09.11.05
21:40 Uhr

Brief an einen unbekannten BWL-Studenten

Lieber unbekannter BWL-Student,

diesen Brief schreibe ich nicht nur wegen unseres kleinen Disputs in den Kommentaren. Ich schreibe ihn auch, weil wir hier manchmal von Schul- oder Hochschulabgängern gefragt werden, wie es denn so ist in der Werbung, wie man da reinkommt, wohin das führt.

Du studierst im Moment. Feine Sache, das hab ich auch mal. Zwar nicht BWL, aber immerhin. Ich sage dir: Alles, was sie dir im Studium beibringen, ist wichtig und hoch interessant. Sauge es auf, wühl dich durch, mach dich schlau. Wenn du dein Examen in der Tasche hast, wirst du manches davon brauchen. Aber vor allem wirst du vieles brauchen, was du im Studium nicht gelernt hast.

Du klingst, als wäre dein Ziel die Marketingabteilung eines großen Unternehmens mit tollen Marken. Fein. Da wirst du also sitzen an deinem ersten Tag als Junior-Marketingmanager mit einem schweinsledernen Filofax und dem ersten kleinen Job, den sie dir gegeben haben. Gleich ein Projekt mit einer richtigen Agentur, so wie du dir das gewünscht hast.

Du wirst dir deine Schuhe putzen und dein Chef wird dich zum nächsten Termin mit ins Meeting in der Agentur nehmen. Man wird dich kurz vorstellen und dann zur Agenda übergehen. Die Chefs werden miteinander reden, und wenn dein Agendapunkt endlich drankommt, wird man dir vielleicht sagen, dass du dich jetzt gleich mit der Kundenberaterin, die dir schon die ganze Zeit vom anderen Ende des Konfi-Tisches her verschwörerisch zulächelt, zurückziehen kannst. Ihr verlasst das Konfi, und sie führt dich durch ein leicht chaotisch eingerichtetes Großraumbüro zu ihrem Schreibtisch in der Ecke, der möglicherweise ein wenig unaufgeräumt aussieht. Sie ist Junior-Kontakterin und genauso unsicher wie du.

Du wirst ihr das Briefing-Papier geben, das du mit der dafür vorgesehenen Word-Dokumentenvorlage aufgesetzt hast. Ihr werdet es Punkt für Punkt sorgfältig durchgehen, und du wirst zum ersten Mal merken, dass es längst nicht mehr um deine Checklist geht, sondern um die Chemie. Ihr Parfum gefällt dir nicht. Ihre Witze kapierst du nicht. Und wie ihr Tischnachbar mit feixendem Gesicht zu euch herüber schaut, findest du ein wenig unverschämt.

Als du unten wieder am Empfang bist, atmest du erst einmal durch. Du erfährst, dass dein Chef schon gefahren ist und fragst dich, ob du dir jetzt ein Taxi bestellen darfst oder ob du die U-Bahn nehmen sollst.

Am nächsten Tag rufst du die Kundenberaterin an und willst wissen, ob es schon Ergebnisse gibt. Sie sagt: „Timing ist ja erst nächste Woche, ich melde mich dann!“

Anfang der nächsten Woche hälst du es nicht mehr aus und rufst wieder an. Sie: „Wir haben das mal angedacht. Aber wir müssen die Einzelheiten noch mit unserem Creative Director absprechen.“

Eine richtige Präsentation wird es für deinen Mini-Job nicht geben. Am D-Day hast du mittags in der Kantine keinen Appetit. Nach Tisch musst du dir erst mal neue Kippen holen. Dein Mousepad ist schon ganz zerkratzt, weil du immer wieder auf den Posteingangsordner klickst. Gegen 17.30 Uhr wird man dir ein paar PDFs mailen. Du wirst sie ausdrucken, kurz drüberschauen und damit zu deinem Chef stürzen. Er wird keine Zeit für dich haben und dir einen Termin für morgen früh geben.

