12:36 Uhr
Interaktives Plakat mit Infrarot-Schnittstelle
Das Versandhaus Quelle startet am kommenden Dienstag eine deutschlandweite Plakataktion an 1500 Standorten, die mit so genannten Mobilepoints ausgerüstet sind. Auf dem Werbemotiv sollen blinkende LEDs in einem Stern in der Hand (…) die Passanten dazu animieren, die Infrarot (IrDA)-Schnittstelle ihres Handys zu aktivieren. Die Nutzer können so an der Verlosung von Einkaufsgutscheinen teilnehmen, geben jedoch im Gegenzug über das automatisierte Verfahren ihre Handynummer, Angaben zum Handytyp sowie Datum und Uhrzeit ihrer Interaktion preis. Alternativ ist die Teilnahme an der Verlosung auch per SMS möglich.
heise.de, auch den Kommentar-Ttread dazu beachten.
Der Traum jedes Werbers. Jetzt muss man als Kunde nur noch seine Unterhösengröße und seine sexuellen Vorlieben im Handy abspeichern, und man kriegt vermutlich einen Stille-Nacht-Klingelton gratis dazu.
Wenn ich sowas lese, kämpfen regelmäßig Dr. Jekyll (der ganze gewöhnliche Mensch und Familienvater) und Mr. Hyde (der Werber, der natürlich seine Zielgruppe am liebsten genau an den Bällen packt) gegeneinander. Ich sag euch dann bei Gelegenheit, wie es ausgegangen ist…
Edit:
Wie uns der Business-Club für Wertschöpfer, Innovatoren, Querdenker (Chapeau, wer an sich selbst zweifelt, wird in diesem Club wahrscheinlich kein Dauermitglied!) eindrucksvoll im Bild belegen kann, ist die Idee so lieblos umgesetzt, dass vermutlich keine nennenswerte Verführungsgefahr für die Bevölkerung davon ausgeht.
Und wie Frank in den Kommentaren zu berichten weiß, hat zumindest das Plakat im Düsseldorfer Hbf bereits ausgefunzt. Friede seiner Asche und den Menschen ein Wohlgefallen!
16 Kommentare
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- Vroni: Ralph :-)
- ralf schwartz: @Vroni Das war ein zustimmendes Lächeln, wie Du es auch sehen würdest in meinem Gesicht würden wir uns gegenübersitzen. Nicht immer...
- Vroni: Was issn jetz schon wieder. Klar macht es einen Unterschied, wie man optisch und von der textlichen Ansprache an die Leut angeht. So gehts...
- ralf schwartz: @Vroni :)
- Vroni: Kann ja alles sein, geschenkt. Ich meinte, dass das grottenschlecht und wenig ansprechend UMGESETZT war. Wie wenn ein BWL-er unter...
- ralf schwartz: @Vroni Und eine Website dahinterzulegen, auf der die User hätten voten können … Aber die Kosten, Print geht es gar nicht gut,...
- Vroni: Hrhr, die W&V mal wieder. Leeres Schulheft-Papierkaro und eine Flipchart-Schrift. Kriegt man sofort die beiden Krankheiten Horror Karo-i...
- Daniela über die Arbeitszeit: Mit dem Alter werde ich immer tagaktiver… Während ich in meiner Schulzeit zwischen 8 und 16.00 (Schule) in...

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Am 10. Dezember 2005 um 14:00 Uhr
Düsseldorf, HBF, Bahnsteig 12, hängt es schon seit einigen Tagen. Interessant dabei: Alles guckt auf die kleine leuchtende Diode, keiner traut sich hinzugehen. Hab mich dann doch getraut und festgestellt: Es funzt nich!
Am 10. Dezember 2005 um 14:01 Uhr
Der gläserne Kunde Ich bin da sehr viel weniger zimperlich als der Werbeblogger wenns um die Privatsphäre geht. Ist doch total unnütz das Ding!
