11:16 Uhr
Respekt
Es ist ein mutiger Schritt. Eine andere Dimension, als sich ein paar GoogleAds in die dritte Spalte zu klemmen, um damit – was auch keinesfalls ehrenrührig ist – die Hosting-Kosten abzudecken und sich 15 Kasten Bier im Monat zu gönnen.
Dass eine Kommerzialisierung der Blogger-Szene kommen würde, war abzusehen. Die Form, die Spreeblick nun gewählt hat, finde ich persönlich anständig: Weil man klare Verhältnisse schafft. Weil man frei heraus sagt, was läuft. Weil man nicht rumeiert. Und weil dort Menschen das Risiko gehen, auch mal richtig (will sagen: finanziell) auf die Schnauze zu fallen. Man könnte einige Zitate aus den Archiven zerren, in denen ich über Kommerz in der Blogosphäre geunkt habe. Aber bei diesem Projekt kann ich damit gut leben. Weil es mit offenem Visier ankommt. Weil ich Mut schätze (auch und gerade wenn er Wege einschlägt, die ich für mich selbst ausschließen würde). Und weil dieser Vorstoß in meine Augen mehr Souveränität hat als jede Paypal-Spenden-Variante zur Blogfinanzierung.
Zugegeben – ich hatte Spreeblick bisher noch nicht in meinem Feedreader. Aber dank Johnny Haeuslers zweifellos großem Talent, Kampagnen zu fahren (Ich sage nur Jamba, Ihr – nicht ich und jetzt die Countdown-Kampagne), hat man auch so immer etwas von ihm mitbekommen.
Sehr wohl im Feedreader hatte ich d-frag, allein schon wegen dieses Artikels. Spricht seit gestern 21.oo Uhr etwas dagegen, dass Matthias Oborski auch in Zukunft so schreiben wird? Aus dem Bauch heraus und doch fokussiert. Leidenschaftlich. Eben bloggish. Nein, es spricht nichts dagegen! Außer vielleicht der Tatsache, dass man als Profit Center eines Verlags dann doch noch mehr auf die Quote achten muss als ein Blogger, für den Logfiles nur zur Bestätigung persönlicher Eitelkeiten dienen. Aber auch das ist nichts, was man als talentierter Schreiber nicht mit ein, zwei Glas Rotwein in den Griff kriegen könnte.
Und die Werbekunden? Ich hoffe, sie werden sich einstellen. Und sie werden zu diesem Netzwerk passen. Wie in den Kommentaren so schön zu lesen war: Das erste “Independent Label” der Bloggerszene. Es gibt sie ohne Zweifel, die Produkte, für die dieses Independent Label eine gute Werbeplattform wäre. Hätte ich einen Kunden aus dieser Ecke, ich würde ihm gleich morgen empfehlen, einen Testballon zu starten.
Und wenn es nicht klappt? Dann wird die Fallhöhe natürlich größer sein, als beim bloßen Einfrickeln von GoogleAds ins Template. Dann wird es genügend Leute geben, die es schon immer gewusst haben. Aber eben diese Fallhöhe ist es ja, die das klassische Drama von einem mal eben so nebenbei erzählten Witz unterscheidet. Respekt!
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16 Kommentare
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- Prozentewunder: @ralf Klar steht es da. Und wenn der Bildschirm groß genug ist, kann man´s sogar lesen. Nur: Die, die da anrufen zahlen das nicht,...
- ralf schwartz: @sososo Erzähl mehr. Hast Du Links? JPGs? So, dass man mal was sehen kann? Das wäre doch schön.
- sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
- iuhzl: jaja fühlen sich da mal wieder irgendwelche leute persönlich angegriffen? scheiß nationalstolz!
- ralf schwartz: @Biene Hm, guter Gedanke. Keine Ahnung. Aber wenn, hätten die von mir Gefragten genau dies ja als Grund angeben können. Oder in dem...
- Biene: Vielleicht Datenschutzgründe? Das Daten ohne Einwilligung nicht zwischen unterschiedlichen Unternehmen übertragen werden dürfen?
