21.11.05
18:41 Uhr

Einmal DEL, bitte!

Aus den noch zu verfassenden einheitlichen Schulungsunterlagen der Kultusministerkonferenz für Diplom-Blogberater in den betroffenen Zuständigkeitsgebieten:

#398
Klären Sie die künftigen Corporate Blogger darüber auf, dass man fehlerhafte Informationen, die im eigenen Blog veröffentlicht wurden, nicht einfach kommentarlos aus dem Archiv löscht, sondern in der Regel durch Verwendung des DEL-Tags durchstreicht. Damit wird der Fehler als solcher gekennzeichnet, aber der Fall bleibt für den Leser im zeitlichen Ablauf nachvollziehbar.

#399
Sollte es sich bei der verbreiteten Fehlinformation um eine Aussage handeln, die dazu geeignet ist, das Ansehen anderer natürlicher oder juristischer Personen herabzusetzen, ist darüber hinaus ein neuer Eintrag mit einer freundlich gefassten Richtigstellung und Entschuldigung angebracht.

#400
Wir lernen alle dazu. Jeden Tag.

Die ganze Geschichte bei finanso.de, via Herrn ix und Martin Röll.

Edit: Heute (22.11. um 15.43 Uhr) kam die Richtigstellung im Frosta-Blog. Damit sollte der Fall wohl aus der Welt sein. Und wie in den Kommentaren schon mal gesagt: Bitte wegen dieses Problems jetzt nicht jeden Blogeintrag erst mal vom Justitiar gegenlesen lassen…

Schlagworte (Tags):

6 Kommentare

  1. ramses101

    Ich weiß ja nicht. Komisch ist das Verhalten zwar, aber wer sagt denn, dass nicht Bionade selbst auf der Löschung bestanden hat und mit rechtlichen Schritten gedroht hat?

    Außerdem: Ob ein Anruf bei Bionade so viel bringt, wage ich zu bezweifeln. Was sollen die denn auch sonst sagen? Wer bei den Ehrmanns,Danones und Co. dieser Welt anruft, bekommt doch auch zu hören, dass in dem Erdbeer-Joghurt Erdbeeren sind. Da gab es mal einen netten Bericht im Spiegel special “Ernährung”.

  2. Andreas Rodenheber

    Ja, sicher, keiner weiß genau, wie es gelaufen ist. Aber wenn nicht #398, hätte man genau deshalb zumindest mit einem Eintrag nach #399 für etwas mehr Klarheit sorgen können. Aber kommt ja vielleicht noch…

    Abgesehen davon sehe ich in dem Vorgang durchaus auch etwas Positives: Ins Frosta-Blog wurden bisher Einträge eingestellt, die vorher NICHT von der Rechtsabteilung rundgelutscht wurden!!! Genau das ist es ja, was Bloggen IMHO ausmacht. Zugleich ist es der Grund, warum richtiges Bloggen™ für ein Unternehmen auch immer ein Gefahrenpotenzial enthält, dessen man sich klar sein sollte und für das die Verantwortlichen eben die nötigen “Balls” haben müssen.

    Ich fände es jedenfalls schade, wenn der Effekt der kleinen “Affäre” wäre, dass man in Zukunft im Frosta-Blog nur noch Wasserdichtes und Rundgelutschtes mit Segen der Rechtsabteilung lesen würde…

  3. Angelika Kuhnert

    Hallo Herr Rodenheber, vielen Dank für Ihre Meinung. Die Situation stellt sich allerdings aus Sicht eines kleinen Unternehmens wie der BIONADE GmbH etwas anders da. So eine “kleine Affäre” kann leicht zum Untergang eines kleines Betriebs führen, wenn sich die Sache entsprechend schief entwickelt.

    Wir haben uns deshalb hier zur Wehr setzen müssen, da diese falsche Behauptung aus einem Haus kam, das sich selbst “Reinheit aller Produkte verordnet hat” und damit als eine Kompetenz in diesem Bereich angesehen wird. Eine solche Fehlinformation, die ja auch die “natürlichen Aromen” schlechthin betraf, kann man auch und gerade im Interesse der Verbraucher also nicht einfach unkommentiert stehen lassen.

    Zwischen falsch und rund gelutscht liegen meines Erachtens wirklich noch genug Möglichkeiten, sich offen und authentisch zu äußern, meinen Sie nicht auch? Ich hoffe sehr auf Ihr Verständnis.

  4. Andreas Rodenheber

    Frau Kuhnert, es ist absolut korrekt, dass Sie darauf bestanden haben, dass die Aussage im Frosta-Blog richtiggestellt wird. Da hätte ich auch drauf bestanden, wenn es mich/ uns beträfe!!!

    Und soweit ich das im Frosta-Blog nachlesen kann, hat man sich ja auch ohne großes Tamtam per Telefonkonferenz “an einen Tisch gesetzt” und das Problem aus der Welt geschafft.

    Es gab einfach ein paar Tage lang eine Irritation dadurch, dass der Artikel von Frosta ohne Angabe von Gründen zurückgezogen wurde. Das ist ja jetzt aufgeklärt.

    Das mit dem “rund gelutscht” war ein bisschen als Mutmacher für Frosta gedacht. Einerseits muss man sich (als Privatblogger wie als Mitarbeiter im Rahmen eines Unternehmensblogs) klar sein, dass man eine Verantwortung für seine Aussagen hat.

    Andererseits möchte ich hoffen, dass der Vorfall bei Frosta nicht dazu führt, dass jetzt jeder Blog-Beitrag vor der Veröffentlichung von der Rechtsabteilung gegengelesen werden muss. Das hieße nämlich, dass wir im Frosta Blog zukünftig nur noch in den Genuss aseptischer PR-Meldungen kämen…

  5. Yetused

    … und bei mir. :)

  6. Andreas Rodenheber

    @ yetused: Endlich mal jemand, der mit dem Bloggen wirklich nachweisbar was verdient hat :-)
    Prost!

Einen Kommentar schreiben

Eure Kommentare

Feed
  • Vroni: Ralph :-)
  • ralf schwartz: @Vroni Das war ein zustimmendes Lächeln, wie Du es auch sehen würdest in meinem Gesicht würden wir uns gegenübersitzen. Nicht immer...
  • Vroni: Was issn jetz schon wieder. Klar macht es einen Unterschied, wie man optisch und von der textlichen Ansprache an die Leut angeht. So gehts...
  • ralf schwartz: @Vroni :)
  • Vroni: Kann ja alles sein, geschenkt. Ich meinte, dass das grottenschlecht und wenig ansprechend UMGESETZT war. Wie wenn ein BWL-er unter...
  • ralf schwartz: @Vroni Und eine Website dahinterzulegen, auf der die User hätten voten können … Aber die Kosten, Print geht es gar nicht gut,...
  • Vroni: Hrhr, die W&V mal wieder. Leeres Schulheft-Papierkaro und eine Flipchart-Schrift. Kriegt man sofort die beiden Krankheiten Horror Karo-i...
  • Daniela über die Arbeitszeit: Mit dem Alter werde ich immer tagaktiver… Während ich in meiner Schulzeit zwischen 8 und 16.00 (Schule) in...
Adscene: The Kaiser Report
Werbeblogger Late Night Podcast
Werbeblogger Podcast auf iTunes abonnieren



Wordpress-Blogsoftware
blogoscoop