist beleidigt, denn die Kampagne “Du bist Deutschland” zieht viel zu negative Kritik auf sich. Viele “Able…
Am 20. Januar 2006 um 03:07 Uhr
Du bist der Werber.Ein aktueller Werbe- Kollateralschaden zeigt, wie selbst die besten Marketingleute immer noch in prähistorischen Werbemechaniken denken.
Was bisher geschah:
Jean-Remy von Matt gehört mit seiner Agentur Jung von Matt zu den Leuten, die di…
Am 20. Januar 2006 um 08:40 Uhr
Klasse!
Am 20. Januar 2006 um 09:20 Uhr
chapeau!
Am 20. Januar 2006 um 09:32 Uhr
“Traut nicht dem Pferd, Trojer! Was auch immer es ist, ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen.”
Am 20. Januar 2006 um 10:05 Uhr
Auch ich fühle mich genötigt, die Klowand voll zu schmieren:
1. Glückwunsch, Herr von Matt!
Denunzieren Sie sich bitte bitte weiterhin selbst und vernichten Sie Ihren Ruf. Macht Spaß, wenn Kommunikations-Fachleute nicht kapieren, wo die Reise hingeht! Danke, dass Sie uns an Ihrem Gedankengut teilhaben lassen.
2. Glückwunsch Werbeblogger, Indiskretion ehrensache & Co.!
Ihr macht es gut und richtig.
Bin schon gespannt, wer der/die nächste Person/Institution ist, die sich selbst mit ach und krach deklassiert.
Mir fällt dazu ein schöner Song von John Lennon ein: “Power to the People”
In diesem Sinne.
Thomas Beyer
Am 20. Januar 2006 um 10:59 Uhr
Wer deutsche Wohnzimmer nachbauen muß, weil er nicht mehr weiß, wie die Millionen von Wohnzimmern aussehen, an denen er täglich im schnittigen 6er vorbeisaust, kann doch nicht wirklich die Menschen verstehen, oder? Wen wundert’s.
Am 20. Januar 2006 um 11:17 Uhr
du, du bist…. deutschland hm, wieso hat rammstein das nicht vertont? und wieso darf man der du-bist-deutschland-kmpgne nicht kritisch gegen über stehen?
…
Am 20. Januar 2006 um 11:44 Uhr
Niemand kann es auf dem Monitor erkennen: ich nicke zustimmend.
Am 20. Januar 2006 um 12:00 Uhr
Aber was ich nicht verstehe, was will von Matt, damit erreichen? den kommunikativen Gnadenschuß?
Am 20. Januar 2006 um 12:18 Uhr
Wer sagt die Kampagne wäre Müll wird wohl nie in der Lage sein gute Werbung zu machen …
Stellt euch vor “Du bist Deutschland” wäre ein Schokoriegel. Den kennt jetzt jeder.
DbD ist wohl eines der größten Viral der deutschen Werbegeschichte.
Am 20. Januar 2006 um 12:27 Uhr
Reicht aber nicht, einen Schokoriegel zu kennen. Man muss ihn auch kaufen.
Am 20. Januar 2006 um 12:57 Uhr
Mit dem “größten Viral” – da ist schon was dran: DbD hat alle Chancen Dell und Kryptonite in den Schatten zu stellen.
Und jetzt stell ich mir vor, die Agentur, deren Chef Herr von Matt ist, hätte einen gut vernetzten Blogger in ihren Reihen. Was hätte der/die alles auffangen können ..
Aber nein, wir sind ja nur die Klowände des Internet.
Am 20. Januar 2006 um 13:26 Uhr
Ja, sehr guter Artikel, muss schon sagen – hab gleich mal nen re-post auf die-rewerks.de dazu gemacht, weils ja echt noch so einige interesante Dinge dazu zu finden gab.
Gruß
Mischa
Am 20. Januar 2006 um 13:32 Uhr
Grüsse von der Klowand
… Mehr fällt mir zu Emails aus der Zwischenwelt auch nicht ein. Außer, dass der offene Brief vom Werbeblogger Patrick Breitenbach an Jean-Remy von Matt alles aussagt.