- Hundeschule: Tja Abmahnungen gehen weiter, Hundeschule wurde abgemahnt, weil ein gekauftes Logo verwechslungsgewahr beinhaltet. Und nun? Die Pfote...
- InternetMarketing | Jens Srowig: Hallo an euch! Das ist wirklich ein tolles Video. Auch wenn es schon ein wenig spät ist, alles Gute für das neue...

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Am 12. Juni 2005 um 12:53 Uhr
.com reloaded Es fühlt sich ein bisschen so an wie vor einigen Jahren als eine Aufbruchsstimmung uns alle ereilte. Es sieht auch so aus wie zur Gründerzeit der New Economy, wo es im Trend lag in kargen Büros zu arbeiten. Die Blogospäre hat sich syndiziert (nein…
Am 12. Juni 2005 um 17:19 Uhr
Spreeblick Verlags KG…Lesern meines kleinen, bescheidenen Weblogs wird sicherlich nicht entgangen sein, dass dort drau
Am 12. Juni 2005 um 20:57 Uhr
Kommerz? Welcher Kommerz?Ja, ich habe etwas gegen Kommerz in Blogs. Tausendmal gesagt. Und ich meine den Kommerz, der erst das Dollarzeichen im Auge hat und sich dann überlegt, auf welcher Schiene er an diese großen Dollars rankommt. Wie er Content möglichst billig einkauft…
Am 12. Juni 2005 um 22:24 Uhr
Cool,
meine berüchtigte 15-Kasten-Bier-Rechnung wird beim Werbeblogger zitiert und daran merke ich, dass Vergleiche besser wirken als nakte Zahlen.
Mittlerweile sind wir bei einer 35-Kästen-Bier-Rechnung und das von einem, der bereits seit einem Jahr keinen Kasten Bier mehr gekauft hat.
Am 13. Juni 2005 um 06:53 Uhr
@ Reimer: Ähre, wem Ähre gebührt! Und Prost!
Am 13. Juni 2005 um 16:18 Uhr
Dass Blogs irgendwann mal dazu *missbraucht* werden Kohle damit zu scheffeln war wohl wirklich nur ne Frage der Zeit. Oder? Zeit ist Geld (zumindest jetzt, wo die Spritkosten immer mehr steigen *g*) Aber, wie Angesprochen denken ich auch, dass Spreeblick das ganz chic gelöst hat. Ob der Content dabei auf der Strecke bleibt muss sich zeigen. Rein vom Design jedoch ein schöner Weg (obwohl ich auch nicht auf die Google-Banner stehe)…
Am 13. Juni 2005 um 21:01 Uhr
Wieso “missbrauchen”?
Ihr solltet mal so sehen, dass ohne Werbung nix läuft ;-) -> irgendwann kommen die Traffic und Hostingkosten auch hoch und irgendwann will man auch für sein harte Arbeit was verdienen ;-)
Am 13. Juni 2005 um 23:30 Uhr
Ach Gsyi, da geht aber noch einiges mehr. In USA bloggen auch Obdachlose aus der Public Library raus ins Web (thehomelessguy.blogs...). Doch doch, da geht noch was.
Mich hat das Ding mit Spreeblick eher motiviert in dieser Richtung mal endlich alle Hemmungen fallen zu lassen und wieder das Hirn einzuschalten. Auch hier sei gesagt “Das geht noch was mehr – viel mehr.”
Weasel out…
Am 14. Juni 2005 um 00:18 Uhr
Ein Blog mit Reklame nehme ich automatisch schon anders wahr als eins ohne. Mit ohne wirkt ein Blog interessanter. Und wenn ich diese häßlichen Google-Links sehe, gerät das nicht zum guten Ansehen eines Blogs.
Blogs sind private Publikations-Internetpräsenzen zur Unterhaltung.
Wer Reklame macht, betreibt eine News-Seite oder ein Live-Style-Magazin.
Am 14. Juni 2005 um 09:00 Uhr
Irgendwas hab ich noch nicht begriffen. Womit verdient der spreeblick-verlag Geld?
Ich war dort und auch bei einem anderen Blog in diesem Channel. Ich hab keine Werbung gesehen. Bin ich blind? Isr es noch nicht so weit?