Du wirst schlecht schlafen, denn die Entwürfe gefallen dir von Sekunde zu Sekunde weniger. Am nächsten Morgen legst du sie mit zittrigen Fingern deinem Chef vor. Er wird eine Augenbraue hochziehen und sagen „Damit werd ich’s mal riskieren. Leiten Sie mir das doch bitte als PDF weiter und setzen Sie mich für alles Weitere auf cc.“

Im Laufe der restlichen Woche trudeln auf deine Mail zahlreiche Antworten ein. Aus dem Produktmanagement. Aus dem Vertrieb (das sind die, die in deinem Outlook immer das Ausrufezeichen für “Höchste Priorität” gesetzt haben). Aus der Rechtsabteilung. Von deinem Chef. Wenn du clever bist, wirst versuchen einen roten Faden zu finden. Wenn nicht, wirst du alle Mails immer gleich an deine Kundenberaterin weiterleiten.

Wieder Timings, wieder angedacht, wieder vorgelegt, wieder geändert. Und irgendwann bist du froh, wenn es aufhört, wenn der Job endlich abgehakt ist. Auch wenn dir der Claim nicht gefällt, die Copy irgendwie schwammig ist und das Layout – nachdem es vom Farbstich befreit wurde – langweilig wirkt.

Vor allem stinkt dir, wie die Agentur mit dir umgesprungen ist. Ein paar Mal hattest du fast das Gefühl, als würden sie dich gar nicht richtig ernst nehmen, als gäbe es gar Wichtigeres für sie als deinen Job!

Aber du bist ein cleveres Kerlchen, und die Nummer werden sie nur am Anfang mit dir machen. Spätestens nach einem Jahr hast du den Spieß rumgedreht, weißt, wo man die Daumenschrauben ansetzt. Du hast dann kapiert, was „Wir haben das mal angedacht“ bedeutet. Nämlich: „Du Arsch, bei uns ist hier die Hölle los! Meinst du ernsthaft, wir haben hier schon Zeit gehabt, uns um deinen futzeligen Drecksjob zu kümmern?“ Und du weißt, was du tun musst, um trotzdem an dein Ziel zu kommen. Welches Kreativteam du besser nicht auf deinen Jobs hast (das mit dem Creative Director, der immer so komisch zuckt). Und wie du gegen alle Widerstände vielleicht doch die Kampagne kriegst, die du verdienst. Du könntest zum Beispiel die süße Art Directorin animieren, die in der Agentur bereits aussortierten Pappen einfach mal zum „Abschießen“ mit ins Meeting mit deinem Chef zu nehmen, worauf dieser just von diesen Varianten ganz entzückt ist…

Ich werde mich hüten auszuplaudern, wie du das alles machst. Anbiederei, Kumpanei, subtile Drohungen, Mobbing. Vielleicht auch Fairness, Großzügigkeit, klare Ansagen zum richtigen Zeitpunkt. Das wäre fein. So oder so wirst du schnell begreifen, dass die Charts, die Zahlen, die Key Facts, die Strategien, die CI nur das eine sind. Seminarweisheiten eben. Das andere ist wie gesagt die Chemie. Oder Soft Skills, wie das heute so fein heißt. Prinzipiell natürlich in jedem Job. Aber umso mehr in einem Berufsfeld, in dem so wenig quantifizierbar ist wie in der Werbung. Wo eine Typo, die von einem großen Professor entworfen wurde, vielleicht just in deiner Anzeige bescheiden aussieht. Wo eine Copy, in der alles drin ist, was im Briefing steht, noch nicht einmal vom Korrektor zu Ende gelesen werden kann, ohne dass er einschläft. Wo manch einer, der sich Director nennt, ebenso gut ein Aushilfssachbearbeiter wie Abteilungsleiter sein kann.

