22:52 Uhr
Frust mit der Keule
Früher, ja da war alles noch so einfach, so klar und kurzweilig. Als das gerade entdeckte Feuer in der Höhle prasselte, das befellte Weib ein paar Mammutsteaks auf den Rost knallte und der Höhlenmann nach getaner, wenn auch meist recht eintönigen Arbeit, mit der Keule auf der linken, dem erlegten Tier auf der rechten Schulter, zufrieden knurrend durch das Höhlenspalier trottete. Konflikte gab es eigentlich so gut wie keine und wenn, wurden diese auf recht einfache und schnelle Art gelöst.
Zack! Gabs einen mit der Keule. Wie? Du willst an mein Fresschen? Zack! Ruhe! Deine Höhlenmalerei verunglimpft meine Wandkunst aufs Übelste. Zack! Schon war das Problem erledigt, niemand machte sich mehr über die Kritzelei eines anderen (es sei denn, er hatte gerade die größere Keule greifbar) lustig.
Warum ich so weeeeiiiit aushole? Nun desöfteren dürfte sich so mancher Zeitgenossen genau diese Art der prähistorischen Konfliktbewältigung herbeisehen. Windige, aalglatte Anwälte mit ihren kleinen Köfferchen haben die gute, alte, knorrige Keule vollständig abgelöst. Kein herzhaftes Zack! ist mehr zu hören. Gähnend lange und unheimlich komplizierte Juristenmonologe lösten das einst so kraftvolle Geräusch des schädelspaltenden Instruments ab.
Dabei wollen wir doch alle nur das Eine. Schnelle und effektive Konfliktlösung am liebsten mit Keule. Gewisse Väter würden sich derzeit nichts sehnlicher wünschen und auch eine kleine Gruppe von Höhlenmalern würde doch in Wirklichkeit lieber das unförmige Stück Holz gegen diesen langatmigen Schriftatz eintauschen. Denn eins blieb über die Jahrtausende bei vielen Stammesmitglieder nahezu unverändert: Die gewisse Art von Humorlosigkeit. Worum es genau dabei geht? Um Dackelkacke. Um verunglimpfende Höhlenmalerei. Sehr viel tiefer möchte ich in diese schmutzige Materie auch gar nicht eindringen, denn schliesslich hat jeder so sein Mammutchen zu tragen und mit zwei Keulenträgern ist kurzfristig schlecht Kirschen essen.
BTW: Kann mal jemand die K-Aliterationen dieses Beitrages zählen? ;-)
5 Kommentare
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- Vroni: Ralph :-)
- ralf schwartz: @Vroni Das war ein zustimmendes Lächeln, wie Du es auch sehen würdest in meinem Gesicht würden wir uns gegenübersitzen. Nicht immer...
- Vroni: Was issn jetz schon wieder. Klar macht es einen Unterschied, wie man optisch und von der textlichen Ansprache an die Leut angeht. So gehts...
- ralf schwartz: @Vroni :)
- Vroni: Kann ja alles sein, geschenkt. Ich meinte, dass das grottenschlecht und wenig ansprechend UMGESETZT war. Wie wenn ein BWL-er unter...
- ralf schwartz: @Vroni Und eine Website dahinterzulegen, auf der die User hätten voten können … Aber die Kosten, Print geht es gar nicht gut,...
- Vroni: Hrhr, die W&V mal wieder. Leeres Schulheft-Papierkaro und eine Flipchart-Schrift. Kriegt man sofort die beiden Krankheiten Horror Karo-i...
- Daniela über die Arbeitszeit: Mit dem Alter werde ich immer tagaktiver… Während ich in meiner Schulzeit zwischen 8 und 16.00 (Schule) in...

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Am 18. Januar 2006 um 10:34 Uhr
Genau: Unverzagt die Keule schwingen, mittlerweile machen das auch die Weibchen.
Am 18. Januar 2006 um 11:57 Uhr
Hmm. Sehr kleinkarriert. Aber anders habe ich die Jungs auch nicht in Erinnerung. Schön auf dicke Hose machen, aber dann mit dem Anwaltskeule kommen.
Irgendwie scheint sich noch rumgesprochen zu haben, dass die Menschen reden. Und einige haben sogar eine Meinung. Die kann man teilen oder nicht. Und einfach auf´ Maul in der Hoffnung, dass sich die Meinung ändert, hat meistens den gegenteiligen Effekt.
Am 18. Januar 2006 um 12:43 Uhr
Jetzt schlägt’s DeutschlandWas hatten wir nicht schon für schöne Diskussionen über die »Du bist Deutschland«-Mutmacher-Kampagne. Jetzt aber wird es humorlos und es wird abgemahnt.
Am 19. Januar 2006 um 13:42 Uhr
Und heiter geht’s weiter:
blindtextblog.blogsp...
Am 5. Mai 2008 um 11:03 Uhr
[...] zumal man solche Angelegenheiten kommunikativ wesentlich geschickter lösen kann. Anwalt ist immer irgendwie gleich Keule und am Ende hilft es keine der beiden Seiten wirklich. Und überhaupt, wie frei darf Kunst [...]