15.01.06
22:50 Uhr

Wa(h)re Schönheit …

… kommt ja bekanntlich von innen. Genau dieses Motto verinnerlichte sich die Kosmetikfirma Dove und fährt seit einiger Zeit sehr erfolgreich einen ganz eigenen, unkonventionellen Kurs.

Mit der Initiative für wahre Schönheit kämpft der Kosmetikkonzern nicht nur für mehr potenzielle Käufer ihrer Produkte, sondern auch für das angekratzte Selbstbewusstsein vieler junger Frauen, die in der Hochglanzwelt mit glattretuschierten Schönheitshüllen konkurrieren müssen. Sicher, bei der Kampagne wird ein Schönheitsideal nicht völlig ausgeblendet, schließlich dreht sich immer noch alles um glatte Haut und straffe Kurven. Dennoch hat man hier das Gefühl, man sieht hier botoxfreie Haut und ungespritzte Kurven. Man nähert sich also damit ganz bewusst dem Konsumenten und versucht MIT ihm zu sprechen, anstatt ZU ihm. So wie man eben auch sonst auf Menschen zugehen würde. Ja klar, höre ich da die Nörgler, einerseits den Drang zum Schönheitsideal bedienen, aber gleichzeitig so zu tun als ob es dieses Ideal gar nicht gibt? Ja richtig, also ganz genau so, wie eben ein Großteil der Menschen da draußen denkt und fühlt. Aber dann doch lieber die starke innere Ausstrahlung durch ein paar äußere Feuchtigkeitscremes betonen, als ein von Selbstzweifeln zerfressenes Inneres mit Nervengift taubzuspritzen oder mit Kochsalz entsprechend aufzupumpen.

Übrigens schaltet Dove Spots zum Superbowl. Das ist schon eine kleine Sensation, denn Spots, die weder Bier, noch biertrinkende Models mit bierdurchtränkten T-Shirts enthalten, könnten eventuell sogar in der Testosterongeschwängerten Atmosphäre herausstechen.

Dove

Dann also, wenn ein kleines asiatisches Mädchen sich wünscht, es sei lieber blond oder ein anderes Mädchen darüber spricht, dass es ihre Sommersprossen hasst und im Hintergrund CindyCyndi Lauper “True Colors” singt, dann wird es sich entscheiden, ob der eine oder andere footballfiebernde Familienvater kurzzeitig mal aufhorcht.

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3 Kommentare

  1. Micha

    Eigentlich will ich ja nicht meckern… Aber die Frau heißt Cyndi Lauper! :)
    Im übrigen eine wirklich vielseitige Künstlerin – die heute vielleicht nicht mehr all zu bekannt ist – aber noch viel mehr gemacht hat, als eben nur “True Colors” oder “Girls Just Want To Have Fun” – aber ich schweife zu sehr vom eigentlichen Thema ab… :)

  2. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Doves Pro Age Kampagne

    [...] Welch ein Zufall, dass mir heute bei meiner mittäglichen Montagslektüre (Montag ist Spiegeltag) die neue Anzeigenserie – die ersten drei Doppelseiten – von Dove in die Hände fiel. Die Fortsetzung von “Campaign for real beauty” scheint nicht unbedingt neu aber dafür umso konsequenter umgesetzt worden zu sein. Auch bei “Pro Age” fallen die ungewöhnlichen Motive der Frauen sofort auf und sie regen gleichzeitig – was ich besonders wichtig bei Anzeigen finde – zum lesen der Copy an, auch wenn ich in diesem Fall nicht zur Zielgruppe gehöre. Beides passt, beides ist stimmig. [...]

  3. ei|n|all

    Die wirklich wahre Schönheit…

    Die Dove-Kampagne zum Thema Wahre Schönheit dürfte mittlerweile bekannt sein.
    Dazu hier eine nette Parodie (campaign against real life):

    [YouSlobe | Original in High Resolution]
    Das Original von Dove gibt es nach dem Klick.

    [YouDove]
    ….

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  • Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
  • ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
  • iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
  • ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
  • Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
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