Und vor allem: Wo man am Ende des Quartals zwar weiß, dass der Umsatz um fünf Prozent gestiegen ist, aber keiner genau belegen kann, warum. Weshalb am Ende des Tages jeder der Vater des Erfolgs sein will. Der Produktmanager, der dafür gesorgt hat, dass man zusätzlich einen kleinen Nippel an die Lasche angeflanscht hat. Der Verkaufsleiter, der eine Preissenkung und eine Extra-Schulung für seinen Außendienst durchgesetzt hat. Der hastig von der Agentur für deinen Job gebuchte Freelance-Texter, der im letzten Moment noch einen neuen Claim entwickelt hat. Die Kunst-Aushilfssachbearbeiterin, deren farbstichige Ausdrucke vom Kreativ-Abteilungsleiter zum bewusst kreierten Verfremdungseffekt hochgejazzt wurden. Oder du, der das alles koordiniert hat. Natürlich du. Im Auge des Taifuns. Du und dein Filofax. Unbekannter Junior-Marketingmanager, der du nächstes Jahr befördert wirst und dann sogar hin und wieder mal auf den Pool-Geschäftswagen darfst.

Ich habe schon einige deiner Generationen erlebt – und hoffentlich sind mir noch welche vergönnt. Manche – um nicht zu sagen: viele – sind mir sogar richtig ans Herz gewachsen. Ohne Scheiß, ohne Ironie, ohne Schmu. Einfach weil sie sich nach und nach bei der Zusammenarbeit als Mensch entpuppt haben. Wie ich hoffentlich auch. Aber immer dran denken: Solange es fünf Prozent im Plus sind, haben wir uns alle lieb! Über die Variante fünf Prozent minus wollen wir gar nicht erst nachdenken.

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29 Kommentare

  1. Mike Schnoor

    Danke. Irgendwie fühle ich mich richtig gut dabei zu wissen, dass so viele meiner frischbackenen fast 10 Jahre jüngeren Kommilitonen noch immer nicht geschnallt haben, dass das Leben kein Zuckerschlecken als Student und später im Berufsleben ist.

    Das Problem an allem ist, dass man sich in der kleinen Masse integriert, und niemals die Möglichkeit nutzt, anders zu sein. Ich hasse diese kleine Masse an standardisiertem Verhaltenskodex innerhalb eines Firmenapparates.

    Wenigstens studiere ich nicht nur einfach die klassische BWL… :D

  2. Telagon Sichelputzer

    Der Job nach dem Studium Einige meiner lieben Mitkommilitonen/innen sollten sich gehörig an die Nase fassen, wenn sie glauben, in einer Firmenwelt direkt Fuß fassen zu können. Daher mein abendlicher Lesevorschlag vom Werbeblogger: Brief an einen unbekannten BWL-Studenten. …

  3. Thomas Reimer

    Da kann ich aber auch gleich mit einem Gegenbeispiel auftrumpfen, welches sicherlich ein Einzelfall ist: Hier in Cambridge finden zur Zeit die Firmenpräsentationen statt um Studenten der Universtität anzuwerben und unter anderem war auch P&G dabei, welche zwei ehemaligen Studenten dabei hatten. Das Mädel war seit vier Wochen bei P&G, hatte nicht einmal Marketing oder Wirtschaftswissenschaft studiert und dürfte zum Einstieg eine sieben Millionen Euro Kampagne für Hugo Boss in Europa leiten.

    Tja, die Realität sieht leider im Großteil aller Firmen anders aus.

  4. Mike Schnoor

    Leider ist in Deutschland das Thema “Firma wirbt an Universität die Leute an” ein Faß ohne Boden. Wenn die deutsche Wirtschaft sich mal auf ihre zukünftigen Wasserträger konzentrieren würde, hätten wir sicherlich das Förderprogramm “Unternehmen zahlt ein komplettes Studium und bietet Arbeitsplatz”, und nicht das “kein Bafög und ab vor die Hunde”-Werfen wie es zur Zeit herrscht ;)

  5. Gerold Braun

    WoW! Und auch der Flesch-Wert von 61 ( Eingängige Werbebriefe und -texte (Copy)) ist nicht übel :-)

  6. Martin Hiegl

    Vielen Dank! Sehr schön geschrieben mit viel Reallife(TM) drin. Ich bin froh, dass ich ein BA-Studium mache und so die Erfahrungen früher machen darf, wo es noch nicht ganz so weh tut gegen die falsche Glastür zu laufen.

