19.08.05
13:04 Uhr

Werbewirkungsforschung von hinten…

… durch die kalte Küche.

Den Spot haben wir im abendlichen Werbeblock alle schon gesehen: Tusse will Typ anbaggern. Schaut, was er an Lektüre dekorativ mit sich rumträgt. Chad Kroski. Who the f* is Chad Kroski? Also ab aufs Klo, Nase pudern und mit dem Sidekick von T-Mobile nach dem Autorennamen googlen. So weit, so nett.

Inzwischen hat es Chad Kroski, die Retortenfigur aus den Marketing-Brains der T-Mobile (Saatchi & Saatchi, Frankfurt), schon zum eigenen Wikipedia-Eintrag gebracht. O.k., ein Hype ist angestoßen. Alles schön und gut.

Google auf web'n walkAber mal kurz Luft holen und nachdenken: So what? Was hilft das eigentlich web’n walk? Eine aufschlussreiche Antwort hat Patrick Gruban in IT-Frontal:

Mein Kollege Joerg Stengel hat bei Google Werbung für den Begriff (Chad Kroski, Anmerkung von AR) geschaltet und konnte so sehen, dass nur 800 Suchanfragen am Tag kamen – nicht sehr viel für den massiven Mediadruck. (…) Die extra erstellte chadkroski.de ist mittlerweile nur noch auf Platz 18 bei Google zu finden.

Und Nicola Straub schreibt in shopanbieter.de

Doch virale Werbung erfordert nicht nur einen guten Trigger, sondern auch tiefes Verständnis des Webs – und der Funktionsweise von Google & Co. Und gerade hieran hat es wohl gemangelt. Zwar wurden entsprechende Websites chadkroski.de/soulmelon.de eingerichtet – aber offenbar sehr spät. Zudem zeichnen sich diese Seiten nicht gerade durch überragende Suchmaschinentauglichkeit aus.

So wenig ich den Spot mag (hat man vielleicht schon gemerkt), muss ich doch sagen: Die Kritik prallt ab – umgekehrt wird ein Schuh daraus! Ist doch prima, wenn sich die Leute mit Werbung derart auseinander setzen, dass sie sogar die Website des Anbieters übertrumpfen. So viel Involvement kann sich jeder Spot nur wünschen. Alle glücklich. Und das Date mit dem Chad-Kroski-Leser wird auch klappen.

Dass mir persönlich diese Mädchenkloflirtwelt am Allerwertesten vorbei geht, steht dagegen auf einem ganz anderen Blatt Hakle feucht. Ich bin ja schließlich nicht Zielgruppe. Oder um es mal mit larfs weblog zu sagen:

(…) daher wird der liebe Chad nicht nur zur Werbeikone der Telekom, sondern auch zur neuen Hommingberger Gepardenforelle. Albern? Ja, definitiv.

Update: Die nicht ganz unerhebliche Frage, wie Chad Dingsbums in die Wikipedia kam, stellt sich Companice.

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6 Kommentare

  1. companice.twoday.net

    Wikipedia Banging II: Chad DingsbumsNoch keine Woche alt ist der Eintrag, der die

  2. Gelbe Gurke

    Manchmal hat man bei Fernsehspots den Eindruck, dass der Text erst nachträglich darüber gesprochen wurde, damit den Spot auch wirklich jeder versteht.

  3. Andreas Rodenheber

    Ich meine mich zu erinnern, dass der Spot anfangs ohne Voice over lief…

  4. Work in Progress

    Chad Kroski: Lehrstückchen Also, irgendwie ging da recht viel an mir vorbei. Offenbar hat T-Mobile eine Werbekampagne für ein Angebot aus eigenem Hause gestartet. Telefone im weitesten Sinne und so.
    Dazu hat man zwei Dinge erfunden, nämlich einen Bruder von Wladimir Kiminer …

  5. SEO News

    Chad Kroski & SEO-VersäumnisseChad Kroski ist ein fiktiver Bestsellerautor, der einem Werbespot des Mobilfunkbetreibers T-Mobile entsprungen ist. Der Werbespot lief im deutschen Fernsehen erstmalig am 1. Juli 2005. In einer Bar lernen sich die beiden Singles Anna und Steve kennen. …

  6. Alexander Hartmann

    Das Vorgehen von T-Mobile gegen die .com-Domain ist lächerlich.

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Eure Kommentare

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  • Petar: Für uns wirken die japanischen Spots ja immer etwas grotesk. Ob es umgekehrt wohl auch so ist?
  • Roland Kühl-v.Puttkamer: @Nico. Ja klar. Bin grad zurück und hier nun die Auflösung: Audiobooks from dig2go.com http://adsoftheworld.com/me...
  • Fabian: Über die großartige Idee möchte ich gar nicht streiten, aber an der Umsetzung wurde meiner Meinung nach gespart. Lassen Sie sich nicht von...
  • Nico Düsing: Löst das noch jemand auf?
  • J. Martin: @hobbystatistiker Dein Kommentar in Youtube-Qualität — und unter Mißachtung all dessen, was Roland und ich bereits zum Thema...
  • hobbystatistiker: Allmählich ist das ein Gadget-und I-irgendwas-Blog und ihr solltet euch Gadgetblogger nennen. Statt Werbeblogger. Das Geplänkel...
  • Bastian: Erst mehr oder weniger aufwändig eine eigene Welt & Story erschaffen und dann auf der Microsite doch ganz banal auf die...
  • Georg: Guter Artikel! Ich glaube übrigens nicht, dass das Messen des RoI lediglich eine Schwierigkeit bei Social-Media ist. Schon immer gab es...
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