…
Am 20. Januar 2006 um 13:39 Uhr
Proud Member of Klowand 2.0Willkommen bei Endls Klowand!
Jean-Remy von Matt nimmt Stellung zur Kritik an der Du-bist-Deutschland-Kampagne – und holt dabei gleich richtig aus.
Am 20. Januar 2006 um 13:54 Uhr
Kamikazekommuikation und Du bist Deutschland – Reloaded Ach Gott, ist das schön. Es rumort mal wieder in der Blogosphäre.
Nachdem die vor Schmalz und Pathos triefende, Sinn- und Aussagen entleerte “Du bist Deutschland” Kampagne (wir erinnern uns…) von der gesamten Blogosphä…
Am 20. Januar 2006 um 14:49 Uhr
@Gerold Braun
Gut, stell ich mir vor. Von dem Elefantenhaufen, den sein Chef da hat fallenlassen, könnte der gut vernetzte Bloger ein paar Gramm wegschippen. Aber hinterher riecht er dann auch so.
Am 20. Januar 2006 um 15:50 Uhr
Who the f… ist eigentlich Jean-Remy von MattWarum regt sich eigentlich a l l e W e l t über den Mann auf?
Der ist ja nichmal eine in Deutschland eingetragene Marke (lt. dpinfo.dpma.de) .
Da hat einer (zunächst mal intern) eingestanden, dass er von gestern ist, dass er mit der Welt, so wie
Am 20. Januar 2006 um 15:52 Uhr
@logog
So wie sich Jung von Matt präsentiert (ich sach nur rumjambern in den Kommentaren bei jens scholz ;-), hätte der Blogger wahrscheinlich vom Elefantenhaufen essen müssen. Insofern hast Du recht.
Aber mal angenommen, der Blogger müsste nicht von der Elefantenkacke essen, sondern hat Freiraum, dann kann er schon was abfangen. Auch (gerade?) im Web reden ja normale Menschen miteinander.
Und dann schreibt also der Blogger: “Hallo Leute, das mit der e-Mail von unserem Chef dürft ihr nicht so hoch hängen. Bevor das Mail rausging haben wir mehrere dumpfe Schläge aus seinem Büro gehört. Wir vermuten alle hier, dass er mit Kopf gegen die Wand .. wie machen alle mal Fehler .. Alphatiere brauchen etwas länger, um wieder runter zu kommen .. Ich halt Euch auf dem Laufenden ..”
Ein schönes Cluetrain-Zitat habe ich vorhin im Schloss-Blog gelesen: “Unternehmen müssen erkennen, dass die Märkte häufig lachen. Über sie.” Ist doch besser – bevor es zu spät ist – man lacht gemeinsam, oder?
Am 20. Januar 2006 um 17:25 Uhr
Jean-Remy von Matt und die WeblogsJean-Remy von Matt, Gründer der Werbeagentur Jung von Matt ist traurig: Die Leute mögen seine Du bist Deutschland-Werbekampagne nicht. Undankbare Welt. Da beschickt er die ganze Republik mit millionenteuren Werbebotschaften…
Am 20. Januar 2006 um 18:18 Uhr
Ich bin eine Klowand“Du bist Deutschland” – die eher unsägliche Imagekampagne für mehr Motivation des deutschen Jammerlappens – schlägt Blogwellen. Schon die zahlreichen (lesenswerten) “Ihr-nicht-Ich”-Threads lösten nicht unbeträchtlichen Wirbel in der Blogosphäre aus.
Er
Am 20. Januar 2006 um 20:05 Uhr
@Gerold Braun
Also dein Szenario ist doch genau das rumjambern, über das du dich im Satz vorher mokierst. Und in flachsiger Art die Menschen über die jeweilige Gemütsverfassung des Chefs aufzuklären ist zwar eine originelle aber nicht sehr wirksame Strategie. Da reitet sich ein Unternehmen zwangsläufig nur tiefer in den Dreck.
Wenn, dann müßte das auf so einem Level laufen: “Wir waschen dem Chef grad zu fünft den Kopf und entweder checkt er’s und entschuldigt sich für den Mist oder wir schicken ihn auf democratic reedukation.”