  7. tom

    Tragbag:
    netmeier.de/archives...

  8. T.M.

    Prima geschrieben. Anm.: Leider trifft das Gesagte schon nicht mehr nur für BWLer zu, sondern auch für Ingenieure und Informatiker, vor allem in Grossfirmen.

  9. bjoernhasse

    Nein, wir lieben uns nicht immer heiß und innig: die öden Werber und die seltsamen AnjaTanjas der PR. Aber – lieber Andreas – ich kann und muss diese Schilderung 1:1 akzeptieren, übernehmen, unterschreiben. Denn eines ist klar: Wenn die kleinen Junioren dann mal wieder von den Werbern nicht ernstgenommen wurden, rufen sie einfach umgehend in ihrer PR-Agentur an…

  10. bjoernhasse

    Lazertes lesenswerte LektüreAber was Andreas aka Lazerte im Werbeblogger postet, ist eine so lesenswerte Beschreibung oder Verschriftlichung von Alltagserlebnissen, dass ich jedem nur raten kann, sich dieser herrlichen Lektüre zu widmen…

  11. Sascha Preisegger

    Ja, Ja, Ja – genau so ist es.

    Ich bekomm einen Hals, wenn Hänschen meint Hans zu sein. Wenn Menschen sich als Manager aufspielen, nur weil es in undefiniertem Denglisch auf der Visitenkarte steht. Meiner Putzfrau drucke ich jetzt auch Visitenkarte – sie wird ‘Cleaning Task Force Manager’.

    Ergo: Was das Leben lehrt, kann keine Schule geben.

  12. Tobi

    I can see claerly now, the rain is gone…

    Seit doch nicht so negativ, jedes Spiel kann Spaß machen, wenn man nicht vergißt das alles nur ein Spiel ist ;-)

  13. Patrick Breitenbach

    Ich habe die eine oder andere Träne vergossen:
    Vor Lachen und vor Rührung!

    Wirklich ein geniales Schriftstück, wird dann mal in der Buchversion von “Best of Werbeblogger” ganz weit vorne stehen.

  14. ramses101

    Hmmm. Da ist sicherlich viel wahres dran. Allerdings sind es genau solche Schilderungen, die den frischen Absolventen recht unmissverständlich mit auf den Weg geben:

    “Die wollen dich alle nur verarschen, also friss nicht gleich, was die Agentur dir hinwirft, sondern schnupper erstmal dran und bring dich ein. Und sei es nur, dass du verlangst, den Störer einen halben Zentimeter nach links zu setzen. Scheißegal was du machst, aber mach was. Wer nichts macht, ist schwach und überflüssig.”

    Ich habe kein Problem, mir von einem erfahrenen Außendienstler einen Sales-Folder um die Ohren hauen zu lassen, oder von einem PM, der seine Marke seit Jahren betreut, sagen zu lassen, dies und das passe nicht zu ihr (all das schließe ich natürlich im Vorfeld aus, aber es sollte klar werden, was ich meine). Ich habe hingegen ernste Probleme mit Junior-PMs, die als Kritik nur “mag ich nicht, machen Sie bitte nochmal, irgendwie anders halt” vorbringen können.

    Und genau diese Leute werden durch Texte wie den obigen Brief noch animiert. Kritik um der Kritik willen, ohne gelernt zu haben wie man kritisiert. Ich weiß, dass es schwierig ist – gerade bei Texten – aber das muss man lernen. Auch auf die Gefahr hin, dass man sich bei der Agentur zum Hansel macht. Die Gefahr besteht nämlich nicht, wenn man vermeintlich dumme Fragen stellt (eigentlich im Gegenteil: Mit kaum etwas kann man leeres Geschwätz von Agenturseite – soll ja vorkommen – als eben das enthüllen). Sondern die Gefahr besteht, wenn man glaubt zu erfahren sein zu müssen, um Fragen zu stellen.