Heute werde ich mit Werbung zugeballert die mich überhaupt nicht interessiert oder anspricht. Ich brauch wirklich keine Sl…
Am 10. Dezember 2005 um 14:11 Uhr
@ Frank: *lol*, da bin ich ja beruhigt…
Vielleicht denken viele an Versteckte Kamera…?
Am 10. Dezember 2005 um 15:59 Uhr
Bei mir hat’s funktioniert und eigentlich finde ich die Idee ganz witzig. Außerdem hatte ich ein hübscheres Model als auf Eurem Beispielbild!
Am 10. Dezember 2005 um 16:27 Uhr
Tja, bei hübschen Models funkt’s halt besser ;-)
Am 10. Dezember 2005 um 19:54 Uhr
An sich finde ich es eine tolle Idee, interaktive Plakate zu verwenden. In der Praxis scheint dies technisch allerdings (noch) selten zu funktionieren. Von den Datenschutzproblemen mal ganz abgesehen, müssen die Betreiber zunächst mal ihre Hausaufgaben machen. Auch Nike ist da nicht viel besser: stylewalker.net/corp...
Da sollte man sich angeblich per Bluetooth was geheimwaffenmäßiges runterladen können, funktioniert hat es bei mir nicht. Interessant wäre zu wissen, wieviele das überhaupt ausprobieren..
Immerhin, das muss man sowohl Quelle als auch Nike lassen: Sie versuchen es zumindest und vielleicht lernen sie ja aus ihren Fehlern.
Am 10. Dezember 2005 um 20:25 Uhr
Na, da frage ich mich wirklich, wer eigentlich der wirkliche Gewinner ist? Erstmal der Netzbetreiber der Handyuser, dann Quelle (ohne Frage), dann die dahinter steckende Marketingagentur.
Sorry, Folks, aber das ist für mich wieder der Beweis, dass man mit Sch*** Euronen .. ähh… Fliegen fängt.
Gibt es eigentlich einen Datenschutzbeauftragten bei Quelle, der dafür sorgt, dass bei diesen *hüstel* interaktiven Plakaten auch die Daten da bleiben, wo sie eingehen?
Na, meine Überlegung ist schon etwas weiter: Wie schnell werden Freaks oder Vertreter vom CCC das Teil gehackt und die eingegangenen Handynummern eingesackt haben.
Am 10. Dezember 2005 um 20:32 Uhr
Was Handys betrifft bin ich ein absoluter DAU (Mein Prepaid-Billigsony wird nur im Notfall eingeschaltet, um mal erreichbar zu sein oder von unterwegs in die Mailbox zu schauen). Jetzt mal angenommen, da will mir einer Böses (was ich weder Quelle noch Nike unterstelle): Was kann da schlimmstenfalls passieren? Könnte man zum Beispiel rein technisch mein Telefonbuch auslesen? Oder nachschauen, welche Klingeltöne ich auf dem Handy hab? Oder…? Und gibt es da qualitativ einen Unterschied zwischen Infrarot und Bluetooth (außer der Reichweite natürlich)?
Vielleicht merkt man es: Der Dr. Hyde gewinnt in mir die Oberhand ;-)
Wie Thomas schon sagt: Das interaktive Plakat an sich ist ja ein uralter Werbertraum…
Am 10. Dezember 2005 um 20:38 Uhr
Hallo Martina, wir haben fast gleichzeitig gepostet, ich lese deinen Beitrag erst jetzt. An denn CCC hatte ich noch garnicht gedacht…
Was den “Datenschutzbeauftragten bei Quelle” betrifft habe ich schon den Eindruck, dass die ihre Hausaufgaben (zumindest formaljuristisch) gemacht haben. Schau noch mal in den heise-Artikel, da steht einiges an “Schutzvorkehrungen”, die man getroffen haben soll. Aber ich kann es halt nicht beurteilen, ob das stichhaltig ist.