Noch so ein Blog-Channel, der auch ganz gut hierher passt, weil es um’s Geschäft kleinerer Unternehmen geht: Duct Tape Marketing
Am 14. Juni 2005 um 09:14 Uhr
@ Jean Luc: Auf mein privates Blog kommen mir nie und nimmer GoogleAds. Auch hier auf dem Werbeblogger hab ich immer eher zu den Bremsern gehört, was das Einbinden von GoogleAds betrifft. So gut diese Idee der kontextsensitiven Werbung ist – mich machen diese freudlosen Kästen irgendwie depressiv. Aber ich glaube nicht, dass Spreeblick langfristig in erster Linie auf diese Art der Werbung setzen wird. Die hat man jetzt drinnen, um eben schon mal was drinnen zu haben. Dass es damit (allein) nicht funktionieren kann, hat der Schocki gestern schön vorgerechnet. Ich gehe davon aus, ein rühriger Geist wie Johnny wird langfristig daran denken, einzelne Werbeplatzierungen selbst aktiv bei einzelnen Werbepartnern zu vermarkten. Dann macht die Verlagsidee richtig Sinn. Dennoch kein Zuckjerschlecken, das erinnert ein wenig an die Runden, die Schülerzeitungs-Redakteure im Städtchen drehen, um bei den Einzelhändlern Anzeigen für ihr Blättchen reinzubekommen. Aber was tut man nicht alles für seinen Traum!
In der Spalte rechts haben sie ja schon einen Sponsor. Und diese Art der gestalteten Banner werden – wenn sie gut gemacht sind – weit weniger hässlich sein als das Google-Grobzeug. Und ja, ich hab auch das Bedürfnis, das jetzt irgendwie anders zu nennen, Portal oder so. Was soll’s – wenn die Inhalte stimmen….
@ Gerold: Schalt mal deinen Adblocker aus ;-) Die GoogleAds sind unübersehbar im Fließtext platziert. Ich denke, momentan bekommt Spreeblick nicht mal das Geld für die Party mit den Ads rein. Aber ich würde es ihnen gönnen, wenn es langfristig reichen würde, sich einigermaßen über Wasser zu halten.
Am 14. Juni 2005 um 09:26 Uhr
powerbook_blog: Kauf mich, Johnny :-)
Am 14. Juni 2005 um 09:55 Uhr
@Andreas: Ahh, jetzt sehe ich die Werbung auch :-) Komisch, beim ersten Mal hingucken hab ich nichts bemerkt.
Am 14. Juni 2005 um 10:00 Uhr
*lol* Mir ging’s ähnlich. Da kann man mal sehen, wie man diese Google-Kästen schon automatisch im Hirn wegfiltert. Gerolds Brainware-Adblocker :-D
Am 24. Juni 2005 um 12:47 Uhr
Sehr erfrischender Artikel inkl. Diskussion, danke für die reflektierten Gedanken zum Thema. Und damn! “Kauf mich, Johnny” hatte ich noch nicht gesehen. :)
Die GoogleAds sind, richtig vermutet, natürlich Platzhalter, obwohl ich erhlich sagen muss, dass ich eher positiv überrascht bin. Die Technik (Hosting und Traffic und ein paar Bier und ‘ne Pizza) wird damit finanziert, immerhin.
Es ist natürlich klar, dass GoogleAds nicht der Weisheit letzter Schluss sein können. Wenn es gelingt, Werbekunden von “Blog-passender” Werbung zu überzeugen (und das wird garantiert ein langer, steiniger Weg), also eben keine blinkenden Flash-Banner zu schalten, sondern Inhalts-orientiert zu denken, dann wäre das prima.
Und nur, um sicher zu gehen: damit meine ich auf keinen Fall Schleichwerbung im Content, was (abgesehen davon, dass es nicht mein Stil ist) wenn auch nicht 100% illegal, zumindest doch ethisch hoch fragwürdig wäre.
Am 6. Januar 2006 um 09:45 Uhr
Den Papa Klum muss man sich als bergisch-gladbacher Eislaufmutti mit Bart vorstellen: viel Ehrgeiz, wenig Relexion.