    PS: Flesch-Wert 63 – ich liebe diesen blöden Test ;-)

  15. lvgwinner

    You made my day.

    Ganz großes Rückhand-Tennis ist das.

    Danke,
    lvgwinner

  16. Andreas Rodenheber

    Ramses, ich habe nicht den Eindruck, dass unser Frischling noch Zeit hatte, seine persönlichen Befindlichkeiten einzubringen. Klar hat er am Telefon gesagt: “ICH will aber, dass der Störer einen Zentimeter nach links kommt.” Wäre ihm ja auch zu viel Gesichtsverlust gewesen zu sagen: “Unser Vertriebsleiter besteht darauf, und ich hab momentan hier noch nicht das Standing, ihm das auszureden.”

    Und umgekehrt: Unsere kleine Kontaktermaus – meinst du nicht auch, dass sie ziemlich hektische Schwitzflecken hatte, als der neue Kunde immer wieder angerufen hat und sie noch nix vorweisen konnte, weil das gesamte Kreativteam seit zwei Wochen auf einem Pitch saß und keine Zeit für IHREN Job hatte? Ich hör ganz leise ihre Zähne klappern, wenn sie ach so forsch den Spruch mit dem “angedacht” aufsagt.

    Das Spiel lässt sich auf beiden Seiten und auf allen Ebenen vom Praktikanten bis zum Member of Board durchspielen: Es ist ja im wirklichen Leben nicht so, dass sich bei großen werbetreibenden Unternehmen und großen Agenturen (von KMUs mit ihrer oft noch vorhandenen Führung nach Gutsherrn-Art rede ich hier nicht) zwei monolithische Blöcke namens “der Kunde” und “die Agentur” gegenüberstehen.

    Auf beiden Seiten gibt es Teilinteressen wie Sand am Meer. Und am Ende steht ein Kompromiss. Nicht nur zwischen Agentur und Kunde. Auch innerhalb der Agentur. Auch auf Kundenseite. Ein fauler. Oder ein guter. Je nach Hard- und Soft-Skills aller Beteiligten. Oder manchmal auch ganz einfach je nach Wetterlage. Je nach den Kräfteverhältnissen, die jeden Tag wieder neu gemessen werden. Je nach Windrichtung.

  17. Patrick Breitenbach

    … und Rasenqualität!

  18. Andreas Rodenheber

    Ein guter Rasen, auf dem sich ohne tückische Platzfehler spielen lässt, ist das A und O. Manche nennen es auch Unternehmenskultur :-)

  19. ramses101

    Schon recht. Blöd nur, wenn man den Störer dann weiter links hat, der Vertriebsleiter das Ergebnis zum ersten mal sieht und fragt: “warum ist der Störer so weit links? Sehen Sie nicht, dass das scheiße aussieht?”

    Und dann stehste da, kurze Hose, Holzgewehr. Es gibt genug Junioren, die versucht haben, Marken über die Köpfe ihrer Altvorderen hinweg zu führen, aber eben zu unsicher waren, um das wirklich zu schaffen. Da kamen dann tatsächlich immer faule Kompromisse raus.

    Ganz abgesehen davon, dass natürlich alles noch mal neu (und diesmal der Marke entsprechend groß) gemacht werden musste. Was wiederum nicht sonderlich viel Arbeit war, denn die Endergebnisse waren im Prinzip immer die Sachen, die in Step 1 von Mr. Ich-trau-mich-nicht abgeschossen worden sind.

    Ich glaube, wenn Junioren wieder Junioren sein dürften, dann würde sich vieles zum besseren wenden. Ein Junior (in der Agentur wie beim Kunden) lernt eben noch. Sollte jedenfalls so sein. Aber was will man erwarten von einem, der sich Junior Account Executive schimpft?

  20. Andreas Rodenheber

    > Ich glaube, wenn Junioren wieder
    > Junioren sein dürften, dann würde sich
    > vieles zum besseren wenden.