Oder man schickt eine Horde ich-bin-Klowand-Schreier und guckt-mal-wie-der-sich-vollgepisst-hat-Schenkelklopfer ins Netz, die mit ihrem Rauschen den eigentlichen Sachverhalt, nämlich daß der Chef einer Werbeagentur, die Millionenbudgets in Deutschland betreut sich mental im Grundgesetz nicht heimisch fühlt, irgendwann überdecken.
Am 20. Januar 2006 um 21:04 Uhr
Jean-Remy von Matt: Blogs sind Klowände des Internets“Von den Weblogs, den Klowänden des Internets. (Was berechtigt eigentlich jeden Computerbesitzer, ungefragt seine Meinung abzusondern? Und die meisten Blogger sondern einfach nur ab. Dieser neue Tiefststand der Meinungsbildung wird deutlich, wen…
Am 21. Januar 2006 um 00:28 Uhr
was soll man da noch sagen, den einen taugts den anderen nicht. in wie weit die kampagne was bringt kann keiner wohl wirklich sagen, oder gibt es dafür eine universitäre studie irgendwo? deswegen mir meine klowand – mit treffergarantie. :)
Am 21. Januar 2006 um 01:16 Uhr
Klasse Text! Ich finde diese Fälle so wahnsinnig spanned, weil es zeigt, wie in den Blogs gemeinschaftlich debattiert und diskutiert wird. Das hat doch wesentlich mehr von einem neuen Miteinander als die arrogante Hochglanz-Nummer “Du-bist-Deutschland”. Sicherlich sind da Sympathieträger in dem Spot aber wer fragt denn den Hartz-IV empfangenden Familienvater wie er sich beim Anblick des Spots und der Kampagne wirklich fühlt.
Wer Lust hat seine Klowand zu schmücken, folgende drei Klo-Button-Varianten scheinen derzeit zu kursieren:
media-ocean.de/2006/...
korte.de/alexander/2...
photos1.blogger.com/...
compyblog.de/uploads...
Am 21. Januar 2006 um 01:17 Uhr
Ihr seid Deutschland, ich bin Klowand!
Mit diesem Badge bringe ich zum Ausdruck, dass ich das Recht habe – und auch in Anspruch nehme – meine Meinung zu äußern und zwar ungefragt, ungefiltert, einfach abgesondert in meinem persönlichen Weblog, auf meiner persönlichen …
Am 21. Januar 2006 um 10:51 Uhr
@logog
“Also dein Szenario ist doch genau das rumjambern, über das du dich im Satz vorher mokierst. ..”
Nein. “Rumjambern” und das was ich beschreibe sind 2 völlig verschiedene Verhalten.
Ich habe mit rumjambern einen Ausdruck von Spreeblick übernommen, der damit folgendes Verhalten einiger Jamba-Mitarbeiter beschreibt: Unter falschem Namen positive Kommentare zur Krise in *anderen* Blogs absondern.
Tja, und ob mit Humor oder mit “drauf hauen” – darüber kann man schon diskutieren. Wenn ich mir aber vorstelle, wie das gehen soll, dass 5 kleine Angestellte unbeschadet ihrem Super-Star Chef den Kopf .. waschen
Am 21. Januar 2006 um 14:18 Uhr
Eben. Das ist wohl das strukturelle Problem. Und deshalb wird es auch nie einen gut vernetzten Blogger mit entsprechendem Freiraum geben, weil diese Grenze ja zumindestens in Frage gestellt würde.
Am 21. Januar 2006 um 22:00 Uhr
Wenn Blogger so denken und handeln, wie es hier der Werbeblogger vorführt, dann will ich nicht “Blogger” genannt werden. Wie wäre es mit Diskussionskultur? Mit etwas Anstand? Glauben Sie etwa, dass Ihre unterträgliche Arroganz so viel besser ist als die Arroganz des Herrn von Matt? Wann beginnen Sie mit der konkreten, sachlichen Auseiandersetzung?