Am 11. Dezember 2005 um 12:22 Uhr
Korrektur: Mein Plakat war nicht von Quelle, sondern von Otto (powered by Deutsche Post). Das abgebildete Mädel war süss, aber auch nicht der ganz große Kracher, der mir gar keine andere Wahl gelassen hätte. Heute habe ich es dennoch nochmal probiert, funzt noch immer nich. Anderes Plakat, anderes Handy benutzt, funzt dennoch nich…
Am 12. Dezember 2005 um 09:53 Uhr
habe gestern auf dem nürnberger hbf auch eins der Plakate gesehen – aber eben von Otto. Kommt einem doch irgendwie der Gedanke das es nicht ganz so innovativ sein könnte wenn quelle und otto die gleiche technik gleichzeitig verwenden, oder?
Am 12. Dezember 2005 um 12:22 Uhr
Hab’s auch probiert, München Pasing, aber hat auch nicht geklappt. Burger King (oder MCD?) benutzt im Moment das selbe Prinzip, mit einem Bluetoothplakat. Man bekommt ein Wallpaper und einen Gutschein für einen billigeren Burger. Man muss halt dem Empfang der Nachricht zustimmen. Was die auslesen können wäre natürlich mal interessant zu erfahren?
Am 12. Dezember 2005 um 13:55 Uhr
Hab das Plakat von Otto vorgestern Abend am Hamburger Hbf gesehen, allerdings hat da wohl die Mediaagentur nicht richtig aufgepasst: Ein solches Citylight hinter den Gleisen?! Da kletter ich dann mit meinem Handy auf die Schienen, oder was? :-)
Am 13. Dezember 2005 um 13:12 Uhr
Der Unterschied zwischen den Bluetooth-Plakaten von Burger King und den Infrarot-Plakaten von Quelle und Otto ist:
Bluetooth: Der Versand des Gutscheins läuft nicht über Mobilfunk, sondern über BT (dieses Geschäftsmodell ist also nix für Mobilfunknetzbetreiber).
Dazu liest das Plakat die BT-Adresse des Handys (sonst nichts), sonst wüßte es nicht wohin mit dem Gutschein.
Das Handy fragt seinen Benutzer, ob er den Gutschein haben will (nicht das Plakat sendet diese Nachricht, wie viele Leute glauben).
Der User kann Opt-out machen. Bei Nichtgefallen kann er BT natürlich grundsätzlich aus- oder unsichtbar schalten.
Infrarot: Liest die Handynummer des Users aus sowie Angaben zum Handytyp und Datum und Uhrzeit des Kontakts.
Lest selbst auf heise.de/newsticker/...
“Dass die Box am Plakatstandort über ihre IrDA-Schnittstelle von außen umprogrammiert werden kann” glaubt man nicht…
Der Versand der Inhalte läuft magels Bandbreite und Geschwindigkeit nicht über IR, sondern über Mobilfunk, also tatsächlich ein Tool, was in erster Linie die Netzbetreiber freut.
Am 3. Januar 2006 um 21:05 Uhr
Sexiest Man Alive Auch Plakatwerbung kann interaktiv genutzt werden. Das hat jemand vor einiger Zeit schonmal mit Infrarotschnittstellen versucht. Ging ziemlich in die Hose.
Dieser Denkansatz gefällt mir schon viel besser. Auch perfekt fürs männliche Ego wenn man s…
Am 28. Februar 2006 um 18:08 Uhr
Ich denke in 15 Jahren wird die interaktive Plakatwerbung sebstverständlich eingesetzt.
Ich führe gerade ein interaktives Plakat in den Markt als Werbeträger ein, dass “Stempelplakat” , mit dem tolle Konzepte umgesetzt werden können. Die Botschaft als Stempelabdruck von der Wand direkt auf den Geldscheine z.B.
Grüße
Karl-Friedrich Harter