    Big Point!
    Und ums mal unpopulär dazu zu sagen: Natürlich kann und sollte man den Praxisschock durch Praktika und praxisnahe Studiengänge so weit wie möglich abschwächen. Aber auch mit einem “Master of Desaster” oder sonst einem Degree in der Tasche ist es keine Schande, nicht gleich am ersten Tag am ganz großen Rad zu drehen.

    Natürlich gibt es sie, die Genies, die von der Abschlussklasse kommend gleich einen Millionenetat führen. Aber den Normalsterblichen unter uns darf man ruhig das Hausrezept empfehlen: erst mal Hörner abstoßen, sehen wie der Hase läuft und dann mit etwas Erfahrung richtig angreifen… (die feinen Weisheiten der Altvorderen, manchmal gar nicht so dumm ;-) )

  21. thally

    Danke für den liebreizenden Ausblick in den Verlauf meines künftigen Berufsleben.

    Das eine “studentische” Meinung so unliebsam ist und sooo einen heiden Aufstand erzeugt konnte ich ja nicht ahnen. Sorry, demnächst lese ich einfach nur noch…

  22. Andreas Rodenheber

    thally, was heißt denn “Aufstand”? Was heißt “unliebsam”? Ist doch alles ganz relaxt hier, oder täusch ich mich…? Täte mir Leid, wenn du den Eindruck hättest, dass ich einen Artikel “auf deine Kosten” verfassen wollte.

    Dazu sind Blogs doch da: Lesen, schreiben, diskutieren, verschiedene Ansichten haben, sich streiten und am Ende des Tages ein virtuelles Bier miteinander trinken gehen…

  23. Onkel TED

    “Das Mädel war seit vier Wochen bei P&G, hatte nicht einmal Marketing oder Wirtschaftswissenschaft studiert und dürfte zum Einstieg eine sieben Millionen Euro Kampagne für Hugo Boss in Europa leiten.”

    Man stelle sich vor … man geht ins Krankenhaus und dort wird einem ein “junger” Mitarbeiter vorgestellt, von dem man operiert wird. Er hat zwar nie Medizin studiert, ist erst 4 Wochen dort angestellt, aber er ist immerhin jung und dynamisch. Auch wenn dann eine erfahrene Krankenschwester zuschaut …

    Kann mir kaum vorstellen, dass dort jemand länger wie eienn Augenblick verbleiben will. Es sei denn, er steht unter Vollnakose.

  24. rvu-st.de

    Ein Job in der Werbung Der Werbeblogger hat einen offenen Brief an alle (BWL) Studenten geschrieben, die einen Job in der Werbung haben möchten. Er zeigt, soweit ich das beurteilen kann, wie es in der Werbebranche wirklich zugeht. Man muss ich erst hochdienen und wird …

  25. Dennis Zitzewitz

    Eine Firma, die derart mit Ihren “Human Ressources” umgeht bleibt nur leider nicht lange 5% im Plus.:-)

  26. Silke Schümann

    Also, wenn mir eine Agentur wie P&G auf einer Werbeveranstaltung erklären würde, dass die Frischlinge von der Uni Millionen Etats von großen Marken zu Leitung überantwortet bekamen, dann würde ich diese Aussage mit einer gewissen Skepsis betrachten.

    Entweder war es ein Betthupferl, oder die Cousine von Ms&Mr Wichtig oder aber verschwiegen wurde, dass diese einen renommierten Wettbewerb gewann und ausdrücklich angefordert wurde.

    Ich würde nicht davon ausgehen, dass die Studenten die nach dieser Geschichte nach einer Stelle bei P&G hecheln, jenes Glück haben.

    Aber man darf ja noch träumen. ;-)

  27. Bwl Fernstudium

    Der Brief sollte sich vorallem an diejenigen BWL-Studenten richten, die im ersten Semester schon im Anzug in der Vorlesung erscheinen und sich als die Top-Manager von morgen aufführen…

  28. Fernstudium

    lustig lustig, aber solche young professionals glauben immer sie wären etwas besseres…

  29. Versicherungswesen

    Ich verzichte auf den Anzug und fahr lieber im netten Porsche vor :)

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