18.11.05
15:56 Uhr

Fünf Does and Donts am Freitag

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Diese Liste für den angehenden Business Blogger ist nicht systematisch. Nicht zu Ende gedacht. Nicht mal originell, weil es zum Glück viel mehr kluge Köpfe in der Blogosphäre gibt, als so manchem toughen Business Guy vorschwebt. Es ist eine Freitagsnachmittagsliste ohne Gewähr. Einfach nur eine Maßnahme der persönlichen Gesundheitsvorsorge, um meine Galle nach dem Genuss diverser (keineswegs nur eines einzigen) Business Blogs etwas zu entlasten.

1. Du sollst keine PR-Meldungen wiederkäuen
Jeder DAU da draußen mit einem AOL-Account kann sich heute über Quellen wie das PR-Portal so viele PR-Texte ziehen, bis ihm schwarz vor Augen wird. Wohlgemerkt ziehen – to pull! Es ist nicht nötig, dass du sie ihm als neueste Erkenntnis der Menschheit auf den Desktop pushst. Forget it, stupid!

2. Du sollst einen Standpunkt haben
Natürlich: Die Welt ist einerseits andererseits. Graustufen statt schwarz-weiß. Deshalb ist es einseitig, immer nur seinen Rant abzulassen, schlechte Laune zu verbreiten, drauf zu hauen. Aber lieber einseitig als langweilig! Und es gibt nichts Langweiligeres als ein stromlinienförmiges Um-den-Standpunkt-Herumlavieren. Erlaube dir ruhig, einigen deiner geschätzten Leser auf die Füße zu treten. Im anschließenden Kommentar-Thread kannst du immer noch auf sie eingehen. Sie werden merken, dass du sie und ihre andere Meinung ernst nimmst. Deshalb werden sie gerne wieder kommen, und sei es nur, um sich an deinen Beiträgen zu reiben.

3. Du sollst verlinken, verlinken, verlinken
Es ist nicht nötig, dass du stundenlang deine Formulierungskünste bemühst, um eine Quelle bis zur Unkenntlichkeit umzuformulieren. Du musst sie nicht mal zitieren. Ein winziger Link dorthin genügt! Und anschließend hast du so viele Anschläge frei, wie du willst, um einen klaren, pointierten Standpunkt dazu zu beziehen. Siehe oben.

4. Du sollst wissen, dass eine Blogsoft noch kein Blog macht
Es ist keine Schande, dein Web-Angebot zum Beispiel Presseschau zu nennen. Oder News-Site. Oder. Oder. Oder. Selbst wenn du eine Blogsoft als Content Management System einsetzt und Kommentare zulässt, muss das noch nicht heißen, dass du ein Blog hast. Ein Blog muss rocken. Wenn du nicht weißt, was das ist, beginne noch mal ganz oben.

5. Du sollst die Blogosphäre nicht gering schätzen
Bevor du dich über Senf lustig machst, musst du das mit dem Senf erst mal verstanden haben. Dass der Senf die Würze gibt. Dass er Teil einer anderen Kommunikationskultur ist als der, die du in deinem Verlag oder auf deinen Bürofluren gewohnt bist. Einer gnadenlos offenen Kommunikationskultur, die das mitteleuropäische Management bislang leider noch nicht mit der Muttermilch eingesogen hat. Einer Kommunikationskultur, die du dir, wenn du unbedingt Business Blogger werden willst, erst einmal schonend in kleinen Dosen zuführen solltest, bevor du meinst, als Top Business Blogger am großen Rad drehen zu müssen. Vielleicht indem du beim Cluetrain-Manifest anfängst. Und dich dann langsam durch den Teil der Blogosphäre vorklickst, der alles andere als Unterschichten-Blabla ist. Lesetipp fürs Wochenende.

Ergänzungen gerne in die Kommentare.

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9 Kommentare

  1. ds

    Top 5-Listen beginnt man von hinten ;-)
    -> einbecker.net/top5

  2. Andreas Rodenheber

    Das wäre mir für Freitagnachmittag intellektuell zu aufwändig gewesen ;-)

  3. bM

    die liste ist wirklich gelungen, vor allem 1,2,3 gefallen mir gut. ein punkt fehlt noch:

    6. Du sollst vor dem Eintragen deines Beitrags überlegen, wie viele gute Gründe es dafür gibt, ihn zu lesen. Übersteigt die Zahl „0“, dann schicke ihn ab.

  4. bjoernhasse

    Gerade Punkt 1 sollte heute, an diesem wunderbaren Freitag, mehr Berücksichtigung finden. Denn während wir noch immer mit einem Schmunzeln im Gesicht ob dieser Senf-Würzerei vor uns hin denken, hat mein neuer Lieblingsblog schon die nächste Pressemitteilung gepostet. Andreas: vielleicht könntest Du noch den Punkt des „Oracles von Delphi“ verbraten?

  5. bjoernhasse

    Lest mehr Lazerte!Andreas aka Lazerte hat zum Wochenabschluss noch ein herrliches Wort zum ebensolchen verfasst, welches wie die Faust aufs schon ach so geschundene Mittelstands-Auge passt.
    Die Fünf Does and Donts am Freitagjetzt auf dem Werbeblogger sichten!

  6. ds

    Eine wirklich schöne Liste, das hatte ich eben vergessen zu bemerken. Well done!

  7. bM

    ich hab noch was vergessen.

    ich finde punkt 1 grundsätzlich *sehr* gut, da er dazu auffordert, das web nicht mit 100 mal den gleichen inhalten zuzumüllen.

    ABER:

    ich setze einen link – und nach 4 wochen ist er tot. damit steht und fällt u.u. mein beitrag. deshalb sollte man einen guten mittelweg zwischen wiederkäuen und neu generieren finden.

    aber es ist immer gut, forderungen extrem zu formulieren …

  8. Michael H. Ragwitz

    Das regt einem dazu an, seine eigene Hitliste für den Wochenausklang aufzuschreiben. Gute Idee.

  9. jati

    ja, prima. voll supi, du. und dann schreib doch auch mal die top-5 der dos und don’ts in kommentaren auf. wär auch voll schnafte von dir. wünsche ein schönes wochenende gehabt zu haben – haha.

Eure Kommentare

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