Am 22. Januar 2006 um 11:24 Uhr
Du bist Klowand!Keine Panik mit der Überschrift, sie bezieht sich nicht auf alle sondern nur auf Blogger – so wie ich einer bin, da dies hier ja ein Blog ist. Aber was soll das? Ok, fangen wir mal an. Kennt jemand den Herren Jean-Remy von Matt? Oder die Werbeabteilun…
Am 22. Januar 2006 um 13:11 Uhr
Wunderbar! Dem wäre nichts mehr hinzuzufügen. Vollste Zustimmung! Danke!
Am 22. Januar 2006 um 17:07 Uhr
Hallo, mal ganz kurz abseits vom Thema, weil mich nervt das schon sehr.
Wie kann ich die ganzen Texte der Kommantare hier lesen? Manchmal sind sie einfach abgeschnitten, owohl andere Texte komplett einsehbar sind.
Zum Beispiel der Kommentar von “Stefans Webseite : Blog”
Am 22. Januar 2006 um 18:09 Uhr
@Rene:
Das sind sogenannte Trackbacks. Den vollständigen Kommentar findet man bei der jeweiligen angegebenen Website. Ein anderes Blog schreibt einen Beitrag und verlinkt diesen quasi in unser Kommentarbereich. Hoffe ich konnte helfen!
Am 22. Januar 2006 um 22:26 Uhr
Ja, hat weitergeholfen. Danke. :-)
Am 23. Januar 2006 um 15:17 Uhr
Auch bekommen?
»Offener Brief von Jean-Remy von Matt«
Heute erreichte mich eine E-Mail von Jean-Remy von Matt, so stand es jedenfalls im Absender. Ein Kommentar von Jean-Remy von Matt zur Klowand-Diskussion und betitelt mit »Liebe Blogger«.
endl.de/newsletter/w...
Am 24. Januar 2006 um 02:35 Uhr
Die Entschuldigung
…
Am 24. Januar 2006 um 17:06 Uhr
Angepisst?Die Sau durchs Dorf treiben?Da beschwert sich so ein schweizer Marketing- und Werbefritze zugegebenermaßen schlecht gelaunt über die bösen Blogger und schon fällt die deutsche Blogger-Gemeinschaft über sie her. Klar, der Typ hat eine schlechte Kampag
Am 25. Januar 2006 um 13:32 Uhr
absolut deppensichere anleitung zur kommunikation mit klowänden:
deppensicher.blogspo...
by eliZZZa
Am 3. Februar 2006 um 00:32 Uhr
was für ein peinlicher, selbstgefälliger artikel. naja, der peergroup gefällts, also viel spaß noch.
Am 3. Februar 2006 um 07:43 Uhr
Was für eine peinliche Art, in Weblogs zu kommentieren: Ohne Namen. Ohne Gesicht. Nur mit einem Initial. Naja, wenn’s gefällt. Also, viel Spaß noch!
Am 3. Februar 2006 um 16:57 Uhr
Beschmierte Klowände: Jean-Remy von Matt kotzt sich aus.Mehr noch als eine Leberwurst. Schreibt Jens Scholz, der eine nun nicht mehr ganz so interne Mail an Tanja und Anja in seinem Blog veröffentlicht hat. Wenn’s kein Fake ist (und es ist wohl keiner), ein grandioses Eigentor, brilliant kommuniz…
Am 6. Mai 2006 um 13:51 Uhr
Jean Remy “Klowand” von Matt: der gute Ruf ist nachhaltig zur Sauvon Fredy Künzler
Jean Remy von Matt ist einer der angesehensten Werber (gewesen). Doch innert wenigen Tagen und Wochen hat er selber sein Ruf versaut – wegen Blogs, den Klowänden des Internets.
Die Geschichte kurz zusammengefasst: Jean Remy von Ma
Am 1. August 2006 um 10:48 Uhr
mein gott… ist ja sooo tragisch. schreibt ein buch darüber. material ist ja anscheinend gut da. ab geht’s!
Am 4. Februar 2008 um 00:25 Uhr
[...] Herr Jean-Remy auch mal die erste Seite der Google Bildersuche zu diesem Thema reinziehn. Oder mal hier [...]