25.09.05
01:19 Uhr

Schwamperln – Es geht um die Wurst

Wie bewirbt man Wurstprodukte? Nun spontan fällt mir ein, dass man die Fleischerzeugnisse besonders schmackhaft, ästhetisch und qualitativ hochwertig präsentieren sollte. Doch im folgenden Beispiel geht es nicht um die Wurst sondern um die schonende Kommunikation der vielleicht eintretenden Schwampel:

Echt gute Wurst!

Widmen wir uns doch einmal den geschmackvollen Details. Ein langhaariger Typ, Marke Althippie oder westlicher Möchtegern-Indianer, grinst uns lässig (mit nicht geröteten Augen) entgegen, Zeige- und Mittelfinger sind mit Fettstreifendurchsetzter Wurst umwickelt und formen klischeehaft das Peace-(oder war es Victory) Zeichen. Rechts schimmern die Letter “Schmeckt nach Lieblingswurst” und der Einklinker überzeugt uns mit dem Prädikat “Echt aus Bayern”. Der weißblaue Fond unterstreicht diese Aussage und nimmt uns auch den kleinsten Zweifel, dass es sich dabei nicht um eine bajuwarische Köstlichkeit handeln könnte. Manche mögen übrigens vielleicht in der Petersilie rechts außen noch ein Hanfblatt hineininterpretieren. Doch so weit möchte ich an dieser Stelle nicht gehen.

Jetzt mögt ihr sagen: Ja und? Hier wird einfach nur grottenschlecht ein Wurstprodukt beworben!

Weit gefehlt Freunde. Es handelt sich hierbei eindeutig um eine verdeckte Aktion des bayrischen Geheimdienstes um so das eigene Volk im Freistaat unterschwellig auf die kommende “Schwampel” vorzubereiten. Ich begründe das wie folgt: Die Grünen sind für uns Bayern eine wilde Horde kiffender Ökogammler die ständig irgendwo herumlumpen. Der Bayer an sich konsumiert ja täglich Fleisch in jedweder Form, die “Greanen” ja überhaupt nicht, die essen alle Hasenfutter. Also: Fleisch gut – Grünfraß schlecht. Möchte man also ein positiveres Image der Grünen formen so kombiniert man einfach geschickt diese beiden Attribute und unterlegt das Ganze noch mit patriotischem Symbolismus und man erhält eine völlig neue Konditionierung:

Ökogammler gut (weil Fleisch um Finger gewickelt)
also auch Grün gut (weil liegt auf Weiß-Blauem Hintergrund)
Weiß-Blau auch wirklich Bayern (weil “Echt aus Bayern” draufsteht)
Grün = Lieblingswurst.
Hmmm guad!
Davo lass I mi aa regiarn!
*Rülps*

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5 Kommentare

  1. peterpan

    theorie passt zur pol. debatte wie der (hoffentlich vorhandene ;-) braten zum heutigen sonntag

  2. Mayweather

    Und mit ein bisschen Übung (oder ein paar Maß Wiesnbier zuviel) wird aus Spanferkelbraten auch ganz schnell Schwampelbraten.

  3. Lene Steinmann

    Nun, da ich doch gerade noch mal den richtig blöden Wolf-Jingle anhören wollte, surfte ich bei http://www.Wolf.tv
    vorbei, und, ich kann es nicht fassen:

    die Plakate gibt es für Thüringen mit dem Motiv “Aus Frau kommt Wurst”
    Bitte gucken und nicht erschrecken…

    Haiaiaiai!

  4. der_immobilienmakler

    Die Kampagne war das Resultat aus einem Pitch bei welchem der Hersteller die Idee ansich nahm und mit einer anderen Agentur durchzog… jedenfalls laut w&v

  5. Werbeblogger - Weblog über Marketing, Werbung und PR » Blog Archiv » Drews und Blanco: Palma de Fiction

    [...] Ich habe schon viel schlimmeres aber natürlich auch schon wesentlich witzigeres gesehen. Für mich reihen sich die textholprigen Spots mit Jürgen Drews und Roberto Blanco nahtlos in eine Mallorca-Trilogie nach Matthias Reims Premiere ein. (Sequels sind immer schlechter und diesmal ist das Kreativteam auch ein ganz anderes) Was kommt als nächstes? Mal schauen, wer noch alles zu buchen ist. Ich wäre für Jürgen von BigBrother, der mit Tim Toupet und Micki Krause die drei kleinen Schweinchen aus der Schinkenstrasse wieder zum Leben erweckt. Kunde wäre dann Wolf Wurst. Das passt doch wunderbar in ihre Lieblingswurstkampagne. [...]

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